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Mark Twain 03:55 min

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Transkript Mark Twain

In der Nacht zum ersten Dezember 1835, wird in Florida, im US Bundesstaat Missouri, Samuel Langhorne Clemens geboren. Berühmt wird der spätere Schriftsteller allerdings unter dem Pseudonym Mark Twain. Nach dem Tod seiner Vaters im Jahr 1847, muss Samuel sein Studium aufgeben und beginnt ein Wanderleben. Zuerst arbeitet er in einer Druckerei, dann zieht er als Setzerlehrling durchs Land. Schließlich wird er Lotse auf dem Mississippi. Dort hat er auch das Pseudonym Mark Twain gefunden. Eine Redewendung die im Jargon der Matrosen zwei Faden Tiefe markieren bedeutet. Zwei Faden ist die Sicherheitsgrenze für die Schifffahrt. Nachdem er vorübergehend auch als Bergmann gearbeitet hat, folgt Samuel Clemens dem Goldrausch nach Virginia, wo er in der Redaktion der Enterprise einen kleinem Provinzblatt landet. Bereits seine ersten Artikel sind mit Mark Twain unterzeichnet und ihr volkstümlicher, bissiger Stil, sichert ihm sofort außergewöhnlichen Erfolg. 1865 erscheint seine Erzählung „Der Berühmte Springfrosch des Bezirks Calaveras“. Ein typisches Beispiel einer übertriebenen, grotesken Geschichte, in einer klaren Sprache. Diese beiden Elemente begründen die Unverwechselbarkeit von Mark Twains Werk. Viele Kritiker meinen rückblickend, dass sein Hand zur Polemik und Respektlosigkeit von seiner Frau, die einer konservativen Bürgerfamilie entstammte, sehr bekämpft worden ist. Mark Twains berühmteste Romane sind „Tom Sawyers Abenteuer“ von 1876 und „Die Abenteuer und Fahrten des Huckleberry Finn“ die Fortsetzung aus dem Jahr 1884. In den beiden Werken ist die Hauptfigur ein Junge, der mit einer innerlich erstarrten Gesellschaft und ihren Prinzipien in Konflikt gerät. Mark Twain wird als Erneuerer gefeiert. Tageszeitungen und Zeitschriften wollen, dass er auf Studienreise ins Ausland geht und geben ihm Korrespondenzenverträge. Es entstehen Artikelserien, die sein kritisches Verhältnis zu Europa zum Ausdruck bringen. Auch der Roman „Ein Yankee am Hofe des Königs Artus“ ist davon gekennzeichnet. Mark Twain schreibt: „Der Leser kann sich nicht vorstellen, was für ein Idiot er werden kann, solange er nicht ins Ausland geht. Wir Touristen sind der verlorene Volksstamm Amerikas“. Und weiter: „Wir haben wertvolle Privilegien, die freie Meinungsäußerung, die Meinungsfreiheit im Allgemeinen und die Vorsicht weder das eine noch das andere zu benutzen.“ Seine Bücher sind nicht nur für Jugendliche sehr attraktiv, sie beinhalten auch reife Kritik an der Industriegesellschaft, die seiner Zeit ein Heilmittel gegen fast alles zu sein scheint. Konsequent ist Mark Twain allerdings nicht. Obwohl er die meiste Zeit seines Lebens technische Neuerungen heftig kritisiert hat, lässt er sich dazu überreden, seine Ersparnisse in die Konstruktion einer Buchdruckmaschine zu investieren, die niemals funktioniert. Mark Twain stirbt nach einem Anfall Angina Pectoris im Jahre 1910. Die Werke seiner letzten Schaffensperiode, haben sich vom satirisch positiven Humor entfernt und zeugen von einem Nihilistischen Pessimismus.