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Willi untersucht das "ewige Eis"

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Team Wissensdurst
Willi untersucht das "ewige Eis"
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Grundlagen zum Thema Willi untersucht das "ewige Eis"

Willis Wissbegier führt ihn diesmal auf einen Gletscher. Auf dem Vernagtferner in den Ötztaler Alpen trifft er sich mit einem Gletscherforscher. Dieser erklärt ihm, wie ein Gletscher entsteht, und dass das Eis sogar Zeugnisse der Vergangenheit bewahrt. So wurde in den Ötztaler Alpen auch der so genannte Ötzi gefunden. Im Archäologiemuseum von Bozen informiert sich Willi über diesen sensationellen Gletscherfund. Zurück auf dem Vernagtferner, erfährt Willi, dass das "ewige Eis" heute gefährdet ist. Durch den Klimawandel sind die meisten Gletscher in den Alpen stark geschrumpft. Das könnte zum ernsten Problem werden, denn die Gletscher sind riesige Wasserspeicher und unter anderem wichtig für die Trinkwasserversorgung. Auf dem Vernagtferner wurde deshalb eine Messstation eingerichtet, um ganz genau zu erforschen, unter welchen Bedingungen der Gletscher sein Eis verliert und ob der Mensch diese Entwicklung beeinflussen kann.

Transkript Willi untersucht das "ewige Eis"

Wo geht das hin, das Rohr im Klo? Wer bringt meine Post nach Mexiko? Wie werde ich Astronaut? Wie wird ein Haus gebaut? Wie, wie, wie, wie, Willi? Willi will es wissen. Willi will es wissen. Wie wird man eigentlich Bürgermeister? Und warum klebt Tapetenkleister? Wie löscht die Feuerwehr? Wo kommt die Kohle her? Wo, wer, wie, wie, Willi? Willi will es wissen. Willi will es wissen. „Willi, komm!” „Auf geht es!” „Die letzten Me…” „Und weiter geht es.” „Ja, ganz schön anstrengend da hoch, gell?” „Seht ihr das Wasser da unten, das da rauscht? Das ist das Wasser, das ich bis hierhin verfolgt habe. Ihr seid Wissenschaftler hier oben.” „Ja, wir versuchen da die Geheimnisse des Gletschers zu ergründen.” „Das ganze weiße Teil, was da liegt.” „Ja. Und das ist bis zu 100 Jahre altes Eis, das wir da sehen.” „Älter als du.” „Viel älter.” Heute geht es um die Frage: Wie ewig ist das ewige Eis? Dazu bin ich in extremer Höhe extrem sportlich unterwegs. Ludwig, Tini und Matthias kommen regelmäßig hier hoch, um den Vernagtferner zu erforschen. Vernagt leitet sich von einem alten Wort für Frühlingsweide ab. Und ferner bedeutet soviel wie Schnee von gestern. Kann man wohl sagen, wenn das Eis schon um die 100 Jahre alt ist. „Wieso sind wir jetzt eigentlich nach Österreich auf diesen Gletscher gegangen. Ist das der einzige Gletscher, den es so gibt in den Alpen?” „Nein nein. Es gibt insgesamt 5000.” „Was?” „5000 Gletscher gibt es.” „Der Vernagtferner liegt auf etwa 3000 Meter Höhe. Er ist so groß wie knapp 1300 Fußballfelder. Aber nicht mehr lange. Die Gletscher sind in Gefahr, das haben Forscher, wie Ludwig, herausgefunden.” „Schau mal da hinüber. Da sehen wir unsere Gletscherzunge, aber die war früher viel größer.” „Das Ende des Gletschers, sozusagen.” „Das Ende des Gletschers war früher weit unten im Tal.” „Wo jetzt Geröll ist, war auch Eis?” „Alles war Eis. Vielleicht 300 Meter höher, wo wir da stehen, alles Eis. Alles ausgefüllt, das ganze Tal. Da war damals der Gletscher etwa viermal