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Baden-Württemberg - Naturraum 06:43 min

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Transkript Baden-Württemberg - Naturraum

Baden-Württemberg ist landschaftlich sehr vielseitig. Das nebeneinander hoher Bergländer und abgeschirmter Beckenräume führt zu deutlichen klimatischen Unterschieden innerhalb des Landes. Die Landschaft und Bodenbeschaffenheit des Bundeslandes wird nach geologischen und geomorphologischen Kriterien in verschiedene Großlandschaften unterteilt. Viele der Einheiten setzen sich allerdings in die benachbarten Bundesländer fort. Odenwald und Spessart befinden sich am nördlichen Rand von Baden-Württemberg. Sie zeichnen sich durch weite, tiefe Täler, wasserarme Höhenrücken und weite Waldflächen aus. Wie hier, am südlichen Teil der Bergstraße, im Odenwald. Das oberrheinische Tiefland besitzt einen oberen, einen mittleren und einen unteren Abschnitt und ist ein etwa 300 Kilometer langes und bis zu 40 Kilometer breites Tiefland am Mittellauf des Rheins. Ein großer Teil davon zieht sich durch Baden-Württemberg und besitzt ein besonders mildes Klima, sodass hier häufig Wein und Obst angebaut wird. Weiter stromaufwärts folgt das Hochrheingebiet. Der Rhein bildet hier eine natürliche Grenze zwischen Deutschland und der Schweiz. Der Schwarzwald ist Deutschlands größtes zusammenhängendes Mittelgebirge. Er erstreckt sich auf einer Länge von 150 Kilometer in der Nord-Süd-Richtung und hat im Süden einer Breite von zirka 60 Kilometer im Norden etwas weniger. Der dort gelegene Feldberg ist mit 1493 Metern der höchste Berg in den deutschen Mittelgebirgen und ein beliebtes Ausflugsziel, egal bei welchem Wetter. Die Großen zusammenhängenden Waldflächen, urige Bauernhöfe, tiefe Schluchten und große Seen, wie der Titisee, ziehen ebenfalls zahlreiche Besucher in die Region. Nördlich und östlich des Schwarzwalds liegt die größte naturräumliche Großlandschaft Baden-Württembergs, die Neckar und Taubergäuplatten. Typisch sind hier die flachkuppige Hügellandschaft des Muschelkalks und die waldarmen Landterrassen mit offenen, fruchtbaren Ackergebieten. Sie gehören genauso zum Großgebiet des südwestdeutschen Schichtstufenlandes, wie die nördlich davon liegenden Mainfränkischen Platten. Auch das Schwäbische und Fränkische Keuper-Lias Land weist eine solche Schichtbeschaffenheit des Bodens auf. Kalkgestein und Sandstein wechseln hier ab und bilden hügelige Stufenhänge mit weiten Tälern. Südlich schließt sich die Schwäbische Alp an. Sie ist als geschlossenes Mittelgebirge ein gewässerarmes Karstgebiet und von typischen Karstformen und zahlreichen vulkanischen Formen durchzogen. Die nährstoffarmen Magerwiesen und Wacholderheiden sind Lebensraum für besonders viele Arten von Insekten und Kräutern. Eiszeitliche Höhlen und versteinerte Fossilien und Meeresriffe aus dem Jurameer bieten spannende Einblicke in die Erdgeschichte. Wie bei Holzmaden, zwischen Ulm und Stuttgart. In dem Sedimentgestein aus der Zeit des Unterjuras wurden schon Fossilien von Muscheln, Ammoniten, Sauriern und Meereskrokodilen gefunden. Weiter im Süden liegt die Donau-Iller-Lech-Platte. In der letzten Eiszeit blieb dieser Teil des Voralpenlandes zum größten Teil gletscherfrei. Mit seinen Auen, Flussläufen und weiten Mooren, wie den Federsee, ist das Gebiet Heimat vieler seltener Tiere und Pflanzen. Das Voralpine Hügel- und Moorland wurde dagegen von den Gletschern der Eiszeit geprägt. Das zeigt sich durch die dortigen typischen Landschaftsformen, die Seen, Moränen und Mooren. Besonders beliebtes Ausflugsziel ist natürlich der Bodensee. Der zweitgrößte See Mitteleuropas erstreckt sich zwischen Bregenz und Stein am Rhein über 69,2 Kilometer und hat eine maximale breite von 14 Kilometern. Eine Fähre verbindet die beiden Ufer. Insgesamt wird fast 47 Prozent der Fläche Baden-Württembergs, also fast die Hälfte, landwirtschaftlich genutzt. Etwas weniger Fläche, nämlich 38,5 Prozent, ist mit Wald bedeckt. Siedlung und Verkehr machen knapp 13 Prozent vom Flächenanteil aus.