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Russlands Wirtschaftsverflechtungen mit Deutschland und China

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Russlands Energiehandel im Wandel: von Europa nach China

Bis vor wenigen Jahren war Deutschland einer der wichtigsten Handelspartner Russlands, vor allem durch den Import von Erdgas. Heute (Stand 2026) hat sich das grundlegend geändert: Der Handel zwischen beiden Ländern ist eingebrochen, während sich Russland wirtschaftlich immer stärker an China annähert. Dieser Wandel zeigt anschaulich, wie schnell sich wirtschaftliche Verflechtungen zwischen Staaten durch politische Ereignisse verändern können. In diesem Text erfährst du, wie sich die Wirtschaftsbeziehungen Russlands zu Deutschland und China entwickelt haben und welche Folgen das für die Partnerländer hat.

Entwicklung der Partnerschaft: Deutschland und Russland

Vor dem russischen Angriff auf die Ukraine im Jahr 2022 war Deutschland wirtschaftlich eng mit Russland verflochten, vor allem im Energiebereich. Deutschland bezog große Mengen Erdgas, Erdöl und Kohle aus Russland, während deutsche Unternehmen wiederum Maschinen, Fahrzeuge und chemische Erzeugnisse nach Russland exportierten – bis zu den Sanktionen.

Wirtschaftssanktionen sind gezielte wirtschaftliche Strafmaßnahmen eines Staates oder einer Staatengemeinschaft gegen ein anderes Land, etwa Handelsbeschränkungen oder Exportverbote, mit dem Ziel, politischen Druck auszuüben.

Als Reaktion auf den Angriff Russlands auf die Ukraine beschloss die Europäische Union eine Vielzahl solcher Sanktionen, die den Handel mit Russland erheblich einschränkten. Die EU hat schrittweise immer umfangreichere Sanktionen gegen russische Unternehmen, Banken und bestimmte Warengruppen verhängt. Gleichzeitig verzichten viele deutsche Unternehmen freiwillig auf Geschäfte mit Russland, um beispielsweise Rufschädigung zu vermeiden. Dadurch brechen sowohl deutsche Exporte nach Russland als auch Importe aus Russland drastisch ein. Besonders betroffen ist der Energiesektor, da Deutschland seine Abhängigkeit von russischem Gas gezielt und schnell verringern musste und immer noch muss, um langfristig abgesichert zu sein.

Deutschland importierte 2024 rund 94,6 Prozent weniger Waren aus Russland als noch 2021, dem Jahr vor Kriegsbeginn, während die deutschen Exporte nach Russland im selben Zeitraum um etwa 71,6 Prozent zurückgingen.

Jahr Deutsche Importe aus Russland Deutsche Exporte nach Russland
2021 (vor Kriegsbeginn) rund 33,1 Milliarden Euro rund 26,6 Milliarden Euro
2024 rund 1,8 Milliarden Euro rund 7,6 Milliarden Euro

China wird Russlands wichtigster Wirtschaftspartner

Während sich Russland von Deutschland und der Europäischen Union wirtschaftlich zunehmend abwandte, baute das Land seine Wirtschaftsbeziehungen zu China parallel deutlich aus.

Als Handelsvolumen bezeichnet man die Gesamtsumme aus Exporten und Importen zwischen zwei Ländern innerhalb eines bestimmten Zeitraums, meist eines Jahres.

Das Handelsvolumen zwischen China und Russland erreichte 2024 mit rund 244,8 Milliarden US-Dollar einen neuen Rekordwert. 2025 ging das Handelsvolumen zwar auf rund 228 Milliarden US-Dollar zurück, blieb aber auf einem sehr hohen Niveau. China ist heute Russlands wichtigster Handelspartner. Chinesische Unternehmen liefern zum Beispiel Autos und Elektronik nach Russland. Dadurch ersetzen sie teilweise Produkte westlicher Hersteller. Russland verkauft im Gegenzug vor allem Rohstoffe wie Erdöl und Erdgas nach China.

Besonders eng ist die Verflechtung im Energiesektor: China importierte 2024 rund 108,5 Millionen Tonnen russisches Rohöl und war damit Russlands größter Abnehmer. Über die Pipeline Power of Siberia flossen im selben Jahr rund 31 Milliarden Kubikmeter Erdgas nach China. Eine zweite, deutlich größere Pipeline, Power of Siberia 2, ist mit einer geplanten Kapazität von 50 Milliarden Kubikmetern jährlich vorgesehen. Das Projekt ist jedoch noch nicht endgültig realisiert.

Eine ungleiche Partnerschaft

Trotz der engen wirtschaftlichen Verflechtung zwischen Russland und China ist das Verhältnis nicht gleichberechtigt. Chinas Wirtschaft ist um ein Vielfaches größer als die russische, wodurch China in der Beziehung deutlich mehr wirtschaftliches Gewicht besitzt.

Von wirtschaftlicher Abhängigkeit eines Landes von einem Partnerland spricht man, wenn ein Staat für zentrale Bereiche seiner Wirtschaft, etwa Exportmärkte, Kapital oder Technologie, stark auf einen einzelnen Handelspartner angewiesen ist und dadurch nur eingeschränkten Verhandlungsspielraum besitzt.

Einige chinesische Banken wickeln Geschäfte mit russischen Unternehmen nur eingeschränkt ab, weil sie selbst Sanktionen der USA fürchten. Dadurch können Zahlungen verzögert oder Geschäfte erschwert werden. Gleichzeitig verändert sich durch den intensiven Handel auch die Struktur ganzer russischer Regionen: In Städten im russischen Fernen Osten, nahe der chinesischen Grenze, ist der wirtschaftliche und kulturelle Einfluss Chinas inzwischen im Alltag deutlich sichtbar, etwa durch chinesischsprachige Geschäfte und Beschilderungen.

Was bedeutet dieser Wandel für Europa?

Auch für Europa hat dieser Wandel Folgen. Seit den Sanktionen kauft die EU deutlich weniger aus Russland ein als vorher. Vor dem Krieg stammten etwa 9,5 Prozent aller Importe der EU aus Russland, Ende 2023 waren es nur noch etwa 1,9 Prozent. Auch beim Erdgas hat sich viel verändert: 2021 kam noch fast die Hälfte des europäischen Gases aus Russland, heute ist es nur noch etwa ein Sechstel.

Das zeigt: Europa ist inzwischen deutlich unabhängiger von russischen Rohstoffen geworden. Gleichzeitig hat sich Russland aber einen neuen, sehr engen Partner gesucht: China. Auf diese neue Partnerschaft zwischen Russland und China hat Europa kaum Einfluss, obwohl sie die internationale Politik und Wirtschaft in Zukunft mitprägen wird.

Zusammenfassung zum Thema Russlands Wirtschaftsverflechtungen mit Deutschland und China

  • Der Handel zwischen Deutschland und Russland ist seit 2022 durch EU-Sanktionen drastisch eingebrochen.
  • Deutsche Importe aus Russland sanken bis 2024 um rund 95 Prozent, die Exporte um rund 72 Prozent gegenüber 2021.
  • China ist inzwischen mit einem Rekordhandelsvolumen von rund 245 Milliarden US-Dollar (2024) Russlands wichtigster Handelspartner.
  • Russland liefert vor allem Öl und Gas nach China, während chinesische Fahrzeuge und Elektronik westliche Produkte ersetzen.
  • Die Partnerschaft mit China gilt trotz enger Verflechtung als ungleich, da Russland stärker von China abhängig ist als umgekehrt.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Russlands Wirtschaftsverflechtungen mit Deutschland und China

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