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Die Epoche des Vormärz

Vormärz: Eine Ära des Umbruchs in Deutschland, die zwischen dem Wiener Kongress 1815 und der Märzrevolution 1848 stattfand. Beeinflusst durch die Ideen der Französischen Revolution, führten diese tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen zu einer Neugestaltung des konservativ geführten Deutschlands. Erfahre mehr über die historischen Ereignisse, Eigenschaften und die Rolle der Literatur während dieser Zeit. Interessiert? Entdecke mehr dazu in unserem Artikel!

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Die Epoche des Vormärz
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Vormärz – Definition

Der Vormärz bezeichnet die Zeit in Deutschland zwischen dem Wiener Kongress von 1815 und der Märzrevolution von 1848 (andere Historikerinnen und Historiker beziehen sich auf die Jahre zwischen 1830 und 1848). In diesem Zeitraum ereigneten sich unter dem Einfluss der Französischen Revolution (1789–1799) grundlegende gesellschaftliche Bewegungen, die das bis dahin in Form von zahlreichen Kleinstaaten konservativ regierte Deutschland entscheidend verändern sollten.

Vormärz – historischer Hintergrund

Die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts war stark von den liberalen Idealen der Französischen Revolution geprägt. Dort hatten gesellschaftliche und wirtschaftliche Missstände dazu geführt, dass die Menschen ihr Verhältnis zum König und damit zum Staat infrage stellten. Sie forderten freiheitliche Rechte und einen Gesellschaftsvertrag, der das Verhältnis von Regierten und Regierenden festlegt. Diese Ideen verbreiteten sich unter anderem wegen Napoleon wie ein Lauffeuer in ganz Europa. Die folgenden sogenannten Koalitionskriege zwischen Napoleons Frankreich und den europäischen Mächten führten zu einer territorialen Veränderung Europas, die vor allem die deutschen Fürstentümer betraf. Durchgeführte Reformen wie beispielsweise die Bauernbefreiung, die Gewerbefreiheit, die Einführung von Grundrechten sowie eine moderne Verwaltung hatten einen Verlust der Privilegien des Adels zur Folge.

Nach der endgültigen Niederlage Napoleons regelte der Wiener Kongress von 1815 im Sinne eines Kräftegleichgewichts nicht nur die territoriale und politische Neuordnung Europas, sondern hatte darüber hinaus den Kampf gegen revolutionäre Ideen zum Ziel. Dieser mündete in der Gründung des Deutschen Bunds, in dem es keine gemeinsamen Regelungen und Gesetze gab. Vielmehr hatte der Deutsche Bund einen reaktionären Charakter, war also konservativ und fortschrittsfeindlich und unterdrückte nationale und liberale Forderungen.

Vormärz – Ereignisse

Die Wiederherstellung der vorrevolutionären Verhältnisse, die sogenannte Restauration, führte zu einem Widerspruch, der sich insbesondere im Bürgertum und an den Universitäten zeigte. Verstärkt durch den Wiener Kongress kam es zu steigenden Spannungen zwischen Bürgern und Fürsten. Die Zeit des Vormärz lässt sich durch unterschiedliche Ereignisse ausmachen:

Wann? Was? Wie?
1817 Wartburgfest Das war eine studentische Versammlung, bei der nationale und liberale Forderungen gestellt sowie Bücher konservativer Schriftsteller verbrannt wurden.
1819 Karlsbader Beschlüsse Die Ermordung des konservativen Dichters und Diplomaten August von Kotzebue führte zu Pressezensur, Kontrolle von Vereinen, Überwachung der Universitäten, Verfolgung sogenannter „Demagogen“ und dem Einsatz einer Untersuchungskommission für politische Straftaten.
1832 Hambacher Fest Etwa 30 000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus allen Bevölkerungsschichten forderten „Einheit, Freiheit, Demokratie“.
1833 Frankfurter Wachensturm Erstürmung des Polizeireviers im Zentrum Frankfurts durch 50 Aufständische → Sie hatte neun Tote sowie eine noch stärkere Unterdrückung liberaler Ideen zur Folge.
1837 „Göttinger Sieben“ Nach Aufhebung der relativ liberalen Verfassung kam es zum Protest von sieben Professoren, die anschließend entlassen und des Landes verwiesen und somit zu Idolen der liberalen und revolutionären Gruppen wurden.

