Subjekt und Prädikatsnomen 07:03 min

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Transkript Subjekt und Prädikatsnomen

Seid gegrüßt, Schüler! Oder um es auf Latein auszudrücken: Salvete discipuli! In diesem Film geht es um das Subjekt und das Prädikatsnomen, die ich anhand einfacher Beispielsätze veranschaulichen werde. Als erstes werde ich euch die Stellung von Subjekt und Prädikatsnomen im Satz erklären. Dann werde ich genauer auf das Subjekt und seine Funktion eingehen und schließlich erklären, was ein Prädikatsnomen ist, wie es gebildet wird, und welche Verben oft mit einem Prädikatsnomen stehen. Abschließend werde ich auch noch einige Kasusfälle als Prädikatsnomen erklären. Wir beginnen mit dem Subjekt. Wir wählen einen einfachen Satz: Mater puellam salutat / die Mutter grüßt das Mädchen. Zur Bestimmung der Satzbausteine geht man nach einem einfachen Frageschema vor. Nach dem Subjekt fragt man: Wer oder was? Die Frage nach dem Objekt lautet: Wen oder Was? In diesem Fall ist das Mädchen ein Akkusativobjekt; salutat ist das Prädikat, das etwas über die Handlung aussagt. So sind die meisten Aussagesätze aufgebaut. Die Mutter grüßt das Mädchen. Man hat eine Handlung, die vom Aussagegegenstand getätigt wird und ein konkretes Objekt betrifft - in unserem Falle das Mädchen. Allerdings kann das Subjektwort auch öfter einmal fehlen, weil es im Prädikat bereits enthalten ist. Ein Beispiel dafür lautet: Cur oras? / Warum betest du? Das Wort du ist in oras bereits vorhanden. Ebenso kommt es bei unpersönlichen Sätzen wie beispielsweise - diu saltatum est / lange ist getanzt worden - vor. Wichtig ist hier: Das Subjektwort fehlt häufig, wenn das Prädikat in der 1. oder 2. Person Singular steht, oder sich der Satz sich auf keine konkrete Person bezieht. Dann übersetzt man das Prädikat häufig mit man oder es. Unter anderem kann ein Nomen die Funktion eines Subjekts übernehmen. Bei den Sätzen - leo devorat / der Löwe frisst oder magister verbas explicat / der Lehrer erklärt Wörter - sind die Substantive Löwe und Lehrer die Subjekte. Auch ein Pronomen kann die Subjektfunktion wie bei - aliquid turbat / etwas stört - übernehmen. Wichtig hierbei ist: Die Nomen müssen im Nominativ stehen, um Subjekte zu sein. Eine andere Möglichkeit des Subjekts ist ein Gliedsatz. Bei dem Beispielsatz - dass du lachst, gefällt mir - übernimmt der Gliedsatz - dass du lachst - die Subjektfunktion, gefällt ist das Prädikat und mir entspricht dem Dativobjekt. Genauso können quod- oder ut-Sätze ein Subjekt darstellen. Evenit, ut sol perit / es kann vorkommen, dass die Sonne untergeht. Der ut-Satz ist hier gleich Subjektsatz. Nun zum Prädikatsnomen: Man unterscheidet zwei Arten des Prädikats. Einmal das finite Verb wie beispielsweise bei luna lucet / der Mond leuchtet. Hier ist lucet direkt bestimmt. Die andere Möglichkeit ist das Prädikatsnomen. Mus pulchrum est / die Maus ist schön. Das Adjektiv pulchrum in Verbindung mit est stellt das Prädikatsnomen dar. Ich stelle das nun grafisch an dem Satz - imperator potens erat / der Kaiser war mächtig - dar. Imperator ist das Subjekt, potens ist das Prädikatsnomen und erat ist ein Hilfsverb, ein sogenanntes Kopula und eine Form von esse. Das Subjekt ist kongruent zum Prädikatsnomen. Das heißt, beide stimmen in Kasus, Numerus und Genus überein. Potens und erat ergeben zusammen das Prädikat. Nicht nur esse steht häufig mit einem Prädikatsnomen. Auch andere Verben können in Verbindung mit ihm stehen; beispielsweise werden genannt: Fieri / werden zu, videri / erscheinen als, creari / gewählt werden zu, nasci / geboren werden als, putari / gehalten werden für und vocari / bezeichnet werden als. Ein weiteres Beispiel: Quisquis nudus nascitur / jeder wird als Nackter geboren. Auch verschiedene Kasusfälle stehen häufiger mit Prädikatsnomen, so auch Genitive oder Dative. Ein Beispiel ist der Genitivus possessivus, der Genitiv des Besitzes; er wird in Verbindung mit esse, durch fieri oder haberi zum Prädikatsnomen. Esse alicuius / jemanden gehören. Auch kann er, wie vorher schon erwähnt, mit einer unpersönlichen Form wie bei - iudices est / es ist Aufgabe eines Richters - stehen. Genauso ist es beim Genitiv der Beschaffenheit, dem Genitivus qualitatis. Puer linguae liberae fuit / der Junge hatte ein loses Mundwerk. Auch der Dativ kann mit Prädikatsnomen verwendet werden. Als Beispiel wählen wir den Dativus finalis, den Dativ des Zwecks. Ebenso wie bei den Genitiven wird er mit esse zum Prädikatsnomen. Aliquid mihi est cordi / etwas liegt mir am Herzen. Aliquid ist das unpersönliche Subjekt, cordi der Dativus finalis und est das Hilfsverb. Gratias ago! Valete, discipuli! Oder, ich bedanke mich! Lebt wohl meine Schüler! Ich hoffe, ich konnte euch weiterhelfen, und ihr konntet wichtige Infos aus meinem Film ziehen. Lernt schön und bis zum nächsten Mal, eure Sara.  

