Logarithmus – Definition

In der Mathematik kommt der Logarithmus in der Potenzrechnung vor, also beim Rechnen mit Potenzen. Die Mehrzahl von Logarithmus ist Logarithmen.
Der Logarithmus ist eine Rechenoperation, mit der man den (gesuchten) Exponenten einer bekannten Zahl herausfinden kann. Das Logarithmieren ist damit die Umkehroperation zum Potenzieren.
Was ist der Logarithmus?
Ausgehend von der Rechnung $2^{3} = 2 \cdot 2 \cdot 2 = 8$ können wir uns die Frage stellen:
Mit welcher Zahl muss die Zahl $2$ potenziert werden, damit das Ergebnis $8$ ist?
In der Mathematik schreibt man diese Frage nicht in Worten, sondern in Symbolen:
$\log_2(8) =\,?$
Das Symbol $\log_2$ liest man: Logarithmus zur Basis $2$. Gesucht ist also der Logarithmus von $8$ zur Basis $2$.
Die Antwort auf diese Frage ist $3$, denn wenn wir die Basis $2$ mit dem Exponenten $3$ potenzieren, erhalten wir die Zahl $8$:
$\log_2(8) = 3 ~\Longleftrightarrow~ 2^3=8$
Die Abbildung zeigt noch einmal alle wichtigen Begriffe:

Durch das Logarithmieren erhalten wir den gesuchten Exponenten. Der Wert der Potenz (hier: $8$) wird als Argument der Logarithmusfunktion $\log(x)$ auch Numerus genannt.
Die Logarithmusrechnung ist die Umkehrung der Potenzrechnung:
Das Ergebnis des Potenzierens und die Basis sind dabei gegeben, der Exponent ist gesucht.
„log“ in Mathe – Schreibweise des Logarithmus
Betrachten wir noch ein weiteres Beispiel:
Es gilt: $2^4 = 2 \cdot 2 \cdot 2 \cdot 2 =16$
Die Basis $2$ muss also mit dem Exponenten $4$ potenziert werden, damit $16$ herauskommt.
Die Gleichung $2^x=16$ hat demnach die Lösung $x = 4$.
Diese Lösung können wir mit dem Logarithmus formulieren und berechnen:
$x=\log_2(16)$
Allgemein können wir sagen, dass eine Gleichung $a^x=b$ durch Logarithmieren gelöst werden kann. Wir schreiben die Lösung dann so auf:
$x=\log_a(b)$
Die Lösung $x$ können wir benennen und berechnen als Logarithmus zur Basis $a$ von $b$.
Schauen wir uns noch einmal die Bezeichnungen beim Potenzieren und Logarithmieren an:
- Die Basis $a$ der Potenz $a^x$ ist auch die Basis im Logarithmus $\log_a{b}$.
- Der Exponent $x$ ist die gesuchte Zahl und steht isoliert auf der einen Seite der Logarithmusberechnung $x=\log_a(b)$.
- Der Potenzwert $b$ wird zum Argument des Logarithmus $\log_a(b)$. Er wird auch als Numerus bezeichnet.
Einige Logarithmen mit bestimmten Basen haben spezielle Namen und eigene Formelzeichen, die sich daraus ableiten. So wird der Logarithmus zur Basis $2$ auch Logarithmus dualis (Zweierlogarithmus) genannt und mit $\text{ld}$ abgekürzt. Es gilt also:
$\log_2(b) = \text{ld}(b)$
Kennst du das?
Hast du auch schon einmal versucht, Musik lauter oder leiser zu stellen? Die Lautstärke wird oft in Dezibel gemessen, was eine logarithmische Skala darstellt. Dies bedeutet, dass eine kleine Änderung bei den Dezibelzahlen eine große Änderung in der empfundenen Lautstärke bewirkt. Der Logarithmus hilft dir zu verstehen, wie Lautstärke wahrgenommen wird und warum kleine Anpassungen große Unterschiede machen können.
Logarithmus – Einschränkungen
Betrachten wir noch einmal die allgemeine Definition des Logarithmus:
$a^x = b ~\Longleftrightarrow~ x =\log_a(b)$
Dieser Zusammenhang gilt nur, wenn sowohl $a > 0$ als auch $b > 0$ gegeben ist. Außerdem darf die Basis $a$ nicht $1$ sein, es muss also $a \neq 1$ gelten.
Warum ist das so? Sehen wir uns den theoretischen Fall $a < 0$ anhand eines Beispiels an:
$\log_{-2}(8) = x =\,?$
Um diese Gleichung lösen zu können, müsste es einen Exponenten $x$ geben, der folgende Bedingung erfüllt:
$(-2)^x = 8$
Das ist aber nicht möglich. Ein positiver Potenzwert (hier: $8$) kann nur gebildet werden, wenn die Basis ebenfalls positiv ist. Die Basis $a$ eines Logarithmus muss also positiv sein, weil nur die Potenz einer positiven Zahl auch immer positiv ist.
Ähnlich können wir auch den theoretischem Fall $b < 0$ betrachten:
$\log_{2}(-8) = x =\,?$
Um diese Gleichung lösen zu können, müsste es einen Exponenten $x$ geben, der folgende Bedingung erfüllt:
$2^x = -8$
Das ist wiederum unmöglich. Ein negativer Potenzwert (hier: $-8$) kann nur gebildet werden, wenn die Basis ebenfalls negativ ist. Allerdings ist selbst das nicht allgemein gültig.
Im Fall $(-2)^3 = -8$ würde es zwar klappen, aber beispielsweise im Fall $(-2)^2 = 4$ ist das Ergebnis trotzdem positiv.
