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Die Teile des Satzes

Um einen Satz richtig verstehen zu können, muss man die einzelnen Bestandteile eines Satzes kennen und erkennen. Die Bestandteile einmal richtig zusammen gefügt, ergibt sich ein höheres, komplexeres Konstrukt: ein Satz. Lerne hier, was es für Satzteile gibt.

Die Teile des Satzes

Die meisten herkömmlichen Sprachen funktionieren grob nach dem Prinzip, dass man Worte aneinanderreiht, die dann einen höheren Sinn ergeben. So kann man unendlich viele Aussagen machen. Die Aussagen werden in Einheiten verpackt: Sätze. Damit ein Satz eine gültige Aussage hat, folgt er einer Art Schema, das verschiedene Typen von Satzteilen enthält, die eine unterschiedliche Funktion für den Satz haben. Man bildet also einen Satz, indem man für diese Satzteile Worte einsetzt. Beim Einsetzen muss man aber bestimmten Regeln folgen. Man muss das Wort oder die Worte in die entsprechende Form setzen, damit eine richtige Aussage zustande kommt.

Schauen wir uns die Satzteile doch an einem Beispiel genauer an.

  • M. Aurelius, imperator Romanus, multis philosophicus rex notus est, quia libenter multos libros legit. (Marcus Aurelius, ein römischer Kaiser, ist vielen als Philosophenkönig bekannt, weil er gerne viele Bücher gelesen hat.)

MarcAurel.jpg

Prädikat

Hier gibt es zwei Prädikate, da wir zwei Teilsätze haben: notus est und legit. Sie können als das wichtigste Element eines Satzes angesehen werden. Sie drücken nämlich die Handlung, Tätigkeit bzw. das Geschehen aus. Man erkennt das Prädikat daran, dass es eine finite Verbform ist. Verben werden in der Grundschule oft "Tu-Wörter" genannt: machen, spielen, singen, werfen, geben und so weiter...

Finit heißt, dass es eine gebeugte Form ist. Das kennst du sicher vom Bestimmen von Verbformen: Dabei fängt man nämlich immer mit der Person an: 1., 2. oder 3. Person. Wenn die Form des Verbs eine solche Person hat, ist es finit oder gebeugt. Wenn nicht, handelt es sich um einen Infinitiv.

Daneben gibt es noch die sogenannten kopulativen Verben, oder auch Hilfsverben, die (manchmal) zu schwach sind, um allein ein vollwertiges Prädikat zu bilden. Es kommt also ein Prädikatsnomen hinzu. Dies ist meist ein Adjektiv oder Substantiv, selten auch ein Infinitiv. In unserem Beispiel ist Marc Aurel also bekannt, er ist nicht einfach nur. Das Prädikat ist hier also "ist bekannt". Dabei muss man jedoch aufpassen, da manche Hilfsverben auch allein stehen können und somit als Vollverben auftreten, also eine starke Bedeutung haben:

  • Schwach: id aedificium pulchrum est (Dieses Gebäude ist schön.)
  • Stark: adeo id aedificium est (bis jetzt ist (existiert, steht) das Gebäude)

Andere Hilfsverben brauchen kein Prädikatsnomen, sondern einen Infinitiv, um als volles Prädikat zu gelten, z. B. posse (können).

Bei der Bildung des Prädikats orientiert man sich am Subjekt. Man gleicht nämlich den Numerus an das Subjekt an. Der Numerus ist die Anzahl, genauer gesagt Einzahl/Singular oder Mehrzahl/Plural. Wenn es möglich ist gleicht man auch den Kasus, also den Fall, und das Genus, das Geschlecht, an. Das ist z. B. möglich, wenn im Prädikat ein Adjektiv als Prädikatsnomen enthalten ist.

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Subjekt

Das Subjekt ist das zweite Grundelement eines Satzes. Mit Subjekt und Prädikat kann man schon einen einfachen, richtigen Satz bilden. Das Prädikat ist also das "was passiert?", das Subjekt ist das "wer oder was (macht etwas)?". Das Subjekt ist oft am Anfang des lateinischen Satzes und steht im Nominativ. Es kann eine Person sein, jedoch können auch Gegenstände diese Funktion einnehmen. Das Subjekt kann bei unpersönlichen Ausdrücken sogar zu einem "es" im Deutschen verkümmern, z. B. bei: "Es ist nötig, regelmäßig zu putzen." Im Lateinischen muss aber nicht immer ein Subjekt genannt werden, dann ergibt es sich nämlich aus dem Prädikat. Je nach Person und Numerus übersetzt man dann für das Subjekt "ich, du, er/sie/es...".

