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Frühblüher - Das Schneeglöckchen 06:46 min

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Transkript Frühblüher - Das Schneeglöckchen

Willkommen zum Spaziergang im Februar. Ich bin auf der Suche nach einer Pflanze, die wildwachsend in Laub- und Auwäldern zu finden ist. Ach ja, da ist sie ja. Sie lugt unter dem wegtauenden Schnee hervor. Nach den dunklen Wintertage freut sich jeder darüber sie zu sehen, denn sie sind die ersten Frühlingsboten, die vom nahenden Frühling künden. Ihr kennt sie mit Sicherheit, das Schneeglöckchen. Das ist auch unser Thema. Schneeglöckchen stehen unter Naturschutz. Sie schützen sich vor Kälte und Wind, indem sie die Blüten schließen. Außerdem haben sie Salze in den Zellen der Blütenblätter eingelagert, sodass sie vor allem nachts frostige Temperaturen überstehen. Wir sehen uns die interessante Pflanze genauer an. Die Blattspitzen der zwei Laubblätter, der Stängel mit dem Hochblatt und die nickende Einzelblüte mit dem Blütengrund und den weißen Blütenblättern, können wir gut sehen. Schützend umhüllte das Hochblatt die Blüte, bis sie sich öffnete. Schneeglöckchen haben Zwiebeln als Speicherorgane, aus denen sie die Energie für die Frühjahr-Entwicklung und die Blüten beziehen. In den Zwiebeln speichern sie Stärke, Mineralien und Abwehrstoffe, die sie für den frühen Blütenaustrieb und gegen Fressfeinde benötigen. Wie Ihr seht, haben die Zwiebeln höchstens einen Durchmesser von einem Zentimeter. Aus Ihnen wächst, umgeben von einem Hüllblatt, bereits im Herbst ein Spross heraus, der die Erde aber nicht durchbricht. Die Blätter sind linealisch. Das heißt, sie sind langgestreckt und paralleladrig mit stumpfer Spitze. Wenn sie die Erde durchbrechen, liegen sie eng aneinander und umschließen die Blüte. Aus jeder Zwiebel entstehen nur eine Blüte, ein Stängel und zwei Laubblätter. Hier habe ich das schützende Herbstlaub entfernt. Neben bereits blühenden Pflanzen entdecken wir noch gelbe Spitzen heranwachsender Schneeglöckchen. Habt Ihr gezählt, wie viele Blüten es werden können? Nun, die gelben Spitzen - man kann etwa acht zählen - deuten auf ebenso viele Zwiebeln und zu erwartende Blüten hin. Insgesamt wird der Bestand aus zehn Pflanzen bestehen. Die Blüte hat drei äußere größere Blütenblätter und drei innere, die eine Röhre formen. Sie erscheinen grünlich, da sich auf den weißen Blättern grüne Tupfen und dünne grüne Streifen abzeichnen. Auf dem Grund der Röhre wird der Nektar gebildet. In der Röhre sitzen sechs Staubblätter dicht im Kreis und mittig ist der unterständige Fruchtknoten, dessen Griffel und Narbe hervor reichen. Sobald ein Insekt die Blüte besucht und die borstigen Staubbeutel berührt, wird es mit Pollen bestreut. Sollte es zu kalt für Insekten sein, erfolgt einfach Selbstbestäubung. Die beiden Blätter bilden die Stoffe für die heranwachsende Ersatzzwiebel und die Brutzwiebeln. Die Ersatzzwiebel folgt auf die ausgezehrte Mutterzwiebel, die vergeht und die Brutzwiebeln werden nach und nach ausgegliedert und da, wo ein Schneeglöckchen war, können im nächsten Jahr mehrere stehen. So vermehren sie sich ungeschlechtlich. Nach der Bestäubung und Befruchtung wandelt sich der Fruchtknoten zu einer Kapsel. Sie hat drei Fächer mit Samen. Man könnte sie sich ungefähr so vorstellen. Die Entwicklungszeit des Schneeglöckchens ist kurz. Es hat aber die ersten Wochentage mit reichlich Sonne und Feuchtigkeit in der sich schnell erwärmenden Laubstreu genutzt und wurde nicht von anderen Pflanzen bedrängt, die das Licht hätten wegnehmen können. Bald verblasst das Grün der Blätter. Sie werden gelb und bereits im April sind die Blätter abgewelkt. Es legt sich die Sprossachse mit der Samenkapsel auf den Boden. Die dreifächrige Kapsel öffnet sich mit drei Klappen und die Samen streuen aus. Ameisen werden von dem fleischigen süßen Anhängsel der Samen angelockt. Und sie beginnen die Samen in ihrem Bau in der Erde einzutragen. Die festen Samen verzehren die Ameisen nicht. So einfach, so praktisch gelangt der Samen mit dem Keimling in den Erdboden. Den Sommer und den Herbst über ruht das Schneeglöckchen in Form der Zwiebeln im Erdboden. Im Herbst wird ein unterirdischer Spross angelegt, der zum Ende des Winters die auftauende Erde durchbricht. Der Spross geht immer aus einer neu gebildeten Zwiebel hervor. Schneeglöckchen vermehren sich hauptsächlich ungeschlechtlich. Ach ja, da sind ja noch die Samen. Sie dürfen nicht den richtigen Zeitpunkt verpassen auszukeimen. Wann sie das tun, solltet Ihr selbst herausfinden. Ob sie keimen werden, wenn die Ameisen den alten Bau verlassen? Ich habe es mir jedenfalls vorgenommen, das zu erkunden. Vielen Dank, dass Ihr mit mir unterwegs wart. Vielleicht seid Ihr demnächst dabei, wenn es weitere Frühjahrsblüher in dem nachfolgenden Video zu beobachten gibt. Ich sage Tschüss wie immer, Euer Octavus.

