Saarland - Geschichte 06:08 min

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Transkript Saarland - Geschichte

Erste Spuren menschlicher Besiedelung finden wir vor etwa 100000 Jahren. 5000 Jahre ist er alt, der Gollenstein bei Blieskastel. Er gilt als das älteste Zeugnis menschlicher Gemeinschaftsarbeit im Saarland. Der Ringwall bei Otzenhausen, eine Befestigungsanlage der Kelten, wird in die jüngere Eisenzeit datiert. Wir befinden uns nun schon im vierten bis ersten Jahrhundert vor Christus. Schwarzenacker bei Homburg: Am Eingang zum römischen Museum wird der Besucher von diesen lebensgroßen Reiterstandbildern empfangen. Die Straße der Händler: Einkaufsmeile auf römisch. Die Römer machten aus dieser Siedlung ein wichtiges Handelszentrum an der Fernstraße von Trier nach Straßburg. Der heutige Name, Schwarzenacker, deutet auf verbrannte Erde hin. Einige Kilometer weiter, an der deutsch-französischen Grenze, finden wir weitere Spuren der Vergangenheit. Die benachbarten Grenzorte, Reinheim auf deutscher und Bliesbruck auf französischer Seite, beherbergen eindrucksvolle Siedlungsreste sowohl aus keltischer als auch aus gallorömischer Zeit. Deutschland und Frankreich haben die Ausgrabungen im europäischen Kulturpark zusammengefasst. Auch heute noch werden hier immer wieder neue Funde gemacht. Geschichte zum Anfassen erleben Schüler zum Beispiel am Mahlwerk. Keltische Besiedlung im Saarland mit eindrucksvollen Zeugen unserer Vergangenheit, wie diese Grabhügel. Nicht weit von der Luxemburger Grenze entfernt, findet sich eine weitere imposante Spur römischer Vergangenheit: Die römische Villa in Nennig, mit ihrem eindrucksvollen Mosaikboden. Die eigentliche Geschichte der Stadt Saarbrücken beginnt am 14. Mai des Jahres 999. Kaiser Otto der Dritte schenkt dem Bischof von Metz das Costello Sara Broca. In der Folgezeit entstehen verschiedene Territorien wie die Grafschaft Saarbrücken, das Kurfürstentum Trier, das Herzogtum Lothringen und das Herzogtum Pfalz-Zweibrücken. In unserer stark vereinfachten Darstellung erkennen wir die vier Territorien und die Umrisse des heutigen Saarlandes. Diese vier Territorien finden sich noch heute im Wappen des Saarlandes wieder. Oben links der silberne Löwe als Wappen der Saarbrücker Grafen. Oben rechts das rote geschliffene Kreuz für die Kurfürsten von Trier. Unten links der Schrägbalken mit drei silbernen Adler steht für die Herzöge von Lothringen und unten rechts der goldene Löwe für die Herzöge von Pfalz-Zweibrücken. Die Landesflagge trägt das saarländische Wappen auf dem Grund der Farben Schwarz, Rot, Gold der Bundesrepublik Deutschland. Unmittelbar nach der französischen Revolution im Jahr 1793 besetzen die Revolutionstruppen das linke Rheinufer und zerschlagen die Fürstentümer. Das Saarbrücker Schloss steht in Flammen. Auf dem berühmten Wiener Kongress wird das Saarland unter den Königreichen Preußen und Bayern aufgeteilt. Im deutsch-französischen Krieg von 1870/71 kommt es zu einer erbitterten Schlacht auf den Spicherer Höhen vor den Toren Saarbrückens. Untrennbar mit der Schlacht verbunden ist der Name von Katharina Weißgerber, im Volksmund "Schultze Kathrin" genannt, die sich unter Lebensgefahr im Schlachtgetümmel um die Verletzten beider Armeen kümmerte. Während des Ersten Weltkrieges leidet das Saarland besonders unter seiner Lage zwischen zwei großen Machtblöcken. Nach 15 Jahren, im Januar 1935, fand dann die Volksabstimmung statt, die im Versailler Vertrag beschlossen worden war. Das Abstimmungsergebnis ist eindeutig: Über 90 Prozent der Bevölkerung stimmen für eine Wiedereingliederung des Saarlandes in das Deutsche Reich. Das Saarland wird Teil des Dritten Reiches. Lediglich zehn Jahre dauerte diese Situation. Als Folge des Zweiten Weltkrieges wandelt sich das Schicksal des Saarlandes erneut mit der wirtschaftlichen Angliederung an Frankreich. Ende 1947 wird die erste saarländische Verfassung verabschiedet und Johannes Hoffmann, im Volksmund „Joho“ genannt, wird erster saarländischer Ministerpräsident. Jahre später, am 1. Januar 1957, erfolgt dann die politische Rückgliederung des Saarlandes. Das Saarland wird das zehnte Bundesland der Bundesrepublik Deutschland. Etwas mehr als zwei Jahre später, am 6. Juli 1959, wird das Saarland dann auch wirtschaftlich deutsch. Der Saarfranken wird gegen die D-Mark eingetauscht.