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Pest und Cholera

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Rapunzel
Pest und Cholera
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Grundlagen zum Thema Pest und Cholera

Inhalt

Pest und Cholera – Biologie

Das Sprichwort „Ich habe die Wahl zwischen Pest und Cholera“ kennst du vielleicht. Es bedeutet, dass man sich in einer Situation befindet, in der alle Optionen schlecht sind. Pest und Cholera sind nämlich beide sehr schlimme und oft tödliche Krankheiten. Vielleicht hast du schon einmal etwas von einem Cholera-Ausbruch nach Naturkatastrophen in den Nachrichten gehört. Doch was ist die Cholera und was ist die Pest genau? Und wie entstehen diese Krankheiten eigentlich? Wann war die Pest in Europa? Wie werden die Erkrankungen übertragen und welche Symptome treten bei Pest und Cholera auf? Und gibt es die Pest und Cholera heute noch oder sind die Krankheiten ausgestorben? Die Antworten auf diese Fragen und weitere Informationen über die Pest und Cholera werden dir in diesem Text einfach erklärt.

Pest und Cholera – gefährliche Infektionskrankheiten

Gemeinsam haben die Pest und Cholera, dass beide Krankheiten durch stäbchenförmige Bakterien verursacht werden. Sie gehören damit zu den Infektionskrankheiten. Der Erreger der Pest heißt Yersinia pestis (Y. pestis) und der Cholera Erreger Vibrio cholerae (V. cholerae). Sowohl die Pest als auch die Cholera können einen tödlichen Krankheitsverlauf haben. Wie die Krankheiten Pest und Cholera genau verlaufen und wie sie übertragen werden, wird in den folgenden Abschnitten erklärt.

Die Pest – Ursachen, Übertragung, Symptome und Krankheitsverlauf

Die Erreger der Pest leben normalerweise in Ratten und werden durch infizierte Rattenflöhe verbreitet. Sie können aber auch in wild lebenden Nagern wie zum Beispiel dem Murmeltier vorkommen. Durch den Biss der Flöhe können die Bakterien auf Menschen übertragen werden. Die Erreger gelangen so in die Blutbahn. Die Inkubationszeit, also die Zeit vom Flohbiss bis zu den ersten Symptomen, beträgt etwa zwei bis sechs Tage. Anschließend kommt es zu Entzündungen der Bissstelle und des Lymphsystems. Infolgedessen schwellen die Lymphknoten schmerzhaft an, weshalb man auch von den sogenannten Pestpocken oder allgemein der Beulenpest spricht. Es treten außerdem Hautblutungen auf. Diese verursachen schwarze Flecken. Deshalb bezeichnet man die Pest oft auch als schwarze Pest oder „schwarzen Tod“.

Weitere Symptome sind Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Benommenheit und Schwäche bei den infizierten Personen. Unbehandelt kommt es bei mehr als der Hälfte zu einem tödlichen Verlauf. Grund dafür ist, dass die Erreger in die Blutbahn übergehen und eine Lungenpest verursachen, was als sekundäre Lungenpest bezeichnet wird. Ist die Lunge von der Pest befallen, können sich die Pesterreger weiter über die Tröpfcheninfektion ausbreiten. Dann spricht man von der primären Lungenpest. Die Übertragung erfolgt dann also direkt von Mensch zu Mensch. Das kann zu Epidemien – also lokalen Masseninfektionen – und Pandemien – weltweiten Epidemien – führen. Zudem verkürzt sich durch den direkten Befall der Lunge die Inkubationszeit auf ein bis zwei Tage. Betroffene bekommen plötzliche Atemnot, Husten, blaue Verfärbungen der Lippen sowie einen schwarzblutigen Auswurf. Wird die Lungenpest nicht behandelt, endet das immer tödlich.

Die Übertragung und Ausbreitung der Pesterreger kannst du dir in der folgenden Abbildung noch einmal ansehen.

Infektionszyklus Pest

Doch ist die Pest heute ausgestorben? Und wie wurde die Pest besiegt, wie lange dauerte die Pest und wie viele Menschen sind an der Pest gestorben? Dafür schauen wir uns einmal die Geschichte der Pest etwas näher an.

