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Erik der Rote – es war einmal ein Abenteurer und Entdecker (Folge 3)

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Es War Einmal Abenteurer Und Entdecker
Erik der Rote – es war einmal ein Abenteurer und Entdecker (Folge 3)
lernst du in der 3. Klasse - 4. Klasse

Grundlagen zum Thema Erik der Rote – es war einmal ein Abenteurer und Entdecker (Folge 3)

Inhalt

Die Wikinger und Erik der Rote entdecken Amerika

Wie du sicherlich weißt, hat Christoph Kolumbus Amerika für die Europäer entdeckt. Du hast vielleicht auch schon einmal erfahren, dass der Name des Kontinents Amerika von einem weiteren berühmten Seefahrer abstammt: Amerigo Vespucci. Aber hast du schon einmal die Namen Erik der Rote und Leif Eriksson gehört? Warum heißt es, er und die Wikinger hätten Amerika entdeckt und wann lebte er?

Nun, das ist eigentlich ganz einfach. Erik der Rote erkundete als erster Europäer Grönland und damit Teile des amerikanischen Kontinents. Erik der Rote lebte etwa 950 bis 1003. Also war er viel früher mit seinen Schiffen unterwegs, als es Christoph Kolumbus oder Amerigo Vespucci waren!

Erik der Rote

Erik wurde der Rote genannt, weil er leuchtend rotes Haar gehabt haben soll. Allerdings war er auch ein rabiater und gewalttätiger Mann. Es kann demnach auch sein, dass man ihn den Roten nannte, weil Blut an seinen Händen klebte.
Leif Eriksson war sein Sohn und wurde um 970 geboren. Er war ebenso abenteuerlustig wie sein Vater. Leif gilt als der erste Europäer, der das amerikanische Festland betrat, da Grönland nur eine Insel ist und kein Teil des Festlandes.

Wir wissen eine Menge über Erik den Roten, weil viele Schriftstücke und auch Briefe überliefert sind. Es gibt zwar abweichende Schreibweisen seines Namens wie z. B. Erich oder Eric der Rote, es geht dabei aber immer um dieselbe Person.

Erik der Rote – Steckbrief

Erik der Rote war ein Nordmann, ein Wikinger. Er stammte also aus dem hohen Norden in Europa. Auf der Karte kannst du dir das Siedlungsgebiet der Wikinger noch einmal genauer ansehen:

Karte Siedlungsgebiet Wikinger

Der rote Erik war ein mutiger Abenteurer und Seefahrer. Seine Familie bestand aus Großbauern, weswegen sie genügend Geld hatte, um ein Schiff zu besitzen. In einer Erzählung über Erik den Roten – der sogenannten Saga – heißt es, dass seine Familie fluchtartig Norwegen verlassen musste. Als Grund wird genannt, dass Eriks Vater und er selbst wohl jemanden getötet hatten. Die Familie floh deswegen im Jahre 957 nach Island. Erik heiratete später eine wohlhabende Frau und wurde mehrfacher Vater. Er besaß einen eigenen Hof. Nachdem er erneut einige Männer getötet hatte, wurde er verbannt: Das bedeutet, er musste seinen Hof und auch Island verlassen.

Da Erik spannende Geschichten von Seefahrern gehört hatte, die auf ihrer Fahrt von Norwegen nach Island von der Route abgekommen waren, beschloss er, sich auf die Suche nach dieser Route zu machen und sich so gleichzeitig vor seinen Feinden in Sicherheit zu bringen.

Er nahm sich ein Schiff und setzte zusammen mit 15 Mann Besatzung und einigen Sklavinnen und Sklaven die Segel, um von der isländischen Westküste immer weiter in Richtung Westen zu segeln. Wahrscheinlich hat er nach vier Tagen Seefahrt die Küste Grönlands erreicht.

Route der Wikinger nach Amerika

Erik, Leif und das grüne Land

Grönland erwies sich als fruchtbares Land mit frischem Wasser und grünen Wiesen. Deswegen nannte Erik der Rote sein entdecktes Land Grönland, also grünes Land. Nachdem er nach Island zurückgekehrt war, erzählte er den Menschen davon und diese waren begeistert. Er brachte sie dazu, mit ihm zu gehen, und in Grönland einen Neuanfang zu wagen. Bereits 985 brach eine ganze Gruppe von 25 Schiffen, eine sogenannte Flotte, nach Grönland auf.

