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Style, Tone and Register – Wie analysiere ich Stil, Tonfall und Sprachebenen von Texten? 07:55 min

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Transkript Style, Tone and Register – Wie analysiere ich Stil, Tonfall und Sprachebenen von Texten?

Hallo! Schau mal, diese beiden haben wirklich Stil, oder? Aber in diesem Video geht es nicht um Stil in der Mode, sondern um Stil in Texten, um Sprachstil. Ich werde dir zeigen, welche Möglichkeiten es gibt, den Stil eines Textes zu bestimmen.

Im Englischen sind hierfür die Begriffe “style”, “tone” und “register” besonders wichtig. Um eine gute Textanalyse schreiben zu können, solltest du diese Begriffe kennen und wissen, wie man sie anwendet.

Begriffsklärung: style, tone, register

Die sprachliche Gestaltung eines Textes verrät uns viel über den Autor, Sprecher oder Erzähler. Aber auch darüber, an wen ein Text gerichtet ist und in welchem Kontext er steht.

Die Form eines Textes hat also immer eine bestimmte Funktion. Daher solltest du bei einer Textanalyse unbedingt daran denken, nicht nur aufzuzählen, welche stilistischen Mittel du findest, sondern immer auch zu erklären, warum diese verwendet werden. Merke dir: Form follows function. Schauen wir uns doch die Begriffe mal genauer an.

Der Begriff “style” bezeichnet ganz allgemein den Stil eines Textes. Also: WIE verwendet der Autor Sprache?

Mit “tone” ist der Ton, der in einem Text angeschlagen wird, gemeint. An dem Tonfall eines Textes können wir ablesen, welche Einstellung der Autor, Sprecher oder Erzähler zum Geschriebenen oder Gesagten hat. Manchmal offenbart er uns auch, wie er dem Leser oder Hörer gegenüber eingestellt ist.

“Register” hingegen wird im Deutschen mit “Sprachebene” übersetzt. Je nachdem, an wen ein Text gerichtet ist oder in welcher Situation er geschrieben wurde, verwenden Autoren unterschiedliche Sprachebenen. Das tust auch du im Alltag. Oder würdest du diesselbe Sprache in einem Bewerbungsschreiben verwenden wie bei einem Zettelchen, dass du an deinen Banknachbarn weiterreichst?

Tone

Neben “tone” und “register” bestimmen vor allem die Wortwahl - “word choice” - und die rhetorischen Mittel - “stylistic devices” - den Stil eines Textes. Um zum Beispiel den “tone” beschreiben zu können, musst du diese Haltung herausarbeiten. Dafür solltest du einen Blick auf die Wortwahl und die verwendeten rhetorischen Mittel werfen.

Aber schauen wir uns das doch einmal genauer an. Zuerst die Analyse des “tones”: Als Beispiel ist hier ein Auszug aus der Antrittsrede John F. Kennedys: “Now the trumpet summons us again - not as a call to bear arms, though arms we need; not as a call to battle, though embattled we are [...]”

Schau dir zunächst die Wortwahl an. Sehr förmliche Ausdrücke wie “to summon” unterstreichen hier die Feierlichkeit des Anlasses.

Ist dir außerdem aufgefallen, dass hier mehrere Ausdrücke einem bestimmten Wortfeld zuzuordnen sind? “arms”, “battle” und “embattled” deuten alle auf das Wortfeld Krieg hin und unterstreichen so die kämpferische Einstellung des neuen Präsidenten.

Hier noch einige weitere Formulierungen, mit denen du die Wortwahl eines Textes beschreiben kannst:

  • to use a word/ an expression in the literal / figurative sense
  • A word implicitly means/ expresses...
  • A word alludes to sth. / is an allusion to sth.
  • to use technical terms from the field of…
  • to use neologisms/ to use outdated expressions
  • to use formal/literary/slang expressions

Soviel zur Wortwahl. Ist dir vielleicht eine rhetorische Figur in dem Textausschnitt aufgefallen? Genau. Bei den Sätzen “arms we need” und “embattled we are” ist die Satzstellung umgedreht, man nennt dieses rhetorische Mittel “inversion”. Dadurch wird ein Sprechrhythmus erzeugt, der den Worten zusätzliches Gewicht verleiht.