Selbst wenn $a$ und $b$ beide negativ wären, könnte man also nur in bestimmten Fällen einen Logarithmus ermitteln. Deshalb wird bei der allgemeinen Formulierung des Logarithmus definiert, dass sowohl $a$ als auch $b$ positiv sein müssen.
Sehen wir uns nun an, was $a = 0$ bedeuten würde:
$\log_{0}(8) = x =\,?$
Um diese Gleichung lösen zu können, müsste es einen Exponenten $x$ geben, der folgende Bedingung erfüllt:
$0^x = 8$
Aber egal welchen Exponenten $x$ wir wählen, $0$ hoch irgendetwas wird immer $0$ ergeben oder nicht definiert sein, niemals aber $8$ oder irgendeine andere von $0$ verschiedene Zahl.
Und wenn $b = 0$ wäre, hätten wir folgenden Fall:
$\log_{2}(0) = x =\,?$
Um diese Gleichung lösen zu können, müsste es einen Exponenten $x$ geben, der folgende Bedingung erfüllt:
$2^x = 0$
Aus einer positiven Basis (hier: $2$) folgt aber immer ein positiver Potenzwert. Der Potenzwert $0$ wird für keinen möglichen Wert von $x$ angenommen.
Wie oft müsste man $2$ mit sich selbst multiplizieren, damit $0$ herauskommt? Auf diese Frage gibt es keine sinnvolle Antwort.
Fehleralarm
Ein häufiger Fehler ist, zu glauben, dass der Logarithmus von 0 definiert ist. Tatsächlich nähert sich der Logarithmus von 0 unendlich.
Und auch wenn sowohl $a$ als auch $b$ gleich $0$ wären, könnte man keinen sinnvollen Logarithmus bestimmen:
$\log_{0}(0) = x =\,?$
Denn um diese Gleichung lösen zu können, müsste es einen Exponenten $x$ geben, der folgende Bedingung erfüllt:
$0^x = 0$
Wie oft müsste man $0$ mit sich selbst multiplizieren, damit $0$ herauskommt? Es gibt unendlich viele Exponenten, die diese Bedingungen erfüllen, da $0$ mit sich selbst multipliziert immer $0$ ergibt, egal wie oft. Also ist keine eindeutige Bestimmung des Logarithmus möglich.
Diese Betrachtungen verdeutlichen, dass $a > 0$ und $b > 0$ gelten müssen, um den Logarithmus sinnvoll definieren zu können.
Außerdem haben wir schon erwähnt, dass die Basis $a$ nicht gleich $1$ sein darf. Denn wenn $a = 1$ wäre, hätten wir beispielsweise folgenden Fall:
$\log_{1}(2) = x =\,?$
Es müsste also einen Exponenten $x$ geben, der folgende Bedingung erfüllt:
$1^x = 2$
Aber $1$ hoch irgendetwas ist immer gleich $1$, denn die $1$ mit sich selbst multipliziert ergibt immer $1$, egal wie oft. Nur für den Spezialfall $b = 1$ wäre ein Logarithmus zur Basis $a = 1$ also überhaupt widerspruchsfrei formulierbar. In diesem Fall gäbe es allerdings unendlich viele Lösungen für $x$, also auch kein sinnvolles Ergebnis.
Der Logarithmus für den Fall $b = 1$ ist definiert, solange $a > 0$ und $a \neq 1$ gelten. Es handelt sich allerdings gewissermaßen um einen Spezialfall. Das sehen wir an folgendem Beispiel:
$\log_{2}(1) = x =\,?$
Die Lösung dieser Gleichung muss einen Exponenten $x$ liefern, der folgende Bedingung erfüllt:
$2^x = 1$
Die Lösung ist $x = 0$, denn $2^0 = 1$.
In der Tat ist (gemäß den Potenzgesetzen) jede beliebige Basis $a$ hoch $0$ gleich $1$, d. h. es gilt $a^0 =1$ für alle reellen Zahlen $a$.
Der Logarithmus zu einer beliebigen Basis $a$ ist also immer gleich $0$ für den Fall $b = 1$:
$\log_{a}(1) = 0$
Wir haben schon erwähnt, dass einige Logarithmen mit bestimmten Basen eigene Schreibweisen haben. Diese sehen wir uns im folgenden Abschnitt genauer an.
Spezielle Logarithmen
Es gibt einige spezielle Logarithmen. Das sind Logarithmen, die sich auf ganz bestimmte Basen beziehen. Diese spielen in der Mathematik (und in vielen Anwendungen) eine ganz besondere Rolle.
Logarithmus dualis
Den Logarithmus dualis, den sogenannten Zweierlogarithmus, haben wir weiter oben schon erwähnt. Es ist der Logarithmus zur Basis $2$, abgekürzt $\text{ld}$. Es gilt also:
$\log_2(b) = \text{ld}(b) \quad , \quad b > 0$
bzw.
$2^x = b ~\Longleftrightarrow~ x = \text{ld}(b) \quad , \quad b > 0$
Beispiel:
$2^x = 8 ~\Longleftrightarrow~ x = \text{ld}(8) = 3$
Für $b = 1$ gilt $x = 0$ und für $b = 2$ gilt $x = 1$:
- $\text{ld}(1) = 0$
- $\text{ld}(2) = 1$
In manchen Zusammenhängen wir der Zweierlogarithmus auch binärer Logarithmus genannt und entsprechend mit $\text{lb}$ abgekürzt, statt mit $\text{ld}$.
Dekadischer Logarithmus
Der Logarithmus zur Basis $10$ ist der dekadische Logarithmus, auch Zehnerlogarithmus genannt. Er wird mit $\log$ abgekürzt, es wird also einfach die Angabe der Basis weggelassen. Manchmal wird auch $\lg$ geschrieben. Es gilt also:
$\log_{10}(b) = \log(b) = \lg(10) \quad , \quad b > 0$
bzw.