so groß in der Masse. Wir haben also über drei viertel dieser Masse verloren und wir haben hier noch das Reststück so quasi.” „Was so harmlos klingt, ist in Wirklichkeit eine Katastrophe. Die Gletscher verschwinden. Um zu erfahren, warum genau und was das bedeutet, bin ich hier herauf gekrakselt. Übrigens: Nicht nur wir bewegen uns auf dem Gletscher, sondern der Gletscher sich auch unter uns. Ganz langsam natürlich. Mit bloßem Auge sehen kann man das nicht. Auf seinem Weg in Richtung Tal nimmt der Gletscher jede Menge Geröll mit. Das nennen die Wissenschaftler Moräne. Und mein persönlicher Wissenschaftler Ludwig zeigt mir eine Eishöhle.” „Wir stehen jetzt voll unter dem Gletscher.” „Ja, das Eis ist oberhalb von uns und bewegt sich langsam talabwärts. Und das Eis fließt einer Honigmasse gleich langsam zu Tal.” „So ganz zäh.” „Ja.” „Wie tief geht es da rein?” „Ja, da können wir bis zu 300 Meter hinein. Das geht wahnsinnig weit hinein.” „Das schimmert ganz türkis dahinten.” „Das ist die Eisdecke, die dort relativ dünn ist, vielleicht auch zwei, drei, vier Meter. Dann kann die Sonne durchscheinen.” „Gletscher, die liegen oben auf dem Berg. Aber was ist denn ein Gletscher eigentlich?” „Ja, das ist eigentlich der Niederschlag, der Regen, der Schnee, der vor vielen, vielen Jahren gefallen ist und dann jetzt als Eismasse langsam das Tal hinunter fließt. Und das ist eigentlich ein Langzeitspeicher von Wasser.” „Wie diese blauen Regentonnen, mit denen man das Regenwasser von der Dachrinne sammelt?” „Ja, das ist für kurze Zeit, das ist ein Kurzzeitspeicher. Hingegen das ist ein Langzeitspeicher bis zu 100 Jahre.” „Leben hier eigentlich auch Tiere?” „Also, hier drinnen kaum. Also, da würde ich sagen, da lebt praktisch nichts. Aber auf dem Gletscher, da lebt der Gletscherfloh.” „Ludwig, ich habe dich bis jetzt als Wissenschaftler noch nicht in Frage gestellt, aber du willst mir jetzt echt erzählen, dass solche Tiere hier auf dem Gletscher herumlaufen?” „Ja, das ist ein Gletscherfloh.” „Aber so groß?” „Nein, nein, das ist eine Vergrößerung.” „Ach so.” „Das ist nur so zwei Zehntel Millimeter groß, also ganz klein. Man sieht es kaum.” „Aber so sehen die aus?” „Ja, die haben hier so einen Sprungschwanz, mit dem können sie springen.” „Aber ich meine, hier gibt es doch überhaupt nichts zum Essen.” „Doch, dieses dunkle Zeugs da, da drinnen sind auch organische Stoffe.” „Organisch heißt…” „Organisch heißt pflanzlich. Und davon lebt der. Der frisst das Zeugs und…” „Aber Moment mal. Der muss aber irgendwie in...Ich weiß auch nicht, ich meine, ich würde doch erfrieren. Wie schafft der das, in diesem kalten Eis zu überleben?” „Der ist eben optimal angepasst. Der hat eine Körperflüssigkeit mit Glykol, das heißt, wie eine Art Alkohol, das nicht friert.” „Statt Blut.” „Statt Blut hat er diese Flüssigkeit und der kann optimal hier auf dem Eis leben.” „Entschuldigung, wenn ich das jetzt mal sage, weil ich glaube, du liebst deine Gletscher. Aber eigentlich ist es doch ziemlich langweilig: Eis, Steine und nichts anderes.” „Ja, aber hin und wieder, wenn man die Augen gut aufmacht, findet man hin und wieder etwas auf dem Gletscher.” „Was?” „Zum Beispiel habe ich hier Patronen vom zweiten Weltkrieg gefunden.” „Ludwig hat die Patronen entschärft und