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Die Perserkriege

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Die Perserkriege – ein Weltreich gegen kleine Stadtstaaten

Hast du schon einmal von einem Marathonlauf gehört? Bei diesem Wettkampf rennen die Sportlerinnen und Sportler mehr als 42 Kilometer weit. Was für eine Strecke! Der Lauf ist nach einem Ort benannt, an dem vor rund 2500 Jahren eine berühmte Schlacht stattfand. Bei Marathon kämpften Griechen gegen ein Heer aus dem Osten: gegen die Perser.

Das Perserreich war damals das größte Reich der Welt. Ihm gegenüber standen viele kleine griechische Stadtstaaten, die man Poleis nannte. Warum kam es zum Krieg? Wie ging er aus? Und warum wurde die Stadt Athen danach so mächtig? Das erfährst du in diesem Text.

Als Perserkriege bezeichnet man die Kämpfe zwischen dem Perserreich und mehreren griechischen Stadtstaaten. Die berühmtesten Schlachten fanden zwischen 490 und 479 v. u. Z. (vor unserer Zeitrechnung) statt.

Warum kam es zu den Perserkriegen?

Das Perserreich wurde von einem mächtigen Herrscher regiert, den man Großkönig nannte. Sein Reich reichte von der heutigen Türkei bis weit nach Asien hinein. An der Küste der heutigen Türkei lagen auch griechische Städte. Sie gehörten zum Perserreich, mussten dem Großkönig gehorchen und Steuern zahlen.

Irgendwann lehnten sich diese Städte gegen die Perser auf. Athen schickte ihnen Schiffe zu Hilfe. Der persische Großkönig Dareios I. war darüber wütend. Er wollte Athen bestrafen und sein Reich nach Westen vergrößern. So begann der Krieg gegen Griechenland.

Karte: Das Perserreich und die griechischen Stadtstaaten

Die Schlacht bei Marathon

Im Jahr 490 v. u. Z. landete ein persisches Heer in der Ebene von Marathon, nicht weit von Athen entfernt. Die Athener stellten sich ihnen entgegen – obwohl die Perser mehr Soldaten hatten. Durch eine kluge Aufstellung und einen schnellen Angriff gewannen die Athener die Schlacht.

Die Perser zogen sich zurück. In Athen war man stolz: Die eigene Stadt hatte das größte Reich der Welt besiegt. Und man erzählte sich die Geschichte immer wieder – bis heute.

Wusstest du schon? Der Sage nach soll ein Bote die rund 42 Kilometer von Marathon nach Athen gerannt sein, um den Sieg zu melden – und danach vor Erschöpfung tot zusammengebrochen sein. Bei Herodot, dem wichtigsten antiken Berichterstatter über die Perserkriege, steht diese Geschichte allerdings gar nicht. Bei ihm läuft ein Bote vor der Schlacht nach Sparta, um Hilfe zu holen. Der berühmte Siegeslauf taucht erst Hunderte Jahre später auf – und der heutige Marathonlauf wurde sogar erst 1896 erfunden, für die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit.

Xerxes und der zweite Angriff

Dareios starb wenige Jahre später. Sein Sohn Xerxes I. wollte den Krieg fortsetzen. Im Jahr 480 v. u. Z. zog er mit einem großen Heer und einer großen Flotte nach Griechenland. Wie groß dieses Heer wirklich war, weiß niemand genau. Der Geschichtsschreiber Herodot schreibt von über einer Million Soldaten – heutige Fachleute halten das für stark übertrieben und schätzen eher 70 000 bis 150 000.

Diesmal schlossen sich mehrere Stadtstaaten zusammen, um sich gemeinsam zu wehren. Auch die kriegerische Stadt Sparta machte mit. „Die Griechen“ kämpften allerdings nicht alle Seite an Seite: Manche Poleis stellten sich auf die Seite der Perser, andere blieben neutral. Auf einem Siegesdenkmal in Delphi sind die Namen der beteiligten Städte eingemeißelt – es sind 31, bei mehreren Hundert Poleis insgesamt.

Die Schlacht bei den Thermopylen

Die Griechen stellten sich dem Perserheer an einem schmalen Engpass entgegen: den Thermopylen. Dort konnten immer nur wenige Soldaten gleichzeitig kämpfen. Die Übermacht der Perser nützte an dieser Stelle also wenig.

Angeführt wurden die Griechen vom spartanischen König Leonidas. Berühmt wurden rund 300 spartanische Krieger, die den Engpass mit anderen Griechen tagelang verteidigt haben sollen. Schließlich verriet angeblich jemand den Persern einen geheimen Pfad über die Berge. So konnten die Perser die Griechen wohl von hinten angreifen. Leonidas und seine Männer fielen im Kampf.

Statue des Leonidas
Statue des Königs Leonidas bei den Thermopylen

Die Seeschlacht bei Salamis

Die wichtigste Schlacht wurde auf dem Wasser entschieden – in der Seeschlacht bei Salamis. Der athenische Anführer Themistokles lockte die persischen Schiffe in eine enge Meerenge. Dort hatten die großen persischen Schiffe kaum Platz. Die wendigen Schiffe der Griechen griffen an und siegten.