Kontrovers diskutiert: Aktuellen Forschungsergebnissen zufolge könnte die Wirkung der repressiven Maßnahmen der Regierungen im Vormärz unterschätzt werden. Einige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind der Ansicht, dass diese Maßnahmen die revolutionären Bewegungen eher verstärkten, als sie zu unterdrücken. Andere argumentieren, dass die Repressionen erfolgreich waren und den Vormärz letztlich scheitern ließen.

Vormärz als Epoche – Merkmale

  • Weit verbreitete Unzufriedenheit mit reaktionärer Restaurationspolitik der europäischen Großmächte
  • Forderungen nach Demokratisierung, Liberalisierung und Konstitutionalisierung (= Ausarbeitung und Inkrafttreten einer Verfassung)
  • „Einheit“ der Deutschen: Ein gemeinsamer deutscher Nationalstaat soll den von den Königreichen Preußen und Österreich dominierten Deutschen Bund ablösen. → Nationalismus
  • „Freiheit“ des Individuums: Grundrechte wie Religions-, Versammlungs-, Presse- und Meinungsfreiheit sollten verfassungsmäßig garantiert werden. → Liberalismus
  • Revolutionäre Umtriebe, Schlachten und Barrikaden auf den Straßen
  • Verstärkte Rolle von Medien, Presse, Literatur und oppositionellen Debattierklubs

Kennst du das? Hast du schon einmal gesehen, wie Menschen auf einer Demonstration für ihre Rechte kämpfen? Ähnlich war es im Vormärz, als viele Menschen auf die Straße gingen, um für Freiheit und Demokratie zu demonstrieren. Diese Demonstrationen waren ein wichtiger Schritt, um die politischen und sozialen Veränderungen anzustoßen, die wir heute in unserem demokratischen System genießen.

Vormärz – Literatur

Wie oben bereits angedeutet nahm die Literatur des Vormärz eine politisch wichtige Rolle für die Menschen ein. Dichtkunst und Dramatik wurden in gewisser Weise zum Sprachrohr der Ideen von Französischer Revolution und Aufklärung. Insofern können wir die folgenden Merkmale der Literatur des Vormärz festhalten:

  • Fortsetzung und Verbreitung der aufklärerischen Ideale des liberalen Bürgertums
  • Kritik an der Gegenwart und der sozialen Realität vieler Menschen
  • Autorinnen und Autoren sind vergleichsweise jung und stellen politische Forderungen.
  • Verwendung vereinfachter Sprache und regionaler Dialekte, um das einfache Volk zu erreichen
  • Vermischung von Politik und unterhaltender Kunst
  • Rationale Abgrenzung zur Idylle der Literatur der Romantik

Bekannte Autoren des Vormärz, zum Beispiel Heinrich Heine (1797–1856) oder auch Georg Büchner (1813–1837), kritisierten in ihren Werken ihre erlebte Wirklichkeit, stellten politische Forderungen an die Machthaber und grenzten sich von den idyllischen und eher konservativen Ideen der Romantik ab.

Vormärz – Gedichte

Wie du sicherlich aus anderen Epochen schon weißt, war die Lyrik (also Gedichte und Lieder) eine beliebte Gattung der Literaten. Entsprechend zeugen auch Werke des Vormärz von dieser Vorliebe zum Versmaß. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Heinrich Heine: Ich hatte einst ein schönes Vaterland (1832); Die schlesischen Weber (1844)
  • Georg Herwegh: Bundeslied (1864); Dem deutschen Volk (1841)
  • Ferdinand Freiligrath: Trotz alledem! (1843); Schwarz Rot Gold (1848)

Vormärz – Drama

Auch das Drama genoss im Vormärz eine gewisse Beliebtheit, da es sich besonders dazu eignete, sozialkritische und politische Satire zu verbreiten. Besonders bekannt dürfte hier Georg Büchner sein, der in seiner recht kurzen Lebensdauer (1813–1837) dennoch einen wichtigen Beitrag zur literarischen Auseinandersetzung mit der Zeit leistete, die wir heute als Vormärz bezeichnen.

