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Von der Republik zum Prinzipat

Mit welchen Krisen die Römischen Republik zu kämpfen hatte, wie sie endete und wie sich aus ihr das Römische Reich um Kaiser Augustus entwickelte, lernst du hier.

Krisen der Republik

Gaius Iulius Caesar – mit Sicherheit kennst du diesen berühmten römischen Feldherren. Doch was hat er mit dem Ende der Römischen Republik zu tun und warum wurde er hinterrücks ermordet?

Wie Deutschland heute, war Rom in der Römischen Antike ab etwa 500 v. Chr. eine Republik. Zwar gab es noch keine einheitlichen Systeme und Regelungen, doch entscheidend war, dass die Macht vom Volk aus ging. Die römischen Bürger (Plebejer) wählten ihre politischen Vertreter, die sogenannten Volkstribune, und nahmen öffentlich und aktiv an der Politik teil („die öffentliche Sache“, lat. res publica). Der Adel hatte dabei die politische Führung inne (Patriziat).

Römischen Antike

Mit der Zeit wurde dieses System jedoch auf die Probe gestellt. Die Patrizier waren nicht offen genug für moderne Reformen, um ihre hohe Machtpositionen nicht zu verlieren. Damit waren die Plebejer natürlich nicht einverstanden. Es entstand ein Konflikt zwischen Volkstribunen, Bürgern und Patriziern.

Zusätzlich verstärkte eine Agrarkrise die Situation. Viele Bauern litten durch Missernten Not und verarmten, das Militär wurde nicht mehr zureichend mit Nahrung versorgt. Die wehrpflichtigen Bauern konnten sich ihre Uniformen, die sie damals noch selbst erwerben mussten, nicht mehr finanzieren. In diesem Durcheinander traten Proletarier (Besitzlose) in die Heere ein. Das System war durcheinander und litt unter fehlendem Geld und mangelnder Ernährung.

Die Bundesgenossen - so nannte man die Bürger aus dem Umkreis der Stadt Rom - hatten die gleichen Pflichten wie ein Bürger aus der Stadt, allerdings hatten sie beispielsweise kein Wahlrecht. So wie du dich vielleicht ungerecht behandelt fühlen würdest, wenn du die gleiche Arbeit wie dein Schulfreund leistest, aber keinen Klassensprecher wählen darfst, so fühlten sich auch die Bundesgenossen zu Unrecht behandelt. Diese Unzufriedenheit führte 91-89 v. Chr. zum Bundesgenossenkrieg. Wenn man diese Punkte betrachtet, erkennt man schnell, dass die Republik mit sehr vielen Krisen zu kämpfen hatte. Es herrschten fast bürgerkriegsähnliche Verhältnisse: Viele Menschen versuchten, ihre Ideen oder Reformen zur Erhaltung des Systems durchzusetzen. Diese schlugen allerdings fehl und führten zum Ende der Republik.

Das Ende der Republik

Vornehmlich zwei Gruppen standen sich in dieser Krisenzeit gegenüber: die Popularen, Vertreter des Volkes, und die Optimaten, Vertreter des Adels. Der Diktator Sulla (138-78 v. Chr.) setzte sich beispielsweise gegen die Popularen durch, baute die Macht des Adels aus und ermordete blutrünstig seine Gegner.

Mit dem Ersten Triumvirat - ein Bündnis aus drei Herrschern - kommt nun auch Gaius Iulius Caesar ins Spiel, der mit Gnaeus Pompeius Magnus und Marcus Licinius Crassus eben dieses bildete. Gemeinsam machten sie Sullas Reformen rückgängig. Pompeius heiratete sogar Caesars Tochter Iulia, um die politische Verbundenheit auch privat zu sichern. Als Crassus aber im Kampf fiel, setzte sich Caesar gegen Pompeius durch und ergriff die Alleinherrschaft.

Caesar marschiert

Zunächst verlief Caesars politische Karriere erfolgreich, er stieg rasant zum diktatorischen Alleinherrscher auf. So ernannte er sich zum dictator perpetuus (Diktator auf Lebenszeit), ein Titel, der vermuten lässt, dass Caesar eine Monarchie errichten wollte. Es gab jedoch zahlreiche Menschen, die den Tyrann Caesar fürchteten und um ihre eigene Macht bangten: Im März 44 v. Chr. wurde er daher von einer Gruppe Senatoren mit 23 Dolchstichen getötet. An dem Attentat selbst sollen aber sogar über 60 Personen beteiligt gewesen sein! Caesars Herrschaft trug maßgeblich zum Ende der Republik und dem Beginn des Kaiserreichs (Prinzipat) bei.

Entstehung des Prinzipats

Octavian, Caesars Erbe, bildete mit Marcus Antonius, ein späterer Geliebter von Kleopatra, und Marcus Aemilius das Zweite Triumvirat. Schnell entwickelte sich zwischen den Männern allerdings eine Feindschaft. Octavian gelang es, sich gegen seine Konkurrenten durchzusetzen und im Jahr 27 v. Chr. unter dem Namen Kaiser Augustus das Römische Kaiserreich zu gründen. Mit Kaiser Augustus als erster römischer Kaiser begann also das Prinzipat der Römischen Antike.

Augustus