Die Pest – Geschichte

Die Pest grassierte besonders im Mittelalter von 1347 bis 1352 in Europa. Grund dafür waren die schlechten hygienischen Bedingungen, da Ratten in Städten und Wohnräumen allgegenwärtig waren. Vermutlich über Handelsschiffe kamen die infizierten Ratten nach Europa und so entstand die Pestwelle. Wie tödlich die Pest war, machen die Zahlen deutlich, denn allein innerhalb dieser fünf Jahre fielen etwa 25 Millionen Menschen der Pest zum Opfer.
Dass es sich beim Pesterreger um bakterielle Erreger handelt, wurde erst im Jahre 1894 durch Alexandre Yersin nachgewiesen, weshalb die Bakterien nach ihm benannt wurden. Robert Koch und seine Schüler erkannten den Übertragungsweg durch den Rattenfloh dann 1897, wodurch eine gezieltere Bekämpfung der Ausbreitung ermöglicht wurde.
Wo gibt es heute noch die Pest? Oder ist die Pest ausgestorben?

Die Pest – heute

Auch heute existieren Pesterreger noch in wild lebenden Nagetieren, die unter anderem in Zentralasien, Afrika, Madagaskar, Südamerika und den USA (Rocky Mountains) vorkommen. Im Vergleich zu früheren Ausbrüchen ist die Infektionsrate jedoch gering. Zudem stehen heute effizientere Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. In Deutschland kommt die Pest heute kaum noch vor.

Die Pest – Therapie

Neben den Schutzmaßnahmen der Isolation und der Bekämpfung von Ratten und Flöhen, um Ansteckungen und Übertragungen zu verhindern, kann die Pest nach dem Ausbruch mit Antibiotika behandelt werden. Ist ein Aufenthalt in einem Risikogebiet geplant, steht zudem eine Impfung zur Verfügung. Diese kann einen fünfmonatigen Schutz bewirken. Mit dem Medikament Sulfadiazin kann man darüber hinaus einer Infektion vorbeugen.

Jetzt kennen wir die Pest genauer, doch was passiert, wenn man Cholera hat? Wie infiziert man sich mit Cholera? Und kann Cholera tödlich sein?

Cholera – Übertragung, Symptome und Verlauf

Cholerabakterien (Vibrio cholerae) lösen durch die Abgabe eines Toxins eine akute Darminfektion aus. Eine Übertragung erfolgt meist durch verunreinigtes Trinkwasser. Vibrionen kommen in Schmutzwasser vor und gelangen anschließend über verseuchte Nahrung und Fäkalien in den Wasserkreislauf. Es kommt zu starken Durchfällen, Erbrechen, Krämpfen und Mattigkeit. Der hohe Verlust an Flüssigkeit (Dehydratation) und Salzen (Elektrolyten) führt letztlich zu einem Kreislauf- und Nierenversagen, was häufig zum Tod führt. Die Cholerainfektion und -verbreitung kannst du dir auch noch einmal in der Abbildung anschauen.

Infektion und Übertragung der Krankheit Cholera

Die Inkubationszeit von Cholera ist mit zwei bis drei Tagen relativ kurz. Infizierte Personen sind hoch infektiös und die Erreger können zum Beispiel durch Tröpfchen- und Schmierinfektionen weitergegeben werden. Daher gilt auch für Cholerainfizierte eine Quarantänepflicht. Doch wo gibt es Cholera heute noch?

Cholera – Geschichte und Vorkommen

Die erste Cholerapandemie mit vielen Toten trat von 1817 bis 1824 auf. Betroffen waren Teile Asiens, Ostafrika, Kleinasien und Russland. Auch heute kommt Cholera noch immer dort vor, wo die Hygienestandards wie eine getrennte Trink- und Abwasserversorgung nicht eingehalten werden können. Insbesondere in Entwicklungsländern, Flüchtlingslagern und nach Naturkatastrophen treten immer wieder Choleraepidemien auf. In Deutschland kommt Cholera heutzutage nur sehr selten bis gar nicht vor.

