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Allergien 06:29 min

Textversion des Videos

Transkript Allergien

Hallo! Allergien sind nichts anderes als der missglückte Versuch unseres Körpers, Würmer abzuwehren, die in uns als Parasiten leben wollen. Ist das wahr oder falsch? In diesem Video geht es um Allergien. Du wirst die wichtigsten Begriffe, den Ablauf, Beispiele und Therapiemöglichkeiten kennenlernen. Eine Allergie ist eine überempfindliche Reaktion unseres Körpers auf Allergene. Allergene sind Antigene aus unserer Umwelt, zum Beispiel auf der Oberfläche von Pollen, Metallen oder Tierhaaren. Diese können entweder durch Berührung unsere Haut reizen, sogenannte Kontaktallergene oder über das Verdauungssystem und die Atemwege aufgenommen werden. Die Antikörper der Klasse IgE spielen beim Typ 1 eine wichtige Rolle. Diese heften sich an die Oberfläche von sogenannten Mastzellen. Binden sie an Antigene, werden von der Mastzelle Histamin und andere hochaktive Stoffe ausgeschüttet. Das ist ein Hormon zur Immunabwehr, welches zu Entzündungen führt. Die Schleimhaut der Atemwege schwillt an, die Haut rötet sich, wir niesen. Diese Reaktion kann lokal begrenzt bleiben wie beim Heuschnupfen. Bei anderen Allergien wie bei Insektenstichen kann in Extremfällen auch der gesamte Körper betroffen sein. Die Blutgefäßwände weiten sich und werden durchlässiger, sodass Serum austritt. Der Blutdruck fällt stark ab. Das nennt man einen anaphylaktischen Schock, einen allergischen, potenziell tödlichen Schock. Allergien laufen unterschiedlich ab. Beim Spättyp reagiert der Körper erst Tage oder Wochen nach einem Kontakt mit dem Allergen. Hierzu zählen Kontaktallergien, die durch Seifen, Kosmetika, Kunstfasern oder Metalle ausgelöst werden. An der zellvermittelten Immunabwehr sind Makrophagen und T-Lymphozyten beteiligt. Diese sorgen dafür, dass körpereigenes Gewebe angegriffen und beschädigt wird. Sichtbar wird das zum Beispiel als Ekzem auf der Haut. Beim Soforttyp hingegen, der Typ 1-Allergie, wird der Körper beim Erstkontakt nur sensibilisiert. Beim zweiten Kontakt mit dem Allergen kommt es durch die Ausschüttung von Histamin durch die Mastzellen zu einer heftigen Reaktion. Hier sind die Antikörper AgE beteiligt. Häufige Formen sind Heuschnupfen und Asthma. Wenn man vermutet, dass man unter einer Allergie leidet, kann das von einem Arzt oder einer Ärztin festgestellt und therapiert werden. Bei einem Allergietest wird in die Haut gepiekt und die potenziellen Allergene auf die Wunden aufgetragen. Reagiert man allergisch, kommt es zu Rötungen und Schwellungen. Um die Symptome medikamentös zu bekämpfen, gibt es zwei kurzfristige Möglichkeiten. Durch die Einnahme von Mastzellenstabilisatoren wird verhindert, dass diese Histamin und andere hochaktive Stoffe entladen. Die allergische Reaktion bleibt aus. Antihistaminika setzen später an, sie binden bereits von den Mastzellen freigesetztes Histamin und schwächen die allergische Reaktion ab. Langfristig hilft nur eine Desensibilisierung oder auch Hyposensibilisierung genannt. Dabei spritzt man den PatientInnen regelmäßig das Allergen in zunehmender Menge. Als Folge werden vom Immunsystem viele IgG-Antikörper gebildet. Diese sind den IgE-Antikörpern zahlenmäßig überlegen, welche die allergische Reaktion auslösen. Die Immunreaktion des Körpers wird abgeschwächt oder bleibt aus. Fassen wir noch einmal zusammen: Allergien sind überempfindliche Reaktionen unseres Immunsystems auf Allergene unserer Umwelt. Mit diesen kommen wir in Kontakt über Haut, Verdauungssystem und Atemwege. Beim Soforttyp binden Allergene einen IgE-Antikörper auf der Oberfläche von Mastzellen, die als Folge aktiviert werden und Histamin ausschütten. Zu dieser allergischen Reaktion kommt es beim Zweitkontakt. Dem voraus geht ein sensibilisierender Erstkontakt. Beispiele sind Heuschnupfen und Asthma. Im schlimmsten Fall kommt es zum anaphylaktischen Schock durch einen Abfall des Blutdrucks. Beim Spättyp spielen Makrophagen und T-Lymphozyten eine Rolle. Nach Kontakt mit zum Beispiel Kosmetika oder bestimmten Metallen kommt es Tage oder Wochen später zu einer allergischen Reaktion. Möglichkeiten der Therapie sind eine Desensibilisierung beziehungsweise Hyposensibilisierung, die Einnahme von Mastzellenstabilisatoren oder von Antihistaminika. Und was ist nun mit unserer Anfangsaussage? Sind Allergene wirklich der missglückte Versuch unseres Körpers, parasitäre Würmer abzuwehren? Nun, das ist zumindest eine Theorie zur Entstehung von Allergien. Tatsache ist, dass die IgE-Antikörper, die ja die allergische Reaktion auslösen, eigentlich der Verteidigung gegen tierische Parasiten dienen. Durch hohe Hygienestandards kommt unser Körper aber kaum noch in Kontakt mit echten Parasiten. Das IgE-Schutzsystem beginnt, auf harmlose Antigene zu reagieren. Vielleicht gehörst auch du zu den 20 bis 30 Millionen Menschen in Deutschland, die zu den Allergikern zählen. Dann weißt du jetzt Bescheid, was in deinem Körper passiert. Tschüss und bis zum nächsten Mal.

