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Vergleich 08:14 min

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Transkript Vergleich

Hallo, ich bin Anna und ich wünsche dir viel Spaß mit diesem Video. In diesem Video dreht sich alles um ein rhetorisches Stilmittel, den Vergleich. Ich werde dir erklären, was genau unter einem Vergleich zu verstehen ist, wie er verwendet wird und welche Funktion er hat. Außerdem lernst du, inwieweit sich der Vergleich von dem Stilmittel Metapher unterscheidet. Dies zeige ich dir an verschiedenen Beispielen. Du solltest schon etwas Vorwissen im Bereich der Stilmittel und rhetorischen Figuren im Allgemeinen mitbringen. Beginnen wir mit einer Definition, also was verstehen wir überhaupt unter einem Vergleich? Wir alle kennen Vergleiche aus unserem täglichen Sprachgebrauch. Zum Beispiel handelt es sich bei folgenden Aussagen um Vergleiche: „Eva ist schön wie eine Blume.“ oder „Paul ist schneller als Ben.“ Du siehst, dass man Vergleiche entweder mit dem Wort „wie“ oder „als“ bilden kann. Bei einem Vergleich werden mit diesem Wort dann zwei Bereiche miteinander verknüpft. Das hört sich komplizierter an als es ist. Aber wenn du dir noch einmal die Vergleiche anschaust, wird es deutlich. Im ersten Satz wird “Eva” mit “der Blume” verknüpft. Im zweiten Satz werden “Paul” und “Ben” miteinander verknüpft. Weil sich der Vergleich als Stilmittel auf ein oder mehrere Wörter bezieht, gehört er zu den rhetorischen Stilmitteln der Wortfiguren. Wir möchten heute den Vergleich als rhetorisches Stilmittel kennenlernen. Also nicht nur so, wie wir ihn in unserem Alltag verwenden. Schauen wir uns deshalb einmal ein anderes Beispiel an, das für uns wichtig sein kann. Wir finden den Vergleich, wie andere rhetorische Stilmittel auch, in der Literatur, zum Beispiel in Gedichten. Folgende Zeile stammt aus einem Gedicht von Heinrich Heine: „Mein Herz ist wie die Sonne, so flammend anzusehen.“ Du siehst, dass Heine hier mit dem Signalwort „wie“ das “Herz” mit “der Sonne” vergleicht. Er verknüpft also das Herz mit der Sonne. Aber warum werden Vergleiche eigentlich benutzt? Kommen wir nun zur Funktion von diesem Stilmittel. Wie wir eben schon gesehen haben, werden bei einem Vergleich immer zwei Bereiche miteinander verknüpft. Aber warum macht man das? Folgender Vergleich: „Achill ist stark wie ein Löwe.“ verknüpft also die Bereiche „Achill“ und „Löwe“. Achill ist übrigens eine Figur aus der griechischen Mythologie. Bei einem Vergleich wird nun Bezug genommen auf die Gemeinsamkeit der beiden Bereiche, die miteinander verknüpft werden. Hier ist das die Stärke. Und diese Gemeinsamkeit soll durch den Vergleich besonders hervorgehoben werden. Der Vergleich hilft uns außerdem bei der Vorstellung, wie stark Achill ist, da wir genau wissen, wie stark ein Löwe ist. Man verwendet diesen „wie-Vergleich” also, um bestimmte Dinge zu veranschaulichen, d.h. bildlich darzustellen, damit sich der Leser die Dinge besser vorstellen kann. Aber auch der „als-Vergleich” kann uns helfen, uns Dinge besser vorstellen zu können. Würden wir sagen: „Achill ist stärker als ein Löwe.“, wird auch hier Bezug genommen auf die Gemeinsamkeit der beiden, die Stärke. Wir wissen, wie stark ein Löwe ist und können uns nun vorstellen, dass Achill sogar noch stärker sein muss. Gehen wir jetzt etwas weiter. Wenn man sich die Vergleiche etwas genauer anschaut, kann man zwei Arten unterscheiden. Diese unterscheiden sich in der Art, aus welcher Kategorie die Bereiche stammen, die miteinander verknüpft werden. Es gibt einerseits Vergleiche, bei denen die Bereiche, die miteinander verglichen werden, aus derselben Kategorie der Wirklichkeit stammen. Zum Beispiel der Vergleich: „Ben ist so klug wie Paul.“ Ben und Paul stammen sozusagen aus demselben Bereich der Wirklichkeit. Es sind beides menschliche, männliche Wesen. Diese Vergleiche nennt man homogene Vergleiche. „homogen“ bedeutet: einheitlich. Also so viel wie: Aus Gleichartigem zusammengesetzt. Nun gibt es aber auch Vergleiche, bei denen die beiden Bereiche, die miteinander verknüpft werden, aus verschiedenen Kategorie der Wirklichkeit stammen. Zum Beispiel der Satz: „Ben schläft wie ein Murmeltier.“ Hier stammt Ben aus dem Bereich der Menschen und das Murmeltier stammt aus dem Bereich der Tiere. Auch unser Beispiel von eben „Achill ist stark wie ein Löwe.“ würde unter diese Art der Vergleiche fallen. Man nennt sie heterogene Vergleiche, denn „heterogen“ bedeutet: uneinheitlich. Also soviel wie: Aus Ungleichartigem zusammengesetzt. Achtung, hier musst du aufpassen! Man kann den Vergleich leicht mit der Metapher, einem ähnlichen sprachlichen Stilmittel verwechseln. Wie wir jetzt wissen, ist ein Vergleich eine Verknüpfung von zwei Bereichen. Auch bei einer Metapher werden Bereiche miteinander verknüpft, um eine Aussage anschaulicher zu machen und eine Gemeinsamkeit herauszustellen. Verwenden wir einmal das Achill-Beispiel, um den Unterschied deutlich zu machen. Ein Vergleich ist: „Achill ist stark wie ein Löwe.“ oder „Achill ist stärker als ein Löwe.“ Du findest hier das Signalwort „wie“ oder „als“. Eine Metapher wäre dagegen die Aussage: „Achill ist löwenstark.“ Hier wird Achill nicht mehr direkt mit dem Löwen verglichen. Der Schritt wird sozusagen übersprungen. Es fehlt der „wie“- oder „als-Vergleich”. Daher kann man die Metapher auch als einen verkürzten Vergleich bezeichnen. Wenn du nun in Zukunft einen Vergleich identifizieren möchtest, dann merke die folgende Stichpunkte: Der Vergleich ist eine Verknüpfung von zwei Bereichen. Du erkennst ihn am Signalwort „wie“ oder „als“. Ein Vergleich gehört zu den Stilmitteln der Wortfiguren. Er bezieht sich auf die Gemeinsamkeit von zwei verschiedenen Bereichen. Diese Gemeinsamkeit wird durch den Vergleich veranschaulicht und damit verstärkt. Wir können unterscheiden zwischen homogenen und heterogenen Vergleichen. Die Metapher hat eine ähnliche Funktion wie der Vergleich. Hier fehlt aber das „wie“ oder „als“ und damit kann sie als „verkürzter Vergleich“ bezeichnet werden. Ich hoffe, du hast alles verstanden. Und bis zum nächsten Mal.