Es waren wohl mehrere Hundert Personen, die mit ihren Tieren auswandern wollten. Leider erreichten nur 14 Schiffe ihr Ziel. Dennoch ließen sich über die nächsten Jahre etwa 30 000 Menschen in Grönland nieder. Es gab in der neuen Heimat Gehöfte und Dörfer, Kirchen und Siedlungen. Die Menschen handelten zum Beispiel mit Fellen und Walrosselfenbein. Erik der Rote war der unumstrittene Herrscher und blieb es bis zu seinem Tod. Wie genau Erik der Rote starb, ist nicht klar. Man vermutet, er erkrankte an einer Infektion.

Sein Sohn Leif erforschte nun die neu entdeckten Gebiete und nannte sie Vinland. Der Hintergrund dieses Namens ist nicht vollständig geklärt. Vin kann Wein, aber auch Weide oder Farm bedeuten. Daher kann mit Vinland Weinland oder Weideland gemeint sein. Leifs Halbschwester Freydis lebte übrigens auch in Vinland – heute Neufundland genannt. Auch sie war gewalttätig und rachsüchtig. Die Nachkommen Eriks des Roten blieben noch mindestens bis Mitte des 14. Jahrhunderts in Grönland.

Die Wikinger verlassen Grönland

Irgendwann jedoch zwischen der Mitte des 14. Jahrhunderts und dem Anfang des 15. Jahrhunderts zogen sich die Wikinger zurück und verließen Grönland. Es ist bis heute nicht ganz klar, warum sie dies taten. Am wahrscheinlichsten ist, dass sich das Klima stark veränderte und es den Wikingern einfach zu kalt wurde. Es gab, so nimmt man an, zu wenig Futter für ihr Vieh. Der Handel mit anderen Völkern wurde durch das Zufrieren der Meere erschwert oder sogar unmöglich. Die Wikinger sahen anscheinend keine Zukunft mehr für sich in Grönland und verließen die Insel.

In der Tabelle findest du das Leben Eriks des Roten noch einmal kurz zusammengefasst:

Datum Ereignis
950 Erik der Rote wird wahrscheinlich in diesem Jahr geboren.
957 Erik flieht nach Island.
970 Leif Eriksson, sein Sohn, wird geboren.
982 Erik erreicht Grönland.
984 Erik kehrt nach Island zurück.
985 Zusammen mit Hunderten anderen Menschen wandert Erik nach Grönland aus.
1003 Erik stirbt wahrscheinlich in diesem Jahr in Grönland.

Transkript Erik der Rote – es war einmal ein Abenteurer und Entdecker (Folge 3)

