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Die Karte 09:03 min

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Transkript Die Karte

Hallo! Ich bin Geolina und in diesem Video geht es um die gedruckte Karte, ein wichtiges Werkzeug im Geographieunterricht und für Geographen. In den folgenden Minuten werde ich dir den Aufbau einer Karte erläutern und die wichtigsten Bestandteile einer Karte wie Maßstab, Legende und Koordinatensystem erklären. Jeder kennt sie und du hast sie sicherlich auch schon öfters in der Hand gehabt, um zum Beispiel zu schauen, wo die nächste Klassenfahrt hingeht. Aber was ist überhaupt eine Karte? Eine Karte ist ein abstrahierendes und zugleich anschauliches graphisches Zeichenmodell von Teilen des oberflächennahen Bereichs der Erde, dem sogenannten Georaum oder anderen Himmelskörpern beziehungsweise von Konstruktionen, also Ideen, Planungen, die sich auf deren Oberflächen beziehen. Man unterscheidet dabei zwischen topographischen Karten, den sogenannten Basiskarten und thematischen Karten. Topographische Karten sind groß- bis mittelmaßstäbliche Karten, das heißt, eher detaillierte Karten, die vor allem neben den Siedlungen, dem Verkehrsnetz, dem Gewässernetz und den Verwaltungsgrenzen die Bodenbedeckung und die Geländeform wiedergeben. Thematische Karten, oder auch angewandte Karten genannt, sind hingegen Karten, die ein bestimmtes Merkmal oder Thema verbildlichen. Beispielsweise die Pflanzenverbreitung oder wie in diesem Beispiel hier die Bevölkerungsdichte von Spanien.  Auch Zusammenhänge thematischer Ebenen lassen sich darstellen, zum Beispiel zwischen Merkmalen und ihrer zeitlichen Änderung. Es ist jedoch nicht immer eine genaue Unterscheidung der zwei Kartentypen möglich. Topographische Karten dienen oft als Hintergrund beziehungsweise als Grundlage einer thematischen Darstellung oder für spezielle Forschungsprojekte. Zusammenfassend kann man also sagen, dass die Karte, wie jedes Modell, vereinfacht und verallgemeinert und die Wirklichkeit zweckbezogen darstellt. Die Karte vermittelt und veranschaulicht also im weitesten Sinne raumbezogenes Wissen. Kommen wir nun zu dem Aufbau einer Karte. Eine gedruckte Karte besteht in der Regel aus dem Kartenfeld, dem Kartenrahmen und dem Kartenrand. Im Kartenfeld, auch Kartenbild oder Kartenspiegel genannt, wird die eigentliche Karte, also der Karteninhalt, wiedergegeben. Der Kartenrahmen begrenzt in jener Abbildungsart den quadratischen, rechteckigen oder trapezförmigen Blattschnitt der Karte. Er enthält insbesondere die Bezifferung des der Karte zugrunde liegenden Koordinatensystems, wie hier das geografische Koordinatensystem, das Gradnetz der Erde. Das Gradnetz der Erde ist ein gedachtes Koordinatensystem auf der Erdoberfläche mit sich rechtwinklig schneidenden Längen- und Breitenkreisen. Es dient zur geografischen Ortsbestimmung, das heißt zur Festlegung des eigenen Standortes. Die Breitengrade werden dabei vom Äquator aus gezählt. Die Pole liegen bei 90 Grad Nord beziehungsweise Süd. Die Längengrade werden von einem willkürlichem Nullmeridian nach Osten und Westen bis jeweils 180 Grad gezählt. Kommen wir nun zum Kartenrand: Der Kartenrand dient zur Aufnahme von kartentechnischen, redaktionellen, urheberrechtlichen und vertriebstechnischen Erläuterungen sowie von Angaben zum Herausgeber. Hier befindet sich der Name beziehungsweise die Bezeichnung der Karte, die Legende und