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Wildkaninchen und Feldhase - Tiere unserer Kulturlandschaft 07:15 min

Textversion des Videos

Transkript Wildkaninchen und Feldhase - Tiere unserer Kulturlandschaft

Hallo. Wildkaninchen und Feldhase. Kennst Du den Unterschied? Ist das eine einfach eine kleinere Ausgabe des anderen? Oder unterscheiden sich Wildkaninchen und Feldhase auch durch ihre Lebensweise? Dieser Frage wollen wir in diesem Video nachgehen. Dabei wirst Du nicht nur erfahren, wer ein Kulturfolger ist, sondern auch inwiefern der Begriff Angsthase wirklich mit dem Hasen zusammenhängt. Wildkaninchen und Feldhasen gehören zu den Hasentieren. Wir wollen uns zuerst einmal das Wildkaninchen näher ansehen. Ursprünglich kommt das Wildkaninchen aus dem Mittelmeerraum. Heute findet man sie auch bei uns. In Gärten, an Waldrändern oder auch in städtischen Parks. Kaninchen bevorzugen Gegenden in denen der Boden trocken und locker ist, denn nur dort können sie ihre unterirdischen Gangsysteme graben. Ein Kaninchenbau besteht aus einer Vielzahl an Röhren und Kammern. Dort lebt ein Kaninchen mit seiner gesamten Großfamilie. Kaninchen leben also gesellig. Kaninchen entfernen sich nicht weiter als 200 Meter von ihrem Bau. Wenn Gefahr droht, warnen sich die Kaninchen gegenseitig, indem sie mit ihren Hinterläufen auf den Boden trommeln. Dann verschwinden sie schnell in den sicheren Bau. Kaninchen werden nicht länger als 40 Zentimeter und wiegen ein bis zwei Kilogramm. Ihr Körperbau ist gedrungen. Kaninchen sind Pflanzenfresser. Wie die Nagetiere haben auch Kaninchen nach hinten gebogene Schneidezähne, die Nagezähne. Auffällig ist der Zahn, der direkt dahinter steht, der sogenannte Stiftzahn. Mit den kräftigen Backenzähnen zermahlen Kaninchen ihre Nahrung. Feinde des Kaninchens sind Bussard, Wiesel und Fuchs. Um dem Verlust durch diese Feinde entgegenzuwirken, haben die Kaninchen eine interessante Strategie gefunden. Sie vermehren sich rasend schnell. Ein Kaninchenweibchen wirft bis zu sieben Mal im Jahr. Ein Wurf besteht aus vier bis zwölf Jungen. Alle Jungen die zur gleichen Zeit geboren wurden, nennt man Satz. Pro Jahr hat ein Kaninchen also leicht bis zu 60 Nachkommen. Kleine Kaninchen sind Nesthocker. Das heißt, dass sie nach der Geburt unselbstständig sind. Junge Kaninchen werden nackt, blind und taub geboren. In der sogenannten Satzröhre werden sie einen Monat lang voll von der Mutter versorgt. Erst danach werden sie langsam selbstständig. Der Feldhase war ursprünglich nur in den Steppen Asiens beheimatet. Die Weite ist der bevorzugte Lebensraum des Hasen. Als man in Europa vor tausenden Jahren begann die Wälder zu roden und Felder anzulegen, um Ackerbau zu betreiben, hat sich der Hase Richtung Europa ausgebreitet. Die weiten Felder waren den Steppen seiner Heimat sehr ähnlich. Und so hat sich der Feldhase bei uns niedergelassen und ist heimisch geworden. Der Feldhase ist also ein Kulturfolger. Er nutzt die Kulturlandschaft der Menschen als Lebensraum. Anders als Kaninchen sind Feldhasen Einzelgänger. Sie hocken in selbstgescharrten Mulden, den sogenannten Sassen, auf dem Feld. Dort sind sie für Feinde, auch dank der Tarnfarbe ihres Fells, kaum zu sehen. Die Sinnesorgane eines Feldhasen sind sehr sensibel. Die Ohren des Hasen sind länger als die der Kaninchen. Feldhasen haben ein ausgezeichnetes Gehör. Die Augen liegen, wie auch beim Kaninchen, seitlich. So können sie auch gut sehen, was neben und hinter ihnen ist. Feldhasen sind mit 70 Zentimetern und bis zu fünf Kilogramm mächtiger als Kaninchen. Der Körperbau eines Feldhasen ist schlank und sportlich. Auch Feldhasen sind Pflanzenfresser. Das Gebiss weist große Ähnlichkeiten zu dem des Kaninchens auf. Die Feinde des Feldhasen sind Füchse, Raben und Hunde, aber auch der Mensch. Die intensive Landwirtschaft der Menschen macht den Feldhasen mehr und mehr zu schaffen. Ihnen fehlt eine ausgewogene Kräutermischung, um sich gesund zu halten. Hasen sind sogenannte Fluchttiere. Bei Gefahr flüchten sie, daher auch der Begriff Angsthase. Auf der Flucht sind Feldhasen allerdings die reinsten Spitzensportler. Sie springen bis zu zwei Meter hoch und bis zu sieben Meter weit. Sie erreichen Spitzen bis zu 70 Kilometer pro Stunde und durch das blitzartige Schlagen von Haken hängen sie fast jeden Verfolger ab. Feldhasen treffen eigentlich nur zur Vermehrung ihre Artgenossen. Ein Weibchen bringt bis zu viermal im Jahr jeweils bis zu fünf Jungtiere zur Welt. Sie werden in der Bodenmulde, der Sasse, geboren und sind Nestflüchter. Bereits vier Tage nach der Geburt sind die Kleinen fit genug, um bei Gefahr fliehen zu können. Dennoch benötigen sie immer noch die Aufsicht ihrer Mutter. Wildkaninchen und Feldhasen gehören also beide zu den Hasenartigen, weisen aber deutliche Unterschiede auf. Kaninchen sind gesellig, leben in einem unterirdischen Bau und bringen Nesthocker zur Welt. Feldhasen sind sportlicher und größer, leben als Einzelgänger auf Feldern und Äckern. Ihre Nachkommen sind Nestflüchter. Während man sich um den Bestand der Kaninchen wenig Sorgen machen muss, gilt der Feldhase zunehmend als gefährdet. Wenn Ihr geduldig beobachtet, könnt Ihr vielleicht selber mal einen Feldhasen auf einem Acker entdecken. Tschüss.

