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Litotes 06:41 min

Textversion des Videos

Transkript Litotes

Hallo, ich bin Anna und ich wünsche dir viel Spaß mit diesem Video

Sie dir diese Aussagen einmal genauer an: “Das ist nicht übel.” “Er ist wirklich nicht dumm.” “Sie ist nicht gerade hässlich.” Merkst du, dass all diese Aussagen etwas gemeinsam haben? Dann liegst du richtig, denn sie alle enthalten ein sprachliches Stilmittel - die Litotes. Was das ist, wirst du am Ende dieses Videos wissen.

Denn ich werde dir erklären, was genau eine Litotes ist, wie man sie erkennt und wie und warum man sie verwendet. Außerdem wirst du sehen, welche Verwandtschaft sie zu den Stilmitteln Hyperbel und Ironie besitzt. Das alles zeige ich dir an verschiedenen Beispielen. Du solltest schon etwas Vorwissen im Bereich der Stilmittel und rhetorischen Figuren im Allgemeinen mitbringen.

Beginnen wir mit der Erklärung, was eine Litotes überhaupt ist. Also mit einer Definition. Wie gerade schon erwähnt, gehört die Litotes zu den sprachlichen Stilmitteln. Das Wort Litotes kommt aus dem Griechischen und bedeutet Einfachheit oder Sparsamkeit. Eine Litotes besteht dann, wenn ein Sachverhalt durch Untertreibung, Abschwächung oder Verneinung seines Gegenteils ausgedrückt wird. Durch diese Verneinung des Gegenteils wird dann etwas Positives ausgedrückt. Die Litotes zählt damit zu den sprachlichen Stilmitteln der Tropen. Denn bei den Tropen werden Wörter nicht in ihrem eigentlichen Sinne verwendet, sondern durch einen anderen Ausdruck ersetzt.

Schauen wir uns nun einmal die Verwendung einer Litotes an, dann wirst du verstehen, was damit gemeint ist. Dabei gibt es verschiedenen Arten, wie eine Litotes verwendet werden kann. Die erste Form zeigen bilden die Beispiele vom Anfang. von eben. Hier handelt es sich um Verneinungen des Gegenteils. In dem Satz: „Er ist wirklich nicht dumm.“ möchte man eigentlich aussagen, dass derjenige schlau ist. Man verneint hier das Gegenteil von schlau, nämlich dumm.

„Sie ist nicht gerade hässlich.“ Hier soll ausgedrückt werden, dass diejenige hübsch ist, also wird das Gegenteil hässlich verneint.

Eine Litotes kann aber auch in einer doppelten Verneinung bestehen. Wenn man sagt: „Er ist nicht ohne Talent.“ benutzt man zwei Verneinungen: „nicht“ und „ohne“ und meint dann eigentlich, „Er hat sehr wohl Talent.“. Und eine Litotes kann auch wie zu Anfang erwähnt in einer Abschwächung oder Untertreibung des eigentlich Gemeinten liegen. Einen Satz wie: “Das ist aber ein nettes Häuschen.” benutzt man wahrscheinlich eher, um eine Prachtvilla zu beschreiben. Hier besteht die Litotes also in der Verwendung des Diminutivs Häuschen, der Verkleinerungsform.

Und warum das Ganze? Welche Wirkung hat nun eine Litotes? Die Abschwächung einer Aussage sorgt dafür, dass Dinge vorsichtiger ausgedrückt werden können. Es handelt sich dann um eine rhetorische Mäßigung. Zum Beispiel klingt der Satz: „Er ist nicht der Schönste.“ gemäßigter als zu sagen: „Er ist hässlich.“ Durch eine untertriebene Darstellung bei einer Litotes wird aber die Aussage auch indirekt hervorgehoben. Die Aufmerksamkeit wird auf das Gesagte gelenkt und dieses es wird dadurch betont. Achtung, damit es nicht zu Verwechselungen kommt, musst du aufpassen: Die Litotes ist verwandt mit zwei anderen sprachlichen Stilmitteln - der Hyperbel und der Ironie. Sie alle gehören zu den Stilmitteln der Tropen, weil sie Sachverhalte anders ausdrücken, als sie gemeint sind. Trotzdem gibt es Unterschiede zwischen ihnen. Unter einer Hyperbel verstehen wir die Übertreibung. Hier wird eine Aussage verstärkt dargestellt. So zum Beispiel der Satz: „Er rennt blitzschnell.“ Da kein Mensch so schnell wie der Blitz rennen kann, handelt es sich hier um eine übertriebene Darstellung, die die Aussage betont. So kann die Litotes als das Gegenteil der Hyperbel bezeichnet werden. Sie betont eine Aussage, indem sie sie abgeschwächt darstellt. Eine Litotes zu dem Beispiel wäre: „Er rennt nicht gerade langsam.“

Auch die Ironie stellt einen Sachverhalt anders dar, als er gemeint ist. Man sagt nämlich exakt das Gegenteil von dem, was man meint. Zum Beispiel: „Du bist mir ja ein guter Freund.“, wenn man von jemandem enttäuscht ist. Eine Litotes wäre dagegen zu sagen: „Du bist nicht gerade ein guter Freund.“ Eine Litotes geht also über den bloßen Ausdruck des Gegenteils hinaus.

Wenn du in Zukunft also eine Litotes identifizieren möchtest, dann merken dir folgende Stichpunkte: Die Litotes gehört zu den sprachlichen Stilmitteln der Tropen. Eine Litotes besteht in der Abschwächung bzw. Untertreibung eines Sachverhalts. Aber auch in der Verneinung seines Gegenteils, wodurch etwas Positives ausgedrückt wird. Mit einer Litotes können Dinge vorsichtiger ausgedrückt werden. Durch sie kann aber auch die Aussage indirekt hervorgehoben werden und dadurch die Aufmerksamkeit auf das Gesagte gelenkt werden. Eine Verwandtschaft besteht zu den Stilmitteln der Hyperbel, einer Übertreibung und zur Ironie, die das Gegenteil des Gesagten meint.

Ich hoffe, du hast alles verstanden und bis zum nächsten Mal!