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Winterblüher und Frühblüher 05:58 min

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Transkript Winterblüher und Frühblüher

Hallo. Eigentlich blüht es das ganze Jahr über, sogar im Winter, wenn noch Schnee liegt. Das glaubst Du nicht? Nein? Dann komm mit. Ich zeige es Dir. Hier siehst Du das Gänseblümchen. Es ist in allen Ländern der Erde unter dem Namen "Bellis perennis" bekannt. Übersetzt heißt das "die Schöne, die das ganze Jahr hindurch ausdauernd blüht". An geschützten Stellen wachsen sie, bis der erste Schnee fällt. Hier ist es schon geschehen, doch zum Glück taute er weg. Die letzten blühenden Gänseblümchen verabschieden das Jahr im Dezember. Und wenn der Winter sehr mild verläuft, zeigen sich sogar im Januar und im Februar zwischendurch ihre Blütenstände. Ich glaube, Du hast es schon bemerkt. Unser Thema sind die Winter- und Frühblüher. Bereits in den Wintermonaten nutzen einige Gehölze die etwas wärmere Luft über dem Erdboden, um ihre Fortpflanzungsorgane zu entfalten. Der sich flach ausbreitende Winterjasmin blüht bereits vor den ersten Schneeglöckchen ab Januar. Sollte sich der Winter hinziehen, blüht er bis April. In der frostigen Luft hat er natürlich seine Blüten geschlossen. Der Jasmin stammt aus China und er entwickelt seine gelben Blüten vor dem Austrieb der Blätter in den Wintermonaten. Als Spreizklimmer kann die Pflanze auch am Spalier gezogen werden. Die Zaubernuss ist ebenfalls ein Winterblüher. Hier sieht man einen Strauch noch vom Schnee bedeckt. Die Blüten des Zierstrauches sind bizarr. Lang und schmal sind die bandförmigen Blütenkronblätter und sie erstrahlen kräftig gelb. Und man glaubt es nicht, die Zaubernuss blüht von Dezember bis Februar. Sollte der Winter länger sein, reicht die Blütezeit oft bis Ende März. In der Nähe des Strauches an der wärmenden Hauswand, war der Schnee schon weggeschmolzen. Ein einzelnes, auffälliges Blatt war zu sehen. Es gehörte zur Schneerose "Helleborus niger". Sie ist ein Hahnenfußgewächs, das von Februar bis April blüht. Ach ja, so sieht die Schneerose mit Blüte aus. Jetzt verlassen wir die Wohnanlage und kommen zu einem kleinen begradigten Flusslauf. Auffallend sind die geschnittenen Kopfweiden, die den Flusslauf säumen und zum geschützten Biotop gehören. Die Kopfweiden bieten vielen Vögeln gute Nistmöglichkeiten und Unterschlupf für vielerlei Kleingetier. Die Weiden haben schon begonnen auszutreiben. Die Knospenhülle der Weidenzweige löst sich ab und die Kätzchen, es sind die männlichen Blüten der zweihäusigen Weiden, kommen zum Vorschein. Über dem wärmeabgebenden Flusswasser haben sich die Kätzchen viel weiter geöffnet. Unser Weg führt uns an einer Gartenanlage vorbei. Das müssen Schneeglöckchen sein. Und hier ist die Blüte noch vom Hochblatt umschlossen und geschützt. Sieh, da unter dem Lebensbaum, der den Schnee abgehalten hat, liegen Schneeglöckchen auf der Erde. Das machen sie, wenn es frostig ist. Wasser tritt aus dem Zellplasma in die Zellzwischenräume. Dadurch wird das Plasma konzentrierter und es können sich innerhalb der Zellen keine Eiskristalle bilden. So überstehen sie die Kälte. Und dort, die Krokusse. Sie schauen mit ihren Blütenspitzen aus dem Schnee. Heute Nacht waren es nochmals minus zehn Grad und die Krokusse sind nicht erfroren. Jetzt, wo die Sonne scheint, ist natürlich der Reif der Nacht von den Blütenblättern verschwunden. Die darauf sitzenden Reifkristalle haben die Blüte geschützt. Schön, es sieht so aus, als ob sie sich sonnen. Ach ja, da sind sie ja, die Winterlinge. Von Süden hat die Sonne sie schon freigelegt und wärmt sie. Und im Rücken haben sie schützenden Schnee. Jedoch ist es noch zu kalt, die Blüten bleiben geschlossen. Bald komme ich wieder vorbei, wenn der Schnee taute und es wärmer geworden ist. In ein oder zwei Wochen will ich mir die Krokusse und Winterlinge genauer ansehen. Kommst Du wieder mit, die Natur zu erleben? Ich würde mich freuen. Tschüss sagt wie immer und bis bald Dein Octavus.

3 Kommentare
  1. Dance hat mir geholfen.

    Von Nagat A., vor mehr als 2 Jahren
  2. Hallo,
    in den jeweiligen Standorten lassen sich im Jahreslauf bestimmte Entwicklungsfolgen beobachten. Natürlich zehren die Frühblüher zunächst von den Vorräten, die sie im letzten Jahr in Zwiebeln oder Knollen angelegt haben. Das ist ein Vorteil, denn durch den zeitigen Blütenaustrieb gelangen sie ziemlich konkurrenzlos zur Fortpflanzung bis die nächsten Wurzel, -Licht, -und Wasserkonkurrenten (andere Pfl.)heranwachsen. Dann fallen sie in Sommerruhe: Konkurrenzvermeidungsprinzip.

    Von Roland Hesse, vor etwa 6 Jahren
  3. Könnten sie mir die Vorteile der Frühbblüher und deren Strategie nochmal kurz und sachlich erklären?

    Von Veronics, vor etwa 6 Jahren