3 Kommentare
  1. Gut erklärt :)

    Von M Dadoue, vor fast 3 Jahren
  2. tolles Video!:)

    Von Noah L., vor mehr als 3 Jahren
  3. Gut erklärt, Danke!

    Von Nikolajm2002, vor mehr als 5 Jahren

Frühblüher - Das Schneeglöckchen Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Frühblüher - Das Schneeglöckchen kannst du es wiederholen und üben.

  • Zeichne ein beschriftetes Schema eines Schneeglöckchens.

    Tipps

    Schneeglöckchen besitzen Laub- und Hochblätter. Einer dieser Blatttypen umhüllt die Blüte bis sie sich öffnet.

    Ein Stängel wird botanisch auch Sprossachse genannt.

    Lösung

    Ein Schneeglöckchen besitzt eine Zwiebel als Speicherorgan. Aus dieser wachsen zwei bis drei Laubblätter und ein Stängel mit einem Hochblatt, das die Blüte umhüllt, bis sie sich öffnet.

  • Beschreibe den Lebenszyklus des Schneeglöckchens bei geschlechtlicher Vermehrung.

    Tipps

    Frühblüher blühen, wie der Name sagt, im Frühling schnell und kurz auf und ruhen über den Sommer in Form ihrer Speicherorgane im Boden.

    Die Reihenfolge der Jahreszeiten hilft dir bei der Sortierung.

    Lösung

    Das Schneeglöckchen kann sich sowohl geschlechtlich als auch ungeschlechtlich vermehren. Sein Lebenszyklus sieht bei geschlechtlicher Vermehrung wie folgt aus:

    Im Herbst wächst aus der unterirdisch gelegenen Zwiebel ein Spross heraus, der noch bis zum Ende des Winters in der Erde verbleibt. Taut es, durchbricht der Keimling die Erde. Der Frühling versorgt die junge Pflanze mit viel Sonne und einer wärmenden Laubdecke. So wachsen aus einer Zwiebel zwei Laubblätter, sowie ein Stängel mit Hochblatt und Blüte heraus. Durch Insekten- oder Selbstbestäubung bildet sich aus dem Fruchtknoten eine Samenkapsel aus.

    Bereits im April verwelkt das Schneeglöckchen und die Sprossachse biegt sich, bis sie auf dem Boden liegt. Die Samenkapsel öffnet sich und entlässt Samen, die nahrhafte Anhängsel besitzen. Dadurch werden Ameisen angelockt, welche den Samen unter die Erde transportieren. Die neue Zwiebel entwickelt sich und ruht über den Sommer.

  • Erkläre den Aufbau der Blüte des Schneeglöckchens.

    Tipps

    Versuche erst, die Blütenorgane zu beschriften (linke Spalte) und überlege danach, welche Zusatzinformationen zu welchem Organ passen könnten (rechte Spalte).

    Der Ausschnitt der Blütenformel kann dir helfen: $P_{3+3}$ $A_{3+3}$
    $P$ beschreibt das Perigon, also die Blüten(-hüll)blätter
    $A$ beschreibt das Androeceum, also die Staubblätter.

    Die Blüte des Schneeglöckchens enthält insgesamt sechs gut sichtbare Blütenblätter.

    Der Griffel ist der stielartige Teil im Zentrum einer Blüte, der die Narbe trägt und sie in eine günstige Position für die Bestäubung bringt.

    Lösung

    Der Aufbau der Blüte des Schneeglöckchens:

    Die weiblichen Geschlechtsorgane sind Fruchtknoten, Griffel und Narbe. Der Fruchtknoten enthält die Samenanlage der Blüte. Er befindet sich beim Schneeglöckchen unterhalb der übrigen Blütenteile, also unterständig. Der Griffel ragt stielartig aus der Blütenmitte hervor und trägt an seinem oberen Ende die Narbe, die bei der Bestäubung den Pollen aufnimmt.

