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Energie aus Restmüll 03:37 min

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Transkript Energie aus Restmüll

Sprecherin: Kümmern wir uns erstmal um den Müll, der in keinen der Container auf dem Wertstoffhof gehört, sondern in die graue Tonne zu Hause, den sogenannten Restmüll. Mit dem Rausstellen der Tonne ist das Thema für den Verbraucher scheinbar erledigt. Gegen Gebühr wird der Müll vor der Haustür abgeholt. Heute gilt die Devise: je weniger Restmüll, desto besser. In manchen Gemeinden stecken bereits Chipkarten in den Mülltonnen, die das Abfallgewicht messen. Abgerechnet wird pro Kilo. Aber wohin geht der ganze Müll? Fahren wir mal dem orangefarbenen Transporter hinterher. Der Hausmüll landet in einem Müllheizkraftwerk. In diesem Gebäude wird sich der Abfall in Energie verwandeln, in Strom und Wärme. In den Restmüll gehören eigentlich nur Materialien, die nicht recycelt werden können, zum Beispiel schmutzige Lappen oder Zigarettenkippen. Doch in den 650000 Tonnen Restmüll, die die Lastwagen jedes Jahr im Müllbunker abladen, steckt oft viel mehr. Herr Müller: Die Öffnung, das ist die Müllabladestelle, wo der Lkw den Müll ablädt. Von dort wird der dann mit dem Greifer genommen und gemischt, weil es gibt Abfälle, die brennen gut, und es gibt welche, die brennen ganz schlecht. Und dann wird mit diesem Greifer, der fährt dann da rüber in den Mülltrichter, und von diesem Mülltrichter aus rutscht das dann in den Ofen. Sprecherin: Der Verbrennungsofen ist riesig, so groß wie ein Haus, 40 Meter hoch und zehn Meter breit. Innen drin herrschen Temperaturen von mindestens 850 Grad. Herr Müller: Bei den 1000 Grad kann man auch eine Kiste faule Tomaten zum Beispiel verbrennen, das geht. Sprecherin: Mit der Hitze des Feuerkessels wird Wasser heiß gemacht. Das fängt an zu kochen, und so entsteht Dampf. Mit dem Dampf wird die Turbine angetrieben, und der Generator ganz hinten erzeugt daraus Strom. Den Strom speist das Heizkraftwerk ins Netz der Stadtwerke ein. Außerdem erzeugt das Müllheizkraftwerk auch Wärme. Herr Müller: Das ist das Rohr, mit dem der Dampf, der aus der Turbine übrig bleibt, in den Wärmetauscher geführt wird. In diesem Wärmetauscher wird dann das Heizwasser erwärmt. Und hier, hier ist die Pumpe, mit der das Heizwasser durch den Wärmetauscher bis zum Kunden gedrückt wird. Und der benutzt das dann halt zum Heizen, warm Duschen, was man so halt mit warmem Wasser alles machen kann. Sprecherin: Wenn etwas verbrennt, bleibt Schlacke zurück, die auch größere Metallteile enthält, denen die 1000 Grad Hitze nichts anhaben können. Herr Müller: In der Schlacke sind noch ein Haufen Eisen und Buntmetalle drin. Das bereitet jemand auf und nimmt die ganzen Eisenteile raus. Die gehen zurück zum Stahlwerk. Und die feine Schlacke, die kann man zum Beispiel im Landschaftsbau oder als Autobahn Unterbau weiterverwenden. Sprecherin: Und in dem Berg aus Schlacke kann man noch kleine Keramikstücke wiederfinden, die das Höllenfeuer ebenfalls überstanden haben. Bei der Verbrennung entstehen auch Abgase. Trotz der sehr komplexen Filteranlagen, ganz rückstandsfrei arbeitet ein Müllheizkraftwerk nicht. Deswegen gilt: so wenig Restmüll wie möglich produzieren. Herr Müller: Man muss überlegen, ob es nicht möglich ist, diesen Müll frühzeitig zu vermeiden, und zwar da, wo er gemacht wird, bei uns zu Hause.