Und wie würdest du jetzt den “tone” des Sprechers beschreiben? Hier meine Version: “In this passage the tone of the speaker is earnest and solemn, reflecting Kennedy’s awareness of the difficulties lying ahead.”

Hier noch einige Adjektive mit denen du die Haltung eines Autors oder Sprechers und damit den “tone” eines Textes beschreiben kannst.

  • The author’s/ speaker’s/ narrator’s attitude/ the tone of a text can be...
  • detached - unbeteiligt
  • factual - sachlich
  • matter-of-fact - kühl
  • objective - objektiv
  • taking sides, biased -parteiisch
  • cynical - zynisch

Register

Machen wir weiter und sehen uns auch noch einmal die Sprachebene, “register”, genauer an.

Welche Sprachebene ein Autor oder Sprecher wählt, ist grundsätzlich abhängig davon, an wen ein Text gerichtet ist und zu welchem Zweck er verfasst wurde. Also ob es sich zum Beispiel um eine Einladung zur Geburtstagsparty oder um eine Bedienungsanleitung handelt.

Auch hier solltest du dich für die Analyse an Wortwahl und stilistischen Besonderheiten des Textes orientieren. Achte außerdem auf die Grammatik des Textes und auf die verwendete Satzstruktur. Enthält der Text sehr förmliche Strukturen, oder erkennst du vielleicht umgangssprachliche Kurzformen oder sogar Grammatikfehler?

Schauen wir uns auch hier ein Beispiel aus einer politischen Rede an. Hier spricht der fiktive Politiker Jack Stanton während einer Wahlkampagne.

“[...] Hell, everybody thinks I’ve bought the farm in this race anyway, so I got nothin’ to lose. [...] Yeah, I know what you’re thinking: He must be really desperate to wanta do that. [...] But okay. You’ve had to swallow enough garbage.”

Dir ist bestimmt aufgefallen, dass Stanton hier nicht unbedingt förmliches Englisch spricht. Er verwendet sehr umgangssprachliche Formulierungen wie “to swallow garbage” und sogar slang, wenn er sagt “bought the farm” statt “completely lost”. Auch die Grammatik und Schreibung entspricht nicht dem Standard. Zum Beispiel “wanta” und “nothin’”.

Wie können wir unsere Beobachtungen nun interpretieren? Hier mein Vorschlag: Jack Stanton deliberately employs colloquial phrases and thus chooses an informal register. It seems as if he wanted to create the impression that he is “one of the people” and that he speaks their language.

Hier noch ein paar mehr Formulierungen zur Analyse der Satzstruktur und Grammatik eines Textes:

  • The text contains numerous/ a few short and simple/ long and complex sentences
  • The words/ sentences in this text are arranged in a certain pattern
  • Two sentences are parallel to each other/ identical in structure
  • The text is structured into paragraphs

Schluss

Wie du gesehen hast, kann man also nicht nur in der Mode, sondern auch in der Sprache Stil beweisen.

Und wie in der Mode sollte man nicht nur auf eine schöne Form achten, sondern auch die Funktion im Blick haben. Denn: Form follows function!

In diesem Sinne viel Spaß beim Analysieren und bis bald!

6 Kommentare
  1. well done, thank you

    Von jhgv l., vor 8 Monaten
  2. Hallo 13101990j,
    vielen Dank für deine Anmerkung. Wir freuen uns immer über konstruktives Feedback. Da die meisten Textanalysen im Englischunterricht in englischer Sprache verfasst werden, haben wir uns bewusst dazu entschieden, Fachbegriffe und hilfreiche Formulierungen auf Englisch zu zeigen und vorzulesen. Die vorwiegend deutsche Sprache soll dir dabei helfen, die Vorgehensweise genau zu verstehen. Es tut uns leid, dass dich die beiden Videosprachen verwirrt haben. Vielleicht hilft es dir, die Geschwindigkeit zu verlangsamen, sodass du mehr Zeit hast, englische Begriffe zu lesen. Viel Spaß weiterhin beim Schauen unserer Videos!
    Deine Englischredaktion

    Von Marie Kindler, vor etwa einem Jahr
  3. Die Benutzung von zwei Sprachen gleichzeitig (gesprochen deutsch, geschrieben englisch) ist sehr verwirrend. Ich fände es hier sinnvoller entweder deutsch oder englisch zu verwenden.