“Höre auf.” “Ich haue dir auf die Tolle, Tolle.” “Also, aufgepasst Kinder. Wer von euch kann mir sagen, wann Amerika entdeckt wurde? Und vor allem von wem?” “War das nicht Christoph Kolumbus?” “Na klar war das Christoph Kolumbus. Blöde Frage.” “Leider ist das nicht so ganz richtig, Kinder. Na, was ist denn los mit euch? Denkt doch mal nach.” “Die Wikinger. Glasklar. Es waren die Wikinger.” “Bravo. Es waren tatsächlich die Wikinger. Aber, um euch die Geschichte zu erzählen, müssen wir erst einmal die Zeit zurückdrehen. Na, was ist denn los? Mache einmal ein bisschen Tempo. Es geht um einen Mann aus Südnorwegen. Er hieß Erik der Rote. Ein Wikinger von ganz üblem Ruf. Ab 964 kreuzte er unvermutet überall in Europa auf. Dort verbreitete er Angst und Schrecken. Genau wie andere Wikinger zwischen dem neunten und elften Jahrhundert auch. Sie drangen von Island über die Meere, Flüsse und Seen bis nach Russland und Marokko vor. Und sogar noch ein bisschen weiter. Es waren Abenteurer, die sich um nichts scherten und plündernd durch die Lande zogen. Wo immer sich die Gelegenheit dazu bot. Sie waren von allen gefürchtet. Doch weiter westlich, über Island hinaus, war alles unbekannt. Unsere Geschichte beginnt damit, dass die Norweger Erik den Roten wegen Totschlags verbannten. Ich weiß, das war 964. Also machte der sich nach Island auf. Als er dort ankam, war das Land schon ziemlich besiedelt. Und die Nahrung war knapp. Schnell schaffte es Erik, sich wieder unbeliebt zu machen. Im Jahre 982 bestrafte ihn dann das Gericht der Isländer mit einer dreijährigen Verbannung. Erik fuhr weiter in Richtung Westen. Und dann immer weiter geradeaus.” “Wir kommen sehr schnell voran, Erik. Aber es wird immer kälter. Wohin segeln wir eigentlich?” “Hast du schon einmal von dem Gerücht gehört, dass es ein Land im Westen geben soll? Vor über 50 Jahren geriet ein Seemann auf dem Weg nach Island in einen heftigen Sturm. Er trieb immer weiter in Richtung Westen. Dort sah er ein riesiges, mit Eis bedecktes Land. Vielleicht war das eine Insel. Wenn alles gut geht, werden wir dort ankommen.” “Wir segeln zu einer eisbedeckten großen Insel?” “Du wirst schon sehen, mein Freund.” “Oh. Sieh dir das an.” “Männer, passt auf. Haltet euch gut fest. Jetzt geht es rund.” “Auf Eriks Bauernhof in Island lebte man so vor sich hin. Mal war es Sommer. Mal war es Winter. Und die Kinder wurden größer.” “Vrila, vergiss nicht, auch drinnen sauber zu machen.” “Schon dabei.” “Diesen Hausangestellten muss man alles dreimal sagen. “Kille, kille.” “Entschuldigung.” “Tölpel.” “Er ist wieder da. Er ist wieder da. Ich habe sein Schiff gesehen. Oh, ist das schön. Kommt Leute, begrüßt meinen Vater. Mama, stelle dir vor. Papa ist wieder da. Sein Schiff ist gerade wieder angekommen. Papa. Hier bin ich. Papa.” “Erik ist wieder da.” “Und dann sind wir an ein riesiges Eisriff gekommen. Das haben wir südlich umschifft. Danach mussten wir auf einen Kampf herum segeln.” “Wie aufregend.” “Auf der anderen Seite entdeckten wir plötzlich ein unglaublich fruchtbares Land. Da gab es überall Wild und Fische.” “Ein wildes Land, wo es viel zu essen gibt?” “Ja, furchtbar viel.” “Na du?” “Dieses Land, das ich das grüne Land nenne, wird eines Tages uns gehören. Dort wird es uns an nichts fehlen. Ich weiß wie man dort hinkommt. Also, wer von euch will mich begleiten?” “Ja, wir sind dabei. “ “Grönland als grünes Land zu bezeichnen war ganz schön frech. Aber Erik wusste, mit welchem Speck man Mäuse fängt.” “Wir brechen