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Burgen am Rhein 03:25 min

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Transkript Burgen am Rhein

Interviewer: Oberes Mittelrheintal zwischen Rüdesheim und Koblenz, Burgen und Ruinen dicht an dicht, wie nirgendwo sonst. Weltkulturerbe und eine der spektakulärsten Landschaften Europas. Stolze Burgen auf steilem Fels. Im Mittelalter saß hier der Adel und kassierte Zoll von den vorbeiziehenden Schiffen. Die Rettung der Burgen im Tal der Loreley kam im 19. Jahrhundert. Eine romantische Stimmung ergriff die Deutschen. Wer es sich leisten konnte, kaufte eine der baufälligen Immobilien und errichtete einen exklusiven Sommersitz im alten Stil. Das erste Projekt dieser Art war Burg Rheinstein. Weil der Preußenprinz Friedrich Wilhelm beim Wiederaufbau auf eine ordentliche Zufahrt verzichtet hatte, musste sich Markus Hecher, der heutige Burgherr, etwas einfallen lassen. Eine kleine Weinbergsbahn transportiert fast alles, was oben gebraucht wird. Rheinstein ist seit 1975 im Besitz der Familie Hecher. Die heruntergekommene Burg, die damals bereits ein Museum war, stand zum Verkauf. Sein Vater wagte das Abenteuer. Die ersten Jahre richtete sich die Familie Hecher, die aus Österreich an den Rhein kam, ganz oben in der alten Prinzenwohnung ein. Vater Hecher, ein Opernsänger, war hingerissen von der romantischen Kulisse. Sohn Markus, damals 16 Jahre alt, war weniger begeistert.Markus Hecher: Wie mein Vater die Burg kaufte und wir dann die Überlegungen entwickelten, auch hier zu wohnen und hier zu leben auf der Burg, war es für mich erstmal sehr trist und grau alles und sehr unwirklich, das Ganze. Die technischen Voraussetzungen waren eine Katastrophe.Interviewer: Doch die Hechers haben durchgehalten und Burgfreunde gefunden, die ehrenamtlich mit anpacken. Mit Hilfe eines Fördervereins erstrahlt fast die ganze Burg in neuem Glanz. Katharina Hecher ist der jüngste Spross der Familie. Sie ist hier oben aufgewachsen, eine Kindheit auf der Burg.Katharina Hecher: Also es war natürlich eine andere Situation im Vergleich zu Kindern jetzt aus der Grundschule, die im Ort gewohnt haben. Weil die immer die Möglichkeit hatten, grad nebenan zum Freund zu gehen. Und bei mir war es immer ein bisschen schwieriger. Aber dafür hatte ich halt dieses Erlebnis, hier auf der Burg zu leben. Und das war dann schon auch toll. Also schon was Besonderes.Interviewer: Rund 35000 zahlende Besucher finden jedes Jahr den mühsamen Weg zur Burg Rheinstein. Gerade genug, um davon zu leben. Ritterrüstungen, verwinkelte Ecken, Terrassen und Türme, die darauf warten, erobert zu werden. Rheinromantik zum Anfassen. Für Familie Hecher ist die Burg zur Lebensaufgabe geworden. Und das Tal der Loreley zu neuen Heimat.