    Von 13101990j, vor etwa einem Jahr
  4. s

    Von Dietrich K., vor mehr als 2 Jahren
  5. Well done, thank you!

    Von Eemilelv, vor etwa 4 Jahren
  1. sehr gutes video! danke

    Von Juliane G., vor mehr als 4 Jahren
Mehr Kommentare

Style, Tone and Register – Wie analysiere ich Stil, Tonfall und Sprachebenen von Texten? Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Style, Tone and Register – Wie analysiere ich Stil, Tonfall und Sprachebenen von Texten? kannst du es wiederholen und üben.

  • Begründe, warum die Analyse von Stil, Tonfall und Sprachebene wichtig ist. Explain why the analysis of Style, Tone and Register is important.

    Tipps

    Der Stil sagt etwas darüber aus, wie generell Sprache im Text benutzt wird.

    Tone sagt etwas über die Einstellung des Autors und Sprachebene etwas über den Kontext und Adressaten des Textes aus. Es sind wichtige Elemente der Textanalyse.

    Lösung

    Den Stil eines Textes zu erkennen, hilft uns nicht nur dabei, diesen Text analysieren zu können. Es hilft uns auch dabei, das generelle Verständnis von Texten zu unterstützen. Wenn wir schnell erfassen, ob der Text ein literarischer, wissenschaftlicher, politischer und so weiter Text ist, dann können wir uns darauf einstellen, welche Informationen wichtig sein könnten und welche nicht so wichtig sind.

    Besonders interessiert uns der Sprachstil, Style, eines Textes natürlich, wenn wir eine Textanalyse vornehmen. Dabei solltest du darauf achten, dass du nicht nur die funktionellen Aspekte eines Textes erkennen kannst, wie zum Beispiel grammatikalische Besonderheiten, die Namen bestimmter Stylistic Devices, rhetorische Mittel, oder die Breite des Vokabulars. Du solltest vor allem auch erkennen, welche Funktion aus dieser Form des Textes folgt.

    Diese Funktionen eines Textes lassen sich mit den Begriffen Tone, Tonfall, sowie Register, Sprachebene, beschreiben. Sie machen wesentlich den Stil eines Textes aus und sie geben uns wichtige Informationen über den Autor, Erzähler, Sprecher sowie dem Adressaten und dem Kontext des Textes.

    So wird der Tonfall einer Bedienungsanleitung wesentlich sachlicher, factual, und die Sprachebene eher formell, formal, sein als zum Beispiel in einem Tagebucheintrag.

    Elemente wie Wortwahl, Word Choice, Grammatik, Grammar, sowie auch rhetorische Mittel, Stylistic Devices, geben uns Informationen sowohl zum Tonfall als auch zur Sprachebene.

  • Definiere die Begriffe Style, Tone und Register. Define the terms Style, Tone and Register.

    Tipps

    Style ist der allgemeinere Begriff. Register und Tone beschreiben spezifischere Bereiche der Benutzung von Sprache.

    Wenn wir uns Register, Sprachebene, und Tone, Tonfall, eines Textes anschauen, können wir Eigenheiten des Sprechers, Erzählers sowie seiner oder ihrer Einstellung zur Welt erfahren. Diese können unterschiedlich sein.

    Lösung

    Den Sprachstil eines Textes zu analysieren ist ein komplexes Unterfangen und du kannst diese Übung dafür nutzen, einige Ideen zu sammeln, wie eine solche Analyse gelingen kann. Grundsätzlich bezieht sich diese und die anderen Aufgaben aus dieser Übung auf die Analyse von geschriebenen Texten, da alles darüber hinaus zu weit führen würde. Aber natürlich können auch geschriebene Texte, wie zum Beispiel fiktionale Texte oder Zeitungsartikel, gesprochenes Wort darstellen.

