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Pilze als Krankheitserreger 07:10 min

Textversion des Videos

Transkript Pilze als Krankheitserreger

Hallo. Auf der Welt gibt es unglaublich viele Pilzarten. Etwa 150.000 sind bereits bekannt. Einige davon gehören ganz normal zu unserem Körper dazu und leben auf Haut, Haaren und Schleimhäuten. Erst wenn unser Immunsystem geschwächt ist, gerät das Zusammenleben aus dem Gleichgewicht und die Pilze werden zu Krankheitserregern. Andere Pilzarten sind körperfremd und infizieren uns von außen. In diesem Video lernst du mehr über Ansteckung, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten verschiedener Pilze, die Pflanzen und Menschen befallen können. Wir werden uns den Fußpilz, den Candida-Hefepilz, den Mutterkornpilz und den Rostpilz anschauen. Beginnen wir mit einer sehr häufigen Art, die man sich aus dem Schwimmbad, aus der Sauna oder aus Gemeinschaftsduschen mitbringen kann: den Fußpilz. Den holt man sich überall dort, wo viele Menschen häufig barfuß laufen. Die Ansteckung erfolgt also über direkten Kontakt mit infizierten Böden oder Gegenständen. Meist ist ein geschwächtes Immunsystem, zum Beispiel durch Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, die eigentliche Ursache. Bei einer solchen Dauererkrankung ist das Immunsystem so mit der Bekämpfung dieser Krankheit beschäftigt, dass es neue Erreger schlechter abwehren kann. Dann bricht zum Beispiel der Fußpilz aus, statt gleich am Anfang eingedämmt zu werden. Zu den Symptomen gehören ein nerviger Juckreiz, Rötungen, Blasenbildung, Nässen und Schuppen der Haut zwischen den Zehen. Eine Erkrankung kannst du ganz leicht mit verschiedenen Cremes, Sprays und Puder aus der Apotheke oder vom Arzt behandeln. Vorbeugend kannst du deine Füße nach einem Schwimmbadbesuch immer gründlich abtrocknen, bevor du in deine Schuhe schlüpfst oder du läufst gleich barfuß. Wird man einen Fußpilz einfach nicht los, kann man sich angewöhnen, seine Schuhe und Socken immer zu desinfizieren und die Füße trocken zu halten. Die meisten Pilzerkrankungen beim Menschen werden durch den Candida-Hefepilz ausgelöst. Er kann Haut, Geschlechtsorgane, Schleimhäute, das zentrale Nervensystem und innere Organe befallen und zum Beispiel zu Blasen- und Lungenentzündung führen. Hier siehst du einen besonders schweren Befall der Mundhöhle. Wieder ist oft ein schwaches Immunsystem die Ursache. Eine direkte Mensch-zu-Mensch-Übertragung ist natürlich auch möglich. Zu den Symptomen zählen Rötungen, Schuppung, Jucken und Brennen von Haut und Schleimhäuten, Knötchenbildung an den inneren Organen oder weiße, punkt- bis flächenförmige Beläge von Mundschleimhaut oder Schamlippen. Der Pilz tritt an weichen, warmen, dunklen Körperstellen auf. Vom Arzt oder deiner Ärztin kannst du dir gezielt gegen Candida-Hefepilze wirkende Medikamente verschreiben lassen. Das sind oft spezielle Salben. Hygiene zur Vermeidung von Krankheiten ist zwar wichtig, allerdings können zu viel Seife und künstliche Hygieneartikel das natürliche Gleichgewicht auf Haut und Schleimhäuten durcheinanderbringen. Dann wird das natürliche Abwehrsystem der Haut gestört. So kann ein übermäßiger Gebrauch von Intimsprays zum Beispiel Scheidenpilz begünstigen. Oft sind die verschiedenen Pilzerkrankungen schwer gegeneinander abgrenzbar. Es treten Mischkulturen aus Haut-, Hefe- und Schimmelpilzen auf. Sie befallen Haut, Haare, Hand- und Fußnägel und sollten natürlich medizinisch behandelt werden. Genauso wie Tiere und Menschen von Pilzen befallen werden, sind auch Pflanzen betroffen. Roggenähren zum Beispiel können unter dem sogenannten Mutterkornpilz leiden. Den erkennst du an großen, schwarzen, harten, kornähnlichen Dauerpilzgeflechten, die aus der Ähre ragen. Wird dieses Korn verzehrt, kommt es zu Vergiftungserscheinungen. Betroffene haben Halluzinationen und Wahrnehmungsstörungen. Darmkrämpfe, Durchblutungsstörungen und andere Symptome sind weitere mögliche Folgen. Andererseits werden die Inhaltsstoffe und Toxine von diesen Pilzen unter strenger Kontrolle in der Medizin eingesetzt. Sie helfen gegen Migräne und können bei Geburten die Wehen unterstützen. Mutterkornpilzbefälle treten vor allem bei feuchter Witterung während der Blütezeit auf. Eine zweite Pflanzenpilzerkrankung sind die Rostpilze. Unter dem Mikroskop erkennst du sie als winzig kleine, orangene, braune und schwärzliche Flecken an Stängeln und Blättern von Grünpflanzen. Diese Sporenlager gehören zu einem schwer sichtbaren Pilzgeflecht. Die Ausbreitung erfolgt über den Wind. Befallene Nutzpflanzen liefern viel weniger Ernteertrag und schaden so den Landwirten und Landwirtinnen. Zur Bekämpfung gibt es spezielle Pilzmittel. Erkrankte Pflanzen sollten nach Möglichkeit entfernt werden, um eine Ausbreitung zu verhindern. Fassen wir noch einmal zusammen: Viele Pilze gehören zum Zusammenleben von Organismen dazu. Ist aber zum Beispiel das Immunsystem geschwächt, kommt das empfindliche Gleichgewicht durcheinander. Direkte Ansteckung mit Nagel- und Fußpilz, dem Candida-Hefepilz oder Mischkulturen, beispielsweise im Schwimmbad, werden begünstigt. Sie können beim Menschen Haut, Schleimhäute, den Genitalbereich, innere Organe und das zentrale Nervensystem befallen und führen zu Entzündungen, Juckreiz, Rötungen, Schuppung und sichtbaren Belägen. Eine medizinische Behandlung mit Medikamenten ist erforderlich. Auch Pflanzen werden von parasitären Pilzen befallen. Beispiele sind Mutterkornpilze, die auch für Menschen giftige Stoffe produzieren, und Rostpilze. Ich hoffe, du hast viel gelernt. Tschüss.