9 Kommentare
  1. gut erklärt

    Von Tya Raz, vor mehr als einem Jahr
  2. Ok danke

    Von Chandrawali B., vor mehr als 4 Jahren
  3. Hallo :) Durch die intensive Landwirtschaft ist das Angebot an Wildkräutern leider oft dürftig. Die Hasen müssen dann auf eine reichhaltige Ernährung verzichten und greifen weitgehend auf Weizenhalme, Raps und andere Kulturpflanzen zurück. Ich hoffe ich konnte deine Frage beantworten.

    Von Nadja B., vor mehr als 4 Jahren
  4. wo finden denn die hasen eine kräutermischung wenn es auf dem feld keine gibt

    Von Chandrawali B., vor mehr als 4 Jahren
  5. DANKE

    Von Idaluzies, vor fast 5 Jahren
  1. Hallo :)

    Ja die gibt es schon, vor allem der Marder und seine Verwandten!

    Von Marcel Schenke, vor fast 5 Jahren
  2. Gibt es auch feinde von Kaninchen die so klein sind das Sie in den Kaninchen Bau kommen können?

    Von Idaluzies, vor fast 5 Jahren
  3. Gut erklärt;)

    Von Thao Vy, vor fast 6 Jahren
  4. gut erklärt:)

    Von Moni Koeln, vor etwa 6 Jahren
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Wildkaninchen und Feldhase - Tiere unserer Kulturlandschaft Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Wildkaninchen und Feldhase - Tiere unserer Kulturlandschaft kannst du es wiederholen und üben.

  • Beschreibe die Lebensweise der Wildkaninchen.

    Tipps

    Mit den Hinterläufen können Kaninchen auf den Boden klopfen.

    Junge Kaninchen sind vollkommen auf die Versorgung des Muttertieres angewiesen.

    Lösung

    Wildkaninchen bauen ein unterirdisches Gangsystem, das aus Röhren und Kammern besteht. Hier bekommen sie auch ihre Jungen. Die Jungtiere sind zunächst nackt, blind und taub. Sie sind vollkommen auf die Versorgung durch die Mutter angewiesen.

    Zu den Feinden der Kaninchen gehören Raubtiere wie der Fuchs oder auch Raubvögel wie der Bussard. Die Kaninchen warnen sich gegenseitig vor Feinden, indem sie mit den Hinterläufen mehrmals auf den Boden klopfen. Ertönt dieses Geräusch, laufen alle Artgenossen blitzschnell in den Kaninchenbau. Dieses Warnsystem funktioniert gut, da sich die Wildkaninchen immer in unmittelbarer Nähe ihres Kaninchenbaus aufhalten und sich schnell verstecken können.

  • Bestimme die Lebensweise der Feldhasen.

    Tipps

    Der Feldhase hockt oft in einer Sasse.

    Die weiten Felder hierzulande ähneln den Steppen seiner Heimat.

    Lösung

    Der Feldhase nutzt die Kulturlandschaft der Menschen als Lebensraum. Die weiten Felder, die durch die Landwirtschaft entstehen, ähneln den Steppen seiner Heimat.

    Er lebt nicht wie das Kaninchen in einem unterirdischen Bau. Meistens hockt er in einer Mulde mitten auf dem Feld, der sogenannten Sasse. Der Feldhase hat einen sehr schlanken, sportlichen Körperbau und feine Sinnesorgane. Die Ohren sind länger als die eines Kaninchens.