natürlich darf man jede Art von Munition nie ohne Fachleute anfassen.” „Die hast du hier gefunden?” „Die habe ich hier auf dem Eis gefunden. Da gab es ganz viele, einen ganzen Dutzend, dutzende davon.” „Das heißt, eigentlich ist so ein Gletscher auch so eine Art Geschichtsbuch, in dem man lesen kann. Aber es ist doch mal dieser Mann aus dem Eis - der Ötzi, den kenne ich - der ist doch mal irgendwo in so einem Gletscher oder so gefunden worden?” „Es war kein Gletscher, es war eigentlich eine Mulde, wo Schnee drinnen liegt. Und er war immer mit Schnee überdeckt, aber nicht richtig mit Eis überdeckt. Und deshalb ist er so gut erhalten geblieben.” „Das ist doch so eine Mumie.” „Das ist eine Mumie für…” „Wo ist das hier bei euch auch gefunden worden?”  „Nein, nein, das ist ungefähr zehn Kilometer da in die Richtung. Da ist die Kreuzspitze, und gerade über der anderen Seite der Kreuzspitze.” „Da ganz rechts ist eine Bergspitze, da ist er gefunden worden?” „Da ist er gefunden worden auf 3200 Meter.” „Das wäre aber eigentlich mal eine Sache, der wir auf den Grund gehen könnten. Gehen wir ins Museum, wo der Ötzi liegt.” „Okay, können wir machen.” „Ja? Warte, dann gebe ich dir die Patronen. Ich gebe dir den Floh, lasse dich nicht beißen und kurz ins Museum, ich komme mit dir zurück.” „Okay, ciao ciao.” „Die Richtung?” „Ja.” „In welcher Stadt?” „In Bozen.” Also auf nach Bozen, der Hauptstadt von Südtirol in Italien, zum Archäologischen Museum. Hier ist es viel wärmer als oben auf dem Gletscher, deswegen liegt Ötzi in einer Kühlzelle. Die Direktorin Angelika wird mir alles über die 5000 Jahre alte Mumie erklären. „Wow. Das ist ja echt unglaublich! Das ist ja eigentlich ein richtiger Blick in die Vergangenheit.” „Also, wir haben hier die älteste Gletschermumie weltweit.” „Wieso hat denn der so eine komische Armhaltung? War das früher so vor 5000 Jahren?” „Wohl eher nicht. Aber wir gehen davon aus, Ötzi ist wohl durch die Eismassen einmal gedreht worden und dabei hat sich der Arm in diese merkwürdige Haltung eben begeben.” „Ötzi wurde 1991 zufällig von Wanderern aus Nürnberg gefunden. Wissenschaftler haben ihn genau untersucht und unter anderem festgestellt, dass er über 60-mal tätowiert ist. Und, dass er ermordet wurde.” „Können wir mal reingehen in den Raum?” „Reingehen ist zu gefährlich. Wir müssen natürlich darauf achten, dass sich die Temperatur in der Zelle nicht verändert und jedes Öffnen der Tür, das bringt natürlich auch Klimaschwankungen mit sich. Und zudem müssen wir darauf achten, dass wir keine Bakterien in die Kühlzelle hinein tragen. Das würde nämlich dem Körper schaden, da würde es sich zersetzen.” Damit das nicht passiert, wird Ötzi bei minus sechs Grad Celsius gelagert. Schnee und Eis haben ihn 5000 Jahre recht gut erhalten. Für die Zukunft sorgt Hightech dafür, dass wir ihn noch lange anschauen können. Und eine Puppe. Aus dem, was Ötzi anhatte, als er gefunden wurde, haben Wissenschaftler gefolgert, wie er wohl aussah. „Aug in Aug mit dem Mann aus dem Eis. Der war so groß wie...Nein, Moment mal, der war ja gar nicht so groß, wie ich. Der war ja hier..., der steht ja auf einem Felsen. Wie groß war denn er ungefähr?” „Er war 1,60 Meter groß, wog ungefähr 50 Kilogramm und 46 Jahre alt war er.” „Waren die Menschen vor 