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Wasserversorgung in der Sahelzone – Es war einmal unsere Erde (Folge 4) 25:14 min

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Transkript Wasserversorgung in der Sahelzone – Es war einmal unsere Erde (Folge 4)

Papa, du sollst doch das Wasser nicht umsonst laufen lassen. So gehen täglich mindestens 20 Liter verloren, von den in Afrika eine ganze Familie leben könnte. Ja, da, da hast du recht, mein Sohn. Und hier brauchen wir zwei Tasten, eine für drei und für sechs Liter. Und man braucht dafür auch kein Trinkwasser. Es reicht völlig, wenn man dafür das Regenwasser sammelt. Das ist ganz einfach. Hm? Beeil dich, mein Junge. Pierette ist schon weg. Es geht also in die Sahelzone? Ja, dieses Mal sind wir getrennt unterwegs und ich bin in der Gruppe von Maestro. Die anderen fahren andere Länder, wo das Wasser knapp ist. Der Wassermangel war in letzter Zeit ein großes Thema. Hast du denn schon etwas zu diesem Thema gelernt? Pierrot mir sogar schon einiges beigebracht. Mach dich nicht darüber lustig, Papa. Wenn jede zehnte Familie in Frankreich darauf achtgeben würde, Wasser nicht sinnlos verschwenden, könnte man jeden Tag den Verbrauch einer Stadt wie Paris einsparen. Du wirst noch ein richtiger Wissenschaftler, mein Schatz. Mama, über eine Milliarde Menschen auf der Welt haben nicht genug Wasser. Also solltet ihr mich nicht mehr bitten, den Garten zu gießen, außer abends, wenn weniger Wasser verdunstet, und am besten nur noch mit gesammeltem Regenwasser. Und wenn wir schon dabei sind: Wir dürfen die Waschmaschine oder den Geschirrspüler nicht mehr laufen lassen, wenn sie nur halb voll sind, das ist Verschwendung. Und kauft Waschmittel ohne dieses Phosphat, das die Flüsse verschmutzt. Wo bleibst du denn, Pierrot? Ich komme schon, Maestro, ich komme sofort. Bis später. Das hatte ich ganz vergessen: Ich bade nicht mehr, sondern dusche nur noch. Es verbraucht viermal weniger Wasser, und man wird genauso sauber. Wir nähern uns jetzt dem Hochland von Aïr. Es ist eine der trockensten Regionen der Welt. Wenn man bedenkt, dass das hier vor zwei- oder dreitausend Jahren eine von Tieren und Jägern bewohnte grüne Ebene war. Und lange davor war die ganze Sahara von Meer bedeckt. Das ist ja kaum zu glauben. Und wann war das? Das ist gerade mal ein paar hunderte Millionen Jährchen her. Hier verhungern und verdursten die Menschen, obwohl es einen der größten Grundwasserspeicher der Welt gibt. Ein Grundwasser-, was? Und wo soll der sein? Wenn die Tiere flüchten, ist das ein Zeichen dafür, dass ein Sturm aufzieht. Wir müssen anhalten und Schutz suchen. Los, alle aussteigen, beeilt euch. Schutz suchen? Aber wo denn? Jetzt mach schon, damit ich hier raus kann. Und wisst ihr was? Was ihr gerade erlebt habt, war noch gar nichts. Dieser Wind ist in der Lage, Berge von Sand zu bewegen. Er kann sie über 1000 Kilometer weit tragen. Ich bin doch nicht hergekommen, um mich vom Sand auffressen zu lassen. Ach nein? Nein. Ich bin hergekommen, um die großen Massai zu sehen und winzige Pygmäen, und um bei ein paar niedlichen Wildtieren ein bisschen Killekille zu machen. Und was haben wir gesehen? Nichts und wieder nichts außer