    Es macht zunächst Sinn, den allgemeinen Begriff Style, Sprachstil, etwas auszudifferenzieren. Der Sprachstil beschreibt ganz allgemein die Benutzung der Sprache des Autors, author (oder Erzählers, narrator). Die Sprache selbst ist für den Sprachstil natürlich der Schlüssel, also welche Wörter, Word Choice, benutzt der Autor, die Autorin / der Erzähler, die Erzählerin? Und welche rhetorischen Mittel, Stylistic Devices, werden eingesetzt?

    Word Choice und Stylistic Devices liefern in der Regel bereits Rückschlüsse über den Tone, Tonfall, eines Textes. Der Tonfall gibt uns Hinweise über die persönliche Einstellung des author/narrator gegenüber dem Text und auch manchmal gegenüber den Leserinnen und Lesern. Um den Tonfall zu beschreiben, können wir bestimmte Adjektive benutzen. Diese decken das ganze Feld der möglich ausdrückbaren Einstellungen und Gefühle aus, die man über einen Text vermitteln kann. Das sind natürlich sehr viele. Ein paar häufige Beispiele wären detached, factual, objective aber auch eher emotionale Begriffe wie pessimistic, sad, excited, euphoric oder melancholic.

    Die Wortwahl, Word Choice, und die rhetorischen Mittel, Stylistic Devices, sagen aber auch etwas über das Register aus. Das, in der deutschen Fachsprache auch so genannte, Register oder, allgemeiner, die Sprachebene ist ein Begriff, mit der sich zwischen situations- und kontextabhängigen Benutzungen der Sprache unterscheiden lässt. Der Begriff kreist also um die soziale Funktion der Sprache. Je nachdem, in welchen sozialen Umfeldern ich mich aufhalte oder an wen ein Text adressiert ist, wechsel ich zwischen Sprachebenen. Auch Autoren tun dies in Texten. In komplexen Texten, wie zum Beispiel Romanen, wird sehr häufig zwischen verschiedenen Sprachebenen gewechselt.

    Es gibt verschiedene Begriffe für die Beschreibung der Sprachebenen. Die beiden Extreme können jedoch als Formal Register und Informal Register beschrieben werden. Das Formal Register ist hinsichtlich der Sprache von einer komplexen, vielseitigen oder technischen Wortwahl geprägt - meist ohne viele Stylstic Devices. Das Informal Register ist von simplem Satzbau, einfacher Wortwahl und der Benutzung von Stylstic Devices geprägt.

    Autoren, Sprecher und Erzähler wechseln alle situationsabhängig den Stil, Style, ihrer geschriebenen und gesprochenen Texte.

  • Nenne verschiedene Wörter für die Beschreibung des Tonfalls oder der Sprachebene eines Textes. Name different words for the description of the Register or Tone of a text.

    Tipps

    Der Tone, Tonfall, beschreibt eher wie ein Autor eingestellt ist oder vielleicht auch wie er sich fühlt und die Welt sowie die Leser sieht. Welche der Wörter passen besser dazu?

    Die Sprachebene, Register, beschreibt, wie wir, also auch Autoren von Texten, Sprache in unterschiedlichen Situationen, Kontexten und abhängig von den Adressaten benutzen.

    Lösung

    Um den Stil eines Textes zu analysieren, sollten wir vor allem auf die Sprache selbst - zum Beispiel die Wortwahl, rhetorische Mittel und auch Satzstruktur und Grammatik achten, Word Choice, Stylstic Devices, Grammar and Sentence Structure. Diese sprachlichen Elemente lassen den Tonfall, Tone, sowie die Sprachebene, Register, eines Textes ablesen.

    Die Begriffe, mit dem wir den Tone eines Textes beschreiben können, sind letztlich äußerst vielfältig. Detached, factual, matter-of-fact, objective, biased und cynical aus dieser Aufgabe sind dabei nur ein kleiner Ausschnitt aus der möglichen Wortahl. Gerade persönlichere Sprache sowie poetische, literarische oder auch musikalische Texte haben meist einen Tonfall, der zum Beispiel besser mit Adjektiven beschrieben werden, die sich auf Emotionen beziehen: optimistic, pessimistic, depressed, light-hearted sind auch hier nur ein paar Beispiele. Nicht nur über den Autor sondern auch über die potenziellen Leser sagt der Tonfall eines Textes etwas aus.

