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Pilze – Bau und Vermehrung 08:53 min

Textversion des Videos

Transkript Pilze – Bau und Vermehrung

Hallo, willkommen. Heute nehme ich euch mit auf eine kleine Exkursion. Dabei will ich mit euch Pilze suchen und ich stelle euch den Bau und die Vermehrung von Pilzen vor. Das ist mein Ziel. Woraus bestehen Pilze überhaupt? Finden wir es heraus. Also, ich habe mich umgesehen, wo sie überall wachsen. Hier ist ein Apfel befallen, er wird zersetzt. Und da sitzt der Birnengitterrost als Parasit auf dem Blatt eines Birnenbaumes und schädigt die Pflanze. Dort verschimmelt leider ein Stück Brot. Die Fruchtkörper des Köpfchenschimmels sind als weiße Punkte zu sehen. Und das Stück Erdbeerkuchen hat zu lange im Warmen und nicht im Kühlschrank gestanden. Hier sind die Fruchtkörper als schwarze Punkte erkennbar. Das, was ihr auf dem Erdbeerkuchen seht, ist ein sogenanntes Luftmycel. So heißt das Pilzgeflecht, wenn es an die Oberfläche tritt. Eigentlich besteht es aus vielen Pilzfäden, den Hyphen, die endständig die dunkleren Sporenträger mit Sporen, das sind die kleinen Kugeln, tragen. Die mikroskopische Aufnahme zeigt das vergrößert. Genauer sind die Hyphen, die Sporenträger und die restlichen Sporen zu sehen. Hauptsächlich wächst das Mycel im Gelee des Kuchenstückes. Ich will es als Substratmycel bezeichnen. Man weiß nie, wie weit es in den Kuchen hineinreicht. Deshalb ist es besser, das ganze Kuchenstück mit dem Biomüll zu entsorgen. Holzpilze durchwachsen ihr Substrat, das Holz. Der umgestürzte Baumstamm wird von einem Schwammpilz zersetzt und mineralisiert, bis nur noch Zunder, also mürbe, leichte Holzreste übrigbleiben. Auf diese Weise führen Pilze den neuen nachwachsenden Pflanzen wieder die Stoffe zu, die sie für ihre Entwicklung brauchen. Hier seht ihr die Unterseite eines Holzpilzes. Viele essbare Holzpilze, wie zum Beispiel der Zitronenseitling lassen sich recht leicht kultivieren. Hier wächst er auf einem Laubholz. Vier oder fünf Jahre wird man wohl den Pilz im Sommer auf den Stubben, das sind kurze Baumstammstücke, ernten können. Dann ist vom Holz fast nichts mehr übriggeblieben. Der Zitronenseitling ist ein ausgezeichneter Speisepilz, den man einfach mit Pilzbrut auf frisch gesägtem Holz züchten kann. Die Pilzbrut besteht aus Hyphen, den Pilzfäden, die ein meist weißes Pilzmycel, also ein Geflecht für ihre Pilzfäden bilden. Die Hyphen umwachsen und durchwachsen die Holzspäne, die als Substrat dienen. Die Pilzzellen sind ein- oder mehrkörnig und ihre Zellwände bestehen aus einem chitinähnlichen Stoff. Enzyme des Zellplasmas helfen, Cellulose und Holzstoff zwecks Energiegewinn abzubauen. Wir sagen: Pilze ernähren sich heterotroph. Zwischen den Stubbenenden dringt der Zitronenseitling in die Poren des Holzes ein und durchwächst es völlig. Bereits nach einem Jahr kann man die Fruchtkörper des Pilzes ernten. Jetzt zeige ich euch wie ein Großpilz, ein Fliegenpilz, aufgebaut ist. Der gesamte Fruchtkörper wird von Mycel gebildet, das sich unterschiedlich verfestigt und ausformt. Zunächst entsteht ein kugelförmiges Gebilde, das von einer Haut, dem Schleier, umschlossen ist. Dann wachsen Stiel und Hut heran und der Schleier reißt auf. Seine Reste finden wir als Manschette unter dem Hut und als weiße Pusteln auf dem roten Schirm wieder. Unterseits des Hutes sind die Lamellen, in denen nach der Zellkernverschmelzung die Sporen gebildet werden. Der Stiel trägt den Ständerpilz. Er ist unten knollenartig verdickt. Hier seht ihr etwas mehr als die Hälfte eines sogenannten Hexenringes. Die Pilze wachsen ringförmig im Grasboden. Man konnte sich länger nicht erklären, wie das zustande kommt. Dabei ist es ganz einfach. Wenigstens zwei verschiedengeschlechtliche Pilzsporen fallen auf den Boden. Die Plus- und die Minusspore keimen aus und bilden ein Primärmycel. Dann kommt es zur Vereinigung, einer Verschmelzung bestimmter Zellbereiche. Es entsteht ein Sekundärmycel, das Paarkernmycel. Ich zeichne es kräftig rot mit zwei Zellkernen pro Zelle. Dieses wächst schließlich ringförmig nach außen immer weiter. Fast zeitgleich entstehen die Fruchtkörper, sie bilden den Hexenring. Im Hut der Pilze kommt es zu Kernverschmelzungen. Danach können in den Lamellen und im Röhrengewebe Sporen gebildet werden. Die Zellverschmelzung und die Kernverschmelzung gehören zur geschlechtlichen Fortpflanzung im Entwicklungszyklus des Pilzes. Doch kommen wir zurück zu den Hexenringpilzen. In unserem Beispiel waren die Hutpilze recht dünnstielig. Ihre Masse ist vergleichsweise klein zu der gesamten Masse des Pilzes, der als Mycel im Boden lebt. Der Birkenpilz ist als Speisepilz begehrt. Der Steinpilz ist der edelste Pilz unter den Waldpilzen. Diese Sorte hat eine braune Hutkappe, gelbliches Röhrengewebe und einen kräftigen Stiel. Der schmackhafte Butterpilz hat ebenfalls Röhren unter dem Hut und ein Längsschnitt durch den Rotfußröhrling zeigt uns das Röhrengewebe, in dem die Pilzsporen entstehen. Wer kennt sie nicht, die leckeren Pfifferlinge? Die Lamellen, auch Leisten genannt, laufen unterseits am Stiel herab. Sie gehören zu den Leistlingen. Dieser Vertreter könnte vermutlich in die große Gruppe der Milchlinge eingeordnet werden. Ihr merkt es schon, die Bestimmung von Pilzen ist schwierig und allein auf eine Abbildung kann man sich nicht verlassen. Im Zweifelsfall ist der Weg zu einer Pilzberatungsstelle nicht zu weit. Der Weg lohnt sich immer. Sammelt nie diesen giftigen Pilz, es ist der weiße Knollenblätterpilz. Sammle nur, was du eindeutig als Speisepilz bestimmen kannst! Ich danke, dass ihr mitgekommen seid. Ich hoffe, ihr konntet euch einige Vertreter merken und ihr wisst nun, dass das was wir bisher als Pilz kannten, nämlich Hut und Stiel, eigentlich der Fruchtkörper des Pilzes ist. Der Fruchtkörper ist ein Sporenträger. Er dient durch die Bildung von Sporen der Verbreitung der Pilzart. Außerdem konntet ihr auch den Vermehrungszyklus eines Großpilzes kennenlernen. Ich sage euch tschüss, bis zum nächsten Mal. Euer Octavus.

