30 Tage kostenlos testen:
Mehr Spaß am Lernen.

Überzeugen Sie sich von der Qualität unserer Inhalte.

Statistische Erhebung 07:01 min

Textversion des Videos

Transkript Statistische Erhebung

Themen dieses Films sind die Erhebung und die Darstellung statistischer Daten. Am Anfang jeder statistischen Auswertung steht die Erfassung der Daten. Dies kann auf ganz unterschiedliche Weise geschehen. Man kann zum Beispiel zählen, wie viele Autos zu verschiedenen Tageszeiten pro Stunde durch ein Wohngebiet fahren. Oder die Wassertiefe eines Baches an verschiedenen Stellen messen. Oder man befragt Menschen am Telefon, an der Haustür oder auf der Straße. Aber Achtung, sobald Daten personenbezogen gespeichert werden und dazu zählt schon das einfache Aufschreiben einer Antwort, unterliegen sie dem Datenschutzgesetz. Das bedeutet unter anderem, dass der Befragte der Speicherung zustimmen muss. Wenn wir mit einer festgelegten Fragestellung eine Befragung oder Messung durchführen, ist das eine statistische Erhebung. Damit die Daten später vergleichbar sind, ist es wichtig, dass die Fragen immer gleich gestellt oder das Messungen immer auf die gleiche Weise durchgeführt werden. Diese Vorgehensweise nennt man „Standardisierung“, Ergebnis der Standardisierung ist etwa ein Fragebogen. Die Fragen darauf können ganz unterschiedlich lauten. Wenn man etwa wissen will, wie viele Personen in einer Gruppe ein Smartphone besitzen, reicht eine Frage mit Einfachauswahl, hier also ja oder nein. Wird die Sonntagsfrage gestellt, bei der herausgefunden werden soll, welche Partei die Leute wählen würde, wenn heute Bundestagswahl wäre, ist dies eine Frage mit Mehrfachauswahl. Hier können die Befragten zwischen allen kandidierenden Parteien wählen. Will ein Unternehmen wissen, wie gut die Befragten, auf einer Skala von eins bis sechs, ihr aktuelles Smartphone finden, wird eine Skalenfrage gestellt. Und wenn das Unternehmen auch wissen möchte, wie viel Geld jemand für ein neues Smartphone ausgeben würde oder welche Besonderheiten das Gerät haben sollte, so ist dies eine Frage mit freier Auswahl. Um Fragen mit freier Auswahl statistisch auswerten zu können, müssen die möglichen Ergebnisse in Kategorien oder Klassen eingeteilt werden. Also etwa Zahlenbereiche, wie etwa hier die einzelnen Stunden bei der Autozählung. Oder „weniger als 200 Euro“, „200 bis 400 Euro“ und „Mehr als 400 Euro“ beim Preis für das neue Handy. Oder die möglichen Antworten werden unter übergeordneten Begriffen wie „Display“ oder „Kamera“ zusammengefasst. Nun können die Ergebnisse in Tabellen eingetragen werden, und schon steht einer grafischen Darstellung in Form eines Diagramms nichts mehr im Wege. Oder doch, denn nicht jede Art von Diagramm ist zur Umsetzung von Umfrage- oder Messergebnissen gleich gut geeignet. Wir müssen uns also auch Gedanken darüber machen, wie wir die gesammelten Daten verständlich und sachlich korrekt anschaulich machen können. Ein Beispiel, in verschiedenen Sportvereinen wurde das Verhältnis Jungen zu Mädchen ermittelt. Die Ergebnisse sind hier als 3D-Säulendiagramm dargestellt. Die Aussagekraft hält sich in Grenzen. Auch das Flächendiagramm ist immer noch recht schwer zu lesen. Trennt man die Daten aber auf und erstellt einzelne Tortendiagramme für jeden Sportverein, werden sie gut vergleichbar. Man sieht sehr schnell, in welchem Verein es deutlich mehr Jungen als Mädchen gibt. Man kann aber auch für jeden Verein das prozentuale Verhältnis von Jungen zu Mädchen ausrechnen. Diese Verhältnisse lassen sich dann als gleich hohe, gestapelte Säulen, oder besser noch, Balken darstellen. Hier lassen sich die Ergebnisse sogar auf einen Blick erfassen. Möchte man darstellen, wie sich die Anzahl der Autos, die durch das Wohngebiet fahren, im Tagesverlauf ändert, bietet sich hingegen ein Liniendiagramm an. Manchmal muss man aber sehr genau hinsehen um zu verstehen, wie Daten präsentiert werden und was damit beim Betrachter bewirkt werden soll. Zum Beispiel hier, der Bürgermeister einer Kleinstadt zeigt mit diesem Diagramm stolz, wie stark die Arbeitslosigkeit zurückgegangen ist. Die Opposition behauptet jedoch, es habe sich so gut wie nichts geändert und legt zum Beweis dieses Diagramm vor. Hat hier jemand die Daten gefälscht? Nein, beide Diagramme basieren auf denselben Daten, sie sind nur anders skaliert. Der Bürgermeister verzichtet auf die Nulllinie und lässt sein Diagramm erst bei knapp 14 Prozent beginnen, so werden die Unterschiede in den Säulenhöhen deutlich vergrößert. Das zweite Diagramm zeigt dieselbe Entwicklung ab der Nulllinie, mit dem Ergebnis dass die Säulen fast gleich hoch erscheinen. Keine der beiden Darstellungen ist also gefälscht, sie lenken aber die Aufmerksamkeit jeweils in eine bestimmte Richtung. Um das zu verstehen, muss man sich immer genau ansehen, wie die statistischen Daten für die Darstellung aufbereitet wurden. Fassen wir zusammen: Eine statistische Erhebung ist die Sammlung von Daten unter einer bestimmten Fragestellung. Die Daten werden durch Zählung, Messung oder Befragung ermittelt. Damit die Daten vergleichbar sind, müssen Messungen und Befragungen standardisiert werden. Gegebenenfalls müssen die Daten dazu in Kategorien oder Klassen eingeteilt werden. Über die tabellarische Auswertung gelangt man dann zu verschiedenen grafischen Darstellungen. Je nach Fragestellung und Charakter der Daten, muss dabei ein möglichst aussagekräftiger und Art und Gewichtung der Daten möglichst nicht verfälschender Diagrammtyp gewählt werden. Durch Maßnahmen wie die unterschiedliche Skalierung eines Diagramms, kann die Aussagekraft der Daten verdeutlicht werden. Umgekehrt können Inhalte so aber auch verschleiert werden. Oder der Urheber der Daten versucht, deren Aussagekraft zugunsten seiner eigenen Ziele zu verändern. Tabellen und Diagramme sollten daher immer aufmerksam gelesen werden.

4 Kommentare
  1. Th

    super Video

    Von Bastian A., vor 5 Monaten
  2. Default

    dass ist VOLL komisch

    Von Jimmy99, vor 7 Monaten
  3. Default

    Super anschaulich, vielen Dank!

    Von B J Niesel, vor 11 Monaten
  4. Default

    Voll gut erklärt!

    Von Julian D., vor mehr als einem Jahr