    Während der Tonfall sehr gut an der Benutzung bestimmter Wörter, der Art und Häufigkeit von bestimmten Stylistic Devices sowie Imagery, Bildsprache, erkennbar ist, ist das Register ein wenig besser an strukturellen Elementen erkennbar. Dazu gehört natürlich auch die Wortwahl, zum Beispiel die Frage ob die Wortwahl eher informell ist, vielleicht sogar Lautsprache und vulgäre Ausdrücke benutzt werden. Aber vor allem auch die Frage danach, ob die Satzstruktur komplex oder simpel ist und eine korrekte Grammatik benutzt wurde, ist zur Bestimmung des Registers wichtig. Die Wendungen und Begriffe aus dieser Aufgabe sind für die Beschreibung hier auch wieder nur einige Ansatzpunkte. Die gröbste Unterscheidung lässt sich zwischen den Sprachebenen ziehen, die eher im informellen Rahmen benutzt werden - also informal oder colloquial sind - und denjenigen Sprachebenen, die eher in formellen Kontexten benutzt werden - informal oder auch official. Hier kann es bei geschriebenen Texten große Unterschiede zwischen, zum Beispiel, formellen Briefen von Ämtern, Bewerbungen sowie Reden und eher informellen Gedichten, SMS oder E-Mails geben.

  • Analysiere den Sprachstil der Passage aus der Kurzgeschichte Cold Pastoral von Marina Keegan. Analyse the Style of the passage from the short story Cold Pastoral by Marina Keegan.

    Tipps

    Achte auf die Struktur des Textes und schaue, welche Begriffe zu den jeweiligen Themen passen:

    • Einleitung: Nennung des Themas und was im Text passieren soll
    • Beschreibung der Wortwahl
    • Beschreibung von Rhetorischen Mitteln
    • Beschreibung der Sprachebenen

    Hier ein paar Beispiele für Begriffe für Stylistic Devices:

    • Metonymy
    • Simile
    • Anaphora

    Die Sprachebene wird häufig grob unterschieden zwischen formell und informell. Es beschreibt den, vor allem sozialen, Kontext sowie potenziellen Adressaten eines Textes.

    Lösung

    Der Text in dieser Aufgabe orientierte sich an einem Muster, wie du eine Textanalyse zum Thema Stil aufbauen könntest. Dabei stellt sie nur ein grobes Gerüst dar. an dem du dich jedoch durchaus orientieren könntest. Die Geschichte, um die es hier geht, ist die Kurzgeschichte Cold Pastoral von Marina Keegan. Die Erzählerin in der Geschichte wird von der Mutter eines verstorbenen Freundes gebeten, dass sie bei der Trauerfeier eine Rede hält. Der Freund war eine Zeit lang auch der Liebhaber der Erzählerin. Der Titel basiert auf einer Zeile aus dem, auch in dieser Passage erwähnten, Gedicht Ode on a Grecian Urn von Keates. Die Themen des Gedichtes, insbesondere, unerwiderte oder unvollendete, Liebe sowie der Tod sind auch präsente Themen in dieser Kurzgeschichte, Short Story.

    Schaue dir nun einmal diese grobe Struktur einer Textanalyse an. In dieser Analyse waren nur die ersten beiden Teile vorhanden.