haufenweise Sand, nur Sand und dabei-. Seht doch mal! Aber wer sind diese Menschen, Maestro? Wo kommen sie her? Nun, finden wir es heraus. Wohin seid ihr unterwegs? Wir ziehen fort. Wir können nicht länger in unserem Dorf leben. Wenn ihr uns begleiten möchtet, dann erzähle ich es euch heute Abend im Lager. Hilfe, Hilfe, eine Schlange, Hilfe! Sie hat mich verfolgt. Solche Tiere kann ich nicht ausstehen. Vor vielen Jahren war unser Dorf noch eine blühende Oase. Es gab Bäume, Weiden, sogar Dattelpalmen. Alles war grün, und das rund um unseren See, der von Quellen gespeist wurde und in dem wir fischen konnten. In der Regenzeit gab es reichlich Wasser und die Hirseernte war üppig. Mein Vater hat mir erzählt, dass sie viele wilde Tiere jagten, Antilopen, Strauße, Hirsche, Giraffen, Elefanten, ja, manchmal sogar Löwen. Selbst zu meiner Zeit war das Wild nicht knapp und auch nicht die Felle, um Kleidung zu machen. Dann, vor ungefähr 20 Jahren, kamen viele Jahre der Dürre, und es kamen der Wind und der Hunger. Unser großer See wurde immer kleiner und verwandelte sich in einen Sumpf. Die Fische schwammen auf dem Rücken und die Tiere, die zum Trinken kamen, verschwanden. Wir konnten nicht mehr jagen. In der Dunkelheit kamen manchmal noch Elefanten, aber sie waren bösartig geworden und zerstörten alles. Dann sind auch sie verschwunden. Es gab kein Gras mehr für die Tiere. Wir haben sie dann mit den Ästen von den Bäumen gefüttert, und dann sind die Bäume ausgetrocknet. Und so wird die Wüste von Jahr zu Jahr immer größer. Was sollten wir machen? Wir haben versucht durchzuhalten. Sollten wir weggehen und die Alten, die Kranken und die kleinen Kinder da lassen? Das kam nicht infrage. Und mit welchen Vorräten? Unsere Frauen mussten jeden Tag mehr Kilometer zu Fuß für weniger Wasser zurücklegen. Unsere Häuser zerfielen. Dann eines Tages brachte man uns Lebensmittel, Wasser, Medikamente. Und sie haben uns gesagt, dass wir im Süden leichtere Lebensbedingungen finden würden. Also beschlossen wir, wegzuziehen. Wir laufen schon seit zehn Tagen. Unsere Vorräte sind aufgebraucht. Ohne euch-. Schon gut, schon gut, wir werden euch helfen. Aber zuerst werde ich mich um eure Kranken kümmern. Kommt mit, Kinder. Ich bin doch nicht hergekommen, um mich durch den Sand zu schleppen. Ja, das wissen wir. Du bist gekommen, um große Massai und winzige Pygmäen zu sehen. Tja, wir nicht. Wir sind hier, um den Menschen zu helfen. Weißt du, du musst uns ja nicht unbedingt begleiten. Du kannst gerne hierbleiben. Haha, sehr witzig. Der Brunnen, der Brunnen! Ja, wir wussten, dass es hier irgendwo in der Nähe einen Brunnen geben sollte. Hier gibt es Wasser, werden sie hierbleiben? Und was glaubst du, wovon sie sich ernähren? Wahrscheinlich vom Sand, der soll ja ganz vorzüglich schmecken. Was machen Sie hier so allein mitten in der Wüste? Und wo wohnen Sie? Die Regierung beschäftigt ihn, um den Brunnen zu bewachen. Das ist eine recht undankbare Arbeit. Man kann sich das kaum vorstellen, aber es vergeht kein Tag, ohne dass sich eine Kamelkarawane oder Wagenkolonne hier versorgt. Aber Migranten wie ihr kommen selten hierher. Seht nur, da vorne ist ein Dorf. Wir sind erfreut, euch helfen zu können, werte