Cholera – Therapie und Prävention

Eine Cholerabehandlung erfolgt durch die Verabreichung einer sogenannten oralen Rehydrierungslösung (ORS). Allein damit sinkt die Sterblichkeit der Erkrankten auf unter 1 %. Zudem werden Antibiotika zur Behandlung eingesetzt.
Vorbeugend kann eine Impfung erfolgen, die einen Schutz von etwa sechs Monaten verspricht. Die effektivste Maßnahme, wenn man sich in einem Choleragebiet aufhält, sind saubere Nahrungsmittel und Trinkwasser. Daher sollten nur gut durchgekochte beziehungsweise durchgebratene Lebensmittel verzehrt werden. Trinkwasser sollte vor dem Verbrauch unbedingt abgekocht oder filtriert werden. Des Weiteren kann Trinkwasser durch Sonnenstrahlen desinfiziert werden. Dazu werden mit Wasser gefüllte, durchsichtige PET-Flaschen für mindestens sechs Stunden in die Sonne gelegt. Die ultravioletten Strahlen (UV-A-Strahlen) töten die Bakterien ab. Dieses Verfahren wird als solar water disinfection, kurz SODIS, bezeichnet.

Pest und Cholera – Zusammenfassung

In dem Video und Text hast du die Infektionskrankheiten Pest und Cholera kennengelernt. Es wird unter anderem erklärt, was Pest für eine Krankheit ist, wo Cholera auftritt und wie beide Erkrankungen behandelt werden. Für einen besseren Überblick haben wir die wichtigsten Fakten noch einmal in einem Steckbrief über die Pest und Cholera zusammengefasst.

Pest Cholera
Erregerform Bakterien Bakterien
Name des Erregers Yersinia pestis Vibrio cholerae
Vorkommen Ratten, wild lebende Nager Gewässer, Schmutzwasser, im Wasser lebende Tiere
Übertragung Rattenfloh, Nagerfloh verschmutztes Trinkwasser, Lebensmittel (z. B. Fisch, Muscheln)
Inkubationszeit zwei bis sechs Tage (Beulenpest); ein bis drei Tage (Lungenpest) zwei bis drei Tage
Befallene Organe Lymphknoten, Lunge Darm
Verbreitung Tröpfcheninfektion (Lungenpest), Blut Tröpfchen- und Schmierinfektion, Blut
Behandlung Antibiotika Antibiotika, Rehydrierungslösung (ORS)
Impfung möglich? ja ja
Gibt es den Erreger heute noch? ja ja

Wie immer kannst du dein neues Wissen mit den interaktiven Arbeitsblättern und Übungsaufgaben zum Thema Pest und Cholera überprüfen. Viel Spaß!