23 Kommentare
  1. Till ohne rahmen

    @Ani King02: Vielen Dank für dein Feedback! Findest du in einem Satz zusätzlich zum Subjekt ein weiteres Substantiv oder Adjektiv im Nominativ in Verbindung mit einem Hilfsverb (z.B. esse), dann bezeichnest du dieses zusätzliche Substantiv oder Adjektiv als Prädikatsnomen. Es ist Teil des Prädikats. Es drückt die Eigenschaft eines Subjekts aus.
    Wir hoffen, wir konnten dir weiterhelfen.
    Liebe Grüße aus der Redaktion!

    Von Till Scheitler, vor 23 Tagen
  2. Default

    Meine Frage war es, was das Prädikatsnomen ist. Leider finde ich, dass es nicht so gut erklärt wurde, was es genau ist, wann es gebraucht wird und wie man es erkennt. Zudem wurde meiner Meinung nach viel zu schnell geredet, weshalb ich die Geschwindigkeit des Videos runtergestellt habe.

    Von Ani King02, vor 25 Tagen
  3. Default

    ...........................zu.........................viele.................................................INFOS.............................................................................................................usw..... !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    Von Diana V., vor etwa einem Monat
  4. 33a

    Reingeguckt.

    Von Fog R., vor etwa einem Jahr
  5. Cara

    Hallo Narish2003,
    hast du konkrete Fragen zu dem Thema? Dann helfen wir dir gern weiter, auch nachmittags im Hausaufgabenchat.
    Viele Grüße aus der Redaktion

    Von Cara Gaffrey, vor etwa einem Jahr
  1. Default

    viel zu schnell boooooooooohr

    Von Nagat A., vor etwa einem Jahr
  2. Default

    Viel zu schnell!!!

    Von Tomphilip H, vor mehr als 3 Jahren
  3. Handy 015

    Ich habe es immer noch nicht richtig verstanden... :(

    Von Dil Ber, vor mehr als 4 Jahren
  4. Default

    Zu schnell!!!

    Von Amenz, vor etwa 5 Jahren
  5. Default

    Hallo, leider zu schnell!!!

    Von Callit, vor etwa 5 Jahren
  6. Default

    Gut gestaltet! etwas viele Infos, aber daran lässt sich ja noch arbeiten :-) Und das Tempo verlangsamen wäre nicht schlecht.