    • Introduction: Hier solltest du erwähnen, worauf das Gewicht deiner Analyse liegen wird. Unser Thema ist hier der Sprachstil, weswegen die Analyse sich vor allem auf den Style konzentriert. Um diesen zu beschreiben konzentrieren wir uns hier auf Tone und Register. In der Einleitung solltest du natürlich auch den Titel des Textes erwähnen, den du analysierst.
    • Main Part: Im Hauptteil nimmst du die eigentliche Analyse vor. Hier bietet es sich an, von den einfacheren, offensichtlichen und auch eher unstrittigen Elementen zu den komplexeren Themen zu kommen, die auch mehr Bemühungen hinsichtlich der Interpretation benötigen.Der Tone ist meistens etwas einfacher zu beschreiben als das Register, zumindest in Prosatexten. Auch ist die Wortwahl meist leichter zu erkennen als bestimmte Stylistic Devices. Hier sind wir nach folgendem Muster vorgegangen:
    1. Zur Beschreibung der Word Choice kannst du zum Beispiel nennen, ob die Wörter eher abstract oder concrete sind. Dies ist eine erste grobe Unterscheidung, du solltest dann weiter begründen und ausführen, inwiefern die Wortwahl zu dem Tone und auch zum Register passt. Hier haben wir gesagt, dass der Tonfall melancholic ist. Despondent [niedergeschlagen] oder auch lethargic [lethargisch] wären ebenfalls passend gewesen. Da die Erzählerin, Narrator, ihre Einstellung, ihr momentanes Gefühl direkt bennent, kann man sich gut daran orientieren und schauen ob die Wortwahl im Text dazu passt und somit den Tone ausmachen. In einer längeren Analyse hätte man sich noch weitere Wörter rausnehmen können, um zu beschreiben, wie sie den Tone bestimmen.
    2. Die Stylistic Devices gehören in der Regel zu den wichtigsten Elementen eines literarischen Textes, denn sie transportieren das, was gesagt werden soll. Natürlich tragen sie deshalb auch im wesentlichen zum Style, Tone und auch Register in diesen Texten bei. Da es in den meisten literarischen Texten sehr viele Stylistic Devices gibt, bietet es sich an, diejenigen herauszupicken, die man als besonders wichtig für die Gestaltung des Textes erachtet. Das war hier besonders auch die Allusion, der Bezug, zu Ode on a Grecian Urn, mit dem Effekt eine Brücke zu den, ebenfalls eher ernsten, melancholischen Themen des Gedichts zu schlagen. Die Parenthesis, der Einschub, sowie die Similes beziehungsweise Metaphors trugen eher zur Sprachebene, Register als zur Beschreibung des Tones bei.
    3. Das Register in der Literatur ist nicht so ganz einfach zu beschreiben. Literarische Texte ändern häufig, je nachdem welche Situation beschrieben wird und was auch der Effekt sein soll, die Sprachebene. In eher intimen und emotionalen Momenten kann zum Beispiel das Register eher informal oder casual sein, in Beschreibungen oder, um tatsächlich den formellen Charakter von Situationen zu unterstreichen, wie es hier im Text geschah, kann das Register dann eher formal sein. Die Wörter, die du zur Beschreibung benutzt, sind auch hier nicht endgültig vorgegeben. Formal und informal sind nur zwei von vielen möglichen Begriffen. Das Register im zweiten Teil der Passage hier könnte auch als academic bezeichnet werden.
    • Conclusion: Diese fehlte in dieser Analyse-Skizze. In der Conclusion fasst du noch kurz einmal zusammen, was die wichtigsten Ergebnisse waren.
    Quellenangaben

    Quelle: Keegan, Marina (2014): Cold Pastoral. In: dies.: The Opposite of Loneliness. London, S. 9-31.

  • Fasse den Stil der kurzen Passagen zusammen, indem du sie mit kurzen Beschreibungen verknüpfst. Summarize the Style by connecting the short passages with fitting descriptions.

    Tipps

    Achte gut auf die Beschreibung der Sprachebene: Ist der Text eher formal oder informell?

    Achte auf die Wortwahl im Text und gleiche diese mit der Beschreibung des Tonfalls ab. Findest du in der Beschreibung Überbegriffe für Wörter, die in dem Text benutzt werden, zum Beispiel bestimmte Fachbegriffe, technical terms?

    Wenn bestimmte grammatikalische Phänomene oder bestimmte Stylstic Devices in der Analyse beschrieben werden, suche diese in den Texten selbst.

    Lösung

    Die Analyse des Sprachstils, mithin die Analyse des ganzen Textes, hängt nicht immer nur vom Autoren, Sprecher oder seiner Einstellung ab sondern auch zu einem nicht unwichtigen Teil von uns, diejenigen, die den Text lesen (oder hören). Und somit ist auch die Bewertung, ob zum Beispiel der Tonfall eines Textes nun objective, optimistic, melancholic und so weiter ist, immer zu einem gewissen Punkt strittig.