Allergien Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Allergien kannst du es wiederholen und üben.

  • Gib wieder, was du bereits über Allergien gelernt hast.

    Tipps

    Da wir heute kaum mehr in Kontakt mit echten Parasiten kommen, haben die IgE-Antikörper angefangen, auf harmlose Antigene zu reagieren.

    Lösung

    Diese Aussagen sind richtig:

    Als Allergie bezeichnen wir eine überempfindliche Reaktion des Körpers auf Stoffe aus unserer Umwelt.

    In Deutschland sind geschätzt zwischen 20 und 30 Millionen Menschen Allergiker.

    Die IgE-Antikörper, die die allergischen Reaktionen auslösen, waren ursprünglich dazu da, uns gegen tierische Parasiten zu schützen.

    Diese Aussagen stimmen nicht:

    Allergene sind Zellen in unserem Körper, die uns vor Allergien schützen. (Richtig ist: Allergene gehören nicht zu unserer körpereigenen Immunabwehr. Sie sind vielmehr Antigene aus unserer Umwelt und sitzen zum Beispiel auf der Oberfläche von Pollen, Metallen oder Tierhaaren.)

    Ein Kontaktallergen muss über das Verdauungssystem aufgenommen werden, um eine allergische Reaktion auslösen zu können. (Richtig ist: Bei einem Kontaktallergen reicht es aus, wenn die Haut damit in Berührung kommt. Es muss also nicht über das Verdauungssystem aufgenommen werden, um eine allergische Reaktion auszulösen.)

  • Schildere die Reaktionen der Spättypallergie.

    Tipps

    IgE-Antikörper können an Mastzellen binden. Beim Zweitkontakt bindet das entsprechende Allergen an diese IgE-Antikörper. Die IgE-Antikörper sorgen dann dafür, dass die Mastzellen Histamin ausschütten. Dies passiert sehr schnell nach dem Zweitkontakt mit dem Allergen.

    Lösung

    Konntest du die Reaktionen der Soforttyp- und der Spättypallergie unterscheiden?

    Beim Spättyp reagiert der Körper erst Tage oder Wochen nach dem Kontakt mit dem Allergen. Betroffene leiden oft unter Kontaktallergien, die durch Kosmetika, Seife, Kunstfasern oder Metalle ausgelöst werden können. Bei diesem Typ sorgen Makrophagen und T-Lymphozyten, die an der zellvermittelten Immunabwehr beteiligt sind, dafür dass körpereigene Zellen angegriffen und beschädigt werden. Dies äußert sich zum Beispiel als Ekzem auf der Hautoberfläche.

