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Artenvielfalt – Es war einmal unsere Erde (Folge 16) 24:31 min

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Transkript Artenvielfalt – Es war einmal unsere Erde (Folge 16)

Sieh‘ mal. Was? Oh, oh. Ich würde sagen, hier haben wir etwas sehr interessantes. Ein Stachelhäuter in voller Pracht. Du bist dran, Igor. Na, habt ihr was Interessantes gefunden, Kinder? Ja, einen beeindruckenden Artikel über die Planktonkulturen in Neuseeland. Sehr gut. Er ist weg, du kannst weiterspielen. Haha, ich werden meinen Rekord brechen. Ach, Planktonaufzucht? Na toll, deinetwegen habe ich jetzt verloren. Und-. Na? Und? Ist nicht weiter schlimm, Jumbo. Das Ganze ist ja nur ein Spiel. Hört euch das an: Eine Unterwasserexpedition hat sechs neue Arten von Wirbellosen auf dem Grund des Atlantik entdeckt. Sehr gute Neuigkeiten. Aber wisst ihr, unbekannte Arten gibt es noch zu Millionen und Abermillionen. So viele? Ja, das nennt man „Biodiversität“, Artenvielfalt. Wenn ihr wollt, können wir darüber reden. Gehen wir lieber nach drüben. Also machen wir eine kleine Pause. Ja. Einverstanden, Maestro. Nahezu alle Säugetiere wurden erfasst und gekennzeichnet, auch alle Vögel und Reptilien unseres Planeten. Bei den Insekten, Mollusken oder Pilzen ist aber noch viel zu tun. Ganz zu schweigen von den Viren und Bakterien, die sich überall tummeln. Wie bitte? Überall? Heißt das etwa auch, auf mir? Oh ja. Und das zu tausenden. Es gibt wirklich keinen Grund zur Panik. Diese kleinen Tierchen sind nämlich sehr nützlich. Sie fressen zum Beispiel unsere toten Hautzellen. Gibt es denn nutzlose Arten? Nein. Alle Organismen spielen eine Rolle in der Nahrungskette. Die Pflanzenfresser nehmen Pflanzen zu sich und werden von Fleischfressern verspeist, die auf unserem Teller landen. Und von wem werden wir gefressen? Ich weiß es, wir werden von den Dinosauriern gefressen. So, wie in dem Film mit den Raptoren. Das war doch nur ein Kinofilm. In Wirklichkeit haben Menschen und Dinosaurier nie zur selben Zeit gelebt. Ein Glück für die Dinosaurier. Wären wir da gewesen, hätten wir sie verputzt. Wir sind die stärksten und die schlauesten. Glaubst du das wirklich? Klar, aber sicher doch. Dann beweise es mal. Worauf wartest du?Ist gut, ich gehe ja schon. Ich werde gehen, ihr werdet sehen. Nicht so schlimm. Riesenlibellen, sie sind nicht bösartig. Vielleicht nicht bösartig, aber sie nerven ganz schön. So, das wäre erledigt. Na? Wer ist hier wohl der Stärkste? Mama, nein, nein, ich schmecke doch überhaupt nicht. Vegetarier, er ist Vegetarier. Juhu. Es wäre besser für dich, wenn du dort keine Wurzeln schlägst. Oh ja. Jetzt weißt du, wie kräftig die Dinosaurier waren. Und wie kräftig die sind. Das kann man wohl sagen. Das hielt sie nicht davon ab, auszusterben. Wegen eines Meteoriteneinschlags, richtig? Ohne Zweifel. Auch wenn es noch andere Theorien gibt: Klimaveränderung, gesteigerte Vulkanaktivitäten oder, was wahrscheinlicher ist, ein Asteroid, der die Erde traf. Fest steht, dass die Erde eines der wichtigsten Artensterben ihrer Geschichte erfahren hat. Aber wer weiß, was uns morgen erwartet. Was meinen Sie damit, Maestro? Das globale Ökosystem ist erneut bedroht. Nur ist diesmal der Meteorit der Mensch. Ja, wir alle. Stimmt es, dass die Lebewesen erneut bedroht sind? Unbestreitbar hat sich seit dem Auftauchen des Menschen auf der Erde sehr viel entwickelt. Solange unsere Vorfahren als Jäger und Sammler unterwegs waren, haben sie nach ihren Bedürfnissen gelebt und sind mit