  • Georg Büchner: Dantons Tod (1835), Leonce und Lena (1836), Woyzeck (1837, Fragment)
  • Karl Gutzkow: Das Urbild der Tartüffe (1847)

Vormärz – Prosa und Epik

Neben dem Drama und der Lyrik wurden die revolutionären Ideen des Vormärz auch über die erzählende Literatur verbreitet. Hierfür wurden seinerzeit vor allem Briefe und Reiseberichte als künstlerisches Ausdrucksmittel gewählt, die von den Ereignissen und Entwicklungen der Julirevolution in Frankreich im Jahr 1830 erzählten. Auf diese Weise konnte auch in Deutschland ein Aufflammen revolutionärer Stimmung erzielt werden, die 1848 in der Märzrevolution gipfelte.

  • Ludwig Börne: Briefe aus Paris (ab 1830)
  • Heinrich Heine: Deutschland – Ein Wintermärchen (1844)

Dabei ist zu beachten, dass auch ein Reisebericht nicht zwingend in Prosa verfasst sein muss. Heines Deutschland – Ein Wintermärchen ist ein Versepos.

Wusstest du schon? Die Schriftstellerin Bettina von Arnim war eine wichtige Figur im Vormärz. Sie korrespondierte mit berühmten Persönlichkeiten ihrer Zeit und setzte sich aktiv für soziale Reformen ein. Ihr Buch Die Günderode ist ein lebendiges Zeugnis ihrer Gedankenwelt. Sie war eine Art Influencerin ihrer Zeit, die Ideen und Veränderungen vorantrieb!

Vormärz – Junges Deutschland

Die Literatur der Vormärzzeit lehnte die bestehenden Zustände ab und kritisierte die restaurative Politik der Fürsten im Deutschen Bund. Schriftsteller wie Heine, Gutzkow oder Börne traten für Freiheitsrechte ein, wie sie seit Jahrzehnten im Nachbarland Frankreich erkämpft worden waren. Das sorgte bei den Machthabern natürlich nicht für Begeisterung, die seit dem Wiener Kongress 1815 Metternichs Politik der Restauration als Grundsatz verfolgten. Diese sahen sich durch das Wirken der jungen Schriftsteller bedroht. Um ihre Macht zu wahren, erklärten sie die entsprechenden Vertreter zu einer einheitlichen Gruppe, die sie das Junge Deutschland nannten: Im Dezember 1835 befasste sich der Frankfurter Bundestag mit ihnen und veranlasste ein Verbot ihrer Schriften, das in allen 34 Mitgliedstaaten des Deutschen Bundes gelten sollte. Allerdings waren die Schriftsteller, die von den Fürsten zum Jungen Deutschland gezählt wurden, nie zentral organisiert wie eine Partei oder ein Debattierklub. Trotzdem sahen sich die Fürsten gezwungen, drastische Maßnahmen zu ergreifen.

Vormärz und Biedermeier

In der Zeit, die du nun als Vormärz kennengelernt hast, gab es allerdings nicht nur Autorinnen und Autoren, die die revolutionären Ideen der Aufklärung teilten. Tatsächlich machten diese sogar den geringeren Teil aus. Viel verbreiteter war dagegen der Biedermeier, der sich politisch vor allem durch konservative Einstellungen äußerte. Die wesentlichen Unterschiede zwischen Vormärz und Biedermeier kannst du der Tabelle entnehmen:

Vormärz Biedermeier
politisierte Autoren Autoren aus Politik zurückgezogen
Ablehnung der Restauration Befürwortung der Restauration
Pressefreiheit, Frauenrechte, Verfassung Sehnsucht, Melancholie, Resignation, Wünsche
einfache, regionale Sprache bildhafte, geschmückte Sprache
Lyrik und Drama überwiegend Satire, Kurzgeschichten, Reiseberichte

