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Martial übersetzen und interpretieren 07:26 min

Martial übersetzen und interpretieren Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Martial übersetzen und interpretieren kannst du es wiederholen und üben.

  • Bestimme die richtigen Aussagen über Martials Epigramm.

    Tipps

    Es sind genau drei Antwortmöglichkeiten richtig.

    Für Martial gilt parcere personis, dicere de vitiis.

    Die Pointe eines Epigramms bei Martial besteht aus einer überraschenden Wende.

    Lösung

    Martial hat in seinen Epigrammen nie reale Personen erwähnt. Die Personen in seinen Geschichten sind alle fiktiv. Sie sollen jedoch einen speziellen römischen Charakter darstellen. Auf diese Weise konnte Martial Personengruppen oder Verhaltensweisen kritisieren, ohne jemanden persönlich anzugreifen. Dieses Prinzip wird durch Martials Sentenz parcere personis, dicere de vitiis gut wiedergegeben. Maronilla exisierte also nie wirklich.

    Ebenso war Maronilla nicht wunderschön, sondern außergewöhnlich hässlich. Im Epigramm schreibt Martial: Immo foedius nil est. Im Gegenteil, hässlicher ist nichts. Der einzige Grund für Gemellus, diese Frau zu heiraten, ist ihr Vermögen und ihre Krankheit. Schön ist sie nach seinen Angaben nicht.

    Die Pointe des Epigramms ist tussit. Erst an dieser Stelle erfährt der Leser den Grund für die Heiratswünsche von Gemellus. Seine Angebetete ist wohl krank, was man an ihrem Husten erkennen kann. Der einzige Grund für eine Heirat wäre also ein großes Vermögen, das Gemellus erben könnte.

    Das Epigramm soll also auf Erbschleicherei aufmerksam machen, die im alten Rom durchaus stattgefunden hat. Gemellus steht sowohl in diesem Epigramm als auch in anderen für den Missstand in der Gesellschaft.

  • Bestimme die Abschnitte des Epigramms

    Tipps

    Epigramme lassen sich immer in Erzählung, Spannungsaufbau und ironische Wendung einteilen.

    Durch das Polysyndeton wird Spannung erzeugt.

    Die direkten Fragen tragen ebenfalls zur Steigerung der Spannung bei.

    Lösung

    Epigramme sind immer nach einem bestimmten Schema aufgebaut.

    Zunächst erfolgt die kurze Erzählung einer Handlung, einer Tatsache oder eines Ereignisses. In unserem Beispiel ist es die Erklärung, dass Gemellus Maronilla heiraten möchte.

    Anschließend erfolgt der Spannungsaufbau, um das Interesse des Lesers zu wecken. In unserem Epigramm wird die Spannung durch das Stilmittel Polysyndeton verstärkt. Die direkten Fragen tragen ebenfalls zur Steigerung der Spannung bei.

    Schließlich folgt eine Pointe oder eine ironische Wendung. Der Leser wird häufig zum Schmunzeln gebracht. Nicht jede Pointe ist auf Anhieb verständlich. Manchmal muss man erst ein wenig nachdenken, um Martials Aussage zu verstehen. Im Beispielepigramm ist es nur das kurze Wort tussit am Ende des Textes.

    Der Leser wird ab diesem Moment vom Autor alleine gelassen und kann sich seine eigenen Gedanken zu der Aussage bilden.

  • Vervollständige die Übersetzung auf möglichst einfache Weise.

    Tipps

    Wenn du Schwierigkeiten bei der Übersetzung hast, kannst du dir die Videohilfe nochmal ansehen.

    Versuche, möglichst einfach zu übersetzen.

    Lösung

    Gemellus will die Hochzeit mit Marinilla.
    Er wünscht und drängt und bittet und schenkt.
    So schön ist sie? Im Gegenteil, häßlicher ist nichts.
    Was also sucht er bei ihr, was gefällt ihm? Sie hustet.

    So könnte eine Übersetzung aussehen. Sie ist relativ einfach gehalten.

  • Ermittle die Stilmittel in dem Epigramm.

    Tipps

    Eine Alliteration ist ein Stilmittel, bei dem benachbarte Wörter den gleichen Anfangsbuchstaben bzw. den gleichen Anfangslaut haben.