    Um den Griffel herum befinden sich kreisförmig angeordnet sechs Staubblätter. Das sind die männlichen Geschlechtsorgane, die Pollen erzeugen.

    Weitere Bestandteile sind die Blütenblätter. Sie sind wie folgt unterteilt: Drei innere Blütenblätter sind zu einer grün-weißen Röhre zusammengewachsen und umschließen den Griffel und die Staubblätter. Die drei äußeren Blütenblätter, machen die für Schneeglöckchen so typische Blütengestalt aus.

  • Analysiere die Funktionen der jeweiligen Bestandteile einer Zwiebel anhand deren Aufbaus.

    Tipps

    Die Ersatzzwiebel ersetzt die Funktion der Mutterzwiebel nachdem deren Speicher verbraucht wurden.

    Der Aufbau einer Zwiebel entspricht dem einer gestauchten Pflanze. Am Stängel einer Pflanze setzen die Blätter an. Welche Bestandteile der Zwiebel entsprechen Stängel und Blatt?

    Lösung

    Eine Zwiebel ist ein gestauchter Spross mit verdickten, fleischigen Blättern.
    Die Zwiebel-Sprossachse wird auch Zwiebelscheibe genannt. An ihr setzen die schuppenförmigen Zwiebel-Blätter, genannt Zwiebelschuppen, an. Sie speichern Nährstoffe und Wasser.
    Die trockene Zwiebelschale schützt die inneren Blätter vor Austrocknung.
    Am unteren Ende der Zwiebelscheibe treiben Wurzeln aus, die Wasser und Nährstoffe aus dem Boden aufnehmen.

    An der Zwiebelscheibe können Brutzwiebeln sowie die Ersatzzwiebel ansetzen.
    Brutzwiebeln dienen der ungeschlechtlichen Vermehrung und werden im Verlauf des Lebenszyklus einer Pflanze ausgegliedert.
    Ersatzzwiebeln bezeichnen das Speicherorgan für die Entwicklung der nächstjährigen Pflanze.
    In der Mitte der Zwiebel befindet sich die Knospe, welche die Anlagen für kommende Pflanze enthält.

  • Nenne drei Fakten über Schneeglöckchen.

    Tipps

    Drei der fünf Aussagen sind richtig.

    Ein Horst ist eine Wuchsform, bei der viele Triebe einer Pflanze eng beieinander stehen.

    In dieser Abbildung siehst du deutlich das Speicherorgan und die Blattform des Schneeglöckchens.

    Lösung

    Das Schneeglöckchen muss als Frühblüher häufig Frost aushalten. Dagegen schützt es sich, indem es bestimmte Stoffe in die Zellen einlagert und die Blüten schließt.

    Das Speicherorgan des Schneeglöckchens ist die Zwiebel.
    Von der Zwiebel gliedern sich häufig sogenannte Brutzwiebeln aus. Dadurch können ganze Horste an Stellen entstehen, die im Jahr zuvor nur wenige Pflanzen beherbergt haben.

    Die Laubblätter von Schneeglöckchen sind langgestreckt und paralleladrig.

    Am Samen befindet sich ein nahrhaftes Anhängsel, welches Ameisen anlockt, die den Samen unter die Erde transportieren.

  • Begründe die Temperaturempfindlichkeit von Pflanzen, die nicht frosthart sind.

    Tipps

    Vier der zehn Worte passen in keine Lücke.

    Stelle dir eine Pflanzenzelle einmal wie eine gläserne Wasserflasche vor, wobei das Glas der Flasche der Zellwand entspricht. Was passiert mit der Flasche, wenn du sie über Nacht im Gefrierschrank vergisst?

    Lösung

    Eine Pflanzenzelle besteht zum größten Teil aus Wasser. Dieses Wasser drückt von Innen gegen die Zellwände und verleiht der Pflanze so Stabilität. Dafür ist es nötig, dass das Wasser in der Zelle in flüssigem Zustand vorliegt.

    Kältestress bedeutet für eine Pflanze Belastung durch niedrige Temperaturen. Frost ist eine Form einer solchen Belastung, bei der sich das Wasser in der Zelle ausdehnt und Eiskristalle entstehen können. Diese können innerhalb der Zelle lebenswichtige Strukturen wie die Zellwand zerstören.

    Ist eine Pflanze durch Frost derart geschädigt, kann nach dem Auftauen der Zellsaft durch die beschädigten Strukturen auslaufen. Ohne den Innendruck des Wassers werden die Zellen instabil.

    Schneeglöckchen überstehen Minusgrade, indem sie den Gefrierpunkt des Zellsaftes innerhalb ihrer Zellen herabsetzen. Bei Frost schaltet das Schneeglöckchen seinen Stoffwechsel um und produziert sogenannten Bio-Alkohol, der sich im Zellsaft auflöst und verteilt. Dadurch gefriert diese Flüssigkeit erst bei niedrigeren Temperaturen als 0 °C.