    Von Eckstone, vor etwa 5 Jahren
  7. Default

    Hallo

    Von Franziska Antonia, vor mehr als 5 Jahren
  8. Default

    danke hat mir super geholfen erster Satz sofort alles verstanden besser als die Latein Lehrerin:-)

    Von Christine S., vor mehr als 5 Jahren
  9. Default

    Nice

    Von Kangaroo, vor mehr als 5 Jahren
  10. Mein leben und freunde 179

    etwas zu schnell finde ich...:( ansonsten aber ganz gut :)

    Von Teenie Alarm, vor mehr als 5 Jahren
  11. Default

    Mach mal bitte was mit Sätzen da in dem Bereich viele Fehler passieren...

    Von Jan Rieckmann, vor mehr als 5 Jahren
  12. Default

    bitte kannst du ein video machen wie man sätze übersetzt !
    mit passiv und ohne bitte !!!1

    Von Villa2003, vor mehr als 5 Jahren
  13. Default

    toll besser als im lateinunterricht

    Von Scheuerer Mail, vor mehr als 6 Jahren
  14. Default

    Bisschen viele Infos und etwas lang aber cool gemacht!!! :D

    Von Sven D., vor mehr als 6 Jahren
  15. Default

    war gut aber viel zu viele infos

    Von Luc2207, vor mehr als 6 Jahren
  16. Default

    es ist so lang und schwierig!

    Von Nicki1611, vor mehr als 6 Jahren
  17. Default

    cool gemacht

    Von Pt2012, vor etwa 7 Jahren
  18. Default

    Die meisten Videos, wie dieses, sind nur so kurz!!!!
    Wie gemein!!

    Von Alisha, vor etwa 8 Jahren
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Subjekt und Prädikatsnomen Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Subjekt und Prädikatsnomen kannst du es wiederholen und üben.

  • Bestimme Subjekt und Prädikat.

    Tipps

    Nach dem Subjekt fragt man: Wer oder was?

    Es steht immer im Nominativ und meistens am Anfang des Satzes.

    Das Prädikat steht fast immer am Ende des Satzes - anders als im Deutschen.

    Ein Prädikat muss eine konjugierte Verbform sein.

    Steht das Subjekt im Singular, muss auch das Prädikat im Singular stehen. Steht es im Plural, muss auch das Prädikat im Plural stehen.

    Singular und Plural erkennst du an der Endung des Prädikats: Endet die Verbform auf -t, ist es die 3. Person Singular, endet sie auf -nt, handelt es sich um die 3. Person Plural.

    Wenn du dir sehr unsicher bist, wirf auch einen genaueren Blick auf die Übersetzungen und vergleiche den deutschen mit dem lateinischen Satz!

    Lösung

    Such am besten zuerst nach dem Prädikat. Es muss ein konjugiertes Verb sein und steht meistens am Ende des Satzes.

    Du findest zum Beispiel dant, pugnat oder necat. Ist das konjugierte Verb ein Hilfsverb, muss es ergänzt werden, um ein vollwertiges Prädikat zu bilden - zum Beispiel durch einen Infinitiv wie bei perdere vult. Ähnlich ist es bei debet. Dazu gehört noch der Infinitiv praestare, damit das Prädikat vollständig ist.

    Wenn du das Prädikat gefunden hast, untersuchst du, in welchem Numerus es steht. Je nachdem, ob es im Singular oder Plural steht, muss auch das Subjekt im Singular oder Plural stehen.

    Das Subjekt steht meistens am Anfang des Satzes. Manchmal steht noch eine Konjunktion oder ein Adverb davor: sed, denique, ita, ... Lass dich davon nicht verwirren. Das Subjekt muss ein Nomen sein, also meistens ein Substantiv, ein Name oder ein Pronomen. In unserem Fall sind die Subjekte dei (die Götter), Hera, vir (der Mann), filius (der Sohn) und mulier (die Ehefrau).

    Aber auch das Subjekt kann ergänzt werden, z.B. durch Pronomen (ille, sua) oder durch Adjektive (fortis). Solche Angaben stehen immer nahe beim Subjekt, sind ebenfalls Nominativ und haben dasselbe Genus und denselben Numerus wie das Subjekt.

  • Gib an, welche Aussagen über den lateinischen Satz richtig sind.

    Tipps

    Lies dir die Aussagen ganz genau durch und prüfe, welche richtig sind!

    Gehe die Aussagen am besten anhand eines lateinischen Beispiels durch. Ein Beispiel für das Prädikatsnomen ist:

    Pulcher est. - Er ist schön.