auf.” Tatsächlich. Sechshundert Menschen folgten seinem Ruf. “Na ja.” “Lecker. Hühnchen. Na warte. Dich rupfe ich. Nervendes Federvieh. Dich haue ich in die Pfanne, Pfanne.” “Da vorne.” “Gut gehüpft ist halb gefangen. “ “Was ist denn? Ha, ha, ha.” “Ein Sturm kommt auf. Schlotter.” “Halt.” “Ziehe fester.” “Immer ich.” “So ein Dickschädel.” “Oh nein.” “Gleich haben wir es geschafft. Wir sind am Ziel.” Von den 25 Schiffen, die mit Erik segelten, kamen nur 14 in Grönland an. “Ja, wir haben es geschafft. Erik.” “Die 400 Überlebenden gründen eine neue Siedlung.” “Ja.” “Da sich das raue Klima für den Ackerbau nicht eignet, wird vor allem Viehzucht betrieben. Wild, Fische und andere Nahrungsmittel helfen den Siedlern, zu überleben.” “Papa.” “Hallo.” “Grönland. Immer nur Grönland. Ist ja alles ganz nett. Aber was hat das bitteschön mit Amerika zu tun? Mit den Cowboys und Wolkenkratzern?” “Ah. Cowboys und Wolkenkratzer. Soweit sind wir noch lange nicht. Aber wenn man in Grönland ist, ist man schon fast in Amerika. Das wusste zwar noch keiner. Aber wie so oft in der Geschichte, verirrten sich Seeleute im Sturm. Und entdeckten zufällig neues Land. In unserem Fall hieß der Seemann Bjarni. Er wollte von Island aus zu seinem Vater nach Grönland segeln. Im Nebel fand er aber Grönland nicht. Und landete weiter westlich in einer waldreichen Gegend.” “Sind wir angekommen?” “Das kann niemals Grönland sein. Das hat man uns anders beschrieben.” “Na, irgendwann werden wir es schon finden. Drehen wir um.” “Nachdem sie genügend umgedreht hatten, erreichte Bjarni Tage später die Südwestspitze Grönlands. Und feierte Wiedersehen mit seinem Vater. Bei all der Feierei vergaß man 15 Jahre lang das geheimnisvolle Land im Westen. Aber um das Jahr 1000.” “Unter den Wolken muss es Land geben. Das ist bestimmt das Land, von dem der alte Bjarmi immer erzählt.” “Wir sollten einmal mit meinem Papa reden. Ich schlage vor, wir nehmen Bjarnis Schiff. Und sehen uns mal dieses wald bedeckte Land an. Wenn es stimmt was er sagt, könnten wir dort viel Holz finden. Wie ihr bestimmt wisst, kann man nie genug Holz haben.” “Bist du dir wirklich sicher, dass es da Land gibt?” “Wenn man von den Bergen Richtung Westen sieht, kann man bei klarem Wetter Wolken am Horizont erkennen. Solche Wolken sieht man auf dem Meer nicht. Dort muss einfach Land sein.” “Du hast ja auch nicht gewusst, wo du hinfährst, als du Grönland entdeckt hast.” “Wir sind aus demselben Holz geschnitzt. Also gut, mein Junge. Nimm Bjarnis Schiff und entdecke das neue Land.” “Warum willst denn du nicht diese Expedition leiten?” “Ach, gib der Jugend auch einmal eine Chance. Außerdem bin ich für solche Abenteuer schon zu alt.” “Gib es zu. Ohne dein gebrochenes Bein, wärest du gefahren.” “Gute Fahrt.” “Komme gesund wieder.” “Viel Glück.” “Mache dir keine Sorgen.” “Wird schon alles gut werden, Schwesterchen. Wir schaffen das.” “Sei vorsichtig. Und passe gut auf dich, Bruderherz.” “Darauf kannst du dich verlassen. Und beim nächsten Mal kommst du mit.” “Das mache ich. Sieh zu, dass du wieder gesund nach Hause kommst. Und bringe mir etwas Schönes mit.” “In Ordnung. Dann wollen wir einmal sehen. Der Magnetstein zeigt an, dass wir in diese Richtung müssen.” “Das erste Neuland, das Leif sah, war wahrscheinlich das heutige Baffinland.” “Ein freundliches Fleckchen kann man das aber nicht nennen. Ich nenne es Helloland. Das flache Steinland.” “Hallo Chef, Chef. Können wir wieder nach Hause fahren?” “Genauso sah das Land