dem Wild weitergezogen. Das änderte sich im Neolithikum. Man schützte sich vor Raubtieren. Aber zur gleichen Zeit hat man viele Tierarten domestiziert und suchte die besten aus. Mama, mir ist aufgefallen, dass die schwarzen Kühe mehr Milch geben. Das mag sein, aber das Fleisch der weißen Kühe ist zarter. Man hat bestimmte Rassen bevorzugt gezüchtet und sie gekreuzt. Und gleiches galt für Pflanzen. Man suchte die aus, die am besten wuchsen und den besten Ertrag lieferten. Sieh‘ doch mal. Hier sind die Ähren zwar größer, aber die Halme knicken ab, bevor sie reif sind. Die hier dagegen haben kurze feste Halme und kleinere Ähren. Und wenn wir sie vermischen? Wenn man allerdings die Arten vereinheitlicht, verringert man ihre genetische Ausstattung. Und dadurch werden sie gegenüber Viren und Parasiten geschwächt. Los, Jungs, zu Tisch! Heute wird mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung durch drei Hauptgetreidearten versorgt: Weizen, Mais und Reis. Stellt euch jetzt mal vor, was passieren würde, wenn eine Krankheit diese Getreidearten ausrotten würde. Was für eine Katastrophe. Jaja, absolut. Das wäre katastrophal. Eine Hungersnot würde Millionen Lebewesen treffen. Die Natur braucht Vielfalt. Und der Mensch braucht Vielfalt. Wusstet ihr, dass 80 Prozent der Medikamente gegen Krebs, Herzkrankheiten und vieles andere Wirkstoffe beinhalten, die aus Pflanzen stammen? Wie der Brotfruchtbaum, der Rheumaschmerzen hilft. Und der Hibiskus, reich an Vitamin C. Der Matebaum mit seiner kräftigenden Wirkung. Die Natur ist ein wunderbares Reservoire, das Meer hält so viel Gutes bereit und wir schaden ihm, verschmutzen es. Wir laugen es aus, indem wir den Fischbestand übermäßig dezimieren. Und der tropische Regenwald. In ihm leben 50000 Baumarten und Millionen von Pflanzen und unbekannte Tiere. Und man holzt ab, verbrennt, plündert. Ein einziger tropischer Baum beherbergt hunderte von Käfern, da kann man sich das ganze Ausmaß der bedrohten Tierwelt vorstellen, wenn nur dieser eine Baum verschwindet. Ach, das sind doch bloß Insekten. Das ist nicht so schlimm, als würde zum Beispiel ein Wal verschwinden oder ein Elefant. Da irrst du dich. In der Nahrungskette sind die kleinsten Organismen nicht die unwichtigsten. Sie transportieren Pollen. Sie räumen auf. Sie machen den Boden fruchtbar. Und sie fressen die Ernten auf, stimmt’s? Darum braucht man Pestizide, um sie auszurotten. Weißt du, Giftzwerg, das Problem mit den chemischen Substanzen ist allerdings, dass sie nicht nur die Schädlinge töten. Sie richten auch verheerende Schäden beim Menschen an. Denn sie befinden sich in unserem Essen. Man muss bedenken, dass die Zerstörung einer einzigen Art, ob Pflanze oder Tier, ein nicht rückgängig zu machender Verlust ist. Bisons und Oryx wurden wieder in ihrem natürlichen Umfeld angesiedelt und dadurch vor der Ausrottung gerettet. Aber wie viele Opfer hat es neben diesen glücklich geretteten gegeben, sei es durch Habgier oder Dummheit? Der Auerochse verschwand im 17.Jahrhundert. Der flugunfähige Riesenalk aus dem Nordatlantik wurde Mitte des 19.Jahrhunderts ausgerottet. Der tasmanische Wolf verschwand 1937. Und der Dodo von Mauritius, der wurde wegen seines Fleisches und seiner Eier gejagt. Unzählige Arten wurden so in nur vier Jahrhunderten ausgelöscht. Und es ist abzusehen, dass in den kommenden Jahren 30000 Arten pro Jahr aussterben werden. Das macht fast 100 am Tag. Drei Millionen in einem Jahrhundert. Welches sind die am meisten bedrohten Arten, Maestro? Oh, das sind viele. Aber nennenswert