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Der Regenwald Ghanas 03:49 min

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Transkript Der Regenwald Ghanas

Interviewer: Im Süden liegt das grüne Ghana. Es ist der Landesteil, den einst immergrüne tropische Regenwälder bedeckten. Sie nahmen ursprünglich 25 Prozent der Landesfläche ein. Durch den Einschlag von Edelhölzern und großflächige Rodungen gingen drei Viertel davon verloren. Die Reste sind heute geschützt. Ganz im Südwesten liegt der Ankasa-Nationalpark. Hier gibt es noch kleinere Flächen wirklich unberührten Urwaldes. Bei Touristen besonders beliebt ist der Kakum-Nationalpark mit dem spektakulären Canopy Walk. Auf sieben Hängebrücken kann man, in bis zu 45 Metern Höhe, zwischen den Urwaldriesen spazieren gehen. Von hier erkennt man den Stockwerkaufbau des Regenwaldes. Oben die Baumriesen, darunter das zweite Stockwerk, das geschlossene Blätterdach, englisch: Canopy. Vom Boden aus verwehrt das Blätterdach den Blick auf die Baumkronen. Dafür sieht man bei einer Wanderung andere Merkmale des Regenwaldes. Lianen, die zum Licht empor klettern, Stelzwurzeln und die beeindruckenden Brettwurzeln. Sie geben den bis 50 Meter hohen Baumriesen einen festen Stand und dienten früher den Sammlern und Jägern sogar als eine Art Urwald Handy, wie ein Ranger erklärt.Ranger: Um die Sammler, die sich verlaufen hatten, wieder zusammenzurufen, ging man zu diesen Bäumen. Man nahm einen dicken Ast und schlug gegen die Brettwurzel. Die Sammler konnten das eine Meile weit hören. So dienten die Brettwurzeln zur Kommunikation.Interviewer: Bunte Früchte geben einen Eindruck von der Artenvielfalt im Regenwald. Und überall rinnt Wasser. Regelmäßige Niederschläge fast das ganze Jahr hindurch und gleichbleibend hohe Temperaturen sind die klimatischen Grundlagen für den tropischen Regenwald. Bis über 2000 Milliliter Regen fällt jährlich im Südwesten Ghanas. Rinnsale durchziehen den Wald und sammeln sich zu Bächen und Flüssen, die ganzjährig Wasser führen. Von den Großtieren in Ghanas Tropenwäldern, den Waldelefanten oder Antilopen, sieht man meist nichts. Dafür umso mehr bunte Schmetterlinge. Am Boden leben Tausendfüßer und zahllose Ameisen, die an der Aufbereitung der toten Biomasse beteiligt sind. Ebenso Bakterien und Pilze, die Destruenten. Sie wandeln abgestorbene Pflanzenmasse in neue Nährstoffe um. So ernährt sich der tropische Regenwald selbst. Wo der ursprüngliche Regenwald gerodet wird, ist er für immer verloren. Denn der Boden selbst ist unfruchtbar. In Hangbereichen, wo die Vegetation völlig zerstört wurde, spülen tropische Starkregen den ungeschützten Oberboden schnell ab. Die eisenreichen Roterden verkrusten unter der glühenden Sonne. Zurück bleibt eine nicht mehr nutzbare harte Oberfläche, die von Erosionsrinnen durchzogen ist.