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Energie aus Kohle 04:02 min

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Transkript Energie aus Kohle

Sprecherin: Weltweit ist Kohle der Energieträger Nummer eins. Mitte des 20. Jahrhunderts war sie es auch in Deutschland. Nicht nur Dampflokomotiven fuhren mit Kohle. Man verwendete Braunkohle und Steinkohle auch zum Heizen und machte Strom daraus, für die Haushalte und die Industrie. Die Eisen- und Stahlhersteller verarbeiteten veredelte Steinkohle, Koks. Neben Steinkohle wurde und wird in Deutschland auch Braunkohle gefördert. Braunkohle baut man im Rheinland, um Leipzig und in der Lausitz ab, die Steinkohle an Ruhr und Saar. Beide kamen früher auch aus vielen kleineren Revieren. Im westdeutschen Steinkohlenbergbau arbeiteten in den 1950er Jahren mehr als 600000 Menschen. Über 150 Bergwerke gab es damals allein im Ruhrgebiet. Doch dann wurden die ersten Bergwerke geschlossen, die Zahl der Bergleute nahm ab. Der Grund: Steinkohle war in anderen Ländern billiger zu haben. Der Steinkohlenbergbau musste in Deutschland subventioniert werden. Die Verbraucher zahlten einen Kohlepfennig für Strom aus Steinkohle. Obwohl der Energiebedarf weiter stieg und der Bergbau technisch hoch entwickelt war, wurde die deutsche Steinkohleproduktion über die Jahrzehnte heruntergefahren. 2007 beschlossen die Politiker das Ende des subventionierten Steinkohlenbergbaus in Deutschland für das Jahr 2018. Für das Saarland ist schon früher Schluss. Im Bergwerk Saar bei Ensdorf, der letzten Grube im Saarland, ist im Sommer 2012 Schicht im Schacht. Herr Plitzko: Hier werde ich mein Berufsleben nach 30 Jahren beenden, das Bergwerk wird geschlossen. Die letzte Produktion wird den Standort am 30.06. hier verlassen. Sprecherin: Das Ende des Kohlenbergbaus in Deutschland heißt nicht, dass aus Kohle kein Strom mehr gewonnen wird. Im Gegenteil, Steinkohle und Braunkohle zusammen liefern heute 42 Prozent des jährlichen Strombedarfs. Und es sind sogar 16 neue Kohlekraftwerke in Bau oder in Planung. Sie brauchen jede Menge Kohle, so wie das Kohlekraftwerk in Völklingen Fenne bei Saarbrücken. Herr Neu: Bis zur Stilllegung des Bergwerks Saar haben wir ausschließlich saarländische Kohle eingesetzt. Im Zuge der Stilllegung mussten wir unsere Kohle allerdings umstellen auch auf südamerikanische, russische und südafrikanische Kohle, also weit entfernte Länder. Der Einsatz dieser Kohle ist anspruchsvoll und technisch schwierig. Der Strom, den wir hier jährlich erzeugen, reicht für 500000 Haushalte und die Wärme für ca. 50000 Haushalte. Sprecherin: Und wie wird Strom aus der Kohle? Herr Neu: Zur Stromerzeugung muss die Kohle verbrannt werden. Zuvor wird sie allerdings staubfein zermahlen und dann in einem Kessel verbrannt. Das in dem Kessel befindliche Wasser verdampft dabei bei hohen Temperaturen. Diesen Dampf schicken wir auf eine Turbine, die wird dabei in Drehung versetzt und treibt einen Dynamo wie bei einem Fahrrad. Diesen Dynamo nennen wir im Kraftwerk Generator. Dieser erzeugt den Strom. Sprecherin: Von der Leitwarte des Kraftwerks gesteuert gelangt der Strom über Hochspannungsleitungen dorthin, wo er gebraucht wird.