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Patrone und Klienten 07:07 min

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Patrone und Klienten Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Patrone und Klienten kannst du es wiederholen und üben.

  • Ordne den Begriffen die richtige Erklärung zu.

    Tipps

    Verwechsle nicht das Patronat mit dem Dominat. Das eine beruht auf Gegenseitigkeit, beim anderen wird nur bestimmt!

    Lösung

    Im Video hast du zwei unterschiedliche Verhältnisse kennen gelernt, die das Zusammenleben der Menschen in Rom bestimmten: das Patronat und das Dominat.

    Unter dem Patronat versteht man das Verhältnis von zwei freien Bürgern. Der Patron ist meist ein einflussreicher, angesehener Mann, der in der Politik Karriere machen will. Er schart Klienten um sich, die ihn unterstützen und ihm behilflich sind. Das können unterschiedlich viele sein: Manchmal hat ein Patron nur eine geringe Anzahl an Klienten, manchmal aber auch ganze Städte oder Heere, die auf ihn hören. Das Verhältnis von Patron und Klienten bezeichnet man als fides, die Treue. Der Patron bot Schutz und half bei Rechtsfragen, der Klient begleitete ihn dafür in der Öffentlichkeit oder gab ihm bei Wahlen seine Stimme. Der Grundsatz dabei war do ut des - ich gebe, damit du gibst. Das bedeutet: Jeder erwartete vom anderen eine Gegenleistung. Die musste aber nicht immer sofort erbracht werden.

    Das Dominat dagegen beschreibt das Verhältnis zwischen einem Herrn und einem Unfreien, also einem Sklaven. Reichere Römer hatten meist mehrere Sklaven im Haus, die zur Familie gehörten. Die römische familia besteht also nicht nur aus Eltern und Kindern - auch Bedienstete zählen dazu. Das Oberhaupt war der pater familias, der Familienvater. Er bestimmte über das Leben der Kinder und Sklaven. Ein Sklave hatte im Gegensatz zum Klienten keine Gegenleistung zu erwarten.

  • Gib an, welche Aussagen über Patrone und Klienten richtig sind.

    Tipps

    Verwechsle nicht das Patronat mit dem Dominat!

    Was war der Unterschied?

    Do ut des. - Was hieß das nochmal?

    Lösung

    Klienten und Patrone waren beide freie Bürger. Dennoch waren sie abhängig voneinander. Doch warum?

    Klienten waren gesellschaftlich niedriger gestellt und brauchten finanzielle Unterstützung oder Beziehungen, um weiter zu kommen. Manchmal benötigten sie auch einen Anwalt vor Gericht. Das alles bekamen sie von einem Patron. Der war meistens ein Adliger oder reicher Bürger.

    Die Klienten hatten manchmal auch mehr als einen Patron. Sie besuchten ihre Patrone morgens, begleiteten sie auf dem Stadtrundgang und gaben ihnen die Stimme bei Wahlen.

    Das Verhältnis beruhte also auf Gegenseitigkeit - war aber von Treue geprägt (auf Latein: fides). Jeder verließ sich auf den anderen und gab etwas, um dafür etwas wiederzubekommen (do ut des).

  • Ordne dem Klienten und dem Patron die richtigen Begriffe zu.

    Tipps

    Versuche dich an das Prinzip do ut des zu erinnern. Wer gab was?

    Patrone waren gesellschaftlich höher gestellt und oft in der Politik oder bei Gericht tätig. Was konnten sie bieten?

    Der Klient steht links im Bild.

    Lösung

    Das Verhältnis von Patron und Klient ist für uns heute nicht so einfach zu verstehen. Es war ein freiwilliges Verhältnis zwischen zwei freien Bürgern, die aber unterschiedliches Ansehen und gesellschaftlichen Einfluss hatten.

    Der Patron war meist ein Adliger oder ein Bürger, der selbst aufgestiegen war. Er war bei Gericht oder in der Politik tätig und verfügte meistens über ausreichend Geld und Einfluss. Um gesellschaftlich weiter zu kommen, brauchte er jedoch die Stimmen und die Unterstützung der Klienten. Dafür bot er ihnen Schutz und Hilfe in allen Lebenslagen. Häufig hatte ein Patron viele Klienten. Mit seinen Beziehungen erleichterte er ihnen das Leben, half ihnen bei finanziellen Schwierigkeiten oder vertrat sie vor Gericht.

    Die Klienten waren meistens einfache Leute wie Bauern, Handwerker oder auch Soldaten. Sie hatten mindestens einen Patron, den sie jeden Morgen besuchten, ihn auf der Tour durch die Stadt begleiteten und für den sie sonstige Dienste leisteten. Bei öffentlichen Auftritten spendeten sie Applaus und bei Wahlen gaben sie ihre Stimme für den Patron.

    Das Verhältnis der beiden bezeichnet man oft mit dem Satz do ut des - ich gebe, damit du gibst. Jeder gab also etwas und erwartete etwas dafür.

  • Arbeite heraus, was der Autor über die gegenseitigen Gefälligkeiten sagt.

    Tipps

    Versuche dich an das Prinzip do ut des zu erinnern. Es passt sehr gut zu Ciceros Aussagen.

    Was verstand man darunter?

    Lies dir die Übersetzung gut durch und versuche auch den lateinischen Text zu verstehen.

    Nimm dir dann immer nur eine Aussage vor und prüfe, ob sie zutrifft.