Vormärz – Armut und Elend

In den darauffolgenden Jahren nahmen die Wut und der Widerstand gegen die Unterdrückung durch die Fürsten kontinuierlich zu. Denn neben den teils polizeistaatlichen Methoden der Machthaber im Deutschen Bund erlebten die Menschen auch wirtschaftliche Missstände, die sich in Armut, Hunger und Elend äußerten. In den Jahren zwischen 1815 und 1850 verarmte bedingt durch Deutschlands Rückständigkeit mit Blick auf die Industrialisierung ein immer größerer Teil der Arbeiterschicht. 80 % der Menschen gehörten damals einer finanziell prekären Schicht an. Doch die Fürsten zeigten sich wenig reformbereit, weder wirtschaftlich noch gesellschaftspolitisch. Im März 1848 kam es schließlich in großen Gebieten des damaligen Deutschen Bundes zu gewaltsamen Aufständen, bei denen das Bürgertum seine Forderungen nach „Einheit, Freiheit, Demokratie“ erreichen wollte. Dieser Moment ist als Märzrevolution in die Geschichte eingegangen.

Ausblick – das lernst du nach Vormärz (1815–1848)

Entdecke die revolutionäre Periode des 19. Jahrhunderts! Mit den Texten zu Nation und Nationalismus und zur Frankfurter Nationalversammlung kannst du die Zeit des Vormärz bis zur Revolution 1848 noch intensiver betrachten. Bereite dich vor, in eine Epoche der Umwandlung und Veränderung einzutauchen!

Vormärz – Zusammenfassung

  • Der Begriff Vormärz ist eine rückwirkende Bezeichnung auf die Zeit zwischen dem Wiener Kongress 1815 und der Märzrevolution 1848.
  • Er umfasst die revolutionären und aufklärerischen Ideen von freiheitlichen Rechten, demokratischer Politik und nationaler Einigung.
  • Die Literatur diente damals als Massenmedium der Verbreitung der neuen Ideen und liefert heute interessante Einblicke in das Empfinden der Zeitgenossinnen und Zeitgenossen.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Vormärz

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Die Epoche des Vormärz Übung

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  • Tipps

    Ostern ist ein bewegliches Fest, das oft auch erst im April begangen wird.

    Achte auf die Schreibweise von „Vormärz“.

    Lösung

    Richtig:

    Der „Vormärz“ bezeichnet die Epoche vor der Märzrevolution von 1848 in Deutschland.

    Falsch:

    • Als „Vormärz“ bezeichnete man im französischen Revolutionskalender den Monat Februar.
    Im französischen Revolutionskalender hatten die Monate ganz neue Namen, so wie Ventôse und Pluviôse.
    • Unter „Vormärz“ versteht man die Zeit, bevor Friedrich Merz Kanzler wurde.
    Friedrich Merz’ Namen schreibt man anders als den Monat – und mit dem Vormärz hat er nichts zu tun.
    • „Vormärz“ ist die katholische Bezeichnung für die Zeit vor Ostern, das Ende März gefeiert wird.
    Die Zeit vor Ostern nennt man in der Kirche die Fasten- oder Passionszeit.
  • Tipps

    Im 19. Jahrhundert war „Bursche“ eine übliche Bezeichnung für einen Studenten.

    Monarchisten möchten einen König als Herrscher haben.

    Lösung

    Neben der territorialen Neuordnung Europas strebten die Verhandelnden auf dem Wiener Kongress von 1815 auch eine Wiederherstellung der Fürstenherrschaft an, eine sogenannte Restauration. Demgegenüber stand die wachsende nationalliberale Bewegung innerhalb der Bevölkerung, die nach der Befreiung von Napoleon einen deutschen Nationalstaat wünschte.

    Zu diesem nationalen Ziel kamen liberale Forderungen, die auf den Ideen der Französischen Revolution basierten, wie zum Beispiel das Streben nach politischer Mitbestimmung und das Einfordern persönlicher Grundrechte. Vorreiter der Bewegung waren Studenten, die sich in Burschenschaften zusammenschlossen.

  • Tipps

    Ausdrücklich politische Versammlungen waren verboten, doch man konnte sich zum Beispiel zum Sport oder zum Singen treffen.

    August von Kotzebue verfasste Theaterstücke und Gedichte und war auch als Journalist tätig.