    Feldhasen sind zudem Einzelgänger und treffen nur zur Paarungszeit aufeinander. Ein Weibchen wirft ca. 4 mal im Jahr und kann pro Wurf bis zu 5 Jungtiere bekommen. Diese sind schon 4 Tage nach der Geburt mobil und folgen der Mutter aus der Sasse. Sie sind also Nestflüchter.

  • Beschreibe die Unterschiede zwischen Feldhase und Wildkaninchen.

    Tipps

    Die Jungtiere der Wildkaninchen sind auf die Versorgung der Mutter angewiesen.

    Die Jungtiere des Feldhasen können schon 4 Tage nach der Geburt das Nest verlassen.

    Lösung

    Wildkaninchen und Feldhasen sind Säugetiere der Ordnung hasenartige Lebewesen. Doch nicht nur ihr Aussehen ist etwas unterschiedlich, auch ihre Lebensweise unterscheidet sich.

    Das Wildkaninchen lebt in Gruppen mit Artgenossen, sein Bau befindet sich unterirdisch und besteht aus zahlreichen Kammern und Röhren. Die Jungen sind Nesthocker. Sie kommen blind, nackt und taub zur Welt und sind somit auf die Versorgung durch die Mutter angewiesen. Wildkaninchen werden max. 40 cm groß und wiegen 1-2 Kilogramm.

    Der Feldhase ist ein Einzelgänger. Nur zur Paarungszeit kommen männliche und weibliche Tiere zusammen. Die Jungen sind Nestflüchter und schon 4 Tage nach der Geburt bereit, die Sasse zu verlassen. Der Feldhase hat einen schlanken Körperbau, wird bis zu 70 cm groß und bis zu 5 kg schwer. Als Lebensraum nutzt der Feldhase die Kulturlandschaft der Menschen, daher wird er auch als Kulturfolger bezeichnet.

  • Beschreibe den Körperbau eines Wildkaninchens.

    Tipps

    Die Blume dient der Kommunikation mit Artgenossen.

    Wenn man davon spricht „ ein paar hinter die Löffel“ zu bekommen, meint man eine Ohrfeige.

    Lösung

    Hier ist ein Wildkaninchen abgebildet. Es besitzt im Gegensatz zum Feldhasen kürzere Ohren und einen nicht so schlanken Körperbau.

    Die Tasthaare dienen dem Tier zur Orientierung und befinden sich an der Nase. Die Ohren werden auch als Löffel bezeichnet.

    Der Stummelschwanz des Kaninchens wird Blume genannt. Kaninchen können diesen auch bewegen und kommunizieren so untereinander. Wenn sich Kaninchen freuen, dann wackeln sie ein wenig mit der Blume.

  • Beschreibe die artgerechte Haltung von Kaninchen.

    Tipps

    Das Gebiss von Nagetieren weist sehr große Vorderzähne auf.

    Lösung

    Haustiere benötigen sehr viel Pflege, so auch die Kaninchen. Sie leben gerne in Gruppen mit ihren Artgenossen, daher sollte man sie nicht alleine halten. Kaninchen brauchen auch viel Auslauf. In der Natur schlagen sie Haken, springen und rennen viel. Zudem sind sie wechselaktiv. Das bedeutet, dass sie auch nachts im Käfig aktiv sind und Lärm machen können.

    Auch bei der Ernährung der Kaninchen gibt es einiges zu beachten. Sie sind Pflanzenfresser und knabbern mit ihren großen Schneidezähnen gerne auch Möhren oder Körner. Eckzähne fehlen den Kaninchen völlig.

  • Erkläre, welche Schutzmaßnahmen für den Feldhasen sinnvoll wären.

    Tipps

    Der Feldhase ernährt sich von unterschiedlichen Kräutern.

    Die Greifvögel können den Feldhasen auf einem freien Feld besser sehen.

    Lösung

    Die Population der Feldhasen nimmt weiter ab. Grund dafür ist der Verlust von Lebensraum und Nahrung. Neben einigen natürlichen Feinden ist vor allem der Mensch schuld daran, dass die Populationszahl der Feldhasen sinkt.

    Es gibt Maßnahmen, die helfen, den Lebensraum der Feldhasen wieder attraktiver zu gestalten. Zum Beispiel sollten die Felder zwischen zwei Fruchtfolgen nicht brachliegen. Sonst hätte der Feldhase keine Möglichkeit mehr sich zu verstecken. Der Anbau von Zwischenfrüchten (zum Beispiel Kleegras) wird daher empfohlen.

    Auch der Anbau von verschiedenen Kräutern und Gräsern wäre sinnvoll, denn wenn auf einer Fläche immer nur Getreide oder Mais angebaut wird, findet der Feldhase nicht genügend Nahrung.

    Der Anbau von Hecken am Feldrand würde dem Feldhasen einen Rückzugsort bieten und ist daher auch zu empfehlen.

    Alle diese Maßnahmen würden nicht nur dem Feldhasen dienen, auch Bienen und andere Tiere profitieren davon.