$10^x = b ~\Longleftrightarrow~ x = \lg(b) \quad , \quad b > 0$
Beispiel:
$10^x = 10\,000 ~\Longleftrightarrow~ x = \lg(10\,000) = 4$
In diesem Beispiel ist schön zu erkennen, dass der Wert des dekadischen Logarithmus genau der Anzahl der Nullen der entsprechenden Zehnerpotenz entspricht: Der Potenzwert $10\,000$ hat vier Nullen.
Für $b = 1$ gilt $x = 0$, denn der Potenzwert $1$ hat keine Nullen. Für $b = 10$ gilt $x = 1$, denn der Potenzwert $10$ hat genau eine Null:
- $\log(1) = \lg(1) = 0$
- $\log(10) = \lg(10) = 1$
Der Zehnerlogarithmus wird deutlich häufiger verwendet als der Zweierlogarithmus. Bei vielen verschiedenen technischen Anwendungen wird er für Berechnungen und Auswertungen benötigt. Deshalb ist er auch auf den meisten Taschenrechnern zu finden – üblicherweise als $\text{LOG}$‑Taste.
Wusstest du schon?
Die Richterskala, die zur Messung der Stärke von Erdbeben verwendet wird, basiert auf dem dekadischen Logarithmus. Ein Erdbeben der Stärke 5 ist 10-mal stärker als ein Erdbeben der Stärke 4. Also, ein kleines Plus eins auf der Richterskala bedeutet eine ganze Menge mehr Erschütterung!
Logarithmus naturalis
Der logarithmus naturalis, auch natürlicher Logarithmus genannt, ist der Logarithmus zur Basis $e$. Die Zahl $e$ ist eine irrationale Zahl, die sogenannte eulersche Zahl. Es gilt $e \approx 2{,}71828$.
Das scheint auf den ersten Blick ein ziemlich willkürlicher Wert zu sein – das ist aber keineswegs der Fall! Die Zahl $e$ ist neben der Kreiszahl $\pi$ eine der wichtigsten Konstanten in der Mathematik. Mithilfe der natürlichen Exponentialfunktion $e^x$ wird exponentielles Wachstum beschrieben, das in der Natur und auch in vielen technischen Anwendungen eine fundamentale Rolle spielt.
Der natürliche Logarithmus stellt die Umkehrfunktion der natürlichen Exponentialfunktion dar. Er wird mit $\ln$ abgekürzt. Es gilt also:
$\log_e(b) = \ln(b) \quad , \quad b > 0$
bzw.
$e^x = b ~\Longleftrightarrow~ x = \ln(b) \quad , \quad b > 0$
Beispiel:
$e^x \approx 20{,}1 ~\Leftrightarrow~ x \approx \ln(20{,}1) \approx 3$
Für $b = 1$ gilt $x = 0$ und für $b = e$ gilt $x = 1$:
- $\ln(1) = 0$
- $\ln(e) = 1$
Als Umkehrfunktion der natürlichen Exponentialfunktion $e^x$ können wir für den natürlichen Logarithmus $\ln(x)$ folgendes festhalten:
$\ln \left(e^x \right) = x \quad$ bzw. $\quad e^{\ln(x)} = x$
Aufgrund seiner großen mathematischen Bedeutung hat auch der natürliche Logarithmus eine eigene Taste auf den meisten Taschenrechnern – die $\text{LN}$‑Taste.
Logarithmusgesetze
Das Rechnen mit Logarithmen kann schnell kompliziert werden, insbesondere wenn man keinen Taschenrechner zur Hand hat. Tauchen mehrere Logarithmen in einer Gleichung oder einem Term auf, können oft Logarithmusgesetze angewendet werden. Das sind besondere Rechenregeln, die für jede beliebige Basis $a$ eines Logarithmus und damit auch für die oben genannten speziellen Logarithmen gelten. Wir können drei verschiedene Logarithmusgesetze unterscheiden:
1. Logarithmusgesetz
Das 1. Logarithmusgesetz ist auch als Produktregel bekannt. Mithilfe dieser Rechenregel können Summen von Logarithmen in Produkte umgewandelt werden und umgekehrt. Das geht allerdings nur, wenn die Logarithmen die gleiche Basis $a$ haben. Dann gilt:
$\log_a( u \cdot v)= \log_a(u) + \log_a(v)$
Ein Argument bzw. ein Numerus $b$, der ein Produkt zweier Zahlen $u$ und $v$ ist (oder sich als solches schreiben lässt), kann also in eine Summer der Logarithmen $\log_a(u)$ und $\log_a(v)$ umgewandelt werden, wobei die Basis $a$ in allen Logarithmen gleich sein muss.
Umgekehrt kann eine entsprechende Summe zweier Logarithmen zu einem einzigen Logarithmus (zur gleichen Basis) zusammengefasst werden, in dem das Produkt der beiden Argumente gebildet wird.