2 Kommentare
  1. Alles verstanden SUPER erklärt !!!!!!

    Von L+G, vor 11 Monaten
  2. Super gut erklärt, insbesondere der Vergleich. Ich hab´s verstanden.

    Von Skfritz, vor mehr als 3 Jahren

Vergleich Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Vergleich kannst du es wiederholen und üben.

  • Definiere das Stilmittel des Vergleichs und grenze es gegen die Metapher ab.

    Tipps

    Die Metapher ist ein verkürzter Vergleich, denn sie hat dieselbe Funktion wie ein Vergleich, doch ihr fehlt eine bestimmte grammatikalische Konstruktion.

    Lösung

    Der Vergleich ist ein sehr häufig gebrauchtes Stilmittel: Sowohl im Alltag als auch in der Literatur verwenden wir ihn, denn er setzt zwei Bereiche in Bezug zueinander. Mit dem Vergleich können wir eine gewisse Wertigkeit feststellen oder Gemeinsamkeiten und Unterschiede entdecken.

    Damit funktioniert er ähnlich wie die Metapher: Auch sie setzt zwei eigentlich getrennte Bereiche miteinander in Verbindung. Allerdings fehlen ihr die für den Vergleich notwendigen Vergleichspartikeln als oder wie. Die Metapher ist damit ein verkürzter Vergleich.

  • Nenne die verschiedenen Arten von Vergleichen und dazugehörige Beispiele.

    Tipps

    Homogen bedeutet so viel wie aus Gleichartigem zusammengesetzt. Das Gegenteil davon ist heterogen: Aus Unterschiedlichem zusammengesetzt.

    Lösung

    Es gibt zwei Arten von Vergleichen, die wir voneinander unterscheiden können: heterogene und homogene Vergleiche:

    1. Homogen: Das bedeutet aus Gleichartigem bestehend; die zwei miteinander verglichenen Bereiche stammen aus derselben Kategorie. So können wir z.B. (entgegen dem Sprichwort) sehr wohl Birnen mit Äpfeln vergleichen, denn beide gehören zur Kategorie Obst oder Früchte. Auch Eber und Pferd lassen sich gut miteinander vergleichen: Sie sind beide Tiere.
    2. Heterogen: Das bedeutet aus Ungleichartigem bestehend und weist auf zwei Bereiche hin, die aus sehr unterschiedlichen Kategorien stammen. Auch sie lassen sich vergleichen wie ein Eber und ein Baum (beide können sehr stark sein), doch wird man nicht so viele Gemeinsamkeiten finden wie bei homogenen Vergleichen.
  • Bilde aus den einfachen Vergleichen die gesteigerten Formen mit als und Komparativ.

    Tipps

    Tausche das wie mit als aus. Achte darauf, dass du dann auch die verglichene Eigenschaft angleichen musst, um dadurch eine Wertigkeit herstellen zu können.