    Beim Soforttyp findet beim Erstkontakt nur eine Sensibilisierung statt. Beim Zweitkontakt kommt es dann zu einer teilweise heftigen Reaktion, die bei manchen Menschen sogar tödlich verlaufen kann. Beim zweiten Kontakt mit dem Allergen schütten die Mastzellen Histamin aus. An dieser Ausschüttung sind unter anderem IgE-Antikörper beteiligt. Häufige Formen dieses Typs sind Heuschnupfen oder Asthma.

  • Zeige auf, was bei einer Typ-I-Allergie im Körper passiert.

    Tipps

    Vor einer allergischen Reaktion muss das spezifische Allergen erst einmal in den Körper gelangen. Weißt du, auf welchen Wegen dies passieren kann?

    Allergene sind Antigene aus unserer Umwelt, die zum Beispiel auf der Oberfläche von Pollen oder Tierhaaren sitzen. Wir können uns nicht aussuchen, gegen welche Allergene unser Körper allergisch reagiert. Viele tierliebe Menschen können keine Haustiere halten, da sie unter einer Tierhaarallergie leiden.

    Lösung

    Stell dir vor, ein Mensch kommt das erste Mal mit einem sogenannten Allergen in Berührung. Dieses Allergen kann zum Beispiel durch das Verdauungssystem oder die Atemwege in den Körper gelangen.

    Beim ersten Kontakt mit solch einem Allergen werden dann im Körper spezifische IgE-Antikörper gegen das Allergen produziert. Dieser Erstkontakt wird auch Sensibilisierung genannt.

    Die produzierten IgE-Antikörper wandern dann zu den Mastzellen und binden an diese.

    Bei einem erneuten Kontakt mit dem gleichen Allergen bindet dieses Allergen an die vorhandenen IgE-Antikörper. Die IgE-Antikörper sorgen dann dafür, dass die an sie gebundenen Mastzellen Histamin und andere hochaktive Stoffe freisetzen.

    Diese hochaktiven Stoffe lösen dann eine allergische Reaktion aus, die entweder lokal begrenzt bleibt oder sich auf den ganzen Körper verteilt.

  • Untersuche, wie du einen anaphylaktischen Schock erkennen und der betroffenen Person helfen kannst.

    Tipps

    Zu den Inhalationsallergenen gehören unter anderem Pollen, Hausstaub, Schimmelpilze und Tierhaare.

    Viele Menschen, die hochallergisch sind, tragen immer eine Adrenalinspritze mit sich. Diese kannst du der betroffenen Person seitlich in den äußeren Oberschenkel spritzen. Adrenalin steigert in wenigen Sekunden die Herz-Kreislauf-Funktion. Es erleichtert die Atmung und bewirkt eine Steigerung der Herzleistung. Außerdem verengen sich die Blutgefäße. Das Adrenalin sorgt also dafür, dass der Körper wieder mehr Blut zur Verfügung hat.

    Bei der Schocklagerung sollte der Körper des Betroffenen flach gelagert werden. Du kannst die Beine der Person etwas erhöht lagern. Dies verhindert, dass das Blut nicht in den Beinen bleibt, sondern dem Gehirn und den anderen lebenswichtigen Organen zur Verfügung steht.

    Lösung

    Wodurch wird ein anaphylaktischer Schock ausgelöst? Er wird in den meisten Fällen durch Medikamente, Insektengifte, Nahrungsmittel wie zum Beispiel Erdnüsse oder Inhalationsallergene wie Pollen oder Hausstaubmilben ausgelöst.

    An welchen Symptomen erkenne ich einen anaphylaktischen Schock? Typische Symptome bei einem anaphylaktischen Schock sind Übelkeit, Krämpfe, Atemnot, Juckreiz und Schwellungen. In ganz schlimmen Fällen kann der Betroffene sogar bewusstlos sein. Bitte denke daran, dass nicht all diese Symptome auftreten müssen und vielleicht noch andere Symptome wie Angstgefühle und ein erhöhter Puls auftreten können!

    Wie kann ich der betroffenen Person helfen? Zuerst sollte das Allergen entfernt werden. Bei einem Insektenstich muss der Stachel entfernt werden. Bei Nahrungsmitteln sollte der Mund gesäubert werden. Wenn die Person eine Adrenalinspritze dabei hat, kann diese in den Oberschenkel gespritzt werden. Vielleicht hat die Person aber auch andere Notfallmedikamente wie Antihistaminika oder ein Kortisonpräparat dabei. Natürlich sollte immer der Notruf unter der Nummer 112 verständigt werden. Wenn die Person ansprechbar ist, sollte sie in die Schocklage gebracht werden. Eine bewusstlose Person muss aber seitlich gelagert werden, damit sie nicht an ihrem eigenen Erbrochenen erstickt! Vor allem bei kühlen Temperaturen ist es wichtig, dass die Person zusätzlich warm gehalten wird.