Transkript Pest und Cholera

Hallo, ich bin Julia. In diesem Film geht es um die Krankheiten Pest und Cholera. Pest und Cholera sind Infektionskrankheiten, die durch Bakterien ausgelöst werden. Die Pest kam 1347 aus Asien nach Europa. Dort breitete sie sich innerhalb kürzester Zeit stark aus und in den folgenden Jahren starb fast ein Drittel der damaligen Bevölkerung an der Pest. Der Pesterreger ist Yersinia pestis, ein stäbchenförmiges Bakterium. Es befällt nicht nur die Menschen, sondern auch andere Säugetiere, wie Ratten, Mäuse oder Katzen. Man nimmt an, dass die Pest im Mittelalter vor allem durch Ratten übertragen wurde. Die Ratten waren in den Häusern der Menschen allgegenwärtig. Wenn sich eine Ratte mit dem Pesterreger angesteckt hat, breitet sich die Pest unter den Ratten einer Population sehr schnell aus. Und meist sterben nach kurzer Zeit alle infizierten Tiere. Die Ratten stecken sich nicht direkt untereinander an, sondern der Erreger wird über den Rattenfloh übertragen. Der Rattenfloh nimmt das Blut einer infizierte Ratte auf, sticht das nächste Tier und verbreitet so das Bakterium. Wenn alle Ratten einer Population tot sind, suchen sich die Flöhe neue Wirte und gehen auch auf den Menschen über. Durch den Flohbiss gelangen die Pestbakterien in das menschliche Gewebe und sammeln sich meist in den Lymphknoten. Nach einer Inkubationszeit von wenigen Stunden, bis zu 7 Tagen, schwellen die Lymphknoten an und es bilden sich die für die Beulenpest charakteristischen Pestbeulen. Der Kranke leidet unter Fieber-, Kopf- und Gliederschmerzen. Meist dringt das Pestbakterium mit der Zeit auch in die Blutbahn ein und vermehrt sich dort. Es produziert starke Gifte, sodass der Kranke innerhalb kurzer Zeit stirbt. Wenn der Erreger über die Atemluft aufgenommen wird oder durch die Blutbahn in die Lunge gelangt, entsteht eine Lungenpest. Das Lungengewebe wird dabei zerstört und der Kranke leidet unter Atemnot und beginnt Blut zu husten. Er stirbt nach Ausbruch der Krankheit meist innerhalb von 2-5 Tagen. Wenn die Pest rechtzeitig erkannt wird, kann sie mit Antibiotika behandelt werden. Heutzutage ist das Risiko an Pest zu erkranken durch verbesserte Hygiene sehr gering. Trotzdem lässt sich die Pest nicht vollständig ausrotten, da es immer noch infizierte Wildtierpopulationen in Asien, Ostafrika und Amerika gibt. Durch den Kontakt mit infizierten Nagetieren treten so immer wieder vereinzelte Pestfälle auf.   Cholera wird ebenfalls durch ein Bakterium ausgelöst, Vibrio cholerae. Das Bakterium wird meist über das Trinkwasser oder verseuchte Nahrung aufgenommen. Es verursacht nach einer Inkubationszeit von 2-3 Tagen starkes Erbrechen und Durchfall. Der Patient verliert so in kurzer Zeit große Mengen an Flüssigkeit und gelösten Stoffen wie Zucker und Salze, sogenannte Elektrolyte. Nach Ausbruch der Krankheit sterben unbehandelt 20-70% aller Patienten. Eine wirksame Therapie darin, den Kranken optimal mit Wasser und Elektrolyten zu versorgen, zum Beispiel mit einer Lösung aus 20 Gramm Traubenzucker, 4,2 Gramm Kochsalz, 1,8 Gramm Kaliumchlorid, 4 Gramm Natriumhydrogencarbonat und einem Liter Wasser. Schon damit lässt sich die Sterblichkeit auf 1% der Erkrankten senken, außerdem können Antibiotika erfolgreich eingesetzt werden. Der Cholera kann man am besten durch sauberes Trinkwasser vorbeugen. Zur Reinigung können verschiedene Methoden eingesetzt werden. Das Trinkwasser kann abgekocht werden. Wenn nicht genug Brennmaterial vorhanden ist, kann das Trinkwasser auch gefiltert werden. Um die Zahl der Bakterien zu vermindern, reicht es oft schon das Wasser durch mehrere Stofflagen zu gießen. Außerdem kann das Wasser durch Sonnenstrahlung desinfiziert werden. Man legt dazu PET-Flaschen für 6 Stunden in die Sonne. Die UV-A-Strahlung tötet die im Wasser vorhandenen Mikroorganismen ab. Dieses Verfahren bezeichnet man als Solar Water Disinfection, kurz SoDis. Trotz der vielfältigen Methoden der Vorbeugung tritt die Cholera immer wieder auf, besonders in Entwicklungsländern oder nach verheerenden Naturkatastrophen, wie zum Beispiel 2010, nach dem Erdbeben in Haiti. Dort starben fast 5000 Menschen an der Cholera. Im Gegensatz zur Pest, die nur noch selten auftritt, fordert die Cholera bei immer wieder auftretenden Epidemien bis heute viele Tote. Ich hoffe, ihr habt in diesem Film viel Neues gelernt. Tschüss!

4 Kommentare

4 Kommentare
  1. Wie ist den der Aufbau von Cholera ?

    Von Su2006, vor fast 2 Jahren
  2. gut

    Von Tanja Becker27, vor mehr als 5 Jahren
  3. jo vielen dank.

    Von Sales 1, vor etwa 8 Jahren
  4. Sehr gut Erklärt.

    Von Paulea, vor mehr als 10 Jahren
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