17 Kommentare
  1. sehr gut erklärt!!!

    Von Melomanie, vor 13 Tagen
  2. Funf Aufgaben pro Video waere schon gewesen aber zumindest sehr sehr sehr sehr hilfreich

    Von Bahiga73, vor 9 Monaten
  3. Hi Redaktion,
    ich würde mich freuen wenn es bald mehr -Fünf Aufgaben pro Video Aufgaben geben würde
    vielen Dank im voraus
    Jonathan
    PS.:Oktavus,deine videos haben mir richtig geholfen!!!

    Von Jonathan B., vor 9 Monaten
  4. Gut erklärt Danke :) !!!!!!!!!!!!!!!

    Von Lena G., vor mehr als einem Jahr
  5. Es ist immer hilfreich und tttooolll !!!.

    Von Running42, vor fast 2 Jahren
  1. super!!!

    Von Keil, vor fast 3 Jahren
  2. Hallo Teresa,
    wir arbeiten gerade daran, alle Videos mit interaktiven Übungen zu bestücken. Leider hat dieses Video noch keine Übung, daher kann man die Aufgaben auch noch nicht als Arbeitsblätter herunterladen. Die Übung findest du direkt unter dem Videotitel unter "Die Übung".
    Viele Grüße aus der Redaktion!

    Von Serpil Kilic, vor fast 3 Jahren
  3. Wo kann man da irgendwelche arbeitsblätter bekommen/bearbeiten?

    Von Teresa 7, vor fast 3 Jahren
  4. Danke! Sehr gutes Video (-:

    Von Bessler, vor fast 4 Jahren
  5. Hallo Ennio12, beide Schreibweisen mit c oder z sind richtig. In wissenschaftlicher Literatur wirst du die Schreibweise "Mycel" finden, mit z, das Myzel, ist eingedeutscht.

    Von Roland Hesse, vor etwa 4 Jahren
  6. Schreibt man Myzel nicht mit z?

    Von Ennio12, vor etwa 4 Jahren
  7. Hi, idaluzies,
    vielen Dank für das Kompliment.
    Leider konte ich meine Tätigkeit vor zwei Jahren bei sofatutor nicht fortsetzen. Ich glaube aber, dass Lernspiele möglich sind, zumindest dachte man darüber nach, Lern-Fragen zu den Videos zu entwickeln. Mehr weiß die Redaktion.
    LG
    RH

    Von Roland Hesse, vor mehr als 4 Jahren
  8. Hups achso!
    Eine Frage hätte ich noch!

