30 Tage kostenlos testen:
Mehr Spaß am Lernen.

Überzeugen Sie sich von der Qualität unserer Inhalte.

Iussiv 06:20 min

Textversion des Videos

Transkript Iussiv

Salve! In römischen Schulen herrschten ziemlich strenge Regeln. Diese Schüler müssen sich gerade einige einprägen: Magister discipulos moneat. Discipuli ne clament. Der Lehrer soll die Schüler ermahnen. Die Schüler sollen nicht herumschreien!

Der Konjunktiv lussiv

In beiden Sätzen versteckt sich ein Konjunktiv: moneat von monere und clament von clamare. Beide haben eine besondere Funktion: sie drücken einen Befehl aus. Man nennt diesen Konjunktiv deshalb den Iussiv. Du kannst dir die Bedeutung des Iussivs gut merken, wenn du dich an das Verb iubere erinnerst: iubere, iussi, iussum - das bedeutet befehlen.

In diesem Video wollen wir uns näher dem Iussiv beschäftigen. Zuerst schauen wir uns an, wie er gebildet wird. Dann betrachten wir seine Übersetzung. Anschließend vergleichen wir den Iussiv mit dem Hortativ und Prohibitiv, die ebenfalls zu den Aufforderungssätzen gehören. Am Schluss kannst du das Gelernte üben.

Grammatikalische Regeln

Untersuchen wir unsere Schulregeln ein bisschen genauer. Die Verben der beiden Sätze stehen in der 3. Person, moneat in der dritten Person Singular Konjunktiv Präsens, clament in der dritten Person Plural. Wir schließen daraus: der Iussiv steht immer in der 3. Person Singular oder Plural und immer im Konjunktiv Präsens. Den Kojunktiv Präsens erkennst du an den Moduskennzeichen “a” wie bei moneat oder “e” bei der a-Konjugation, wie zum Beispiel clament.

Der Befehl

Der Iussiv drückt Befehle an eine abwesende Person aus. Im ersten Satz wird ein Befehl an den Lehrer gerichtet, im zweiten an die Schüler. Ist die Person anwesend, steht der Imperativ: mone! - ermahne! oder clama! - schrei! Schauen wir uns die Übersetzung des Iussivs ein bisschen genauer an.

Übungssätze zum lussiv

Iussive gibt es nur im Hauptsatz. Das bedeutet, dass du den Konjunktiv immer übersetzen musst und nicht mit dem Indikativ wiedergeben darfst. Am besten funktioniert eine Übersetzung mit dem Modalverb sollen. Schauen wir uns weitere Schulregeln an und probieren es aus:

Discipuli sedulo studeant.
Die Schüler sollen sich eifrig bemühen.

Omnis puer taceat atque operam det.
Jeder Junge soll schweigen und sich Mühe geben.

Hortativ und Prohibitiv

Neben dem Iussiv gibt es noch weitere Arten von Aufforderungssätzen, die du vielleicht schon kennst: den Hortativ und den Prohibitiv. Doch wo genau liegt der Unterschied? Sehen wir uns jeweils ein Beispiel an:

Eamus in scholam.
Lasst uns zur Schule gehen.

Ne locutus sis, si magister loquitur.
Sprich nicht, wenn der Lehrer spricht.

Omnes maiora petant.
Alle sollen nach Höherem streben.

Der erste Satz ist ein Hortativ. Ihn erkennst du an der ersten Person Plural Konjunktiv Präsens, eamus. Den Hortativ nutzt man für VAufforderungen an die eigene Gruppe. Der zweite Satz enthält einen Prohibitiv. Du erkennst ihn daran, dass locutus sis in der zweiten Person im Konjunktiv Perfekt steht. Er drückt ein Verbot** aus.

Verwendung des lussiv

Und schließlich noch der letzte Satz. Das ist - du ahnst es schon - ein Iussiv, erkennbar an der 3. Person Konjunktiv Präsens. Er wird bei einem Befehl verwendet. Merke dir also: achte immer darauf, ob der Satz in der 1., 2. oder 3. Person steht und achte auf das Tempus.

Lass uns abschließend das Gelernte üben. tacueris, laudentur, delent, discat, veniamus, legant. Welche Verbformen können ein Iussiv sein? Richtig, es sind laudentur, discat und legat, denn sie stehen in der 3. Person Singular oder Plural, erkennbar an der Endung. Steht laudentur in einem Hauptsatz, übersetzen wir: sie sollen gelobt werden. Discat bedeutet er soll lernen und legat er soll lesen.

