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Inversion 07:23 min

Textversion des Videos

Transkript Inversion

Hallo, ich bin Anna und ich wünsche Dir viel Spaß mit diesem Video.

In diesem Video wird sich alles um ein sprachliches Stilmittel, die Inversion, drehen. Ich werde Dir erklären, was genau eine Inversion ist, wie man sie erkennt und wie und warum man sie verwendet. Das alles zeige ich Dir an verschiedenen Beispielen. Du solltest schon etwas Vorwissen im Bereich der Stilmittel und rhetorischen Figuren im Allgemeinen mitbringen.

Beginnen wir mit der Erklärung, was eine Inversion überhaupt ist. Also mit einer Definition. Wie gerade schon erwähnt, gehört die Inversion zu den sprachlichen Stilmitteln. Das Wort Inversion kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Umkehrung oder Umdrehung. Bei einer Inversion wird nämlich die normale oder übliche Abfolge in einem Satz umgedreht. Dabei kann man zwei unterschiedliche Typen der Inversion definieren. Zum einen kann sie als Wortfigur auftreten: hier wird die geläufige Wortstellung bzw. Reihenfolge der Satzglieder im Satz umgekehrt. Zum anderen kann sie aber auch als Gedankenfigur vorkommen: dann ist nicht die Syntax, also die Satzstellung, im Mittelpunkt der Umkehrung, sondern die sachliche oder inhaltliche Ordnung wird vertauscht. Schauen wir uns das einmal an Beispielen an, dann wirst du verstehen, was damit gemeint ist. Zuerst die Inversion als Wortfigur: hier wird wie gesagt die Abfolge der Satzglieder vertauscht oder umgekehrt. Die übliche Abfolge in einem deutschen Hauptsatz lautet Subjekt, Prädikat, Objekt lautet. Hier ein Satz, der diesem typischen Muster entspricht: Er ist ein Dummkopf! Eine Inversion wäre nun, wenn das Objekt an den Anfang des Satzes gestellt wird und die Abfolge dann Objekt,Prädikat, Subjekt lauten würde. Also: Ein Dummkopf ist er! Es kann aber auch das Prädikat an die erste Position gestellt werden, sodass die Abfolge zu Prädikat, Subjekt, Objekt umgedreht wird. Dann würde der Satz heißen: Ist er ein Dummkopf!

Im deutschen Satz können auch Attribute vorkommen, das sind Satzgliedteile, also Beifügungen zu Satzgliedern, zum Beispiel ein Genitivattribut. Und auch diese Attribute können voran gestellt werden. Statt zu sagen: “Die Mutter des Jungen kam spät nach Hause.” würde eine Inversion lauten: “Des Jungen Mutter kam spät nach Hause.” Hier wird das Genitivattribut “des Jungen” voran gestellt.

Als letzte Variante kann eine Inversion in der Umstellung des Adjektivattributs vorkommen. Normalerweise stehen diese Adjektivattribute vor dem Substantiv. Hier werden sie aber nachgestellt. Folgende Beispiele hast Du sicher schon einmal gehört: Hänschen klein Vater unser Röslein rot

Eine Inversion kannst du meist am einfachsten daran erkennen, dass sich die Abfolge des Satzes zunächst ungewöhnlich anhört. Die zweite Art der Inversion, die Inversion als Gedankenfigur, tritt eher selten auf. Hier findet die Umkehrung nicht auf der Ebene des Satzbaus, sondern auf inhaltlicher Ebene statt. Das bedeutet, dass zum Beispiel die zeitliche Abfolge von Geschehnissen in einer anderen Reihenfolge beschrieben wird. Ich werde schlafen und ins Bett gehen.

Wo finden wir nun die Inversion? Schauen wir uns einmal deren Verwendung an. Wie andere sprachliche Stilmittel auch wird die Inversion natürlich in der Literatur verwendet und hier vor allem in Gedichten.

Folgende Zeilen sind Beispiele für die Inversion als Wortfigur. Goethe schrieb in seinem Gedicht „Willkommen und Abschied” Dich sah ich, und die milde Freude Floß von dem süßen Blick auf mich; Ganz war mein Herz an deiner Seite Und jeder Atemzug für dich.

In der ersten Zeile siehst du, dass das Objekt an die erste Stelle gestellt wurde, in der zweiten Zeile das Attribut Goethe liefert uns auch ein schönes Beispiel für die eher ungewöhnliche Verwendung der Inversion als Gedankenfigur. Es stammt aus seinem Werk Faust. “Ihr Mann ist tot und lässt sie grüßen.” Wir können das Stilmittel aber auch in der heutigen Zeit noch finden, zum Beispiel in der Werbesprache. Hier wird sehr oft die Inversion, die in der Umstellung eines Adjektivattributs besteht, verwendet. Sicher hast du den Ausdruck

“Geschmack pur” schon einmal gehört.

Und warum das Ganze? Welche Wirkung hat nun eine Inversion?

Wie eben schon erwähnt, klingt eine Inversion für unsere Ohren als allererstes einmal ungewöhnlich. Das bedeutet, dass auch die Aufmerksamkeit auf einen Satz gelenkt wird, in dem eine Inversion auftaucht. Das vertauschte Element bekommt eine besondere Stellung und wird betont. Durch diese ungewöhnliche Abfolge wird die Klarheit eines Ausdrucks zunächst einmal vermindert, das heißt, man muss erst einmal darüber nachdenken, was denn nun genau mit der Aussage gemeint ist. Dadurch prägt sich die Aussage aber auch besser ein.

Wenn Du in Zukunft also eine Inversion identifizieren möchtest, dann merke dir folgende Stichpunkte: Die Inversion gehört zu den sprachlichen Stilmitteln der Wortfiguren oder Gedankenfiguren. Als Wortfigur besteht die Inversion in der Vertauschung der Satzglieder in einem Satz. Als Gedankenfigur verstehen wir unter einer Inversion die inhaltliche Vertauschung. Wir finden die Inversion vor allem in der Literatur, zum Beispiel in Gedichten, in der heutigen Zeit aber auch in der Werbesprache. Mit einer Inversion lenkt man die Aufmerksamkeit auf das Gesagte. Das vertauschte Element wird betont. Außerdem sorgt die Inversion wegen des ungewöhnlichen Satzbaus für eine bessere Einprägsamkeit.

Ich hoffe, Du hast alles verstanden und bis zum nächsten Mal!