Beispiele:
$\log_3(27) = \log_3(3 \cdot 9) = \log_3(3) + \log_3(9) = 1 + 2 = 3$
$ \log_3(6) + \log_3(1{,}5) = \log_4(6 \cdot 1{,}5) = \log_3(9) = 2$
2. Logarithmusgesetz
Das 2. Logarithmusgesetz ist auch als Quotientenregel bekannt. Mithilfe dieser Rechenregel können Differenzen von Logarithmen in Quotienten umgewandelt werden und umgekehrt. Das geht allerdings auch hier nur, wenn die Logarithmen die gleiche Basis $a$ haben. Dann gilt:
$\log_a \left(\dfrac{u}{v} \right) = \log_a(u : v) = \log_a(u) - \log_a(v)$
Ein Argument bzw. ein Numerus $b$, der ein Quotient zweier Zahlen $u$ und $v$ ist (oder sich als solcher schreiben lässt), kann demnach in eine Differenz der Logarithmen $\log_a(u)$ und $\log_a(v)$ umgewandelt werden, wobei die Basis $a$ in allen Logarithmen gleich sein muss. Umgekehrt kann eine entsprechende Differenz zweier Logarithmen zu einem einzigen Logarithmus (zur gleichen Basis) zusammengefasst werden, in dem der Quotient der beiden Argumente gebildet wird.
Beispiel:
$\log_{10} \left(\dfrac{1}{100}\right) = \log_{10}(1 : 100) = \log_{10}(1) - \log_{10}(100) = 0 - 2 = -2$
$ \log_5(125) - \log_5(25) = \log_5(125 : 25) = \log_5\left(\dfrac{125}{25}\right) = \log_5(5) = 1$
3. Logarithmusgesetz
Das 3. Logarithmusgesetz ist auch als Potenzregel bekannt. Diese Rechenregel kann angewendet werden, wenn das Argument des Logarithmus eine Potenz ist (oder als solche dargestellt werden kann). Es gilt:
$\log_a\left(u^m\right) = m \cdot \log_a(u)$
Liegt das Argument bzw. der Numerus $b$ in Form einer Potenz $u^m$ vor, kann der Exponent $m$ dieser Potenz als Faktor vor den Logarithmus gezogen werden. Die Basis $u$ der Potenz bleibt dabei im Logarithmus stehen. Umgekehrt kann ein Faktor vor einem Logarithmus als Exponent in den Logarithmus aufgenommen werden.
Beispiele:
$\log_3(81) = \log_3\left(9^2\right) = 2 \cdot \log_3(9) = 2 \cdot 2 = 4$
$3 \cdot \log_{125}(5) = \log_{125}\left(5^3\right) = \log_{125}(125) = 1$
Mit der Anwendung der Potenzregel lässt sich außerdem die Darstellung der natürlichen Logarithmusfunktion $\ln(x)$ als Umkehrfunktion der natürlichen Exponentialfunktion $e^x$ zeigen:
$\ln \left(e^x \right) = x \cdot \ln{e} = x \cdot 1 = x$
Zudem gilt das 3. Logarithmusgesetz auch für Wurzeln, da jede Wurzel bekanntlich auch als Potenz mit rationalem Exponenten geschrieben werden kann:
$\sqrt[n]{u^m} = u^{\frac{m}{n}} \quad , \quad n \neq 0$
Damit gilt:
$\log_a \left(\sqrt[n]{u^m}\right) = \log_a \left(u^{\frac{m}{n}} \right) = \frac{m}{n} \cdot \log_a(u)$
Beispiele:
$\log_3 \left(\sqrt[3]{81}\right) = \log_3 \left(\sqrt[3]{9^2}\right) = \log_3 \left(9^{\frac{2}{3}}\right) = \frac{2}{3} \cdot \log_3(9) = \frac{2}{3} \cdot 2 = \frac{4}{3}$
$\frac{2}{3} \cdot \log_{4}(8) = \log_{4}\left(8^{\frac{2}{3}}\right) = \log_{4}\left(\sqrt[3]{8^2}\right) = \log_{4}\left(\sqrt[3]{64}\right) = \log_{4}(4) = 1$
Fassen wir die drei Logarithmusgesetze noch einmal zusammen:
1. Logarithmusgesetz: $\log_a( u \cdot v)= \log_a(u) + \log_a(v)$
2. Logarithmusgesetz: $\log_a \left(\dfrac{u}{v} \right) = \log_a(u) - \log_a(v)$
3. Logarithmusgesetz: $\log_a \left(u^m\right) = m \cdot \log_a(u)$
Lösen einer Exponentialgleichung mithilfe des Logarithmus
Das 3. Logarithmusgesetz ist besonders nützlich, um Exponentialgleichungen zu lösen. Das sind Gleichungen, bei denen die Variable $x$ im Exponenten steht. Sehen wir uns ein Beispiel an:
$3^x = 32$
Wie lässt sich diese Exponentialgleichung nach $x$ auflösen?
Wir wenden einen Trick an: Wir logarithmieren beide Seiten der Gleichung.
$\log \left(3^x \right) = \log(32)$
Solange wir auf beiden Seiten die gleiche Rechenoperation durchführen, ist es gar nicht so wichtig, welchen Logarithmus wir wählen. In unserem Beispiel haben wir links und rechts den Zehnerlogarithmus gewählt, also den Logarithmus zur Basis $10$.
Nun können wir das 3. Logarithmengesetz anwenden: Wir ziehen den Exponenten im (linken) Logarithmus als Faktor nach vorne.
$x \cdot \log(3) = \log(32)$
Jetzt können wir beide Seiten durch $\log(3)$ teilen und die Rechnung in den Taschenrechner eingeben. Damit erhalten wir folgendes Ergebnis:
$x \cdot \dfrac{\cancel{\log(3)}}{\cancel{\log(3)}} = \dfrac{\log(32)}{\log(3)}$
$x = \dfrac{\log(32)}{\log(3)} = \dfrac{1{,}51}{0{,}48} \approx 3{,}15$
Die Lösung der Exponentialgleichung lautet also $x \approx 3{,}15$.
Hätten wir stattdessen mit dem Logarithmus naturalis gerechnet und entsprechend $\frac{\ln(32)}{\ln(3)}$ gebildet, wären wir auf das gleiche Ergebnis gekommen. Rechne das gerne mal nach!