Ein Jahr später, 479 v. u. Z., verloren die Perser auch an Land – bei Plataiai. Damit war ihr Angriff endgültig gescheitert.

Die folgende Tabelle gibt dir einen Überblick über die wichtigsten Schlachten der Perserkriege:

Schlacht Jahr Ergebnis
Schlacht bei Marathon 490 v. u. Z. Sieg der Griechen (vor allem Athen)
Schlacht bei den Thermopylen 480 v. u. Z. Sieg der Perser
Seeschlacht bei Salamis 480 v. u. Z. Sieg der Griechen
Schlacht bei Plataiai 479 v. u. Z. Sieg der Griechen – Ende des Angriffs

Wie der Krieg Athen stark machte

Die Perser waren zurückgedrängt. Für Athen begann jetzt ein wichtiger Abschnitt der Stadtgeschichte. Der Krieg veränderte die Stadt von innen. Wie kam das?

Silber wird zu Schiffen

Kurz vor dem zweiten Angriff fanden die Athener in ihren Bergwerken sehr viel Silber. Was sollte man damit tun? Viele wollten das Geld unter den Bürgern aufteilen. Themistokles schlug etwas anderes vor: Athen sollte davon eine große Flotte bauen. Er setzte sich durch. So entstanden rund 200 Kriegsschiffe – genau die Schiffe, die später bei Salamis gewannen.

Wer rudert, will mitbestimmen

Auf jedem dieser Schiffe saßen etwa 170 Ruderer. Und diese Ruderer waren meist die ärmeren Bürger Athens.

Das war neu. Vorher hatten vor allem reiche Bürger die Stadt verteidigt, denn nur sie konnten sich Rüstung, Schild und Waffen leisten. Wer kämpfte, hatte auch politisch etwas zu sagen. Doch für das Rudern brauchte man keine teure Ausrüstung – nur Kraft und Übung.

Nach dem Sieg bei Salamis war klar: Athen war von Männern gerettet worden, die kaum etwas besaßen. Und diese Männer wollten nun mitentscheiden, wie ihre Polis regiert wird. Das trug entscheidend zur Entwicklung der Demokratie in Athen bei.

Was bedeutet Demokratie? Das Wort kommt aus dem Griechischen und heißt „Herrschaft des Volkes“. In Athen bedeutete das: Die männlichen Bürger stimmten gemeinsam über wichtige Fragen ab. Frauen, Sklaven und Zugezogene durften nicht mitbestimmen. Eine Demokratie im heutigen Sinn war das also noch nicht.

Geld aus dem Bündnis

Nach dem Krieg schlossen sich viele Stadtstaaten unter der Führung Athens zusammen. Sie wollten sich gemeinsam vor einem neuen Angriff schützen. Jeder Partner zahlte dafür Geld oder stellte Schiffe. Verwaltet wurde die Kasse – von Athen.

Mit der Zeit wurde aus dem Schutzbündnis etwas anderes: Wer aussteigen wollte, durfte es nicht. Athen bestimmte immer mehr. Die anderen Städte waren zwar unabhängig vom Perserreich, aber nun von Athen abhängig.

Von diesem Geld ließ Athen prächtige Tempel bauen. Und es bezahlte etwas noch Wichtigeres: Bürger, die ein politisches Amt übernahmen oder als Richter arbeiteten, bekamen dafür Geld. Erst dadurch konnte sich auch ein armer Bürger die Zeit für Politik überhaupt leisten.

Die Perserkriege stärkten in Athen die Demokratie: Ärmere Bürger hatten die Stadt als Ruderer gerettet und forderten Mitsprache. Mit dem Geld der Bündnispartner konnte Athen ihnen politische Ämter bezahlen. Im 5. Jahrhundert v. u. Z. erlebte Athen dadurch seine Blütezeit – mit berühmten Bauwerken, Kunst und Wissenschaft.

Perserkriege – Quiz

Warum griff der persische Großkönig Dareios I. Griechenland an?

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Perserkriege – Zusammenfassung

  • In den Perserkriegen kämpften griechische Stadtstaaten gegen das Perserreich (vor allem zwischen 490 und 479 v. u. Z.).
  • Auslöser war ein Aufstand griechischer Städte gegen die persische Herrschaft, bei dem Athen half.
  • Bei Marathon (490 v. u. Z.) siegten die Athener. Xerxes I. griff 480 v. u. Z. erneut an: An den Thermopylen gewannen die Perser, bei Salamis und Plataiai die vereinten Griechen.
  • Athen hatte kurz zuvor Silber gefunden und davon eine Flotte gebaut – der Vorschlag stammte von Themistokles.
  • Auf den Schiffen ruderten die ärmeren Bürger. Weil sie die Stadt gerettet hatten, forderten sie Mitsprache. Die Demokratie in Athen wurde dadurch gestärkt.
  • Mit dem Geld seiner Bündnispartner bezahlte Athen politische Ämter und prächtige Bauwerke. Im 5. Jh. v. u. Z. erlebte die Stadt ihre Blütezeit – die anderen Poleis gerieten dabei in Abhängigkeit von Athen.
  • Vieles wissen wir nur aus den Berichten des Griechen Herodot – seine Angaben muss man kritisch prüfen.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Perserkriege

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