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Städtische Flächennutzung 03:05 min

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Transkript Städtische Flächennutzung

Der städtische Raum ist ein komplexes System, das sich stetig an Veränderungen in Technologie, Kultur und Wissenschaft anpasst. Um zu verstehen, wie er sich entwickelt, muss man seine Strukturen betrachten. Im Jahr 1924 entwickelte Ernest Burgess das erste Modell, mit dem sich die sozialen und wirtschaftlichen Strukturen des städtischen Raums erklären ließen. Sein Modell war sehr einfach und zeigte, wie eine Stadt von einem zentralen Punkt aus in ringförmigen Zonen nach außen wächst. Die teuersten Flächen liegen in der innersten Zone, dem Hauptgeschäftszentrum. Die erste Ringzone steht für das billigste Land. Hier liegen ältere Fabriken und ärmere Wohngebiete. Das ist die Innenstadt. Danach wächst der Wert der Flächen zum Rand des Stadtgebietes hin an. Dort lebt die Mittelklasse in neueren, größeren Häusern. Diese Wohngebiete nennt man Vororte. Im Jahr 1939 entwickelte der Wirtschaftswissenschaftler Homer Hoyt ein neues Stadtmodell. Hoyt ging davon aus, dass sich eine Stadt nicht in Ringzonen, sondern in Sektoren entwickelt, und er berücksichtigte dabei auch landschaftliche Gegebenheiten wie Hügel und Flüsse. Hoyts Modell zeigt auch, wie sich die Industrie entlang von Verkehrswegen ansiedelt, und wie sich kostengünstiger Wohnraum in Industriegebieten entwickelt, sodass Angestellte und Fabrikarbeiter unweit ihrer Arbeitsstätten wohnen können. Diese Modelle lassen sich aber nur auf wirtschaftlich höher entwickelte Länder anwenden. Städte in wirtschaftlich weniger entwickelten Ländern unterscheiden sich davon sehr. Auch sie besitzen ein Hauptgeschäftszentrum. Fabriken, Geschäfte und teure Wohnungen entstehen hier jedoch entlang von Hauptstraßen, die aus der Stadt herausführen. Die ärmsten Gebiete, auch informelle Siedlungen genannt, werden dabei in den Vororten errichtet oder auf Land, das von geringer Qualität oder so abseits gelegen ist, dass es nicht offiziell erschlossen wird, da es zum Beispiel zu steil, verschmutzt oder sumpfig ist. Städtische Strukturen zu verstehen ist wichtig, wenn wir bestehende städtische Siedlungen mit besserer Wohnraumplanung und im Einklang mit der Umwelt zu wirtschaftlich lebensfähigen Städten entwickeln wollen.