5000 Jahren kleiner?” „Also, Ötzi war für also Steinzeit Verhältnisse relativ groß. Also, 1,60 Meter war so der Durchschnitt. Heute sind die Menschen natürlich wesentlich größer.” „Wie groß bist du?” „1,60 Meter.” „Wie der Ötzi.” „Wie der Ötzi.” „Aber du stammst nicht aus der Steinzeit?” „Nein.” Ötzi trug einen Mantel aus Ziegenfell, modisch in helle und dunkle Streifen unterteilt. Er war ganz gut bewaffnet mit einem Bogen und einem Köcher mit Pfeilen. Sein Dolch war aus Feuerstein gearbeitet, die Klinge seines Beils aus Kupfer und an den Füßen trug er Schuhe aus Hirschleder. 46 Jahre alt ist er geworden.” „Ich danke dir, Angelika.Es war ein großes Vergnügen.” „Gerne.” „Und darf ich ihm auch die Hand geben?” „Bitte.” „Danke, Ötzi, Mann aus dem Eis.” Das Eis des Vernagtferners ist ungefähr 100 Jahre alt. Weil von oben neuer Schnee und neues Eis nachdrücken, bewegt sich der Gletscher ganz langsam ins Tal. In der Eishöhle schimmert es türkis, weil an dieser Stelle noch ein wenig Sonnenlicht durchkommt. Der Gletscherfloh kann hier überleben, weil er statt Blut eine Art Frostschutzmittel im Körper hat. Der Gletscher ist so etwas wie ein Geschichtsbuch. Und ich bin zurück auf dem Vernagtferner und treffe jemanden, den ihr noch nicht kennt: Kilian. „Willi, bring einmal einen richtig großen Stein daher.” „So einen hier?” „Ja, der ist super. Bring!” „Ein Stein von der Seitenmoräne des Gletschers. Richtig prächtig.” „Ein bisschen kenne ich mich schon aus. Super.” „Was soll ich damit machen?” „Mir nicht auf die Zehen hauen. Das rutscht. Der Stein da, das schaut in das Loch hinein. Nicht so nah herangehen, pass auf.” „Ist das eine Gletscherspalte?” „Nein, das ist eine Gletschermühle. Das hat das Wasser so ausgehöhlt, ausgewetzt, aber das ist sautief, deswegen muss man auf dem Gletscher verdammt aufpassen immer, weißt? Schmeiß schon mal den Stein darunter, dann hört man, wie es unten platscht. Weil da ist das Wasser unten drin.” „Okay.” „Na, da war kein Wasser, da war Widerstand.” „Eis.” „Eis.” „Aber schätze, wie tief das jetzt war?” „Aber hast du gehört, wie lange der gebraucht hat, der Stein? Das waren sicher ein paar Sekunden.” „Zehn Meter?” „Mehr würde ich sagen. Ich würde sagen 15 bis 20 Meter. Weil da wird es ja auch richtig finster darunter.” „Und deswegen hat der Kilian hier diese Dornen an den Schuh gebunden. Du bist sozusagen der Sicherheitsbeauftragte vom Gletscher.” „Ich bin der Gletschersicherheitsbeauftragte, ja.” „Aber hier kann man genau sehen, was du bist: Berg- und Skiführer.” „Genau.” „Das ist keine Gletscherspalte.” „Nein, eine Gletscherspalte ist eben länglich, er quert den ganzen Gletscher darüber.” „Das heißt, das ist nicht nur so ein Loch, sondern…” „Nein, das ist nicht nur so ein Loch, sondern eine richtige langgezogene Einkerbung im Gletscher.” „Wie entsteht die eigentlich?” „Ja, meistens entstehen die Gletscherspalten, wenn der Gletscher so da herunter fließt, wie da oben über diese Kuppe hinweg.” „Ah, also das ist jetzt so eine Erhebung im Grund.” „Genau, da geht das Eis oben drüber und dann fliegt es da auseinander. So, und unten, wenn es dann wieder zusammengeht, dann schiebt es sich wieder zusammen. Aber da oben, da reißt es eben auseinander.” „Und wenn man dann hier entlang kommt, dann würde man