Im Beispiel oben ist das Subjekt sowohl im Hauptsatz als auch im Nebensatz Marc Aurel. Im Hauptsatz (M. Aurelius [...] notus est) ist die Nominativform am Anfang leicht erkennbar. Im Nebensatz (quia [...] legit) ist er nicht noch einmal genannt, jedoch ergibt es sich daraus, dass das Prädikat legit in der 3. Person Singular steht. Das passt zu M. Aurelius, dem vorhergehenden Subjekt.

Auch der Genitiv kann in der Funktion eines Objekts auftreten, schau dir dazu dieses Video an

Objekt

Ein Objekt ist die Sache oder die Person, der etwas widerfährt. Nämlich widerfährt ihr das Geschehen des Prädikats. Das klingt sehr kompliziert, ist es aber nicht. Wenn das Prädikat "geben" ist, ist das, was ich abgebe, das Akkusativobjekt oder direktes Objekt: Wen oder was gebe ich? Z. B. das Geschenk. Die Sache oder Person, der ich etwas gebe, ist das Dativobjekt oder indirektes Objekt: Wem gebe ich das Geschenk? Z. B. der Mutter.

Das besondere ist, dass auch ganze Konstruktionen Objekte sein können. Das Objekt ist also nicht immer nur ein Wort. Streng genommen ist der AcI nämlich ein Akkusativobjekt, obwohl er im Deutschen häufig mit einem dass-Satz übersetzt wird. Ausdrücke mit Partizipien, also P.C.s, können auch als Objekte gelten.

In dem Beispiel oben ist das indirekte Objekt zu notus est (er ist bekannt) multis (ergänze hominibus) (vielen Leuten). Wem ist er bekannt? Vielen Leuten. Das direkte Objekt zu legit - er hat gelesen ist multos libros. Wen oder was hat er gelesen? Viele Bücher.

Attribut

Attribute sind im Grunde Eigenschaften. Sie beschreiben ein Subjekt oder ein Objekt näher. Anders gesagt, enthalten sie zusätzliche Informationen über ein Subjekt oder Objekt. Ein Attribut kann ein Adjektiv oder ein Zahlwohrt sein. Das Adjektiv steht mit dem Wort, das es beschreibt, in KNG-Kongruenz, es hat also den gleichen Kasus (Fall), Numerus (Anzahl) und das gleiche Genus (Geschlecht). Im Beispiel ist das Adjektiv philosophicus (philosophisch) Attribut zu rex (König) und Romanus (römisch) zu imperator (Herscher). Weiterhin das alleinstehende Zahlwort multis (vielen), zu dem man in Gedanken hominibus (Menschen) hinzufügen muss, und multos zu libros (Bücher).

Auch ganze Relativsätze sind Attribute. Das Relativpronomen qui, quae, quod (welcher, welche, welches) ist zu seinem Bezugswort NG-kongruent. Es übernimmt von seinem Bezugswort die Anzahl und das Geschlecht. Außerdem gibt es noch Genitivattribute.

Ein Genitiv kann nämlich den Besitzer einer Sache anzeigen oder die Zugehörigkeit zu etwas. Achte darauf, dass der Genitiv als Attribut auch vom Sinn passt, dann kannst du ihn auch ohne Bedenken mit einem deutschen Genitiv übersetzen. Einen Genitivus Obiectivus hingegen umschreibt man meistens.

Adverbialausdrücke

Der Adverbialausdruck oder das Adverbiale ist ziemlich vielseitig. Durch sie wird die Art und Weise, der Ort, die Zeit, der Grund, der Zweck, die Bedingung, die Einräumung oder die Folge einer Sache beschrieben. Diese Begriffe werden aus der folgenden Tabelle bestimmt klarer.