Wenn du bei einer Exponentialgleichung beide Seiten logarithmierst, kannst du die Gleichung anschließend oft mithilfe des 3. Logarithmusgesetzes lösen.
Logarithmus auflösen mithilfe einer Exponentialfunktion
Wie kann eine Gleichung aufgelöst werden, bei der die Variable $x$ in einem Logarithmus steht? Das klappt mithilfe einer passenden Exponentialfunktion. Sehen wir uns auch hier ein Beispiel an:
$\log(x) = -2$
Wir wollen den Zusammenhang nutzen, dass das Logarithmieren die Umkehrung des Potenzierens ist. Demnach müssen wir beide Seiten der Gleichung zu einer Potenz umformen.
Da wir hier eine Funktion des Zehnerlogarithmus $\log(x)$ gegeben haben, schreiben wir beide Seiten der Gleichung als Potenz mit der Basis $10$:
$10^{\log(x)} = 10^{-2}$
Da die Exponentialfunktion $10^x$ und die Logarithmusfunktion $\log(x)$ Umkehrfunktionen zueinander sind, gilt $10^{\log(x)} = x$ und damit:
$10^{\log(x)} = x = 10^{-2}$
Die gesuchte Lösung lautet also $x = 10^{-2} = 0{,}01$.
In ganz ähnlicher Weise können wir auch Logarithmen zu anderen Basen auflösen, zum Beispiel den Logarithmus naturalis, wie in folgender Gleichung:
$3 \cdot \ln(x) = 4$
Hierfür nutzen wir die Umkehrfunktion von $\ln(x)$, also die natürliche Exponentialfunktion $e^x$, und wenden diese auf beide Seiten der Gleichung an:
$e^{3 \cdot \ln(x)} = e^4$
$\left( e^{\ln(x)} \right)^3 = e^4$
Mit $e^{\ln(x)} = x$ folgt dann:
$(x)^3 = e^4$
$x = \sqrt[3]{e^4} \approx 3{,}79$
Die gesuchte Lösung lautet also $x \approx 3{,}79$.
Wenn in einer Gleichung die Variable $x$ in einem Logarithmus steht, kannst du beide Seiten der Gleichung zu einer Potenz umwandeln, die der Umkehrfunktion des jeweiligen Logarithmus entspricht. So kannst du den Logarithmus in der Regel auflösen.
Logarithmus ableiten
Die Ableitung der natürlich Logarithmusfunktion $\ln(x)$ lautet $\dfrac{1}{x}$. Das heißt, es gilt:
$f(x) = \ln(x) \quad \Longleftrightarrow \quad f^{\prime} = \dfrac{1}{x} \quad$ für $\quad x \neq 0$
Ableitungen anderer Logarithmusfunktionen können mithilfe der Rechenregeln der Logarithmusgesetze bestimmt werden. Dabei ist es manchmal notwendig, einen Basiswechsel durchzuführen. Wie das geht, sehen wir uns weiter unten an.
Logarithmus berechnen – Beispiele

Sehen wir uns nun ein paar Beispiele für das Rechnen mit dem Logarithmus an. Zuerst noch einmal zu Schreibweise:
Wenn du dich beispielsweise fragst, mit welchem Exponenten du die Zahl $7$ potenzieren musst, damit das Ergebnis $49$ ist, so kannst du die Frage in Symbolen so aufschreiben:
$\log_{7}(49) =\,?$
In diesem Beispiel steht die $7$ als tiefgestellter Index an dem Logarithmussymbol, denn die Basis der Potenzrechnung ist hier $7$. Gesucht ist der Exponent. Das Ergebnis des Potenzierens ist vorgegeben: $49$
Wenn du dich aus dem Einmaleins erinnerst, dass $7 \cdot 7 = 7^{2} = 49$ ist, dann kannst du die Antwort auf die Frage so aufschreiben:
$\log_7(49) = 2 \quad$, denn $\quad 7^2 = 49$
Der Logarithmus ist also die Antwort auf die Frage nach dem passenden Exponenten. In unserem Beispiel ist das die Zahl $2$. Die Basis $7$ und das Ergebnis des Potenzierens $\left(49 \right)$ waren vorgegeben.
Nun zu einem typischen Alltagsbeispiel für die Anwendung des Logarithmus:
Paul legt $1\,000\,€$ zu einem jährlichen Zinssatz von $3{,}5\,\%$ an. Mit der Zinsrechnung können wir Pauls Kapital $K_n$ nach $n$ Jahren berechnen:
$K_n=1\,000 \cdot \left( 1+\frac{3{,}5}{100} \right)^n = 1\,000 \cdot 1{,}035^n$
Paul möchte nun wissen, wie lange er sein Kapital anlegen muss, damit er genau $1\,675\,€$ hat. Dafür muss er muss die folgende Gleichung lösen:
$1\,675 = 1\,000 \cdot 1{,}035^n$
Die unbekannte Größe $n$ steht im Exponenten, es handelt sich also um eine Exponentialgleichung. Das heißt, wir benötigen zum Lösen der Gleichung den Logarithmus.