Reisende. Trinkt, esst und ruht euch aus. Aber danach müsst ihr wieder aufbrechen. Aber unsere Freunde sind erschöpft. Warum müssen sie wieder aufbrechen? Jetzt ruht euch erstmal aus. Ihr habt das wirklich nötig. Heute Abend nach dem Essen reden wir über alles. Unser Brunnen deckt gerade unseren Bedarf, und wir müssen schon einigen Bewohnern aus der Umgebung helfen, die weniger haben als wir. Wenn ihr bleibt, wäre das nicht mehr möglich. Aber wenn unsere Freunde bleiben dürfen, dann können sie euch helfen, Wasser einzusparen. Danke für euer Angebot, aber ihr seid einfach zu viele, ihr müsst leider weiterziehen. Nach ein paar Tagesmärschen Richtung Süden findet ihr Pflanzen und Wasser. Dort könnt ihr euch dann niederlassen. Wir geben euch, was ihr für die Reise braucht. Ruht euch aus, aber dann müsst ihr wieder gehen. Da! Bitte helfen Sie uns. Nein, nicht, lass ihn los. Du lässt wohl keine Gelegenheit aus, was? Naja, ich habe gedacht, er wäre allein. Ja, einfach vom Himmel gefallen. Hätten Sie diese wunderschöne Löwin wirklich getötet? Aber nein, mein Gewehr verschießt keine Kugeln. Man kann einen Angreifer damit nur betäuben. Hey. Hier muss es Wasser geben. Ja, hier werden wir bleiben. Ja, hier. Ihr werdet sehen, diese Steine werden euch noch sehr nützlich sein. Die Nächte sind kühl, Kinder. Erkältet euch nicht. Wir kommen mit dem Boden nur langsam voran und wir haben nicht mehr viel Wasser. Wir haben kein Werkzeug, und meine Männer sind sehr erschöpft. Daran soll es nicht scheitern, ich werde euch ein paar starke Arme besorgen. Ist Maestro verrückt geworden? Hier ist doch weit und breit keine Menschenseele. Du vergisst, dass unser Maestro ein kleiner Zauberer ist. Ja, so 20 kräftige Kerle mit Werkzeugen, mit denen man ein Brunnen bohren kann. Ja, ja, ja. Ihr habt keine Pressluftbohrmaschine? Bringt einfach alles mit, was ihr habt, und vergesst nicht das Saatgut, den Dünger und das alles. Und ein bisschen Wasser und Medikamente. Morgen kommt alles, was wir brauchen. Wissen Sie, wir haben überall Freunde. Mein Handy. Hallo, hallo? Ja, ganz genau, danke. Ich wollte nur sehen, wie so etwas funktioniert. Wasser! Ja, endlich Wasser! Oh nein, sieh dir die an. Maestro, diese Bäume sind doch nützlich. Kommt mit, Kinder, es gibt noch viel zu tun, bis hier alles funktioniert. Sehen Sie, Häuptling, wenn ihr hier leben wollt, müsst ihr noch ein paar wichtige Dinge lernen. Bitte erklären Sie mir, was Sie meinen. Nun, bei der Bewässerung verschwendet ihr wertvolles Wasser. Nur ein kleiner Teil des Wassers erreicht die Pflanzen. Ihr müsst lernen, sparsamer damit umzugehen. Aber wie? So wie unsere Leute. Aber wie, ohne all diese Dinge? (Lacht.) Ihr könnt einfach ein paar Löcher in diese Behälter bohren. So. Und ihr dürft auch keine Äste mehr abschneiden oder die Bäume fällen. Aber wir brauchen diese Blätter, um die Tiere zu füttern. Und wir brauchen Äste und Holz, um unsere Häuser zu bauen. Baut doch mit getrocknetem Schlamm. Ihr braucht die Bäume. Ihre Wurzeln halten das Regenwasser und die Erde fest und verhindern, dass hier wieder alles zu einer Wüste wird. Und ihr habt viel zu viele Ziegen und Schafe. Aber sie sind unser einziger Reichtum. Aber was nützt