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Nachhaltiger Tourismus - Massentourismus in Nepal 06:22 min

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Transkript Nachhaltiger Tourismus - Massentourismus in Nepal

Sehr deutlich zu spüren sind die Folgen des Massentourismus im Himalaja-Gebiet. Experten der Klimaforschung attestieren dem Himalaja-Staat Nepal einen rapide fortschreitenden Klimawandel. Bis in die frühen neunziger Jahre ein eher selten gewähltes Reiseziel, ist die Region mit den höchsten Bergen der Welt seit geraumer Zeit ein Touristenmagnet. Wirtschaftlich vorteilhaft für die Bevölkerung bedeutet dies eine ernstzunehmende Gefahr für die Umwelt. Der Tourismus bringt Nepal Devisen und Entwicklungsmöglichkeiten für Land und Leute, aber wer bringt auch Plastik und damit Müll. Dabei wären Umweltschutz und die Erzeugung von erneuerbarer Energie gerade hier besonders möglich. Nepal ist ein asiatischer Binnenstaat und liegt zwischen den beiden bevölkerungsreichsten Ländern der Welt: China und Indien. Acht von 14 über 8000 Meter hohen Bergen liegen auf dem Staatgebiet Nepals. Bis 1996 ein Königreich, ist Nepal seit 2006 eine demokratische Republik. Die Bevölkerungsdichte variiert stark zwischen Stadt und Land. Während im Hochgebirge auf einem Quadratkilometer durchschnittlich circa 25 Einwohner leben, sind es in der Hauptstadt Kathmandu 1500. Nepal öffnete sich 1951 für den Tourismus. 40 Prozent der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze. Ein Großteil der nepalesischen Bevölkerung besitzt keinen Zugang zu elektrischem Strom und die Glücklichen, die am nationalen Stromnetz angeschlossen sind, können auch nur stundenweise mit Energie versorgt werden. Deshalb heizen oder kochen viele Familien auf offener Flamme oder benutzen Gaskocher. Und das, obwohl das Land ein hohes Potential besitzt, erneuerbare Energie flächendeckend selbst zu produzieren. Die bedeutendsten Ressourcen befinden sich in Nepals Gebirgslandschaft. Einzigartig ist hier nicht nur die Landschaft. Durch den Himalaja fließen zahlreiche Flüsse wie der Kali Gandaki oder der Brahmaputra. Diese Flüsse, hier in der Vormonsunzeit, die zu den wichtigsten und größten Asiens gehören, schwellen nach der Regenzeit um ein Vielfaches an. Die Wasserkraft der vom Himalaja herabfließenden Flüsse wird bis heute nur geringfügig genutzt. Dem Land fehlt es an finanziellen Mitteln und es gibt fast keine Unterstützung durch Investoren. Die Versorgung mit Trinkwasser könnte eigentlich problemlos sichergestellt werden. Die Gletscher des Himalaja speisen mehrere Seen und kleinere Flüsse. Doch diese Wassermassen werden nicht genutzt. Eine weitere Möglichkeit, Energie zu erzeugen, bieten die Windströme im Himalaja. Nepal zählt zu den windstärksten Regionen der Erde. Doch auch hier fehlt es dem Staat an finanziellen Mitteln, um Windkrafträder zu bauen. Im Jahr 1999 bis 2010 haben 14 Wetterstationen im Himalaja in einer Höhe von über 4000 Metern einen erschreckenden Temperaturanstieg von 1,73 Grad gemessen. 99 Gletscher verloren zwischen 1970 und 2001 insgesamt 131 Quadratkilometer Fläche. Allein der Yalkghon-Gletscher in den Ghankriabuh-Bergen ist zwischen 1980 und 2001 um mehr als 1500 Meter zurückgegangen. Forscher stellten zugleich einen Zuwachs der Gletscherseen fest. Verstärkte Gletscherschmelzen führen zu Überschwemmungen und zu Erdrutschen. Natürliche Lebensräume werden so vernichtet, womit auch der Tourismus, und hier schließt sich der Teufelskreis, als wichtiger Wirtschaftskreis des Landes beeinträchtigt wird.