sind das Rhinozeros, dessen Horn sehr begehrt ist, die Meeresschildkröte, der kalifornische Kondor, der bengalische Tiger, der Gorilla, dann natürlich der Panda und sogar der Elefant. Oh ja. Und nicht zu vergessen einige Delphinarten und Haie. Und dagegen wird nichts unternommen? Wir müssen etwas tun. Er hat Recht. Ich habe gerade daran gedacht, euch in den Kongo zu schicken. Einige von euch kennen ihn ja schon. Im Urwald leben unsere nächsten Verwandten, die Berggorillas. Von denen können wir viel lernen. Leider werden sie wegen ihres Fleisches gejagt oder auch als exotisches Luxusprodukt gehandelt. Ein echter Skandal. Und wann geht es los, Maestro? Oh, sofort, wenn ihr wollt. Unser Globusexpress ist bereit. Ich muss sagen, in dieser Aufmachung seht ihr wirklich komisch aus. Hey, wir müssen uns doch vor den Mücken schützen. Macht es wie wir. Nein, nicht mit uns, vielen Dank. Euer lächerliches Outfit würde uns zwar nicht umbringen, aber wir wollen lieber kein Risiko eingehen. Ganz wie ihr wollt. Wie wollt ihr eure Gorillas überhaupt finden? Na, hiermit. Das ist ein Geschenk von Maestro. Auf geht’s. Los. Oh, seht mal. Wie schön der ist. Was fressen diese Insekten eigentlich, wenn wir nicht da sind? Sie fasten, während sie auf Opfer wie euch warten. Psst, seid mal ruhig. Also wenn ich mich nicht irre, sind die Gorillas ganz in unserer Nähe. Das ist eine Geste der Einschüchterung. Die Schwarzhändler sind hinter den Gorillababys her. Wir tun dir nichts, weder dir noch deiner Familie. Ich glaube, er hat sie akzeptiert. Wir werden ihnen einen hübschen Streich spielen. Sprechende Gorillas, die werden ihren Augen nicht trauen. Genau. Und die halten sich doch immer für so schlau. Wie lieb sie sind. Und sie sind so zahm. Ja. Hey, sei aber trotzdem vorsichtig, sie könnten dir mit nur einem Klaps den Kopf abschlagen, wenn es sie überkommt. Ich muss sagen, das sind wirklich beeindruckende Tiere. Hey, was ist los mit ihnen? Sie haben etwas gewittert. Ich glaube, wir sollten es ihnen gleichtun. Wildjäger, war ja klar. Was machen wir? Folgen wir ihnen? In Ordnung, aber leise. Hat jemand Grumo und Giftzwerg gesehen? Die beiden machen bestimmt schon wieder Unfug. Wahrscheinlich. Aber darum kümmern wir uns später. Hey, siehst du, was ich sehe? Die bringen uns gutes Geld ein. Sind sie tot? Nein, nur betäubt. Die Wildjäger verkaufen sie weiter. Nicht, wenn wir es verhindern. Soll ich die erste Wache übernehmen? Gehen wir? Wir warten noch etwas. Los, Miezekatze. Raus mit dir. Los, raus mit euch. Was ist denn los? Das müsst ihr sehen. Erstaunlich. Ja, das ist wirklich erstaunlich. Was machst du denn hier? Kennen wir dich nicht? Moment, die Stimme kenne ich doch. Also wer steckt denn unter dieser Verkleidung? Ja, also-. Ich wette, das war mal wieder deine Idee. Wir wollten doch nur ein bisschen Spaß haben. Wenigstens ist eine Sache nicht vom Aussterben bedroht: die Dummheit. Maestro, gibt es keinen besseren Weg, die Gorillas im Kongo zu schützen? Ja, man müsste es wie in Ruanda machen. Dort sind nämlich die Gorillas zum Wahrzeichen des Landes geworden. Wurden dort nicht sogar zehn Prozent der Landesfläche in Nationalparks verwandelt? Das stimmt. Und es wäre sehr ratsam, diesem Beispiel zu folgen. Die Schutzgebiete stellen nur drei Prozent der Erdoberfläche dar. Es müssen viel mehr Reservate geschaffen werden, an Land genauso wie im Meer. Ja, und wir müssen alle Länder unterstützen, die an der Umsetzung arbeiten. Oh, es gibt auch noch andere Lösungen. Was sagt ihr zu einer weiteren Exkursion? Sehr