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Stoa – Antike Philosophie 05:41 min

Textversion des Videos

Transkript Stoa – Antike Philosophie

Salve!

Hast du schon mal den Satz gehört: “jemand hat etwas im Affekt getan”? Warst du schon mal total apathisch und konntest dich zu nichts aufraffen? Hast du gehört, dass jemand etwas “mit stoischer Ruhe” erträgt? Vielleicht hast du dich gefragt, woher diese Ausdrücke stammen und was sie bedeuten.

All diese Wörter haben etwas mit meiner Philosophenschule zu tun, der Stoa. Ich bin nämlich ein Stoiker. In diesem Video möchte ich dir unsere Philosophie genauer vorstellen. Du erfährst, woher die stoische Philosophie kommt und wer ihre wichtigsten Vertreter waren. Du lernst, wie wir Stoiker uns die Welt vorstellen. Und schließlich erfährst du, wie wir unser Leben gestalten wollen. Am Ende des Videos kannst du mit den Begriffen von vorhin bestimmt etwas anfangen!

Herrkunft und wichtige Vetreter der Stoa

Zunächst möchte ich dir zeigen, woher unsere Philosophenschule kommt. Wir befinden uns in der Zeit des Hellenismus – also um 300 v.Chr. In Griechenland geht einiges drunter und drüber: neue Königreiche entstehen und die Stadtstaaten gehen unter. Eine ziemlich ungemütliche Zeit. Die Stoa stammt aus Athen. Sie wurde vor allem von Platon und Aristoteles beeinflusst, die dort schon früher Philosophie betrieben. Sie überlegten vor allem, was gut für die Gesellschaft sei. Das hat sich bei uns geändert, denn in unserer Zeit kann man sich nur noch auf sich selbst verlassen. Uns interessiert vor allem, wie man als Einzelner glücklich werden kann. Das klingt ziemlich modern, findest du nicht?

Der Begründer der Stoa war Zenon. Er und seine Anhänger trafen sich in einer bemalten Säulenhalle in Athen – der stoa poikile. Daher kommt auch unser Name! Zenon hatte einige berühmte Nachfolger: Kleanthes, Chrysipp, Panaitios und Poseidonios, aber auch die Römer Seneca und Marc Aurel waren Stoiker. Daran siehst du schon, dass es die Stoa ziemlich lange gab.

Vorstellung von der Welt

Doch gehen wir ans Eingemachte: worum geht es in der stoischen Philosophie, oder anders gefragt: wie stellen wir Stoiker uns die Welt vor?

Zunächst einmal: wir glauben an den Logos. Der Logos, das ist eine göttliche Kraft, die alles durchdringt und lenkt. Logos bedeutet Vernunft, denn wir glauben, dass alles vernünftig und gut geordnet ist. Jeder Mensch trägt den göttlichen Logos in sich, auch Barbaren und Sklaven. Man muss sie deshalb auch so behandeln. Weil jeder etwas Göttliches in sich hat, muss man auch etwas für die Gemeinschaft tun. Wir nennen es vita activa - ein aktives Leben.

Gleichzeitig bestimmt der Logos alles vorher. Die Vorhersehung heißt bei uns providentia. Alles, was je passiert, ist schon seit langer Zeit festgelegt. Kannst du dir das vorstellen? Weil man nichts ändern kann, muss man sich fügen und gemäß der Natur leben. Auf lateinisch heißt das secundum naturam vivere.

Stoische Lebensregeln

Schauen wir uns einmal an, wie so ein Leben gemäß der Natur aussieht. Welche Regeln muss man beachten?

Zunächst mal muss man apathisch sein. Apathie bedeutet Freiheit von Leidenschaften, zum Beispiel Zorn oder Furcht. Für uns gilt: widerstehe deinen Trieben und Leidenschaften - tue nichts im Affekt! Nur so erreichst du die Seelenruhe, auf lateinisch tranquillitas animi. Wir meinen: bleib ruhig und lass dich von nichts erschüttern! Und zuletzt: sei dir selbst genug. Selbstgenügsamkeit heißt bei uns Autarkie. Wird fordern: mach dich von nichts und niemandem abhängig! Nur so erreichst du das höchste Ziel, nämlich das Glück - bei uns heißt das Eudaimonia.