  • Arbeite heraus, was bei einer Desensibilisierung geschieht.

    Tipps

    Die Abkürzung Ig steht für Immunglobulin. Es ist Aufgabe der körpereigenen Immunabwehr, die IgG-Antikörper zu bilden. Genauer gesagt sind die B-Zellen bzw. B-Lymphozyten für die Bildung dieser Immunglobuline zuständig.

    Lösung

    Die B-Zellen gehören zum körpereigenen Immunsystem. Wenn sie mit einem Allergen in Kontakt kommen, erkennen sie es als Eindringling im Körper. Zur Verteidigung bilden sie IgE-Antikörper. Diese binden an die Mastzellen, welche in der Haut und in den Schleimhäuten sitzen. Der Körper ist nun sensibilisiert für das spezifische Antigen, er reagiert aber noch nicht darauf.

    Die IgE-Antikörper sitzen weiterhin an den Mastzellen. Beim nächsten Kontakt kann das spezifische Allergen direkt an die IgE-Antikörper binden. Die Mastzellen schütten daraufhin Histamin und andere hochaktive Stoffe aus. Diese Stoffe sorgen für eine allergische Reaktion, die sich zum Beispiel durch Juckreiz, Atemnot oder eine fließende Nase äußern kann.

    Bei der Desensibilisierung wird nun in regelmäßigen Abständen das spezifische Allergen in immer höherer Dosis in den Körper injiziert. Die B-Zellen werden dadurch angeregt, statt der IgE-Antikörper nun IgG-Antikörper zu bilden. Diese sind den IgE-Antikörpern, die die allergische Reaktion auslösen, zahlenmäßig überlegen. Die IgG-Antikörper machen die Allergene unschädlich, bevor diese an den Mastzellen binden können. Dadurch schütten die Mastzellen weniger Allergie auslösende Stoffe aus. Die allergische Reaktion kann somit abgeschwächt werden.

  • Zeige, wie Kortison eine allergische Reaktion bekämpfen kann.

    Tipps

    Passiert es dir auch manchmal, dass du genau dann krank wirst, wenn du eine stressige Zeit hinter dir hast und nun eigentlich entspannen könntest? Wenn der Körper unter Stress steht, kann er nicht noch zusätzlich eine Krankheit gebrauchen. Cortisol ist ein Stresshormon und unterdrückt die Aktivität des Immunsystems und somit auch typische Krankheitssymptome. Wenn der Stress nachlässt, lässt auch die Wirkung des Cortisols auf das Immunsystem nach. Die Krankheit kann nun richtig ausbrechen.

    Lösung

    Kortison wird zur Allergiebehandlung eingesetzt, da es übertriebene Abwehrreaktionen unseres körpereigenen Immunsystems unterdrücken kann und zusätzlich entzündungshemmend wirkt.

    Wie sieht die entzündungshemmende Wirkung von Kortison aus?

    Bei einer Entzündung lösen sogenannte Entzündungsstoffe Rötungen, Schwellungen und Schmerzen aus. Kortison blockiert die Freisetzung dieser Entzündungsstoffe. Dadurch wird die entzündliche Wirkung dieser Stoffe im Gewebe gehemmt. Die Entzündung geht zurück und der Schmerz lässt dadurch nach.

    Wie wirkt Kortison auf die Immunabwehr?

    Wenn ein Mensch unter einer allergischen Reaktion leidet, dann ist sein körpereigenes Abwehrsystem überaktiv und richtet sich gegen völlig gesundes körpereigenes Gewebe. So werden gesunde Organe von den eigenen Immunzellen zerstört, die normalerweise nur entartete Zellen vernichten würden. Die Makrophagen gehören zum Immunsystem und sorgen bei einer Allergie dafür, dass körpereigenes Gewebe angegriffen und zerstört wird. Kortison vermindert die Anzahl der Makrophagen und schwächt somit die Aktivität des Immunsystems.