    Das lässt sich an einem ganz einfachen Beispiel erklären: The glass is half full. Für eine optimistische Person ist hier vielleicht die Wahl des Wortes full auffallend. Sie wird sagen, dass der Satz und sein Tonfall, Tone, optimistisch ist, das Glas ist immerhin ja noch voll. Der pessimistischen Person wird vielleicht eher das Wort half auffallen, sie wird sagen, der Tonfall ist pessimistisch, immerhin ist das Glas ja nur halbvoll. Beim Register, den Sprachebenen, erscheinen die Unterscheide häufig einfacher zu sein. Das gilt ganz sicher für den Unterschied zwischen einer formalen Bedienungsanleitung und einer informellen, persönlichen Einladung. Aber in komplexen Texten, wie Romanen, wechselt das Register häufiger und manchmal verwischen hier die Grenzen zwischen unterschiedlichen Sprachebenen auch.

    Wichtig für deine Textanalysen, zum Beispiel bei Klassen- oder Hausarbeiten, sollte sein, dass du erstens die Begriffe, die wir zur Textanalyse benutzen, gut auseinander halten kannst und zweitens die Benutzung der Sprache so beschreiben kannst, dass du anhand des Textes belegen kannst, warum du ihn so siehst, wie du ihn siehst.

    In dieser Aufgabe ging es um den Sprachstil, Style, den du vor allem anhand des Tonfalls, Tones, und der Sprachebene, Register, ablesen kannst. Diese sind anhand der Word Choice, der Stylistic Devices, des Grammar sowie der Sentence Structure erkennbar. Schaue dir als Übung deshalb noch einmal ein paar Besonderheiten in den Mini-Analysen der kurzen Passagen an:

    • Stylistic Device Metonymy: Die Metonymy in der Passage ist gorillas. Im Gegensatz zur Metapher hat das bildliche Wort eine Art von Beziehung zu dem beschriebenen Gegenstand. Durch die enge evolutionäre Beziehung der Menschen zu Affen, ist hier die Beschreibung Metonymy zutreffender als zum Beispiel Metapher.
    • Consultative Register: Die Sprachebene könnte hier auch genau so gut als informell, informal bezeichnet werden. Consultative, beratend oder konsultativ, Register ist aber ein wenig genauer. Es beschreibt, dass das Verhältnis und der Kontext eine Form von gegenseitiger Beziehung hat, wie zum Beispiel beim Arzt und Patienten oder Meister und Lehrling.
    • Vulgar Word Choice: Wenn Beleidigungen und vulgäre Ausdrücke im Text vorkommen, kann man das hervorheben, da es den Text und auch seinen Stil häufig von anderen Textarten abhebt.
    • melancholic vs. melancholy: In fachlichen Kontexten, wie zum Beispiel Textanalysen, benutzt man eher melancholic anstatt das alltäglichere melancholy. Sad ginge auch, würde jedoch nicht so gut klingen und könnte als zu allgemein empfunden werden.
    Quellenangaben:

    “Your problem is you have spent your whole life thinking there are rules. There aren’t. We used to be gorillas.” Quelle: “The Crocodile's Dilemma”. Fargo. FX, 2014. Television Series.

    “The prime minister said the refugees would not immediately be granted full asylum status [...]” Quelle: The Guardian. “UK to take up to 20,000 Syrian refugees over five years, David Cameron confirms” URL: http://www.theguardian.com/world/2015/sep/07/uk-will-accept-up-to-20000-syrian-refugees-david-cameron-confirms [Abgerufen am 09.09.2015]

    “Woke from the dream and I was old/Staring at the asscrack of dawn” Quelle: Hop Along. “Horseshoe Crabs”. Painted Shut. Saddle Creek, 2015. Streaming Media.

  • Bestimme die passenden Begriffe für Sprachstil, Wortwahl und rhetorische Mittel im Text. Decide on fitting terms for the description of the Style, Word Choice or Stylistic Devices.

    Tipps

    Tone bezieht sich auf den Tonfall des Textes. Passende Begriffe wären solche die, die Einstellung oder die Gefühle des Autoren / Erzählers widerspiegeln.

    Register bezieht sich auf den sozialen Kontext eines Textes. Ist der Text sehr einfach, alltagssprachlich oder persönlich geschrieben oder eher allgemein und offiziell?