Doch was heißt das jetzt konkret? Wir vermeiden es, uns in Dinge hinein zu steigern wie Wut, Schmerzen oder Trauer. Alles Widrige macht uns nichts aus - sei es das schlechte Wetter oder der Tod. Aber genauso geben wir nichts auf Äußerlichkeiten wie Geld ohne schöne Häuser. Klingt das seltsam für dich? Ich finde das Thema ziemlich aktuell. Überleg mal, wieviele Ratgeber es heute gibt, die sich damit beschäftigen, wie man glücklich wird!

Hören wir uns zum Schluss noch an, was der Stoiker Marc Aurel dazu zu sagen hat: “Fürchte dich nicht vor dem Tod, sondern davor, dass du das richtige Leben noch nicht begonnen hast!”

Denk mal drüber nach! Vale und Leb Wohl!

4 Kommentare
  1. Gute Erklärung des Ablaufs und der Kampf Arten !
    DAUMEN eindeutig NACH OBEN

    Von Drsfranz, vor mehr als einem Jahr
  2. habt ihr das in Ratgebern gelesen?
    War nur Spaß:-D

    Von Noah 14, vor mehr als 3 Jahren
  3. Wow da ist irgendwie was dran

    Von Klpublic, vor fast 4 Jahren
  4. es wird super erklärt

    Von Dsberatung, vor mehr als 4 Jahren

Stoa – Antike Philosophie Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Stoa – Antike Philosophie kannst du es wiederholen und üben.

  • Gib an, welche Aussagen über die Stoa richtig sind.

    Tipps

    Als Wiege der europäischen Philosophie wird häufig das alte Griechenland genannt.

    Platon und Aristoteles beeinflussten die stoische Philosophie.

    Lösung

    Die Stoa wurde in der Zeit des Hellenismus in Athen gegründet, einer unruhigen Zeit, in der die Stadtstaaten an Bedeutung verloren.

    Ihr erster Vertreter war Zenon von Kition. Er gilt als Musterbeispiel für einen Stoiker - wortkarg, düster und durch nichts aus der Ruhe zu bringen. Deshalb spricht man auch heute noch von „stoischer Ruhe“.

    Er hielt sich mit seinen Schülern in der Stoa poikile auf, einer bemalten Säulenhalle, der seine Lehre ihren Namen verdankt.

    Sie bestand mehrere hundert Jahre - und fand nicht nur in Griechenland, sondern auch in Rom Anhänger, wie etwa den Kaiser Marc Aurel.

  • Gib an, welche Begriffe etwas mit der Stoa zu tun haben.

    Tipps

    Einer der Begriffe kommt aus dem Italienischen. Die Sprache ist erst viel später erstanden.

    Anarchie beschreibt einen Zustand der Abwesenheit von Herrschaft.

    Eurythmie kann mit „schöne Bewegung“ übersetzt werden und ist eine moderne Wortkreation.

    Lösung

    In der Lehre der Stoa gibt es nur die Begriffe Apathie, Autarkie, Eudaimonie und vita activa.

    • Die Apathie ist die Freiheit von allen Leidenschaften und Begierden, wie dem Wunsch nach Macht oder Reichtum.
    • Autarkie bedeutet, unbeeinflusst von allem zu leben und sich selbst genug zu sein. Nur so erreicht man laut den Stoikern das Glück, Eudaimonie.
    • vita activa nennen die Stoiker ein Leben, das sich für die Gemeinschaft einsetzt, etwa in der Politik.
  • Entscheide, wie ein echter Stoiker reagieren würde.

    Tipps

    Denke an die stoischen Grundbegriffe - Apathie, Autarkie, Eudaimonie!