Übungssätze mit der Konjunktivform

Achtung: nur im Hauptsatz darfst du sie mit “sollen” übersetzen. In den folgenden Sätzen stehen die Verben im Iussiv. Kannst du sie übersetzen? Discipuli omnes libros clarorum poetarum legant. Etiam barbari linguam Latinam diligenter discant. Wir versuchen es:

Die Schüler sollen alle Bücher der berühmten Dichter lesen. Auch die Barbaren sollen die lateinische Sprache sorgfältig lernen. Auch du hast heute fleißig Latein gelernt und weißt jetzt alles wichtige über den Iussiv.

Zusammenfassung

Ich fasse nochmal zusammen: der Iussiv drückt Befehle an eine abwesende Person aus. Er steht immer in Hauptsätzen und hat die Form der dritten Person Singular oder Plural - im Konjunktiv Präsens. Man übersetzt ihn mit “sollen” - zum Beispiel: moneat - er soll ermahnen. Nun ist die Schule aus und du weißt Bescheid! Vale und leb wohl!

1 Kommentar
  1. Vielen lieben Dank für diese sauber Darstellung. Wünschte mir von dir viel mehr Videos!

    Von Daniel Stelmach, vor etwa 3 Jahren

Iussiv Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Iussiv kannst du es wiederholen und üben.

  • Ordne den Iussivformen die richtige Übersetzung zu.

    Tipps

    Achte auf die Personalendung! Singular oder Plural?

    Die Formen kommen von den Verben audire, capere, docere und discere.

    Sie stehen alle im Konjunktiv Präsens.

    Lösung

    Alle Formen aus der Aufgabe sind Iussive. Sie stehen im Konjunktiv Präsens in der 3. Person Singular oder Plural. Den Konjunktiv Präsens bildet, indem man das Moduszeichen -a- zwischen Stamm und Endung einfügt. Nur bei der a-Konjugation ersetzt man das -a- durch ein -e-.

    Die Formen in der Aufgabe kommen von folgenden Verben:

    • audire, audi-o - hören
    • capere, capi-o - fangen, ergreifen
    • discere, disc-o - lernen
    • docere, doce-o - lehren.
    Am Bindestrich vor dem -o erkennst du jeweils den Präsensstamm. An ihn wird das Moduszeichen angehängt, daran kommt die Personalendung. -t ist Singular, -nt Plural. Wenn du die Bedeutung des Verbs kennst, musst du also nur noch darauf achten und ordnest die richtige Übersetzung zu.

  • Entscheide, welche Aussagen über den Iussiv richtig sind.

    Tipps

    Iussiv kommt lateinischen iubere (befehlen).

    Überlege, an wen man Befehle richten kann - und an wen nicht. Ich, du, er, wir, ihr?

    Lösung

    Das Wort Iussiv kommt von iubere (befehlen). Der Iussiv drückt also Befehle aus - und zwar an abwesende Personen. Ist derjenige anwesend, dem man etwas befiehlt, nimmt man den Imperativ.

    Übersetzt wird der Iussiv mit „sollen“, zum Beispiel iubeant - sie sollen befehlen.

    Der Iussiv ist eine besondere Form des Konjunktiv Präsens. Diesen erkennst du am eingeschobenen Moduszeichen zwischen Stamm und Endung - das ist immer das -a-, bei der a-Konjugation das -e-.

    Der Iussiv kommt nur in der dritten Person vor, sowohl im Singular wie im Plural. Er steht nur in Hauptsätzen.

    Daher sind die Antworten zwei, drei und fünf korrekt. Für verneinte Befehle verwendet man nicht den Iussiv, sondern den Prohibitiv (von prohibere - fernhalten, abhalten).

  • Bilde die Iussivformen von den Verben in der Klammer.

    Tipps

    Hier nochmal die Verben in der Übersicht:

    • docere, doceo, docui, doctus - lehren,
    • educare, educo - erziehen,
    • favere, faveo - bevorzugen,
    • adiuvare, adiuvo - unterstützen,
    • laudare, laudo - loben,
    • reprehendere, reprehendo - tadeln.

    Lösung

    In den lateinischen Sätzen werden Forderungen an den Lehrer geäußert. Sie entsprechen dem lateinischen Iussiv. Das kannst du an dem deutschen „sollen“ in der Übersetzung erkennen. Iussive stehen immer im Konjunktiv Präsens. Du musst also diesen von den Verben bilden. Die Formen müssen alle in der 3. Person Plural stehen.

    Das Verb „lehren“ lautet im Lateinischen docere. Der Stamm lautet doce-. Daran wird das Moduszeichen -a- angehängt: doce-a-. Jetzt brauchst du noch die Endung: doce-a-nt.

    Auch fave-a-nt (sie sollen bevorzugen) und reprehend-a-nt (sie sollen tadeln) bildest du so.

    Das Verb „erziehen“ heißt im Lateinischen educere, also ein Verb der a-Konjugation. Der Stamm lautet educa-. Das -a- ersetzt man durch ein -e-. Daran hängt man noch die Endung der dritten Person Plural. Also: educent.

