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Mühsamer Wiederaufbau nach dem Erdbeben in Haiti 02:17 min

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Transkript Mühsamer Wiederaufbau nach dem Erdbeben in Haiti

Interviewer: Das Haus von Rosanne wurde bei dem Beben in Haiti vor einem Jahr zerstört. Drei Monate lang wohnte sie mit ihren Kindern in Zelten, bis sie umgesiedelt wurden nach Camp Corail. Hier haben sie einen Zementfußboden und ein festes Dach über dem Kopf. Doch der Ort ist abgelegen. In die Hauptstadt Port-au-Prince kommt man nur über rund 20 Kilometer Schotterpiste.Rosanne: Hier gibt es keine Arbeit, keine Lebensmittel, nichts. Ich weiß nicht, wie wir überleben sollen. Wir verdanken es Gottes Gnade, dass wir noch hier sind.Interviewer: 8000 Erdbebenopfer leben in Camp Corail. Der Bau der Siedlung hat mehr als dreieinhalb Millionen Dollar gekostet. Einige Bewohner besorgen Lebensmittel in Port-au-Prince. Der Weg dorthin dauert mindestens zwei Stunden. Die Lage Camp Corail ist alles andere als ideal. Aber es war der einzige Ort, den die Regierung den Hilfsorganisationen überlassen hat. Als nach dem Beben die heftigen Regenfälle einsetzten, musste rasch gehandelt werden.Julie Schindall: Wir müssen oft schwere Entscheidungen treffen, wie und wem wir helfen wollen. Ist es wichtiger, dass die Leute sauberes Wasser haben? Oder, dass wir zu den Behörden gehen und sagen: „Dieser Ort ist schlecht gewählt, denn die Leute sind isoliert.“Interviewer: Mehr als 10000 Hilfsorganisationen sind in Haiti, doch von Wiederaufbau an der Hauptstadt ist kaum etwas zu sehen. Die meisten Projekte sind auch ein Jahr nach dem Beben noch in der Planung. Enttäuschte Haitianer machen die Regierung dafür verantwortlich. Die erklärt, dass der Wiederaufbau noch mindestens fünf Jahre dauern werde. Jacques Gabriel: Wir haben Studien in Auftrag gegeben und wir arbeiten an Standards für Baugenehmigungen. Es geht vorwärts. Wir sind vielleicht nicht schnell genug bei dem was wir tun, aber wir sind nicht untätig.Interviewer: In Port-au-Prince gibt es noch viele Zeltstädte. Die Menschen dort sollen an Orte wie Camp Corail umgesiedelt werden. Doch sie haben sich an ihr Leben in Zelten gewöhnt, so, wie sie es in den Vororten der Stadt immer schon getan haben.