    Lösung

    Die Satzglieder eines lateinischen Satzes kann man meistens durch Fragen erschließen. Nach dem Subjekt fragt man: Wer oder was? Nach dem Objekt fragt man: Wen oder was?

    Das Prädikat antwortet auf die Frage: Was passiert? Es gibt somit an, welche Handlung das Subjekt vornimmt.

    Etwas schwieriger ist es bei Sätzen mit Prädikatsnomen. Prädikatsnomen bestehen meistens aus einem Adjektiv und einem Hilfsverb wie esse, die zusammen das Prädikat bilden.

    Auch passive Ausdrücke wie videtur, putatur oder vocatur stehen oft mit Prädikatsnomen.

    Ein Beispiel für ein Prädikatsnomen ist: Quisquis nudus nascitur. Hier ist quisquis das Subjekt, nudus das Prädikatsnomen und nascitur das Hilfsverb.

    Du siehst: Das Prädikatsnomen ist immer mit dem Subjekt kongruent - nicht mit dem Objekt! In unserem Fall ist das Prädikatsnomen nudus mit quisquis kongruent. Beide Wörter stehen im Nominativ Singular maskulinum.

  • Bestimme Prädikatsnomen und Hilfsverb.

    Tipps

    Das Hilfsverb ist ein Verb, das nicht alleine stehen kann, zum Beispiel: scheinen, sein, werden. Es braucht ein Prädikatsnomen, um ein vollständiges Prädikat zu bilden.

    Prädikatsnomen sind meistens Adjektive, die zusammen mit einem Hilfsverb ein Prädikat bilden.

    Ein Beispiel für das Prädikatsnomen ist:

    Pulcher est. - Er ist schön.

    Das Adjektiv pulcher ist das Prädikatsnomen, est ist eine Form des Hilfsverbs esse (sein).

    est (er ist) kann nicht allein stehen. Man fragt sich: Was ist er? Erst das Prädikatsnomen pulcher macht den Satz vollständig: Er ist - schön.

    Beachte auch die deutsche Übersetzung! Sie hilft dir bei der Bestimmung von Hilfsverb und Prädikatsnomen.

    Lösung

    Suche am besten zuerst nach dem Hilfsverb.Die wichtigsten sind esse, fieri, videri oder putari. Sie stehen als Teil des Prädikats meistens am Ende des Satzes.

    Danach suchst du das zugehörige Prädikatsnomen. Prädikatsnomen sind meistens Adjektive, die das Hilfsverb ergänzen und zusammen mit ihm ein Prädikat bilden. Diese sind kongruent zum Subjekt. Zum Beispiel: severus putatur. severus ist ein Adjektiv, das in demgleichen Kasus, Numerus und Genus steht wie das Subjekt magister. severus bildet zusammen mit dem Hilfsverb putatur (er wird gehalten) das Prädikat. Man fragt: Wofür wird er gehalten? Oder: Für was wird er gehalten? - Die Antwort: Er (Der Lehrer) wird für streng gehalten.

  • Ordne die Wendungen der richtigen Bestimmung zu.

    Tipps

    Der Genitivus qualitatis beschreibt eine Eigenschaft . Er gibt also an, wie ein Mensch oder eine Sache beschaffen ist.

    Der Dativus finalis (Dativ des Zwecks) antwortet auf die Frage: Wozu?

    Der Genitivus possessivus gibt an, welchen echten oder übertragenen Besitz jemand hat.

    Ein Genitiv als Attribut beschreibt eine Eigenschaft einer Sache genauer.

    Lösung

    Am besten, du gehst die Sätze der Reihe nach durch und prüfst, ob sie einen Genitiv oder Dativ enthalten.

    Wenn ein Dativ enthalten ist, überlegst du, ob der Dativ die Funktion eines Objekts hat. Dazu fragst du: Wem?

    Zum Beispiel: Caesar militibus dona dedit. Wem gibt Caesar Geschenke? Die Antwort: den Soldaten.

    Wenn diese Frage nicht einwandfrei passt, kannst du dir sicher sein, dass es sich hier um einen Dativus finalis handelt. Er antwortet auf die Frage: Wozu? oder: Wofür?