reinfallen.” „Würde man reinfallen.” „Und das sieht dann ungefähr so aus.” „Vorsicht.” „Achtung. Nick,was ist los?” „ Der Klaas ist in die Spalte gefallen.” „Kannst du ihn noch sehen?” „Nein, er ist unten.” „Bist du schon mal hineingefallen?” „Ab und zu, ja.” „Echt?” „Ja.” Kilian war damals angeseilt. Sonst wäre das nicht so glatt gegangen mit der Rettung. „Ich nehme mal an, eine Gletscherspalte überquert man ähnlich wie das hier. Halte mich mal kurz fest.” „Einen großen Schritt oder einen kleinen Sprung. Super machst du das.” „Danke, aber was macht man eigentlich, wenn die Gletscherspalte viel breiter ist?” „Wenn wir mal eine große Gletscherspalte haben, wenn wir nicht mehr rüber springen können, dann können wir einfach die Leiter her tun. Dann lassen wir sie darüber und zack fest und du kannst schön rüber krabbeln.” „Ich?” „Ja sicher du.” „Ja, du.” „Krabbeln, so wie du das gelernt hast. Als junger Bub, noch als Säugling fast. Halte dich schön fest.” „Halte du die Leiter fest, ja?” „Ich halte die Leiter dann für dich fest. Du krabbelst schön langsam rüber. Pass auf, Willi, halte dich schön fest.” „Ist zwar nicht ganz einfach, aber auch nicht wirklich gefährlich. Richtig tief ist die Spalte nämlich nicht. Sonst würde Kilian mich das ohne Sicherungsseil ja nicht machen lassen.” „So kommt man über so ein großes, breites Loch hinweg. Das machst du einwandfrei. So, nun bist du auch schon drüber auf der anderen Seite. Super, bravo.” „Aber ohne Leiter kommst jetzt selbst du nicht rüber, Kilian.” „Doch, wenn ich spring!” „So, Willi, jetzt will ich ja mal wissen, ob du was gelernt hast.” „Ja, was denn?” „Wo stehen wir?” „Wir stehen...Achso, hier auf dem Boden stehen wir natürlich auf einer Moräne, auf einer Seitenmoräne, oder?” „Ja, Grundmoräne.” „Ah, Grundmoräne, weil wir sind ja auch ganz unten am Grund des Gletschers.” „Genau. Ja, so ist es.” „Da geht es hoch. Und hier kommt jetzt das Wasser heraus.” „Ja. Und wie nennt sich das? Das ist ein Gletschertor.” „Wieso nenne ich das so?” „Weil es ein echtes Tor ist, wo das Wasser herauskommt. Das hat sich oben alles gesammelt, in einem Fluss unter dem Gletscher und hier kommt es zum Vorschein.” „Wow und was machen da drüben eigentlich die Tini und der Matthias?” „Ja, Tini und der Matthias sind dort, wo das letzte Jahr der Gletscher noch gereicht hat. Also, er ist in der Zwischenzeit so weit zurück geschmolzen.” „Das heißt, das sind so gute 15 Meter, kann man sagen, die der Gletscher eigentlich schrumpft.” „Ja, er ist zurück geschmolzen. Er hat sich nicht zurückgezogen, wie ein Wurm oder so, sondern er ist zurück geschmolzen.” „Wegen der Sonne?” „Wegen der Sonne, genau, die strahlt und das dunkle Eis absorbiert viel mehr Energie als der weiße Schnee oder der Firn. Und deshalb schmilzt da unten das Eis viel schneller als droben der Firn in der Höhe.” „Achso, klar, weil schwarze Flächen, die sind viel wärmer - das merkt man ja auch, jetzt wo die Sonne scheint - also ein heller Hut.” „Auch der Hut.” Zwischendurch muss ich euch noch eine ganz wichtige Information geben: Die Tini und der Matthias, die sind nämlich nicht nur ein Forscherpärchen, sondern auch ein Liebespärchen. Gebt mal einen Beweis. Ja, von wegen eiskalte Forscher hier oben. Aber was geht in dir vor, wenn du deinen Gletscher