1 Kommentar
  1. Das Video ist Super! Ich konnte sehr gut damit lernen und es ist ausserdem bunt und schön gestaltet. Das motiviert einem das Lernen. Weiter so!

    Von Maddie, vor fast 2 Jahren

Pilze als Krankheitserreger Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Pilze als Krankheitserreger kannst du es wiederholen und üben.

  • Gib an, wie viele bekannte Pilzarten es auf der Welt gibt.

    Tipps

    Beachte, dass es nicht nur die bekannten Speisepilze, sondern auch zahlreiche sehr kleine und damit unsichtbare Pilze gibt. Diese leben z.B. auch auf deiner Haut.

    Lösung

    Etwa 150.000 Pilzarten sind weltweit bereits bekannt. Nach aktuellen Schätzungen existieren aber deutlich mehr. Obwohl das größte Lebewesen der Welt ein Pilz ist, der mit seinem weit verzweigten fadenförmigen, unterirdischen Geflecht aus Zellen, dem sogenannten Myzel, eine Fläche von ca. 900 Hektar erreicht, sind zahlreiche Pilze winzig klein.

  • Gib Informationen über Fußpilz wieder.

    Tipps

    Die Gefahr sich mit Fußpilz anzustecken, ist dort besonders groß, wo viele Menschen barfuß laufen.

    Lösung

    Eine häufige Pilzerkrankung ist der Fußpilz.

    • Ansteckung: Kontakt mit infizierten Böden oder Gegenständen, oft im Schwimmbad, in der Sauna oder in Gemeinschaftsduschen
    • Symptome: Juckreiz, Rötungen, Blasenbildung, Nässen und Schuppen der Haut zwischen den Zehen
    • eigentliche Ursache: geschwächtes Immunsystem, beispielsweise durch Diabetes
    • Behandlung: Cremes, Sprays und Puder aus der Apotheke oder vom Arzt
    • Vorbeugung: Füße nach einem Schwimmbadbesuch gründlich abtrocknen, evtl. Schuhe und Socken desinfizieren

  • Arbeite Ursachen, Gefahren und Maßnahmen zur Vorbeugung von Schimmelpilz in Wohnräumen heraus.