der euch, wenn ihr sie nicht füttern könnt? Behaltet nur die, die für euch unentbehrlich sind. So könnt ihr sie und euch besser ernähren. Und bis das Gras gewachsen ist, werden diese Tiere gesünder. Hey, könnten Sie den Leuten sagen, sie sollen ihr Geschäft woanders verrichten? Hier stinkt es nämlich gewaltig. Wir müssen den Brunnen schützen und auch seine Umgebung. Wenn nämlich die Regenzeit kommt, wird das alles in den Boden versickern, genau wie die Exkremente eurer Tiere. Und das verschmutzt euer Trinkwasser und verursacht die meisten Krankheiten. Aber wenn ihr eure ganzen Abfälle sammelt und zusammen mit anderen Abfällen wie trockenen Blättern irgendwo lagert, könnt ihr damit hervorragende Dünger für euren Ackerbau machen. Man kann sich nicht vorstellen, wie schwer das Leben ohne Wasser hier für diese Menschen ist. Und mit so wenig Nahrung. Ja, das kann man sich wirklich kaum vorstellen. Ich habe gelesen, dass man hier 70000 neue Brunnen bohren müsste. 70000? Selbst wenn man 20 am Tag baut, braucht man dafür 100 Jahre. Gratuliere, du Mathegenie. Aber man braucht dann nicht 100, sondern nur zehn Jahre. Na los, gehen wir ihnen helfen, wir sind spät dran. Die dienen gleichzeitig als Windabweiser, halten das Wasser und verhindern die Erosion. Sehr gut. Sehen Sie? Das Regenwasser wird erst die oberen Bepflanzungen bewässern, und wenn es herunterläuft, bewässert es die unteren Ebenen. So geht nichts verloren. Verstehe. Wir werden sparsam mit dem Wasser umgehen und unserem Dorf ein neues Leben geben. Hey, was denn? Schon müde? So kann man den Brunnen vor dem ganzen Schmutz schützen, den die Tieren anschleppen oder den der Wind mit sich trägt. Ja, das sieht schon sehr gut aus. Aber man sollte erst am Abend oder am frühen Morgen gießen, dann verdunstet weniger. Da hast du völlig recht, mein Junge, daran habe ich gar nicht gedacht. Liebe Freunde, da ihr uns bald verlassen müsst, möchte ich euch von ganzem Herzen danken für all die Hilfe, die er geleistet habt. Meine Freunde vom Club und ich freuen uns, dass wir euch in eurem Leben, das nicht einfach ist, helfen konnten und auch helfen konnten, einen Fleck dieser Erde zu schützen, die unser aller Erde ist, aber vor allem die unserer Kinder, unserer Kinder und eurer Kinder. Also, vergesst nicht das Wichtigste: Lasst nie eure Abwässer und euren Müll in euer Trinkwasser gelangen, das würde sonst schwere Krankheiten verursachen. Danke, mein Freund. Ich habe mir gemerkt, dass auch wir unsere Lebensgewohnheiten ändern müssen. Wir dürfen unsere Bäume nicht abbrennen oder fällen und deren Blätter nicht abreißen, sonst verdunstet das Wasser vom Himmel und die Wüste wird wieder siegen. Und baut nur die Nahrungsmittel an, die ihr wirklich unbedingt braucht und die wiederum wenig Wasser brauchen, so wie Hirse, Leinen, Sonnenblumen, Sorghum und Linsen, Erdnüsse, Feigen, Weintrauben. Und ihr werdet sehen: Eines Tages wird euer Dorf wieder ein grünes Paradies werden so, wie ihr es von früher kennt. Aber wie hat die Wüste sich nur so schnell ausbreiten können? Das Klima hat sich geändert, und die Menschen haben sich in ihrer Not nicht immer anpassen können. Und ihr Verhalten hat diese Veränderungen nur noch beschleunigt.