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Onomatopoesie 05:25 min

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Transkript Onomatopoesie

Hi, ich bin’s, Tim! Gurren, schnurren, plärren, klirren, kläffen und nachäffen - wenn Dichter mit Lauten malen, nennen wir das Onomatopoesie. Was ist das? Wie funktioniert Onomatopoesie? Wie werden Onomatopoetika gebildet? Und wo werden sie verwendet? All diese Fragen klären wir in diesem Video - los geht’s. Was ist also Onomatopoesie? Das ist ein Stilmittel. Es setzt sich zusammen aus den beiden griechischen Wörtern ónoma und poiesis, wörtlich übersetzt also die “Namenherstellung”: Wir erfinden neue Wörter, indem wir Höreindrücke lautlich umschreiben. Ausgangspunkt der Onomatopoesie ist also immer ein Geräusch, das verarbeitet und lautmalerisch wiedergegeben wird. Sie wird auch als Lautmalerei bezeichnet. Logisch, dass die Onomatopoesie deshalb innerhalb der Stilmittel zur Kategorie der Klangfiguren gehört.

Dabei unterscheiden wir zwei Arten von Onomatopoetika: Einmal die sogenannten Interjektionen, die fast unverändert übernommen und nachgeahmt werden. Dazu zählen alle emotionalen Ausrufe, wie aua, wauwau, haha. Auf der anderen Seite werden Wörter gebildet, deren lautliche Nachahmung zu Substantiv- oder Verbalstämmen werden. Klingt komplizierter, als es ist, denn das geschieht bei vielen Naturgeräuschen wie z.B. Lauten von Tieren, wodurch bei uns der Kuckuck, die Kuh und der Wauwau ihre Namen erhalten haben. Diese Onomatopetika sind Substantive. Ein gutes Beispiel für Onomatopoetika in Form von Verbalstämmen ist ein Gedicht von Heinrich Heine aus seinem “Buch der Lieder”: "So heult es verworren, und ächzet und girrt // und brauset und sauset und krächzet und klirrt."

Der Wind wird hier lautlich in vielen Facetten imitiert. Er ist zwar nicht greifbar, aber seine Wirkung ist an den vielen Orten, die er berührt, hörbar. Das Klirren und Girren, das Brausen und Sausen finden ihre Wirkung in der lautlichen Imitation. Und auch ganz allgemein gesagt liegt die Wirkung von Onomatopoetika in der Lautimitation. Doch wie werden Onomatopoetika angewandt? Und sind sie in allen Sprachen gleich? Onomatopoetika sind in allen Sprachen zu Hause. So, wie sich allerdings die Laute des Nachzuahmenden von Land zu Land unterscheiden, so auch die Lautmalereien: Ein japanischer Vogel singt eventuell anders als ein deutscher Vogel. Noch dazu haben Japaner ein anderes Lautinventar ihrer Aussprache als Deutsche. Daher kommt es, dass wir hier einen Vogel mit tschiep tschiep nachahmen, ein Japaner hingegen pyu pyu sagen würde.

Am deutlichsten fällt das vielleicht beim Hahn auf: Der deutsche Hahn singt kickeriki, der niederländische kukeleku, der französische cocorico und der englische sogar cockadoodledoo. Trotz allem können wir bei den meisten Sprachen aber große Ähnlichkeiten vor allem bei der Benennung von Tierlauten feststellen. Die Onomatopoetika spielten eine große Rolle bei der Beantwortung der Frage, wie Sprache entstanden ist. Wissenschaftler und Denker meinten dabei, dass alle Wörter zuerst lautliche Nachahmungen von Naturphänomenen waren und sich daraus unsere heutigen Wörter entwickelt hätten, so wie das Muhen der Kuh zu ihrem Namen wurde, indem ein Buchstabe ausgewechselt wurde. Das können wir heute allerdings nicht beweisen, sodass die Theorie nur eine Hypothese ist.

Schwer zu sagen, was alles lautlich gemalert ist - das Donnern und Knurren und Krachen, das Zwitschern und Lispeln, das Rauschen und Zerzausen… - klingen verdächtig nach Nachahmung. Festhalten können wir, dass die Onomatopoesie eine Wortneubildung durch lautliche Imitation eines klanglichen Eindrucks ist. Sie wird auf zwei Arten gebildet: durch Imitation von Interjektionen und Ausrufen, oder durch Bildung eines Substantiv- oder Verbstamms. Die Geräusche können in den verschiedenen Ländern der Erde ähnlich klingen, sind aber fast nie gleich. Das unterstützte die These, dass sich Sprache aus Lautmalereien bildete - was allerdings nicht bewiesen werden konnte. Gefärbte Sprache gefällt den Stämmen der Menschen - im Dumpfen ihrer blättrigen Schellen findet sie ihren Niederschlag. Den Sinn sucht sie im Schönen. Und du?