    Lösung

    Auf dem Wartburgfest im Jahr 1817 versammelten sich Studenten aus dreizehn deutschen Universitäten, um für einen deutschen Nationalstaat mit eigener Verfassung einzutreten. Wenig später, im Jahr 1819, wurde der Schriftsteller August von Kotzebue, der die Nationalbewegung kritisiert und verspottet hatte, durch einen Burschenschaftler ermordet. Diese Tat wurde zum Anlass für die Karlsbader Beschlüsse, die die Presse- und Meinungsfreiheit durch Zensur und Überwachung deutlich einschränkten.

    Die nationalliberalen Forderungen wurden erneut auf dem Hambacher Fest vorgetragen – doch auch das führte nicht zu einem Einlenken der Fürsten, sondern im Gegenteil zu weiteren Zwangsmaßnahmen. Die nationalliberale Bewegung blieb trotzdem aktiv, etwa in Vereinen oder in der Literatur der Zeit.

  • Tipps

    Die nationalliberale Protestbewegung hatte ihren Anfang an den Universitäten.

    Die Märzrevolution wird manchmal auch als „Achtundvierziger Revolution“ bezeichnet.

    Lösung

    Die deutschen Fürsten hatten auf dem Wiener Kongress 1815 im Wesentlichen eine Restauration ihrer Herrschaft angestrebt. Dagegen formierte sich Widerstand, zunächst unter Studenten, die Burschenschaften gründeten und sich im Jahr 1817 zum Wartburgfest trafen. Als im Jahr 1819 der Schriftsteller August von Kotzebue ermordet wurde, nahmen die Fürsten das zum Vorwand, um in den Karlsbader Beschlüssen verstärkt Maßnahmen zur Unterdrückung der Meinungsfreiheit zu beschließen. Doch die nationalliberale Protestbewegung war nicht mehr aufzuhalten, was seinen Ausdruck etwa im Hambacher Fest 1832 fand. Diese politischen Spannungen und die wachsende soziale Ungleichheit schufen den Boden für die Märzrevolution im Jahr 1848.

  • Tipps

    Die Fürsten sahen sich selbst nicht auf einer Stufe mit dem Bürgertum.

    Das Wort „liberal“ kommt in diesem Zusammenhang von Freiheitsrechten.

    Lösung

    Die Forderungen der nationalliberalen Bewegung zielten neben der Bildung eines deutschen Nationalstaats vor allem auf mehr politische Mitbestimmung ab. Ein weiteres Ziel war die im Wiener Kongress zugesagte Festschreibung der persönlichen Grundrechte sowie die Gleichberechtigung mit dem Adel und das Ende seiner Privilegien.

    Um diesen Forderungen zu begegnen, setzten die Fürsten verstärkt auf Unterdrückungsmaßnahmen wie die Zensur von Zeitungen und Zeitschriften, Verbote von politischen Vereinigungen und Burschenschaften und eine stärkere Überwachung der Universitäten, von denen die liberale Bewegung ausging.

  • Tipps

    Der Völkerbund wurde erst 1920 in Genf gegründet.

    In Diktaturen ist die Meinungsfreiheit gewöhnlich eingeschränkt.

    Lösung

    Das Recht, seine Meinung jederzeit frei äußern zu können, ist untrennbar mit der Demokratie verknüpft und darum auch durch Artikel 5 des Grundgesetzes besonders geschützt. Die Meinungsfreiheit gehört zu den grundlegenden Menschen- und Bürgerrechten, wie sie schon während der Französischen Revolution formuliert wurden. Auch in der Gründungsakte des Deutschen Bunds hatten sich die Mitgliedstaaten die Verabschiedung von Landesverfassungen vorgenommen.

    Grundrechte und Volkssouveränität waren auch Kernforderungen der nationalliberalen Bewegung nach dem Wiener Kongress. Dagegen standen die Interessen der fürstlichen Staatsoberhäupter, die auf Proteste mit verschärften Kontrollen und Zensur reagierten. Die Meinungsfreiheit wurde auch später immer wieder eingeschränkt, zum Beispiel durch die Nationalsozialisten.

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