das Maßstabsverhältnis. Weiterhin können der Name des Herausgebers, Angaben zur Auflagennummer und das Erscheinungsjahr untergebracht werden. Normalerweise sind die Karten genordet, das heißt, der obere Rand zeigt in Richtung Norden. Bei Ausnahmen sind sie mit einem Nordpfeil gekennzeichnet. Dabei gibt es verschiedene Ausführungen. Nun zu den zwei wichtigsten Elementen für das richtige Lesen und interpretieren einer Karte: der Legende und dem Maßstab. Unter der Legende einer Landkarte oder eines Plans versteht man eine Beschreibung der verwendeten Symbole, Signaturen und Farben. Sie enthält jeweils eine beispielhafte Darstellung, also ein Symbol, eine Linie oder eine rechteckige Fläche und eine Beschreibung des Dargestellten in Textform. Hier habe ich dir mal ein paar typische Symbole aufgezeichnet und was sie bedeuten. Bei thematischen Karten kommen oft Farben und Größen zum Einsatz. Zum Beispiel wie hier die verschiedenen Kreisgrößen, die etwas über die Bevölkerung eines bestimmten Ortes aussagen. Das Verhältnis der Karte zur Realität wird durch den Maßstab bestimmt, sodass ein genaues Messen der Entfernung möglich ist. Die Maßstabsleiste befindet sich auf jedem Kartenrand, wo man mithilfe von einem Papierstab oder einem Faden gemessene Wegstrecken ablesen oder umrechnen kann. In diesem Beispiel können wir ganz einfach die Entfernung zwischen Hamburg und Berlin beziehungsweise Berlin und Leipzig ganz einfach in der Maßstabsleiste ablesen. Die Maßstabszahl 1:1000000 bedeutet, dass 1 cm auf der Karte = 1000000 cm in der Realität sind. Da es sich mit so großen Zahlen meist schlecht rechnen lässt, können wir diese umwandeln. 1 cm = 1000000 cm in der Realität = 10000 m = 10 km. Sprich, eine Messung auf der Karte mit 1 cm = 10 km in der Realität. Wenn wir jetzt also 7 cm messen auf der Karte, wissen wir gleich, o. k., 7 cm bei einem Maßstab 1:1000000 = 70 km in der Realität. Nun fasse ich zum Abschluss noch mal kurz zusammen, was wir heute gelernt haben: Die Karte ist eine verebnete, verkleinerte, maßstäbliche, vereinfachte und erläuterte Darstellung des Georaumes oder eines ihrer Teile zu einem bestimmten Zeitpunkt. Was bedeutet das? Also, Objekte des Georaumes werden in eine horizontale Kartenebene projektiert. Sie ergeben damit einen Grundriss des Geländes. Das bedeutet, dass die Karte eine Interpretation der Realität darstellt. Die geographischen Raumausschnitte von mehreren Quadratkilometern bis hin zu mehreren 1000 Quadratkilometern werden in handlichen Formaten, also verkleinert, abgebildet. Es ergibt sich der Maßstab einer Karte. Die Verkleinerung des Georaumes erfolgt mathematisch in definierten Verkleinerungsverhältnissen. Die verkleinerte Darstellung des Georaumes erfordert eine vom Kartenzweck abhängige Auswahl, Vereinfachung und Zusammenfassung der Objekte der Realität. Also eine Generalisierung der Kartenelemente. Lassen sich hingegen Phänomene der realen Welt nahezu ungeneralisiert und dann meistens großmaßstäblich darstellen, spricht man von Plänen, wie zum Beispiel Lageplan oder Bebauungsplan. Zu guter Letzt bedürfen die in der Karte verwendeten Symbole einer Erläuterung, damit der Kartennutzer die Karte verstehen kann. Diese Erläuterung geschieht in Form der Legende, auch Zeichenerklärung genannt. Ich hoffe, ich konnte die Thematik der Karte etwas näher bringen und ich hoffe, dass wir uns bald wiederhören. Tschüss und bis bald, deine Geolina.