gut. Ich werde euch eine etwas andere Arche Noah zeigen als die, die ihr kennt. Wir befinden uns im Botanischen Garten in Kew in England. Man nennt ihn auch den Garten der letzten Chance. Warum denn das? Das werdet ihr gleich sehen. Folgt mir. Hier pflegt man Pflanzenarten, die vom Aussterben bedroht sind. Deshalb sprach ich vorhin von einer Arche Noah. Oh, wie schön die sind. Wie schön die sind, wie schön die sind. Das sind doch nur Pflanzen. Komm, mein Kleiner. Au, au. Plastik. Das habe ich mir gedacht. Wo sind nur deine Manieren? Was ist das denn? Wildprets Natternkopf, eine Wildpflanze von den Kanaren, die hier mit Erfolg wieder angesiedelt werden konnte. Und die da drüben sieht aus wie eine Flasche Limonade. Nicht so lustig ist die Tatsache, dass es davon leider weltweit nur noch acht Exemplare gibt. Wie kommt das? Es ist ganz einfach. Es liegt daran, dass auf den Maskarenen-Inseln Kaninchen angesiedelt wurden. Der Toromiro, der mythische Baum der Osterinsel. 1962 war nur noch ein einziger Toromiro übrig auf dem Grund eines Kraters. Auch hier waren die Tiere schuld, die der Mensch auf der Insel ausgesetzt hatte. Die Kanaren, die Osterinsel, die Maskarenen, jedes Mal sind es Inseln. Ja. Das natürliche Gleichgewicht ist hier besonders anfällig. Und so geschieht es oft, dass eingeschleppte Arten die heimischen zerstören. Auf der Insel Réunion hat eine dieser eingeschleppten Arten, Rubus alceifolius, eine Brombeerart, große Schäden angerichtet. Am besten befragen wir mal unseren Kollegen im Naturpark von Réunion. Früher gab es hier einen Tamarindenwald. Aber der Eindringling hat alles vernichtet. Gibt es eine Möglichkeit, ihn zu bekämpfen? Ja, eine einzige. Den Säbel. Sind die eingeschleppten Pflanzen wieder ausgemerzt, erobert der natürliche Wald wieder sein Territorium. Aber unter welchen Bedingungen. Ist es sehr kompliziert, eine Pflanzenart wieder anzusiedeln? Ja. Es ist aufwändig, langwierig und teuer. Die Natur mag es nämlich nicht, zurückgedrängt zu werden. Wie viele Pflanzen haben Sie hier? Millionen. Und dank unserer Sammler, die die Welt durchqueren, kommen jedes Jahr 45000 Arten dazu. Ah, botanische Weltenbummler. Was für ein schöner Beruf. Aber wisst ihr, diese gelehrten Abenteurer waren die wahren Helden zur Zeit der großen Entdeckungen. Es brauchte Mut und Hartnäckigkeit, um exotische Pflanzen wie Hortensien, Dahlien oder Kakaobäume zu finden und mitbringen. Nein, das geht nicht. Das Wasser brauche ich für meine Pflanze. Oh nein, nicht doch, hör sofort auf. Alles in Ordnung, Maestro? Ja, entschuldige. Ich war mit den Gedanken woanders. Ach, der Kitzel des großen Abenteuers, das nimmt einen ganz schön mit, wisst ihr? Und all diese Funde, werden die hier gelagert? Nein, die meisten Samen sind in speziellen Lagern oder in Samenbanken eingelagert. Bei dieser Aufbewahrung kann man sie später einpflanzen und keimen lassen, zum Beispiel in 200 Jahren. Auf den Philippinen gibt es eine auf Reis spezialisierte Samenbank, in Mexiko eine, die Mais aufbewahrt und in Peru hat man 5000 verschiedene Kartoffeln in einem Tresor verstaut. Und wie ist das bei den Tieren, Maestro? Auch für sie sind verschiedene Genbanken entwickelt worden, in denen Biologen die verschiedensten Embryos und Zellen lagern. So lassen sich zumindest einige der gefährdeten Arten vor dem Aussterben bewahren. Ja, aber das alles nützt nichts. Wenn man gleichzeitig ihre natürlichen Lebensräume ausbeutet. Da hast du Recht, mein Kind. Der Mensch muss endlich lernen, mit und nicht auf Kosten der Natur leben.