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Personifikation 08:30 min

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Transkript Personifikation

Hallo, ich bin Anna und ich wünsche Dir viel Spaß mit diesem Video. In diesem Video geht es um das sprachliche Stilmittel der Personifikation. Ich werde Dir erklären, was eine Personifikation ist, wie man sie erkennt und wie und warum man sie verwendet. Außerdem mache ich Dir deutlich, inwiefern sie sich von anderen sprachlichen Stilmitteln der Allegorie und der Metapher unterscheidet. Das alles zeige ich Dir an verschiedenen Beispielen. Du solltest schon etwas Vorwissen im Bereich der Stilmittel und rhetorischen Figuren im Allgemeinen mitbringen. Beginnen wir mit der Erklärung, was eine Personifikation ist, also mit einer Definition. Du hast vielleicht bemerkt, dass in Personifikation das Wort Person steckt, denn durch eine Personifikation werden abstrakte oder allgemeine Dinge sozusagen zu Personen oder Menschen gemacht. Das heißt, die Personifikation schreibt Dingen oder Sachverhalten Eigenschaften oder Handlungen zu, die ansonsten nur Menschen haben oder tun können. Schauen wir uns das an ein paar Beispielen an. Dann wirst Du verstehen, was damit gemeint ist. Die Sonne lacht. Der Himmel weint. Die Stadt schläft. Bei den genannten Subjekten handelt es sich um Dinge, die nicht belebt sind und daher nicht handeln können. Es wird hier aber so getan, als würden sie leben, weil sie mit Verben verbunden werden, die nur Lebewesen ausführen können. Die Personifikation ist daher relativ leicht zu erkennen. Du musst dir nur überlegen, ob das Subjekt tatsächlich diese Handlung ausführen könnte oder ob es erst durch das Verb, mit dem es verbunden wird, zu einer Person gemacht wird. Die Personifikation gehört deshalb zu den Stilmitteln der Tropen. Bei den Tropen werden Worte nicht in ihrem eigentlichen Sinne, sondern eher bildlich verwendet, beziehungsweise werden Worte aus einem anderen Vorstellungsbereich für das Gemeinte verwendet. Hier werden Verben, die sich eigentlich auf Menschen beziehen, für unbelebte Sachen verwendet. Schauen wir uns nun einmal die Verwendung einer Personifikation an. In welchem Kontext kommt sie vor und wo finden wir sie? Wie andere sprachliche Stilmittel auch finden wir die Personifikation in der Literatur. Georg Büchner, ein deutscher Schriftsteller, schrieb in seinem Werk „Dantons Tod“: „Die Revolution frisst ihre eigenen Kinder.“ Eine Revolution ist eine abstrakte Sache, also unbelebt. Das heißt, sie ist eigentlich nicht dazu fähig, Handlungen auszuführen. Hier wird sie aber vermenschlicht dadurch, dass gesagt wird, sie würde fressen. Auch in Märchen werden Gegenstände oft personifiziert. Denk zum Beispiel an das Märchen „Schneewittchen“ und das Spieglein an der Wand, das sprechen kann. Wir können dieses Stilmittel aber auch in unserem alltäglichen Sprachgebrauch finden, denn es gibt Personifikationen, die sich schon so in unsere Alltagssprache eingeschlichen haben, dass wir sie gar nicht mehr bemerken. Dazu zählen zum Beispiel Sätze wie: Die Zeit läuft mir davon. Oder: Der Winter steht vor der Tür. Bestimmt hast Du einen davon auch schon einmal verwendet. Und warum werden Personifikationen nun benutzt? Kommen wir jetzt zu deren Funktion und Wirkung. Wie wir jetzt wissen besteht eine Personifikation kurz gesagt darin, Dingen oder Sachverhalten eine menschliche Eigenschaft zuzuschreiben. Dadurch werden diese Dinge lebendig und man kann sich das Geschehnis besser vorstellen. So sorgt also die Personifikation für eine Veranschaulichung und Lebendigkeit. Durch diesen ungewöhnlichen Gebrauch von Verben, nämlich, dass man sie für Dinge und nicht für Lebewesen benutzt, lenkt man die Aufmerksamkeit