    Lösung

    Cicero hat sein Buch natürlich als Philosoph verfasst und nicht als Klient oder Patron. Trotzdem findet man darin viel, was auch zum Verhältnis des Patronats passt.

    Im Abschnitt, den du in der Aufgabe gelesen hast, geht es um die benevolentia - das heißt auf Deutsch soviel wie: Wohlwollen, Zuneigung. Wenn man jemandem eine Zuneigung erweist, erwartet man oft auch etwas zurück.

    Das beschreibt das Verhältnis do ut des ganz gut, dass du kennen gelernt hast: Der Patron und der Klient geben jeweils etwas, um sich gefällig zu zeigen. Dafür wollen sie keine Bezahlung - aber sie erwarten, dass ihnen bei Gelegenheit auch geholfen wird.

    Cicero hält es für wichtig, dass man beim Verteilen von Gefälligkeiten nicht wahllos vorgeht. Er ist sogar ziemlich berechnend dabei: Man soll sich nicht von Gefühlen leiten lassen - sondern mit Vernunft beurteilen, was einem erwiesen wird und was man selbst gibt. Man soll auch gut bedenken, wem man eine Gefälligkeit erweist.

    Die Aussagen 2 und 3 sind also richtig.

  • Entscheide, ob die Begriffe zum Patronat oder zum Dominat passen.

    Tipps

    Kläre für dich zunächst, was man unter den beiden Begriffen versteht. Bringe sie nicht durcheinander!

    Im Wort Patronat steckt der Patron. Was war sein Gegenstück?

    In Dominat steckt das Wort dominus. Was heißt es?

    Über wen gebietet der dominus?

    Dem Patronat kannst du fünf Begriffe zuordnen, dem Dominat vier.

    Lösung

    Die Begriffe Patronat und Dominat beschreiben zwei unterschiedliche Beziehungen zwischen einer höherstehenden und einer niedrigeren Person im alten Rom.

    In Patronat steckt das Wort Patron. Es ist verwandt mit pater - dem Vater. Der Patron war eine Art väterlicher Beschützer. Meistens war er ein reicher und einflussreicher Adliger, der politisch oder wirtschaftlich vorankommen wollte. Er hatte Klienten um sich, meistens einfache Handwerker oder Bauern, die Hilfe benötigten. Das konnte finanzielle Hilfe sein, aber auch Unterstützung vor Gericht oder in anderen Bereichen. Der Patron band seine Klienten durch Gefälligkeiten an sich und bot ihnen Schutz. Dafür erwartete er Unterstützung bei Wahlen, indem seine Klienten ihm die Stimme gaben. Sie begleiteten ihn auch bei seinem Rundgang durch die Stadt und besuchten ihn. Beide Seiten hatten also etwas davon, das Verhältnis beruhte auf Gegenseitigkeit. Meistens war es auch freiwillig. Ein Patronat bestand oft jahrelang und war von gegenseitiger Treue geprägt. Wer als Patron viele Klienten hatte, besaß großes Ansehen und Einfluss.

    Beim Dominat war es ganz anders. In dem Begriff steckt das Wort dominus (der Herr). Daraus wird schon klar, dass es hier um Herrschaft über jemand anderen ging. Die Untergebenen eines dominus waren seine Familienangehörigen, besonders aber die Sklaven. Sie hatten keine Rechte, mussten aber umsonst für ihren Herrn arbeiten. Sklaven hatten ganz verschiedene Aufgaben - vom Lehrer bis zum Bergarbeiter. Allen gemeinsam war, dass sie ihrem Herrn gehorchen mussten.

    Natürlich konnte ein Patron gleichzeitig auch ein dominus sein - und andersherum.

  • Gib an, womit die beiden Römer gegen die Regeln des Patronats verstoßen.

    Tipps

    Überlege nochmal, welche Leistungen und Gegenleistungen das Verhältnis von Klient und Patron geprägt haben.

    Verwechsle nicht das Patronat mit dem Dominat!

    Wie unterschieden sich die beiden Verhältnisse?

    Bei dem Patron Gaius Iunius Brutus kannst du zwei Verstöße markieren.

    Der Klient Paulus leistet sich gegenüber seinem Patron drei Verstöße.

    Lösung

    Gaius Iunius Brutus und sein Klient Paulus verhalten sich beide nicht korrekt. Wie du bereits gelernt hast, war das Verhältnis von Patron und Klient von gegenseitiger Treue geprägt. Anders als bei einem Sklaven und seinem Herrn konnte keiner den anderen zu etwas zwingen.

    • Deshalb ist es nicht rechtens, wenn Gaius Iunius seine Klienten wie Sklaven zum Hausbau nötigen will.
    • Allerdings hätte er als Patron auch für seinen Klienten da sein sollen, als dieser vor Gericht einen Anwalt brauchte.
    Wenn man eine Gefälligkeit erbrachte, konnte man auch eine Gegenleistung erwarten. Dieses Prinzip bezeichneten die Römer als do ut des - ich gebe, damit du (auch) gibst.
    • Deshalb wäre es besser für Paulus gewesen, wenn er seinen Patron auch bei der Wahl unterstützt hätte, nachdem dieser ihm Geld gegeben hat.
    • Ebenso war es normal, dass man seinen Patron beim Spaziergang durch die Stadt begleitete. Dort zeigte er sich öffentlich und demonstrierte sein Ansehen und seinen Einfluss.
    • Außerdem konnte jeder Klient nur einen Patron haben. Ein Patron konnte allerdings mehrere Klienten haben.