Zunächst vereinfachen wir die Gleichung, indem wir beide Seiten durch $1000$ dividieren:
$1\,675 = 1\,000 \cdot 1{,}035^n \quad \big\vert ~: 1\,000$
$1{,}675=1{,}035^n$
Nun wenden wir auf beiden Seiten der Gleichung den Zehnerlogarithmus $\left( \log \right)$ an. Die Lösung der Gleichung ändert sich dadurch nicht – genau wie bei anderen Äquivalenzumformungen:
$\log(1{,}675) = \log(1{,}035^n)$
Jetzt können wir das 3. Logarithmengesetz anwenden und den Exponenten $n$ als Faktor nach vorne ziehen:
$\log(1{,}675) = n \cdot \log(1{,}035)$
Wenn wir nun beide Seiten der Gleichung durch $\log(1{,}035)$ teilen, können wir eine Lösung für $n$ berechnen:
$\log(1{,}675) = n \cdot \log(1{,}035) \quad \big\vert ~: \log(1{,}035)$
$\dfrac{\log(1{,}675)}{\log(1{,}035)} = \dfrac{\cancel{\log(1{,}035)}}{\cancel{\log(1{,}035)}} \cdot n$
$n = \dfrac{\log(1{,}675)}{\log(1{,}035)} \approx 15$
Das bedeutet, dass Pauls Geldbestand nach ungefähr $15$ Jahren auf $1\,675\,€$ angewachsen sein wird, wenn er mit $1\,000\,€$ startet.
Logarithmus – Basiswechsel
Manchmal ist es notwendig oder zumindest hilfreich, einen Logarithmus zu einer bestimmten Basis in einen Logarithmus zu einer anderen Bases umzurechnen – meist deshalb, weil die Logarithmusgesetze nur für Logarithmen mit gleicher Basis anwendbar sind.
Betrachtest du einen Logarithmus zu einer bestimmten Basis, so kannst du diesen Logarithmus zu einer anderen Basis umformen.
Der Logarithmus zu einer allgemeinen Basis $a_1$ lässt sich mit folgender Formel zu einem Logarithmus zur Basis $a_2$ umformen:
$\log_{a_1}(b) = \dfrac{\log_{a_2}(b)}{\log_{a_2}(a_1)}$
Dieses Vorgehen nennt man Basiswechsel oder auch Basistransformation.
Sehen wir uns dazu ein Beispiel an:
Angenommen, wir möchten den $\log_{9}(27)$, also einen Logarithmus zur Basis $a_1 = 9$, in einen entsprechenden Logarithmus zur Basis $a_2 = 3$ umformen.
Wir setzen also in die Formel ein:
$\log_{9}(27) = \dfrac{\log_{3}(27)}{\log_{3}(9)}$
Hier können wir leicht erkennen, dass der Logarithmus $\log_{3}(9) = 2$ ist, denn es gilt $3^2 = 9$.
Wir können also vereinfachen:
$\log_{9}(27) = \dfrac{1}{2} \cdot \log_{3}(27)$
Wenn wir jetzt noch erkennen, dass $3^3 = 27$ ist und folglich $\log_{3}(27) = 3$ sein muss, können wir auch den Wert des ursprünglichen Logarithmus berechnen:
$\log_{9}(27) = \dfrac{1}{2} \cdot 3 = \dfrac{3}{2}$
Zur Probe setzen wir dieses Ergebnis als Exponenten der Basis $9$ ein:
$9^\frac{3}{2} = 27$
Das Ergebnis passt zur Formulierung des Logarithmus. Folglich stellt der Term $\frac{1}{2} \cdot \log_{3}(27)$ einen korrekten Basiswechsel des Logarithmus $\log_{9}(27)$ dar.
Ausblick – das lernst du nach Logarithmus – Definition
Als nächstes erwartet dich eine Vertiefung der Logarithmusgesetze. Zudem helfen dir die Themen Logarithmusgleichungen und Exponentialgleichungen dabei, deinen Umgang mit dem Logarithmus zu verbessern.
Zusammenfassung – Logarithmus
- Mit dem Logarithmus kann der Exponent $x$ einer Potenz $a^x$ mit gegebener Basis $a$ und gegebenem Numerus $b$ berechnet werden:
$\log_a{b} = x ~\Longleftrightarrow~ a^x = b$
Man spricht vom Logarithmus von $b$ zur Basis $a$.
- Sowohl $a$ als auch $b$ müssen größer als $0$ sein.
Außerdem muss $a \neq 1$ gelten.
- Das Logarithmieren ist die Umkehrung des Potenzierens. Der Logarithmus naturalis $\ln(x)$ ist die Umkehrfunktion der natürlichen Exponentialfunktion $e^x$.
- Mithilfe der Logarithmusgesetze kann mit Logarithmen gerechnet und diese vereinfacht werden. Insbesondere das 3. Logarithmusgesetz ist nützlich, um Exponentialgleichungen zu lösen.
- Ein Basiswechsel eines Logarithmus von einer Basis $a_1$ zu einer Basis $a_2$ ist mit folgender Formel möglich:
$\log_{a_1}(b) = \dfrac{\log_{a_2}(b)}{\log_{a_2}(a_1)}$
Logarithmus – Aufgaben
Hier kannst du den Umgang mit dem Logarithmus noch anhand einiger Beispielaufgaben üben. Versuche es erst selbst und sieh dir dann die Lösungen an!
Berechne den Logarithmus $\log_4(64) = x$.
Es gilt: $\log_4(64) = x ~\Longleftrightarrow~ 4^x = 64$
Wir müssen also herausfinden, wie oft man die Basis $4$ mit sich selbst multiplizieren muss, um den Potenzwert (bzw. den Numerus) $64$ zu erhalten.
Es gilt $4 \cdot 4 = 16$ und $4 \cdot 16 = 64$. Demnach ist $4 \cdot 4 \cdot 4 = 16$, die Lösung muss also $x = 3$ lauten:
$\log_4(64) = 3 $
Berechne den Logarithmus $\log_6(216) = x$. Vereinfache mithilfe des ersten Logarithmusgesetzes.