siehst? „Also, wenn ich sehe, dass es so rasant abschmilzt, dann habe ich Sorge, dass später in den Tälern unten weniger Wasser zur Verfügung steht in trockenen, heißen Sommern.” „Aber, ich meine, wem will man denn die Schuld geben? Der Sonne kann man ja nicht die Schuld geben.” „Das ist eben wegen diesem Treibhauseffekt.” Der Treibhauseffekt entsteht zum Beispiel durch Wasserdampf oder Wolken. Die wirken wie die Scheiben in einem Treibhaus und halten die Wärme der Sonnenstrahlen auf der Erde zurück. Ohne den Treibhauseffekt wäre es so kalt, dass kein Leben möglich wäre. Weil aber immer mehr Abgase in die Atmosphäre gelangen, wird auch der Treibhauseffekt immer stärker und die Erdoberfläche zu warm. „Das heißt, unsere Atmosphäre wird durch den Treibhauseffekt wärmer. Zu warm für den Gletscher.” „Genau, ja. Das ist so, das ist die Tendenz der letzten 150 Jahre. Das können wir nicht leugnen.” Das Abschmelzen der Gletscher ist überall in den Alpen zu beobachten und durch jahrelange wissenschaftliche Messungen belegt. Schaut mal auf die Jahreszahlen. Je mehr wir uns der Gegenwart nähern, umso kleiner wird der Gletscher. Natürlich kommen jeden Winter wieder Schnee und Eis nach, aber eben viel weniger als im Sommer wegschmelzen. Und so wird der Gletscher als Wasserspeicher für Trockenzeiten immer kleiner. „Kannst du schon irgendwie so in die Zukunft schauen? Wie lange gibt es den Gletscher überhaupt noch?” „Also, wenn die Tendenz der letzten 25 Jahre anhält, dann werden wir so in 50 Jahren der Großteil dieser Gletschermassen verschwunden sein. Wir haben dann nur noch kleinere Flecken.” Und auch für Wintersportler wird es eng. Auf manchen Gletschern versucht man deshalb, mit weißen Plastikplanen das Abschmelzen einzudämmen. „Ganz zum Schluss möchte ich dir noch sagen: Danke für diese vielen Antworten. Und jetzt kannst du wieder von meinem Schuh herunter gehen.Er stand die ganze Zeit auf meinem Fuß.” „Und jetzt zeigen mir Tini und Matthias ihren Arbeitsplatz.” „Habt ihr eigentlich auch so einen Muskelkater wie ich?” „Ja, ein bisschen.” „ Ich schon” „Wir sind auch weit gelaufen.” „Da oben ist der Gletscher und jetzt...Was ist das? Das sieht total spacig aus.” Das ist eine Messstation. Mit diesen Geräten werden die Temperatur, die Regenmenge, Sonneneinstrahlung und Windstärke erfasst, um dann zu ermitteln, unter welchen Bedingungen der Gletscher wächst und wann er schmilzt. „Ihr wollt halt genau wissen, woran es liegt, dass der Gletscher immer kleiner wird.” „Genau, damit wir auch Hinweise geben können, woran es liegt.” „Messt ihr eigentlich auch, wie viel Wasser da runter kommt?” „Wir messen auch, wie viel Wasser vom Gletscher herunter kommt, genau.” „Wie viel kommt da runter?” „Das ist unterschiedlich, je nach Jahreszeit und Tageszeit.” Wow, alles Schmelzwasser. Die Forscher kontrollieren, wie viele Liter vom Gletscher ins Tal rauschen. Klar, je mehr Schmelzwasser, umso kleiner wird der Gletscher. „Kannst du mir mal sagen, wie viele Liter da überhaupt runter kommen?” „Ja, im Moment kommen über 6000 Liter pro Sekunde. Das sind ungefähr 30 Badewannen voll.” „Aber das ist auch nicht immer gleich.” „Nein, nein, das steigt jetzt an, weil die Sonne so stark scheint. Das heißt, das wird später vielleicht einmal neun Kubikmeter