    Genauso funktioniert es bei adiuv-e-nt (sie sollen helfen) und laud-e-nt (sie sollen loben).

  • Entscheide, ob es sich um einen Hortativ, Prohibitiv oder Iussiv handelt.

    Tipps

    Überlege, wie du die drei Konjunktive unterscheiden kannst.

    Was drücken sie jeweils aus?

    Iussiv und Hortativ sind besondere Formen des Konjunktiv Präsens.

    Der Prohibitiv drückt ein Verbot aus und steht immer im Konjunktiv Perfekt.

    Lösung

    Hortativ, Iussiv und Prohibitiv sind besondere Formen des Konjunktivs. Sie stehen alle im Hauptsatz, aber in unterschiedlichen Personen.

    • den Iussiv verwendet man für Befehle an Leute, die abwesend sind. Er steht in der 3. Person Singular oder Plural im Konjunktiv Präsens.
    • der Hortativ ist eine Aufforderung an die eigene Gruppe. Er steht in der 1. Person Plural im Konjunktiv Präsens.
    • den Prohibitiv nimmt man für Verbote. Er steht in der 2. Person im Konjunktiv Perfekt.
    Der Iussiv wird mit „sollen“ übersetzt. Den Präsens Konjunktiv erkennt man meist an einem eingeschobenen „a“. Discant, scribant, legant und audiant sind daher Iussive: Die Schüller sollen lernen, schreiben, lesen und zuhören.

    Der Hortativ wird häufig mit „lasst uns...“ oder „wir wollen...“ übersetzt. Die Hortative sind: rideamus und ludamus - Lasst uns lachen! Lasst uns spielen!

    Den Prohibitiv erkennst du am Wörtchen ne, das als Verneinung davor steht. Er wird mit „sollen“ übersetzt: ne luseritis und ne reprehenderis sind Prohibitive: Spielt nicht! Tadele nicht!

  • Übersetze die Iussive.

    Tipps

    Vokabeltipps:

    • capere, capio - ergreifen,
    • discere, disco - lernen,
    • docere, doceo - lehren,
    • audire, audio - hören,
    • laudare, laudo - loben.

    Iussiv kommt vom lateinischen Verb iubere.

    Es bedeutet befehlen.

    Der Iussiv wird daher mit „sollen“ wiedergegeben.

    Lösung

    Die Verben in der Aufgabe stehen im Konjunktiv Präsens der dritten Person. Die Form bezeichnet man als Iussiv, wenn sie in einem Hauptsatz steht. Das Wort ist abgeleitet vom lateinischen Verb iubere, iubeo, iussi - das heißt „befehlen“. Der Iussiv ist also ein Befehlsform, genauer gesagt ein Gebot an eine Person, die gerade nicht anwesend ist. Die Befehle drückt man am besten mit „sollen“ aus:

    • capiant kommt von capere (ergreifen). Es steht in der dritten Person Plural. Man übersetzt man also mit „sie sollen ergreifen“.
    • discant kommt von discere (lernen). Es steht in der dritten Person Plural. Discant übersetzt man mit „sie sollen lernen“.
    • doceat kommt von docere (lehren). Es steht in der dritten Person Singular.Doceat übersetzt man mit „er / sie / es soll lehren“.
    • audiat kommt von audire (hören). Es steht in der dritten Person Singular. Audiat übersetzt man mit „er / sie / es soll hören“.
    • laudet kommt von laudare (loben). Es steht in der dritten Person Singular. Laudet übersetzt man mit „er / sie / es soll loben“.

  • Ordne die Iussive den richtigen Tätigkeiten zu.

    Tipps

    Loqui, loquor ist ein Deponens. Es hat nur passive Formen und bedeutet etwas ähnliches wie dicere.

    Zu welchem Bild passt es?

    Lösung

    Im Bild siehst du einen Schüler bei verschiedenen Tätigkeiten, die er in der Schule ausführen soll. Sie sind daher als Iussive formuliert. Das bedeutet, sie stehen in dritten Singular im Konjunktiv Präsens. Den erkennst du am Moduszeichen -a- oder -e- vor der Endung.

    • legat kommt von legere, lego (lesen). Es heißt „er soll lesen“. Die Form gehört also zu dem lesenden Schüler.
    • audiat kommt von audire, audio und heißt „er soll hören“. Du musst es dem zuhörenden Schüler zuteilen.
    • scribat kommt von scribere, scribo und heißt „er soll schreiben“. Es muss beim schreibenden Schüler stehen.
    • loquatur stammt vom Deponenz loqui, loquor (sprechen), heißt also „er soll sprechen“. Es gehört zum antwortenden Jungen.
    • exerceat von exercere, exerceo heißt „er soll trainieren“. Du musst es dem Schüler zuordnen, der ein Gewicht stemmt.