    Tipps

    Schimmelpilze benötigen zum Wachsen Feuchtigkeit.

    Schimmelpilze in Wohnräumen können Erkrankungen der Atemwege auslösen, z.B. Asthma oder Allergien.

    Lösung

    Wohnräume können von Schimmelpilz befallen werden, wenn die Luftfeuchtigkeit zu hoch ist. Richtiges Heizen und Lüften hilft, dies zu vermeiden. Schimmelpilz in der Wohnung sieht nicht nur unschön aus, sondern stellt auch eine Gefahr für die Gesundheit dar. Schimmelpilze können z.B. Atemwegserkrankungen oder Allergien auslösen. Bei einem Befall sollte der Schimmelpilz entfernt und die Wohnung fachgerecht saniert werden.

  • Beschreibe wesentliche Aspekte der Infektion mit dem Candida-Hefepilz.

    Tipps

    Der Candida-Hefepilz kommt auch bei gesunden Menschen mit starkem Immunsystem auf der Haut vor und ist in diesem Fall harmlos.

    Das natürliche Gleichgewicht auf der Haut kann durch übertriebene Hygienemaßnahmen gestört werden.

    Lösung

    Ein schwaches Immunsystem oder übertriebene Körperhygiene, die das natürliche Gleichgewicht der Haut durcheinander bringt, können zu einer Infektion mit dem Candida-Hefepilz führen. Er kann Haut, Geschlechtsorgane, Schleimhäute, das zentrale Nervensystem und innere Organe befallen. Zu den Symptomen zählen Rötungen, Schuppung, Jucken und Brennen von Haut und Schleimhäuten, oder Beläge von Mundschleimhaut bzw. Schamlippen.

  • Vergleiche die pflanzlichen Pilzerkrankungen Mutterkorn und Rostpilz.

    Tipps

    Der Name Mutterkorn deutet auf eine bestimmte medizinische Verwendung hin.

    Überlege dir, wie ein Pilz mit der Bezeichnung Rostpilz wohl aussieht.

    Lösung

    Mutterkorn
    Roggenähren können unter dem sogenannten Mutterkornpilz leiden. Man erkennt diesen an großen, schwarzen, harten, kornähnlichen Dauerpilzgeflechten, die aus der Ähre ragen. Wird dieses Korn verzehrt, kommt es zu Vergiftungserscheinungen. Die Inhaltsstoffe werden jedoch auch in der Medizin eingesetzt. Sie helfen gegen Migräne und können bei Geburten die Wehen unterstützen.

    Rostpilze
    Kleine, orangefarbene, braune und schwärzliche Flecken an Stängeln und Blättern von Grünpflanzen sind Rostpilze. Die Ausbreitung erfolgt über den Wind. Befallene Nutzpflanzen liefern viel weniger Ertrag. Zur Bekämpfung gibt es spezielle Pflanzenschutzmittel. Erkrankte Pflanzen sollten nach Möglichkeit entfernt werden, um eine Ausbreitung zu verhindern.

  • Erläutere den richtigen Umgang mit verschimmelten Lebensmitteln.

    Tipps

    Die Giftstoffe, die manche Schimmelpilze absondern, werden auch durch Abkochen nicht zerstört.

    Nur ein kleiner Teil des Schimmelpilzes ist sichtbar. Den größten Anteil hat das Pilzgeflecht, das sich meist bereits durch das komplette Nahrungsmittel zieht.

    Die Sporen dienen der Verbreitung des Pilzes.

    Lösung

    Verschimmelte oder angeschimmelte Lebensmittel gehören in den Mülleimer. Großzügiges Wegschneiden hilft leider nicht, denn das gesamte Lebensmittel könnte bereits vom Pilzgeflecht durchzogen sein. Da einige Schimmelpilze gefährliche Giftstoffe absondern, die hitzestabil sind, hilft auch das Abkochen nicht. Schimmelpilze verbreiten sich durch Sporen, die für das menschliche Auge nicht sichtbar sind. Eine regelmäßige Reinigung des Kühlschranks ist daher wichtig. Die gute Nachricht: Manche Schimmelarten sind harmlos und erzeugen z.B. auf Käse oder Salami erst den richtigen Geschmack.