kommen, oder so.” „9000 Liter dann.” „9000 Liter in der Sekunde.” „Hey, okay! Das Wasser schießt durch euren Westkanal immer tiefer in das Tal.” „Ja, genau.” „Und da gehe ich jetzt hin. Ludwig, ich danke dir.” „Hat mich gefreut.” Und nach so vielen Infos rund um den Gletscher und um das Gletscherwasser geht es jetzt nochmal um Action und Spaß, nach der Zusammenfassung. Kilian hat mir gezeigt, wie man mit einer Leiter Spalten im Eis überqueren kann. Die Stelle, an der das Schmelzwasser unten am Gletscher hinausschießt, heißt Gletschertor. Wo das Eis durch Erde und Staub schmutzig ist, schmilzt der Gletscher stärker ab, weil die Sonne dunkle Flächen mehr erwärmt, als helle. Durch immer mehr Abgase wird der Treibhauseffekt stärker und das Eis der Gletscher schmilzt. „Wie anfangs schon erwähnt, finde ich Extremsportarten extrem interessant. Und deswegen habe ich mich jetzt mit dem Nabil, dem Andi und dem Franz-Josef verabredet. Zu welcher Sportart?” „Canyoning.” „Starten wir unsere Tour.” Canyoning ist englisch und heißt so viel wie Schluchten begehen. Natürlich tragen wir Neoprenanzüge, die halten warm. Das Wasser ist nämlich eiskalt. Und ich habe noch eine Frage. „Was hat denn die Schlucht mit dem Gletscher zu tun?” „Die Schlucht hat damit zu tun, dass eben das Wasser, das vom Gletscher abschmilzt, durch diese Schlucht herunter kommt. Und das Wasser, das dann da auf dem Canyon gefroren, das heißt, wenn man Fließ nimmt und Wasser. Und das schleift den Stein aus. Und darunter stehen da so schöne glatte Flächen, wo man auch so super herunter rutschen kann auch.” „Es ist zwar nicht ganz so glatt wie eine Rutschbahn, aber wir haben ja diese Superwindeln an, aus so einem reißfesten Material. Also, einfach reinsetzen und…” „Einfach reinsetzen und runter.” „Die Rutschen sind echt das Beste. Zum Glück gibt es hier jede Menge davon. Wenn man durch die Rinne saust, sollte man die Arme verschränken oder vor dem Körper halten, damit man an den Felsen nicht hängen bleibt.” „Was ist denn eigentlich das tolle am Canyoning?” „Ja, das es so viel Spaß macht.” „Das stimmt. Also, weiter!” „Canyoning geht natürlich nur mit der richtigen Ausrüstung in Begleitung von Profis und bei niedrigem Wasserstand.” „Weiter geht es! Man weiß halt nie, was irgendwie am Boden ist. Darunter kommt es immer ein bisschen uneben. Ich komme ja! Also, Gletscherwasser ist wichtig, Gletscherwasser ist kalt, Gletscherwasser ist nass und Gletscherwasser macht Spaß. Und in diesem Sinne: Auf in die Rinne!” Wo geht das hin, das Rohr im Klo? Wer bringt meine Post nach Mexiko? Wie werde ich Astronaut? Wie wird ein Haus gebaut? Wie, wie, wie, wie, Willi? Willi will es wissen. Willi will es wissen. Wie wird man eigentlich Bürgermeister? Und warum klebt Tapetenkleister? Wie löscht die Feuerwehr? Wo kommt die Kohle her? Wo, wer, wie, wie, Willi? Willi will es wissen. Willi will es wissen.

7 Kommentare

7 Kommentare
  1. Super!

    Von Intieling, vor 17 Tagen
  2. Der Hammer 😎

    Von Brian, vor 4 Monaten
  3. lolich

    Von jursch l., vor mehr als 5 Jahren
  4. ja toll

    Von Leonie E., vor etwa 7 Jahren
  5. eigentlich gut, vom Aufbau etwas chaotisch - springt von einem Thema zum anderen.

    Von Joshk, vor fast 9 Jahren
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