aus, das wir entdeckt haben, bevor wir nach Grönland zurückgekehrt sind. Wir müssen jetzt in südöstlicher Richtung segeln.” “Einige Tage später erreichten sie dann Labrador.” “Genau hier sind wir damals mit Bjarni gewesen. Ja.” “So viel Holz. Lasse es uns Markland nennen. Das Waldland.” “Wir segeln weiter. Wir können ja später hierher zurückkehren.” “Leute, können wir nicht endlich wieder nach Hause fahren?” “Verschwinde endlich.” “Oh”. “Zwei Tage später kamen sie zum Golf von Sankt Lorenz.” “Und bleibt alle schön zusammen. Wir dürfen uns nicht verirren.” “Das ist ja hier wie im Paradies. Stelle dir vor, wenn unser Vieh auf diesen fetten Weiden grast. Das wird ein schönes Leben.” “Ich kann nicht mehr.” “Sie zimmerten sich Wohnhütten. Und ein großes Gemeinschaftshaus zum Überwintern.”
“Es ist Frühling. Lasse uns das Land erkunden.” “Ziehe Leine.” “Oh. Immer auf die Kleinen. Ah. Was ist denn das für ein Kuschelpuschel? Dich kriege ich. Oh. Das stinkt ja eklig. Das riecht ja sogar schauderhaft haft. Chef, von dem Gestank wird mir ganz drieselig.” “Komme bloß nicht näher. Igitt. Gehe dich erst einmal waschen, du Ferkel.” “Meine Güte. Die sind ja riesig.” “Elch-Mäßig groß. Oh.” “Seht euch das an. Nun ratet einmal, was ich da vorne gefunden habe. Rebstöcke wegen Wein. Davon gibt es ganz viele, viele.” “Aus diesem Grund nannte Leif diese Insel Vinland. Land des Weins. Also, man kann sich ja wirklich auf niemanden mehr verlassen. Diese Geschichte mit dem wilden Wein ist absoluter Blödsinn. Dieses Drehbuch ist doch völliger Unfug. Das Wort Vinland ist altnordisch. Und bedeutet Weideland. Weil es so viel Gras und Weideland gab, haben sie es so genannt. Und nicht wegen des wilden Weins. So geht das nicht. Wir fangen noch einmal von vorne an. “Seht euch das an. Nun ratet einmal, was ich da vorne gefunden habe. Nein, das geht ja jetzt nicht mehr. Was mache ich denn da? Ob ich ein bisschen zu viel getrunken habe? Wollt ihr etwa wieder zurückfahren? Na so etwas. Es ging uns doch gut hier, oder? Ihr Entdecker seid einfach nie zufrieden frieden.” “Rege dich ab. Wir werden mit vielen anderen wiederkommen, und uns niederlassen. Und deine Geschichte mit dem Wein könnte uns dabei sehr nützlich sein.” “Ah, der junge Leif ist also genauso pfiffig wie sein Vater. Als Leifs große Familie erfuhr, dass es ein paar Tagesfahrten weiter ein fruchtbares Land mit mildem Klima gab, geschah Folgendes.” “Wir wollen alle mit dir dorthin segeln. Wann kann es losgehen, Leif?” “Mein jüngerer Bruder Thorwald wird mit euch lossegeln. Ich muss mich um meinen kranken Vater Erik kümmern.” “Und so kam Thorwald und seine Mannen ins neue Land. Und dort warteten wieder Abenteuer auf sie.” “Vorwärts.” “Ah, war das eine Rauferei. Mein armer Kopf.” “Und? Gibt es Verwundete? Was ist?” “Nein, nein.” “Wunderbar. Umso besser.” “Das waren doch nur Wilde. Völlig harmlos.” “Ja, aber die konnten ganz schön draufhauen. Mir ist so komisch. Mir geht es überhaupt nicht gut. “Lebe wohl, Thorwald. Sohn des Erik. Mögest du zu Rechten Odins beim großen Gelage in der Walhalla sitzen.” “Klopf, klopf. Euer Schwager, der Kaufmann Thorfin ist gerade aus Island angekommen. “Heiße ihn hier in Grönland willkommen. Und sage ihm, dass ich mich freue, ihn zu sehen.” “Das ist Wein.” “Ja, mein Freund. Schenke ein. So was feines hatten wir schon lange nicht mehr.” “Man könnte doch dieses Vinland besiedeln. Was haltet ihr davon?” “Seit dem Tod meines Vaters habe ich hier soviel zu tun, dass ich nicht weggehen