    Ein Asyndeton ist eine unverbundene Aufzählung.

    Bei einer Antithese werden zwei Wörter, Begriffe, Satzteile oder Sätze einander gegenübergestellt, die sich im Sinn widersprechen.

    Lösung

    In diesem Epigramm von Martial solltest du verwendete Stilmittel suchen.

    Bei einem Asyndeton werden Wörter unverbunden, d.h. ohne eine Verbindewort wie et oder -que, aufgezählt. Es kommt gleich zweimal vor:

    • Laudat, amat, cantat
    • pallet, stupet, oscitat
    Martial verwendet dieses Stilmittel gerne für den Spannungsaufbau.

    Eine Alliteration ist ein Stilmittel, bei dem benachbarte Wörter den gleichen Anfangsbuchstaben bzw. den gleichen Anfangslaut haben.

    Wir finden im Epigramm mehrere Alliterationen:

    • nunc nobis
    • me manus
    Schließlich finden wir in dem Epigramm noch Antithesen.

    • Martial redet einerseits von amat, also lieben, andererseits von odit, hassen. placet (gefallen) steht ebenfalls im Widerspruch zu odit.
    • rubet quidam, pallet ist ebenfalls eine Antithese - einerseits errötet er, andererseits wird er blass.
  • Ermittle die richtigen Aussagen über das Epigramm.

    Tipps

    Es sind genau drei Antworten richtig.

    Ein Parallelismus ist die Wiederholung der gleichen Syntax in zwei Sätzen oder Teilsätzen.

    Lösung

    Das Epigramm von Martial (II, 38) handelt von Linus.

    Das lyrische Ich besaß ein Landgut bei Nomentanum. Da es etwas abgelegen war, genoss er dort die Ruhe. Linus erkundet sich bei dem Erzähler, ob sein Land bei Nomentanum Erträge bringt. Die Antwort des Erzählers darauf ist, dass er es am meisten genießt, dass er dort Linus nicht sehen muss.

    Man kann interpretieren, dass die Frage von Linus etwas spöttisch gemeint sein könnte. Linus spielt wohl darauf an, dass Nomentanum weit abgelegen ist und es seiner Meinung nach vielleicht nicht die beste Wahl für ein Landgut darstellt. Das lyrische Ich ist genervt von derartigen Bewertungen seines Landguts und antwortet dementsprechend.

    Es kommt ein Parallelismus in dem Epigramm vor:

    Quid mihi reddat ager quaeris
    Hoc mihi reddit ager:

    Es wiederholt sich nämlich dieselbe Syntax.

    In diesem Epigramm kommt keine Antithese (Gegensätze) vor.

    te, Line, non video ist die Ironische Wende in diesem Epigramm. Martial löst damit die Spannung auf und lässt die am Anfang des Epigramms gestellte Frage beantworten.

  • Bestimme die Abschnitte des Epigramms.

    Tipps

    Martial beginnt in der Regel mit einer Erzählung einer Handlung, Tatsache oder einem Ereignis. Dann folgt ein Spannungsaufbau. Abschließend gibt es eine ironische Wende.

    Lösung

    In diesem Epigramm geht es um Gellia. Die Frau betrauert den Verlust ihres Vaters, allerdings nur in Gegenwart von anderen Menschen. Martial mutmaßt also, dass sie ihren Vater gar nicht wirklich vermisst. Er gibt den Hinweis, dass nur derjenige wirklichen Verlust spürt, der auch ohne Zuschauer weinen kann.

    Du solltest in diesem Epigramm den typischen Aufbau des Epigramms markieren.

    Zunächst beginnt Martial mit der Erzählung von Gellia. Er erzählt, dass sie nur vor Publikum um ihren Vater weint. Wenn sie alleine ist, kommen ihr keine Tränen.

    Anschließend versucht Martial Spannung zu erzeugen, indem er Gellia sagt, dass die Suche nach Mitleid keine echte Trauer ist. Es wird eine Begründung dieser Aussage erwartet, was den Leser dazu motiviert, den zweiten Teil des Satzes zu lesen.

    Zuletzt kommt die Pointe, indem er darstellt, dass nur derjenige Schmerz empfindet, der auch ohne Zeugen leiden kann.