SinnrichtungenNebensätze.jpg

Adverbialia können in verschiedenster Form auftreten. Zunächst als einfaches Adverb, als das es einen Vorgang, ein Verb, ein Adjektiv oder ein Substantiv näher beschreibt, seine Form aber nie verändert. Weiterhin können aber auch Nebensätze oder ein Ablativus Absolutus mit einer der oben genannten Sinnrichtungen Adverbialia sein. Auch Präpositionalausdrücke gehören in diese Kategorie. Präpositionen sind diese kleinen Wörter wie "bei, in, auf, seit...", die auf Substantive eine der Sinnrichtungen abfärben. Außerdem verlangen Präpositionen einen bestimmten Kasus, in dem das Substantiv stehen muss.

Konnektoren

Wichtig sind hier diese kleinen Worte, die zum Beispiel einen Nebensatz bzw. einen Hauptsatz einleiten oder Präpositionen. Allgemein gesagt kann man hier von Konnektoren sprechen. Zu dieser Klasse gehören allerdings noch mehr solcher Wörter. Konntektoren verbinden etwas, wie der Name schon sagt. Sie verbinden aber nicht nur Sätze miteinander, sondern verbinden einzelne inhaltliche Elemente miteinander. Sie sind Indizien dafür, wie der Text zu verstehen ist. Dazu gehören unter anderem Relativpronomen, nämlich in der Funktion, dass sie ein Wort mit einem Relativsatz verbinden, der es genauer definiert. Dieser Begriff ist sehr weit gefasst und bezieht sich immer auf die inhaltlichen Zusammenhänge und Verknüpfungen eines Satzes oder Textes.

Konjunktionen und Subjunktionen

Dagegen sind Konjunktionen ein ganz spezieller grammatischer Begriff. Das sind nämlich kleine Wörter, die Haupt- oder Nebensätze miteinander verbinden. Man könnte auch sagen, dass sie solche Sätze einleiten. Subjunktionen leiten Nebensätze ein, also untergeordnete Sätze. Also sind alle Subjunktionen Konjunktionen, aber nicht alle Konjunktionen sind Subjunktionen.

Im Beispiel oben gibt es also insgesamt zwei Adverbialia: Das Adverb libenter (gern) und den adverbialen Nebensatz quia [...] legit. Das ist ein Kausalsatz, da die Subjunktion quia (weil ja) kausale Färbung hat.

Prädikative

Das Prädikativum ist ein Satzteil, das weitestgehend einen Zustand beschreibt, in dem sich das handelnde Subjekt befindet.

Adjektive

Konkret können es Adjektive des seelischen oder körperlichen Zustands sein, also sämtliche durch Emotionen, Meinungen oder Erfahrungen geprägte Eigenschaften sowie durch irgendeinen körperlichen, äußeren, sichtbaren Umstand. Auch Adjektive der Reihenfolge können Prädikative sein, also Eigenschaften, die mit räumlichen oder zeitlichen Verhältnissen zu tun haben. Diese Adjektive treten im Lateinischen immer in KNG-Kongruenz zu ihrem Bezugswort auf.

Substantive

Zur Beschreibung des Lebensalters oder des Amtes, also der beruflichen Tätigkeit, können auch Nomen verwendet werden. So auch in dem Beispielsatz oben: (philosophicus) rex (als Philosophenkönig). Ein solches Prädikativum mit einem Nomen muss nur den Kasus von dem Bezugswort übernehmen. Numerus und Genus werden je nach dem, ob es möglich ist, angeglichen. Ein solches Prädikativum können wir auf Deutsch nicht nachmachen, deswegen übersetzt man meistens adverbial mit "als" oder vor allem bei den Adjektiven als Adverb.

Apposition

Appositionen sind Einschübe zur näheren Bestimmung einer Person, einer Sache oder eines Umstands. Sie stehen unverbunden meist hinter dem Bezugswort oder am Ende des Satzes bzw. des Satzteils. Im Deutschen muss eine Apposition mit Kommata abgetrennt werden, im Lateinischen ist das jedoch nicht immer der Fall, weil die antiken Römer keine Kommata hatten, wie du vielleicht schon weißt. Die Apposition wird eher wie ein Ausruf (exclamatio) durch Pausen und Betonung beim Sprechen/Lesen gekennzeichnet. Im Beispiel ist die Apposition imperator (Romanus) ([römischer] Herrscher).

Nimm dir Zeit den vielen Stoff durchzuarbeiten und nutze die Videos und Übungen. Viel Erfolg und vale!