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Durstiges Land - Namibia 03:18 min

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Transkript Durstiges Land - Namibia

Interviewer: 35 Grad im Schatten, salzverkrustete Böden. Der Sommer in Namibia gehört zu den trockensten der Welt. Süßwasser ist ein Luxusgut. Vor allem Frauen und Kinder müssen es oft in kilometerweit entfernten Wasserstellen holen. Ob an den Brunnen überhaupt Wasser fließt, ist nicht sicher, denn die Ressource kommt von weit her. Eine stabile Wasserversorgung gibt es in Namibia nicht. Nur der Norden des Landes ist durchzogen von einem fast durchgängig offenen, aber mittlerweile maroden Kanalsystem. Es wird versorgt aus dem stets gefüllten Fluss Kunene im benachbarten Angola. Doch bevor das Wasser in Namibia ankommt, ist der größte Teil verdunstet.Harald Zauter: Auswirkungen sind zum einen, dass unsauberes Wasser konsumiert wird, zum anderen aber auch, dass einfach zeitweise das Wasser abgestellt wird.Interviewer: Harald Zauter von der “Deutschen Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe” steht der namibischen Regierung seit zwei Jahren bei der Suche nach Wasservorräten im ganzen Land zur Seite. Im bevölkerungsreichen, aber staubtrockenen Norden zeigt die Karte immer wieder Brunnen, es muss also Grundwasser geben. Mit einem Hubschrauber, an dem eine Sonde befestigt ist, lässt Zauter die ganze Region abfliegen. Von oben sind nur Sand oder Siedlungen zu sehen, doch die Sonde deckt auf, was die Erdkruste verbirgt. Dafür schickt sie elektromagnetische Strahlen in den Boden, die vom Wasser reflektiert werden. Tatsächlich findet die Sonde Wasser. Zauter ordnet eine Bohrung an, um die Sonden Ergebnisse zu überprüfen. Bis zu 12000 Euro kostet das mühsame Unternehmen an einem Ort, zu dem keine asphaltierten Straßen führen. Aber in den Köpfen hat sich seit der schweren Dürre vor ein paar Jahren einiges verändert. Die Suche nach sicheren Wasserquellen ist Staatsziel Nummer Eins in Namibia. Nach Stunden endlich Wasser, aus 60 Metern Tiefe. Noch es ist trüb vom Bohrschlamm und ungenießbar. Doch Harald Zauter kann den Salzgehalt des Wassers schon ungefähr bestimmen. Seine Ergebnisse sind positiv. Eindeutig Süßwasser. Das große Ziel der Wissenschaftler: Ein Wassermanagementplan. So könnte man die Wasserressourcen im ganzen Land genauestens planen.Abraham Nehemia: Meine Hoffnung für die Zukunft ist, dass wir das Wasser so nah zu den Menschen bringen können, dass sie die Zeit zum Wasserholen für produktive Arbeit nutzen können. Damit unsere Enkel nicht mehr so leben müssen wie wir. In einem Land, dass sich einfach nicht weiterentwickelt.Interviewer: Die ersten Schritte sind gemacht. Doch Namibia hat noch einen weiten Weg vor sich, bis der Durst im Land gestillt ist.