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Wollproduktion in Australien 05:04 min

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Transkript Wollproduktion in Australien

Interviewer: Mit der Schafwolle fing alles an. Sie wurde zu Australiens ersten Exportschlager. Die Merinoschafe kamen schon mit den ersten weißen Siedlern auf dem Kontinent an. 1788 mit der First Fleet. Innerhalb von weniger als einem Jahrhundert stieg Australien zum weltweit größten Produzenten von Schafwolle auf. 1930 machte Schafwolle 62 Prozent der australischen Rohstoffexporte aus. Heute hat Wolle nur noch einen Anteil von acht Prozent an den landwirtschaftlichen Ausfuhren. Wir besuchen eine Sheep Station in Westaustralien. Mit 5000 Hektar ist dies für australische Verhältnisse keine große Farm. 7000 Schafe besitzt Warwick Teakle. In einem Monat werden die Lämmer geboren, dann sind es 11000 Tiere. Nur etwa die Hälfte der Farm ist Weideland. Auf der anderen Hälfte wird Getreide angebaut. Das ist typisch für Westaustralien. „Mixed farming“ nennt man das. Jetzt im März, es ist Herbst in Australien, ist der Weizen längst abgeerntet. Er lagert in den großen Silos. Die größten stehen an den Bahnstrecken. Auch Weizen wird ausgeführt. Er macht zwei Prozent der Gesamtexporte aus. Im Herbst sieht man auf den Stoppelfeldern des Weizengürtels in Westaustralien oft Schafe. Hier finden sie noch etwas Futter. Die Weiden sind vertrocknet. Der Süden Westaustraliens hat ein Winterregenklima. Man wartet jetzt auf die Niederschläge. Auf der Farm von Warwick Teakle ist Hochbetrieb. Es ist die Zeit der Schafschur. Im Schuppen sind die Scherer bei der Arbeit. Ein festes Team, das von Farm zu Farm zieht. Entsprechend routiniert sind die Handgriffe. Das Schaf wird zwischen die Beine geklemmt und nach knapp fünf Minuten ist es geschoren. Das Scherteam hat auch eine Presse mitgebracht, in der die Wolle zu Ballen verpackt wird. Die Ballen werden noch beschriftet und dann sind sie auch schon fertig für den Export. Wenn die geschorenen Schafe wieder aus dem Schuppen herauskommen, sehen sie viel dünner aus. Im australischen Klima haben die Merinoschafe eine besonders gute Wollqualität entwickelt. Das Klima hier birgt aber auch Risiken. Die Niederschläge schwanken stark von Jahr zu Jahr. Auf allen Farmen sieht man diese Windräder, die unablässig Grundwasser nach oben pumpen. In Dürrejahren aber versiegt auch diese Wasserquelle. Dann müssen die Farmer ihr Vieh verkaufen, ehe es verhungert oder verdurstet. Es kommt zu einem Überangebot und die Preise verfallen. Ähnlich schwankend sind die Getreideerträge. Warwick Teakle: Die Jahre fallen unterschiedlich aus. In Dürrejahren haben wir weniger als zehn Inches, also 300 Millimeter Niederschlag. Das sind schlechte Jahre. Die Produktion ist niedrig, aber die Preise sind hoch. Dagegen hatten wir 2011 das beste Jahr überhaupt. Wir haben mehr Getreide geerntet. Unsere Produktion war fast doppelt so hoch wie normal. Wir hatten sehr gute Niederschläge. Da waren aber die Preise nicht so gut wie 2012, das ein schlechteres Jahr war, aber mit besseren Preisen. Unser Einkommen ist deshalb mehr oder weniger immer das gleiche.Interviewer: Außer Wolle exportiert Australien auch lebende Schafe. Die werden in den Nahen Osten verkauft. Im Hafen von Fremantle in Westaustralien liegt ein großes Transportschiff, auf das bis zu 100000 Schafe verladen werden können. LKWs schaffen die Schafe aus dem Hinterland herbei. Das Beladen dauert mehrere Tage. Aber das dürfen wir nicht filmen, denn in Australien gibt es heftigen Widerstand gegen den Export von lebenden Tieren. Einmal wegen der Bedingungen des Transports, den viele Schafe nicht überleben und auch wegen der Umstände des Schächtens in den muslimischen Empfängerländern.