Es gilt: $\log_6(216) = x ~\Longleftrightarrow~ 6^x = 216$
Hier ist nicht leicht zu erkennen, wie oft man die Basis $6$ mit sich selbst multiplizieren muss, damit $216$ herauskommt. Deshalb versuchen wir, den Potenzwert einmal durch die Basis zu teilen:
$216 : 6 = 36$
Die Rechnung geht auf. Wir können also den Logarithmus mithilfe einer kleinen Faktorisierung vereinfachen:
$\log_6(216) = \log_6(36 \cdot 6)$
Mithilfe des 1. Logarithmusgesetzes können wir nun weiter vereinfachen und den Logarithmus berechnen:
$\log_6(36 \cdot 6) = \log_6(36) + \log_6(6) = 2 + 1 = 3$
Das passt, denn $6^3 = = 6 \cdot 6 \cdot 6 = 216$.
Berechne den Logarithmus $\log_4(8) = x$. Vereinfache mithilfe des zweiten Logarithmusgesetzes.
Es gilt: $\log_4(8) = x ~\Longleftrightarrow~ 4^x = 8$
Auch in diesem Fall ist nicht leicht zu erkennen, welcher Exponent gewählt werden muss, damit $8$ herauskommt. Deshalb versuchen wir, den Numerus $8$ so zu erweitern, dass er durch Potenzen von $4$ ausgedrückt werden kann:
$8 = \dfrac{8 \cdot 2}{2} = \dfrac{16}{2}$
Wir wissen, dass $16 = 4^2$ und $2 = \sqrt{4} = 4^{\frac{1}{2}}$ ist, also nutzen wir das 2. Logarithmusgesetz und schreiben:
$\log_4(8) = \log_4 \left( \dfrac{16}{2} \right) = \log_4(16) - \log_4(2) = 2 - \frac{1}{2} = \frac{3}{2} = 1{,}5$
Anmerkung:
Wir hätten die Aufgabe sicher auch mithilfe des 1. Logarithmusgesetzes lösen können. Aber die Vorgabe war ja, das 2. Logarithmusgesetz anzuwenden.
Löse die Exponentialgleichung $3 \cdot 4^x = 123$ mithilfe des dritten Logarithmusgesetzes.
Zuerst logarithmieren wir beide Seiten der Gleichung mit dem Logarithmus naturalis:
$3 \cdot 4^x = 123$
$\ln \left( 3 \cdot 4^x \right) = \ln(123)$
Nun wenden wir das 1. Logarithmusgesetz an, um die linke Seite zu vereinfachen:
$\ln(3 \cdot 4^x) = \ln(123)$
$\ln(3) + \ln \left(4^x \right) = \ln(123)$
Als Nächstes bringen wir $\ln(3)$ nach rechts und vereinfachen diese Seite mithilfe des 2. Logarithmusgesetzes:
$\ln(3) + \ln \left(4^x \right) = \ln(123) \quad \big\vert ~-\ln(3)$
$\ln \left(4^x \right) = \ln(123) - \ln(3)$
$\ln \left(4^x \right) = \ln \left( \dfrac{123}{3} \right)$
$\ln \left(4^x \right) = \ln(41)$
Nun wenden wir endlich das 3. Logarithmusgesetz an – wir ziehen den Exponenten $x$ als Faktor nach vorne:
$\ln \left(4^x \right) = \ln(41)$
$x \cdot \ln(4) = \ln(41)$
Jetzt können wir vereinfachen und berechnen:
$x \cdot \ln(4) = \ln(41) \quad \big\vert ~: \ln(4)$
$x = \dfrac{\ln(41)}{\ln(4)} \approx 2{,}68$
Da wir den Logarithmus naturalis leicht mit dem Taschenrechner berechnen können, ist es sinnvoll, mit diesem (oder mit dem Zehnerlogarithmus) zu logarithmieren. Prinzipiell wäre aber auch jeder andere Logarithmus möglich gewesen.
Für einen Basiswechsel durch: Wandle den Logarithmus $\log_4(7)$ zu einem Logarithmus zur Basis $2$ um.
Ein Basiswechsel kann mithilfe folgender Formel durchgeführt werden:
$\log_{a_1}(b) = \dfrac{\log_{a_2}(b)}{\log_{a_2}(a_1)}$
In unserem Fall sind $a_1 = 4$ und $a_2 = 2$, außerdem ist $b = 7$. Wir setzen also ein:
$\log_{4}(7) = \dfrac{\log_{2}(7)}{\log_{2}(4)}$
Mit $\log_{2}(4) = 2$ können wir den Basiswechsel weiter vereinfachen:
$\log_{4}(7) = \dfrac{\log_{2}(7)}{\log_{2}(4)} = \dfrac{\log_{2}(7)}{2} = \frac{1}{2} \cdot \log_{2}(7)$
Ergänzung:
Wir können mithilfe des 3. Logarithmusgesetzes und der Potenzgesetze zeigen, dass die Formel für den Basiswechsel tatsächlich korrekt ist. Es gilt:
$\frac{1}{2} \cdot \log_{2}(7) = \log_{2} \left( 7\frac{1}{2} \right)$
Der Logarithmus $\log_{2} \left( 7\frac{1}{2} \right)$ bedeutet, dass folgende Gleichung erfüllt sein muss:
$2^x = 7^{\frac{1}{2}}$
Wenn wir beide Seiten dieser Gleichung quadrieren, erhalten wir:
$\left( 2^x \right)^2 = \left( 7^{\frac{1}{2}} \right)^2 = 7$
Auf der linken Seite können wir nun unter Anwendung der Potenzgesetze die beiden Exponenten vertauschen:
$\left( 2^x \right)^2 = 7$
$\left( 2^2 \right)^x = 7$
$4^x = 7$
Die Gleichung $4^x = 7$ ist also mit der Gleichung $2^x = 7^{\frac{1}{2}}$ identisch. Damit haben wir gezeigt, dass auch die beiden Logarithmus-Terme $\log_{4}(7)$ und $\frac{1}{2} \cdot \log_{2}(7)$ identisch sind.