kann. Mein Bruder hat es versucht. Aber er ist in dem neuen Land ums Leben gekommen. Außerdem brauchen wir dafür mehrere Schiffe, Mannen und Vieh. Das übersteigt unsere Möglichkeiten.” “Das verstehe ich nicht, Thorfin. Du bist doch mit zwei gut ausgestatteten Schiffen hergekommen. Ein Mann wie du ist doch wie geschaffen für so ein Abenteuer.” “Ich stelle euch ein drittes Schiff zur Verfügung. Und meine Erfahrung als Jäger. Und dazu kann ich die anderen Männer für den Kampf ausbilden. Ich habe ein Zeugnis in Stein gehauen. Mit meinen Waren könnte man zunächst Tauschhandel mit den Eingeborenen treiben. Und wenn das nicht funktioniert, dann kann man ja ein bisschen nachhelfen. “Ich schlage dir vor, den Winter bei uns zu verbringen. Und wenn es Frühling wird, rüsten wir die Schiffe zur großen Fahrt.” “Gute Idee, Bruderherz. Du hast nur vergessen, dass bei jeder Fahrt aus unserer Familie mit dabei war. Diesmal werde ich euch begleiten.” “Aber nur, wenn er auf dich aufpasst.” “Na los, das geht auch schneller.” “Der erste Winter war sehr mild. Und das Vieh hatte genügend zum Fressen. Doch die Nahrungsmittel für die Menschen waren knapp. Und das schmeckte ihnen gar nicht. Da sie nicht so viel zu essen hatten, blieb Zeit für manche andere Dinge.” “Lasse die Finger von meiner Braut.” “Was heißt denn deine Braut? Ich war vor dir da.” “Ruhig Bleiben bedeutet am Leben bleiben, bleiben.” “Nimm es nicht so schwer, alter Junge.” “Im Frühling knüpften die Siedler erste Kontakte zu den Eingeborenen. Zunächst blühte der Tauschhandel.” “Eines steht fest. Wir müssen unser Lager befestigen. Und dann diese Wilden angreifen. Bevor sie uns eines Tages fertigmachen.” “Ja, aber ohne ihre Hilfe wären wir nicht über den Winter gekommen.” “Und ich sage euch, sie sind gefährlich.” “Sie sind sogar höchst, höchst gefährlich.” “Wir haben immer gute Tauschgeschäfte gemacht. Ich sehe nicht ein, warum wir ausgerechnet jetzt etwas ändern sollten.” “Ihr seid alle verrückt. Komplett verrückt. Ich habe jedenfalls nicht vor, hier noch länger bei diesen Wilden zu bleiben.” “Pscht. Leise.” “Ich bin doch nicht plemplem.” “Thoral segelte zurück mit acht Männern, in Richtung Grönland. Aber ein heftiger Sturm trieb sie ab nach Osten.” “Oh.” “So stießen sie auf Irland.” “Ist das schrecklich.” “Unterdessen geschah auf Vinland Folgendes.” “Wo sind sie denn? Wo können sie nur sein, sein?” “Oh nein, die wollen schon wieder tauschen. Doch wir haben keine Ware. Was sollen wir denn jetzt nur machen?” “Sie greifen an. Auf sie mit Gebrüll.” “Aua. Dein Skalp gehört mir.” “Was ist mit euch los? Lasst ihr euch etwa von denen einschüchtern? Diese Feiglinge. Das nehme ich lieber selbst in die Hand. Auf geht es.” “Thoral hatte völlig recht. Wir hatten einfach zu wenig Leute. Gegen die ziehen wir immer den Kürzeren. Wir sollten besser wieder fahren.” “Komplette Nieten, diese Wikinger.” “Und damit war Schluss mit den Versuchen der Wikinger, das neue Land im Westen zu besiedeln. Trotzdem war es eine tolle Leistung. Gut 500 Jahre vor Christoph Kolumbus, Magellan oder Amerigo Vespucci. Fuhren diese Helden, die aus der Kälte kamen, weiter in den Westen als alle anderen ihrer Zeit. Sie galten bei uns als Barbaren, weil sie unsere Kirchen geplündert haben. Aber während ihrer 300-jährigen Herrschaft waren die Wikinger ein Volk, das nicht zu bremsen war. Als Kaufleute, Abenteurer oder auch als Piraten. Waren sie die kühnsten Entdecker ihrer Zeit.”

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