    Lösung

    Setzen wir zwei Bereiche mit einem als oder einem wie miteinander in Beziehung, dann machen wir einen Vergleich. Zwischen diesen beiden Formen des Vergleichs gibt es jedoch in den meisten Fällen einen Unterschied:

    Mit wie stellen wir die Gemeinsamkeit zwischen den beiden Dingen heraus. Mit als erstellen wir darüberhinaus noch eine Hierarchie oder Wertigkeit: Der eine Bereich ist mehr oder weniger etwas als der andere Bereich. So ist die Erde runder als ein Fußball oder Achill stärker als ein Löwe.

    Ist der Vergleich verneint (z.B. mit einem nicht), müssen wir das Vergleichsattribut, also die verglichene Eigenschaft in ihr Gegenteil verkehren, also z.B. aus Ich bin nicht so groß wie du ein Ich bin kleiner als du machen; oder wir verwenden weniger: Ich bin weniger groß als du.

  • Bestimme die Funktion von Vergleichen.

    Tipps

    Es gibt einen Unterschied zwischen den Vergleichspartikeln als und wie: Die eine vergleicht nur, während die andere eine Hierarchie/Wertigkeit aufstellt. Welche von beiden schafft eine Hierarchie?

    Lösung

    Alle Stilmittel werden intentional benutzt, d.h. mit anderen Worten: Sie haben eine Funktion.

    • Beim Vergleich ist diese Funktion recht eindeutig: Zwei Bereiche werden miteinander verglichen, um zu sehen wie ähnlich oder unähnlich sie sich sind. Man hebt also Gemeinsamkeit und Unterschied zwischen zwei Bereichen hervor. Dadurch kann etwas verbildlicht und dadurch besser dargestellt werden: Sage ich Ich bin langsam wie eine Schnecke, dann kann sich jeder meine Langsamkeit besser vorstellen.
    • Nicht immer wird aber eine Wertigkeit zwischen den zwei Bereichen erstellt. Dies passiert nur, wenn ich mit der Partikel als vergleiche: Ich bin langsamer als eine Schnecke oder Ich bin schneller als du. Damit erschafft man eine Hierarchie der beiden verglichenen Bereiche, die man nicht mit dem Wort wie erreicht.
  • Bestimme die richtige Vergleichspartikel.

    Tipps

    Mit dem Wort als klassifizierst du einen Bereich höher als den anderen: Etwas ist mehr/weniger als etwas anderes. Dafür benötigst du auch die Steigerungsform des verglichenen Adjektivs (z.B. schnell = schneller).

    Lösung

    Jeder Vergleich beinhaltet entweder das Wort wie oder als.

    • Mit wie setzt du zwei Bereiche gleich. Die Formel hieße x = y. Oben sehen wir das ganz klar im Beispiel Wie gewonnen, so zerronnen.
    • Mit als setzt du einen Bereich höher oder niedriger als den anderen. Du erstellst eine Wertigkeit. Die Formel dazu hieße: x >/< y (x ist größer oder kleiner als y; oben: Hannah ist größer als Anna.)
    Für den Vergleich mit als benötigst du daher auch die Steigerungsform des verglichenen Adjektivs, d.h. den Komparativ.

    Eine Ausnahme bildet das letzte Beispiel: Hier sagen wir anders als und nicht anders wie.

  • Bestimme Metaphern, sowie heterogene und homogene Vergleiche.

    Tipps

    Achte darauf, ob eine Vergleichspartikel benutzt wird. Wenn nicht, ist es eine Metapher.

    Achte auch darauf, ob die beiden verglichenen Bereiche aus derselben Kategorie (Art/Gattung/Typ/Spezie etc.) kommen oder nicht.

    Lösung

    In dieser Aufgabe unterscheiden wir drei Dinge. Bei der ersten Unterscheidung müssen wir feststellen, ob es sich um eine Metapher oder einen Vergleich handelt. Eine Metapher ist dabei ein verkürzter Vergleich: Die Metapher funktioniert genau gleich, ihr fehlt aber die Vergleichspartikel; sie hat kein als oder wie. Das sind unter anderem die Sätze Griechenland ist ein Sonnenland oder Achill ist ein Löwe. Hier werden zwei Bereiche miteinander verknüpft, ohne dass dabei die Wörter als oder wie gebraucht werden.

    Die zweite Unterscheidung betrifft die beiden verglichenen Bereiche. Kommen diese aus derselben Kategorie oder von derselben Art, ist der Vergleich homogen. Oben sind das Sätze wie: Die Griechen waren z.B. künstlerischer als die Römer oder Die Sonne gefällt mir besser als der Mond: Sonne und Mond sind Planeten oder Gestirne; Griechen und Römer sind Volksgruppen oder Nationalitäten.

    Wenn zwei verschiedene Bereiche verglichen werden, ist das ein heterogener Vergleich wie z.B. Auch Odysseus ist stark wie ein Löwe: Odysseus ist ein Mensch, Löwe ein Tier.