    Beim Genitiv ist es etwas schwieriger:

    • Beschreibt der Genitiv eine Eigenschaft, handelt es sich um einen Genitivus qualitatis. Zum Beispiel: Imago magni pulchritudinis est. - Es ist ein Bild von großer Schönheit. Wir fragen: Was für ein Bild ist es? Oder: Welche Eigenschaft hat das Bild? - Die Antwort: Das Bild hat die Eigenschaft, dass es von großer Schönheit ist.
    • Gibt er an, wer etwas besitzt, ist es ein Genitivus possessivus. Zum Beispiel: Domus patris est. - Es ist das Haus des Vaters. Hier steht der Vater im Genitiv. Er ist derjenige, der das Haus besitzt.
    • Wenn der Genitiv eine Sache oder Person genauer beschreibt, hat er die Funktion eines Attributs: Marius filius Claudii est. Hier beschreibt Claudii das Wort filius genauer: Marius ist ein Sohn - aber wessen Sohn? Er ist der Sohn des Claudius.
  • Gib an, welche Sätze einen Genitivus possessivus enthalten.

    Tipps

    Alle Sätze enthalten einen Genitiv. Er ist jeweils fett hervorgehoben.

    Achtung: Nicht jeder Genitiv ist ein Genitiv des Besitzes - Genitive haben verschiedene Funktionen!

    Ein Genitivus possessivus gibt an, wer etwas besitzt oder wem etwas gehört.

    Der Besitz kann eine echte Sache sein - also ein Haus, ein Wagen, ein Boot - oder ein übertragener Besitz, also eine Pflicht oder Eigenschaft.

    Prüfe, ob im Satz eine Form von esse enthalten ist. Sie gibt dir den Hinweis darauf, ob ein Genitivus possessivus enthalten ist, der die Funktion des Prädikatsnomens erfüllt.

    Lösung

    Der Genitivus possessivus tritt zusammen mit esse als Prädikatsnomen auf. Er gibt an, wem etwas gehört oder wer eine bestimmte Eigenschaft hat.

    Der Besitz kann eine reale Sache sein, zum Beispiel bei: Haec domus senatoris est. - Dieses Haus gehört dem Senator. senatoris ist ein Genitivus possessivus.

    Er kann aber auch eine übertragener Bedeutung annehmen. Dann bringt er die Pflicht, Gewohnheit oder Sache von jemandem zum Ausdruck. Ein Beispiel dafür ist: Sacerdotium est deos colere. - Es ist Aufgabe der Priester, die Götter zu ehren.

    Achtung: Nicht jeder Genitiv in den Beispielsätzen ist ein Genitivus possessivus! Häufig erfüllt der Genitiv die Funktion eines Attributs, wie bei: Virtus Romanorum olim magna erat. - Die Tugend der Römer war einst groß. Romanorum beschreibt hier die Tugend genauer und ist ein Attribut. Wir fragen: Was für eine Tugend? - die Tugend der Römer.

  • Gib an, wo im Text finite Verben und Ausdrücke mit Prädikatsnomen sind.

    Tipps

    Ein Ausdruck mit Prädikatsnomen besteht aus einem Hilfsverb wie esse oder fieri und einem Adjektiv oder Substantiv.

    Ein finites Verb ist konjugiert und kann für sich allein stehen, ohne ein zusätzliches Adjektiv oder weitere Ergänzungen.

    Lösung

    Ein Prädikat im lateinischen Satz ist entweder ein finites Verb oder ein Hilfsverb mit Prädikatsnomen.

    Gehe den Text Satz für Satz durch und prüfe, wo Verbformen sind. Schau dir jede einzelne genau an und überlege: Ist sie konjugiert? Überlege dann: Kann sie für sich allein stehen oder braucht sie eine Ergänzung, wie zum Beispiel ein Adjektiv?

    Verben wie esse oder fieri können nicht allein stehen. Man liest: „sein“ oder „werden“ und fragt sich: Was ist er? Oder: Was wird er? Diese Information gibt dir ein Adjektiv oder ein Substantiv im Genitiv oder Dativ. Das sind Ausdrücke mit Prädikatsnomen. Ein Beispiel dafür ist: er ist schön (pulcher est).