    Lösung

    Der Style, Sprachstil eines Textes beschreibt, wie der Autor/Erzähler oder Sprecher Sprache verwendet. Dazu gehört, welche persönliche Einstellung der Autor/Erzähler oder Sprecher über den Tonfall, Tone vermittelt und in welchen Sprachebenen, Register, dieser spricht oder schreibt. Um sich der Sprachebene zu nähern, sollten wir auf Grammatik, Satzbau, Wortwahl und, zu einem geringeren Maße, auch auf Rhetorische Mittel achten. Der Tonfall ist von der Wortwahl, Word Choice, und den rhetorischen Mitteln, Stylistic Devices, geprägt. Schauen wir uns jetzt im einzelnen an, warum wir die Textbeispiele so beschreiben konnten, wie wir es hier getan haben:

    1. Turn the product on and follow the instructions on screen. Connect the product to your computer, using the USB cable provided. Das zunächst auffälligste sind in dieser ausgedachten Bedienungsanleitung für ein Elektroprodukt hier sicher die Fachbegriffe, technical terms oder besser thematischen Begriffe aus dem Bereich Elektronik: computer, USB, screen. Der Text ist sachlich, factual, aber auch vorschreibend, prescriptive, da Dinge genannt werden, die der Leser tun soll. Das formelle und technische Register, formal and technical Register, passt zum sachlichen Ton des Textes und der Art des Textes - eben der Bedienungsanleitung.
    2. Archaeologists have discovered the remains of a massive stone monument buried under a thick, grassy bank only two miles from Stonehenge. Hier ist sicherlich zunächst das förmliche, formal und objektive, objective, Register auffalend. Der Satz ist komplex und es werden einge Fachbegriffe aus dem Thema Archäologie, archaeology selbst, monument und Stonehenge, genannt. Der Tonfall ist damit auch objective und neutral.
    3. It was a warm summer night in 1997 and the New York street sounds bled through the doors and onto the stage. I was twenty-six years old and supporting myself doing comedy. Hier werden offensichtlich eindrückliche Erinnerungen beschrieben, der Tone kann deshalb als nostalgisch, nostalgic und descriptive, beschreiben gelten. Beschreibend ist er vor allem auch, weil die Situation im Club und die Sinneswahrnehmungen sehr detailliert beschrieben werden, terms referring to senses. Auch wenn es eine eindeutig prosaische oder textliche Sprachebene hat, so kann man das Register durchaus auch als casual bezeichnen, da hier persönliche Erinnerungen kundgetan werden. Die Metapher ist hier sounds bled through.
    4. The true magic in this broken world lay in the ability of the things it contained to vanish, to become so thoroughly lost, that they might never have existed in the first place. Diese schon eher poetische Passage kann man vom Tonfall her als pessimistic und sad bezeichnen, da beschrieben wird, wie alles einmal endet und verschwindet - und dies als die wahre Magie, true magic, der gesamten Existenz in dieser Welt beschrieben wird. Sad ist natürlich ein eher schlichter Begriff, pessimistic ist der etwas präzisere Begriff an dieser Stelle. Die komplexe Satzstruktur und die Benutzung gewählter, präziser Begriffe wie beschreibende Adjektive und Adverbien macht den Text hinsichtlich seiner Sprachebene eher formell. Die hyperbole, Übertreibung, in diesem Text ist so thoroughly lost...it might have never existed at all.

    Quellenangaben

    “Archaeologists have discovered the remains of a massive stone monument buried under a thick, grassy bank only two miles from Stonehenge.” Quelle: The Guardian: 'Archaeology on steroids': huge ritual arena discovered near Stonehenge. URL: http://www.theguardian.com/uk-news/2015/sep/07/stonehenge-archaeology-ritual-arena-neolithic-monument [Abgerufen am 09.09.2015]

    “It was a warm summer night in 1997 and the New York street sounds bled through the doors and onto the stage. I was twenty-six years old and supporting myself doing comedy.” Quelle: Poehler, Amy (2014): Yes Please. New York City, S. 185.

    “The true magic in this broken world lay in the ability of the things it contained to vanish, to become so thoroughly lost, that they might never have existed in the first place.” Quelle: Chabon, Michael (2010): The Amazing Adventures of Kavalier & Clay. 14. Ausgabe. London, S. 339.