    Kann Sofatutor auch Lernspiele machen?

    Von Idaluzies, vor mehr als 4 Jahren
  9. Lieber Roland Hesse,
    du machst sehr schöne Video's.
    Ich glaube das deine Videos mit den Experimenten am besten ankommen.
    In deinem Video über ,,Farne" hast du eine echte Pflanze gezeigt , das ist sehr gut angekommen!

    Bitte Antworte mir!

    LG
    idaluzies

    Von Idaluzies, vor mehr als 4 Jahren
  10. Dankeschön,hat sehr geholfen

    Von Bmsteibrecher, vor etwa 5 Jahren
  11. Das tutoriel war cool

    Von Deleted User 59022, vor mehr als 5 Jahren
  12. Danke

    Von Odile, vor fast 6 Jahren
Mehr Kommentare

Pilze – Bau und Vermehrung Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Pilze – Bau und Vermehrung kannst du es wiederholen und üben.

  • Nenne einige Speisepilze.

    Tipps

    Der weiße Knollenblätterpilz wird manchmal mit dem essbaren Champignon verwechselt.

    Lösung

    Butterpilz, Steinpilz und Pfifferling sind bekannte Speisepilze. Der weiße Knollenblätterpilz ist giftig. Im Zweifelsfall solltest du eine Pilzberatungsstelle fragen oder den Pilz stehen lassen.

  • Gib an, was man mit verschimmelten Lebensmitteln tun sollte.

    Tipps

    Wenn der Schimmel sichtbar wird, ist oft bereits das ganze Lebensmittel vom Pilzgeflecht durchzogen.

    Lösung

    Verschimmelte Lebensmittel solltest du komplett im Biomüll entsorgen. Das Erhitzen oder Tiefkühlen kann die Giftstoffe des Pilzes nicht unschädlich machen. Da oft das gesamte Lebensmittel vom Pilzgeflecht durchzogen ist, nützt es auch nichts, nur die verschimmelten Stellen wegzuschneiden.

  • Beschrifte den Pilz.

    Tipps

    Der Hut sitzt ganz oben auf dem Pilz!

    Eine Manschette ist ringförmig.

    Lösung

    Der Fruchtkörper des Pilzes wird vom Mycel gebildet, das sich unterschiedlich verfestigt und ausformt. Wenn Stiel und Hut heranwachsen, reißt der Schleier auf. Seine Reste finden wir als Manschette unter dem Hut wieder. Unterhalb des Hutes sind die Lamellen. Der Stiel trägt den Ständerpilz. Er ist unten wie eine Knolle verdickt.

  • Erkläre den Vermehrungszyklus eines Pilzes.

    Tipps

    Das Primärmycel erkennst du daran, dass die Zellen nur einen Zellkern haben.

    Die Zellen des Paarkernmycels enthalten zwei Zellkerne.

    Lösung

    Die Plus- und die Minusspore keimen aus und bilden ein Primärmycel. Dann kommt es zur Vereinigung, einer Verschmelzung bestimmter Zellbereiche. Es entsteht ein Sekundärmycel, das Paarkernmycel. Nun entstehen die Fruchtkörper. Im Hut der Pilze kommt es zu Kernverschmelzungen. Danach können in den Lamellen und im Röhrengewebe Sporen gebildet werden. Die Zellverschmelzung und die Kernverschmelzung gehören zur geschlechtlichen Fortpflanzung im Entwicklungszyklus des Pilzes.

  • Arbeite heraus, wie ein Hexenring entsteht.

    Tipps

    Primär bedeutet zuerst vorhanden, sekundär bedeutet an zweiter Stelle.

    Lösung

    Ein Hexenring entsteht, wenn zunächst zwei verschiedengeschlechtliche Pilzsporen auf den Boden fallen. Die Plus- und die Minusspore keimen aus und bilden ein Primärmycel. Dann kommt es zur Vereinigung, einer Verschmelzung bestimmter Zellbereiche. Es entsteht ein Sekundärmycel, das Paarkernmycel. Dieses wächst schließlich ringförmig nach außen. Fast zeitgleich entstehen die Fruchtkörper, sie bilden den Hexenring.

  • Erläutere Begriffe aus der Pilzzucht.

    Tipps

    Pilze ernähren sich von organischem Material anderer Lebewesen. Dies nennt man heterotroph.

    Nur ein Teil des Pilzes wird geerntet und verspeist.

    Lösung

    Der Zitronenseitling ist ein ausgezeichneter Speisepilz, den man einfach züchten kann. Die Pilzbrut besteht aus Hyphen, den Pilzfäden, die ein meist weißes Pilzmycel, also ein Geflecht für ihre Pilzfäden bilden. Die Hyphen umwachsen und durchwachsen die Holzspäne, die als Substrat dienen. Enzyme des Zellplasmas helfen, Cellulose und Holzstoff zum Energiegewinn abzubauen. Diese Art der Ernährung wird heterotroph genannt.