auf das Gesagte und kann es dadurch verstärken. Achtung, hier musst Du aufpassen! Es gibt eine Sonderform der Personifikation, die sogenannte abgesunkene Personifikation. Hierbei handelt es sich um Ausdrücke wie Vater Staat oder Mutter Erde. Die abgesunkene Personifikation wird auch als personifizierte Metapher bezeichnet. Und damit kommen wir zu den Unterschieden und Gemeinsamkeiten zwischen Personifikation, Metapher und Allegorie. Die Stilmittel ähneln sich sehr und manchmal kann man sie nicht exakt trennen. Wie Du eben schon gehört hast, zählt die Personifikation zu den Stilfiguren der Tropen, genau wie die Metapher und die Allegorie auch. Noch einmal kurz zur Wiederholung. Tropen sind immer Worte oder Wendungen, die nicht im eigentlichen Sinn, sondern in einem übertragenen und bildlichen Sinn gebraucht werden. Sie verbildlichen also das Mitgeteilte. Bei einer Personifikation werden Dinge mit Verben verbunden, die eigentlich nur von Menschen getan werden können. Das heißt, dass auch hier verschiedene Sinnbereiche miteinander verbunden werden. Aber nur in Bezug auf diese Verbindung. Ein Beispiel wäre: Die Sonne lacht. In einer Metapher wird das eigentlich Gemeinte durch einen Ausdruck ersetzt. Es wird in einen anderen Bereich übertragen. Zum Beispiel sagt man Baumkrone, wenn man die Spitze eines Baums meint. Für Spitze setzt man also Krone ein, weil die Spitze wie eine Krone ist. Und hier würde auch die abgesunkene Personifikation hineinpassen. In der Verwendung Vater Staat meint man, dass der Staat wie ein Vater ist. Die Allegorie ist eine konkrete oder bildliche Darstellung von abstrakten Begriffen. Zum Beispiel kann der Gott Amor für die Liebe stehen. Es handelt sich dabei aber nicht um abgesunkene Personifikationen. Eine abgesunkene Personifikation steht nämlich nicht für etwas anderes, wie hier Amor für die Liebe, sondern meint immer noch den Staat wie einen Vater oder die Natur wie eine Mutter. Bei der Allegorie steht eine bestimmte Person für etwas. Wenn Du nun in Zukunft eine Personifikation erkennen möchtest, dann merke dir folgende Stichpunkte: Die Personifikation gehört zu den sprachlichen Stilmitteln der Tropen. Durch eine Personifikation werden abstrakte oder allgemeine Dinge mit Eigenschaften oder Handlungen verbunden, die eigentlich zu Menschen gehören. Wir finden die Personifikation in der Literatur, in Märchen oder auch in unserer Alltagssprache. Durch eine Personifikation werden Dinge lebendig und dadurch Geschehnisse besser vorstellbar. Außerdem wird die Aufmerksamkeit darauf gelenkt und die Aussage dadurch verstärkt. Eine Sonderform stellt die abgesunkene Personifikation dar. Ich hoffe, Du hast alles verstanden und bis zum nächsten Mal!

6 Kommentare
  1. Default

    Sehr schönes Video!

    Von Nicowald, vor 8 Monaten
  2. 3

    Hallo Daniela,
    vielen Dank für dein Feedback. Ja genau, insbesondere die Tiere in Fabeln sind Beispiele für "Personifikationen". Es handelt sich um eine "Personifikation", wenn Tiere, Pflanzen, abstrakte Begriffe oder leblose Dinge als handelnde oder sprechende Menschen dargestellt werden und das trifft bei Fabeln ganz besonders zu.
    Viel Spaß weiterhin mit unseren Videos.
    Liebe Grüße aus der Redaktion

    Von Carolin Kasper, vor etwa einem Jahr
  3. Default

    Wird die Personifikation auch in Fabeln benutzt ?

    Von Daniela Baumhaekel, vor etwa einem Jahr
  4. Default

    gutes Video

    Von Sotera, vor etwa einem Jahr
  5. Default

    Danke dafür aber ich würde es noch ein bischen erklären z.b das Tier spricht

    Von Melika O., vor mehr als einem Jahr
  1. Default

    Sehr Hilfreich danke schön.

    Von Mn Devrim, vor etwa 2 Jahren
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