Häufig gestellte Fragen zum Thema Logarithmus
Der Logarithmus einer Zahl $b$ ist so definiert, dass er den Exponenten $x$ wiedergibt, mit dem eine gegebene Basis $a$ potenziert werden muss, um die Zahl $b$ zu erhalten. Der Logarithmus wird so geschrieben:
$\log_a(b) = x$
Das ist gleichbedeutend mit der Gleichung $a^x = b$. Das Logarithmieren stellt also die Umkehrung des Potenzierens dar und ermöglicht es, Exponentialgleichungen aufzulösen.
Was rechnet der Logarithmus?
Mit dem Logarithmus lässt sich der Exponent $x$ einer Exponentialgleichung der Form $a^x = b$ berechnen.
Der Wert eines Logarithmus der Form $\log_a(b) = x$ ermöglicht es also, die entsprechende Exponentialgleichung nach $x$ aufzulösen.
Beispiel:
$2^x = 8$
Der Logarithmus liefert die Antwort auf die Frage, wie oft die Basis $2$ mit sich selbst multipliziert werden muss, damit der Potenzwert $8$ herauskommt. Die Antwort lautet:
$\log_2(8) = x = 3$
In dieser Logarithmusschreibweise wir der Potenzwert $8$ zum Numerus des Logarithmus zur Basis $2$. Der Wert des Logarithmus ist $x = 3$. Das entspricht dem Exponenten in der Gleichung $2^3 = 8$.
Was ist der Unterschied zwischen dem natürlichen Logarithmus und dem gewöhnlichen Logarithmus?
Für gewöhnlich kann ein Logarithmus zu jeder beliebigen Basis $a$ definiert werden, solange $a > 0$ gilt. Man schreibt dann den Wert der Basis tiefer gestellt hinter den Logarithmus, also $\log_a(b)$ mit dem Numerus $b$ (dem Argument des Logarithmus).
Der natürliche Logarithmus, auch Logarithmus naturalis genannt, ist ein Logarithmus zu einer ganz bestimmten Basis – nämlich der eulerschen Zahl $e$.
In diesem Fall wird einfach $\ln(b)$ geschrieben. Dabei steht $\ln$ für logarithmus naturalis, es ist also keine zusätzliche Angabe der Basis $e$ notwendig. Es gilt:
$\ln(b) = \log_e(b)$
Wie verwendet man Logarithmen, um Gleichungen zu lösen?
Logarithmen sind insbesondere zur Lösung von Exponentialgleichungen hilfreich. Das sind Gleichungen, bei denen die Variable $x$ im Exponenten einer Potenz $a^x$ steht.
Um eine Exponentialgleichung der allgemeinen Form $a^x = b$ nach $x$ aufzulösen, werden beide Seiten der Gleichung logarithmiert. Man erhält also:
$\log \left(a^x \right)= \log(b)$
Die Basis des Logarithmus haben wir hier weggelassen, denn sie spielt keine entscheidende Rolle. Wichtig ist, dass wir jetzt das 3. Logarithmusgesetz anwenden können und den Exponenten $x$ damit aus dem Logarithmus herausziehen können:
$x \cdot \log(a) = \log(b)$
Jetzt können wir nach $x$ auflösen:
$x = \dfrac{\log(b)}{\log(a)}$
Welche Rolle spielt der Logarithmus in der Trigonometrie?
In der Trigonometrie spielt die natürliche Exponentialfunktion $e^x$ eine große Rolle. Man kann beispielsweise die trigonometrischen Funktionen $\sin(x)$ und $\cos(x)$ auch mithilfe der Exponentialfunktion $e^x$ definieren:
$\sin(x) = \dfrac{e^{ix} - e^{-ix}}{2i}$
$\cos(x) = \dfrac{e^{ix} + e^{-ix}}{2}$
Da die natürliche Logarithmusfunktion $\ln(x)$ die Umkehrfunktion der natürlichen Exponentialfunktion $e^x$ darstellt, kann der natürliche Logarithmus dementsprechend auch bei der Berechnung trigonometrischer Verhältnisse (bzw. umgekehrt zur Ermittlung von Winkeln aus gegebenen trigonometrischen Verhältnissen) zum Einsatz kommen.
Ist der Logarithmus einer negativen Zahl definiert?
Nein, der Logarithmus einer negativen Zahl ist nicht definiert, da es nicht für jeden negativen Numerus $b$ einen reellen Exponenten $x$ gibt, der die Gleichung $a^x = b$ erfüllen kann.
So ist beispielsweise eine Lösung für $(-2)^x = -8$ mit dem negativen Numerus $-8$ möglich (nämlich $\log_{-2}(-8) = x = 3$), aber die Gleichung $(-2)^x = -4$ hat keine reelle Lösung, denn es gilt $(-2)^2 = 4$, d. h. $\log_{-2}(-4)$ existiert nicht.
Da in einer gültigen Definition keine unmöglichen Fälle enthalten sein dürfen, wird generell $b > 0$ definiert.
Was ist der Logarithmus von 1?
Der Logarithmus von $1$ ist immer gleich $0$, unabhängig von der Basis $a$ des Logarithmus. Denn eine Gleichung $a^x = 1$ ist für alle $a > 0$ erfüllt, wenn $x$ gleich $0$ ist. Es gilt also grundsätzlich:
$\log_a(1) = 0$