    Lösung

    In den richtigen Antworten sind die Grundbegriffe der Stoa versteckt: Apathie und Autarkie. Ein echter Stoiker würde aus zwei Gründen nicht in Zorn oder Trauer verfallen:

    1. weil er weiß, dass alles Äußerliche wie Macht oder Geld keinen Einfluss darauf haben, ob man glücklich ist
    2. weil Trauer oder Zorn nur unnötig die Seele beunruhigen.
  • Beschreibe die Begriffe der stoischen Philosophie.

    Tipps

    Unser Wort logisch leitet sich vom Begriff logos ab. Logisch ist etwas, wenn man alles durchblickt!

    pathos heißt auf Griechisch: Leidenschaft. A-pathie bedeutet dann: ...

    Autark ist man, wenn man etwas für sich allein tut, ohne auf etwas angewiesen zu sein.

    Lösung

    Die sechs Begriffe logos, providentia, Apathie, Autarkie, tranquillitas animi und eudaimonia hängen eng miteinander zusammen.

    Der Logos ist die göttliche Vernunft, die alles durchdringt und regelt. Er sieht alles vorher und bestimmt das Leben der Menschen und den Ablauf aller Dinge. Diese Vorherbestimmung nennt man providentia.

    Nach den Stoikern darf man sich nur nach dem Logos richten und nicht seinen Trieben und Leidenschaften nachgeben. Nur dann erreicht man die Apathie - die Leidenschaftslosigkeit - und die Autarkie, die Freiheit von allen äußeren Dingen.

    Wer die Autarkie besitzt, den interessieren weltliche Dinge, wie Geld oder Macht, nicht mehr. Er hat den Zustand der Seelenruhe erreicht - der tranquillitas animi.

    Diesen Zustand beschreiben die Stoiker als eudaimonia - das höchste Glück.

  • Entscheide, welche Aussagen von einem Stoiker stammen könnten.

    Tipps

    Denk daran, was den Stoikern wichtig war und was nicht!

    Prüfe, ob die Aussagen zur Lehre der Stoiker passen. Manchmal musst du um die Ecke denken!

    Denke an die stoischen Begriffe Apathie und Autarkie!

    Lösung

    Die Aussagen stammen natürlich von keinem echten Stoiker. Aber so oder ähnlich könnte ein stoischer Philosoph wie Zenon geantwortet haben, wenn man ihn gefragt hätte:

    • Geld, Reichtum und Macht bedeuten den Stoikern nichts.
    • Auch andere weltliche Dinge, selbst Krankheit und der Tod, sind ihnen egal - denn wer sich von ihnen beeinflussen lässt, gefährdet seine Seelenruhe und damit sein Glück.
    • Die zentralen Begriffe sind Autarkie und Apathie - Leidenschaftslosigkeit und Unabhängigkeit von allen Begierden und Ängsten.
  • Ordne die stoischen Zitate den passenden Begriffen zu.

    Tipps

    Überlege zunächst noch einmal, was die Begriffe auf der rechten Seite bedeuten.

    Gehe dann einzeln die Zitate durch und prüfe bei jedem, um welchen Begriff es gehen könnte. Ordne ihn dann dem Zitat zu.

    Lösung

    Im Zitat „Glücklich ist, wer den Morgen ohne Unruhe erwartet.“ geht es um die Seelenruhe (tranquillitas animi). Nur wer den weltlichen Vergnügen und Begierden entsagt, wird sie laut Stoa erreichen.

    Diese Haltung nennt man Apathie. Sie ist in folgendem Zitat ausgedrückt: „Den größten Reichtum hat, wer arm an Begierden ist.“ Der Reichtum ist hier übertragen gemeint.

    Die Stoiker fordern darüber hinaus ein aktives Leben - vita activa. Es kommt im Zitat zum Ausdruck: „Nutze tatkräftig jede Stunde.“ Bei Seneca heißt es weiter: „Du musst dich weniger auf Morgen verlassen, wenn du heute schon Hand anlegst.“

    Und schließlich noch providentia - die lebenslange Vorhersehung. Um sie geht es im letzten Zitat: „Das Schicksal führt uns, und wieviel Zeit bleibt, ist schon bei der Geburt bestimmt.“ Die Stoiker glauben, dass die göttliche Macht, der Logos, alles vorherbestimmt hat.