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Küsten

Die Küste ist der Grenzbereich zwischen dem Meer und dem Land, der sich durch Wind, Wellen, die Kräfte des Meeres sowie durch Gezeiten, küstennahe Meeresströmungen, Verwitterung, Abtragung, aber auch durch Schwankungen des Meeresspiegels ständig verändert.

Was ist eine Küste?

Der Begriff Küste leitet sich aus dem Lateinischen ab. „Costa“ bedeutet Seite oder Abhang. Die Küste ist keine schmale Grenze zwischen dem Meer und dem Land, sondern der Bereich, in dem Wasser und Land aufeinander treffen. Diese Bereiche sind unterschiedlich breit und lassen sich vom Festland Richtung Meer in drei Zonen unterteilen:

  • der Strand ist der Bereich, in dem sich Meeressedimente ablagern
  • das Ufer ist die Zone der direkten Beeinflussung des Meeres
  • die Schorre ist der Schwankungsbereich von Hoch- und Niedrigwasser

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Küsten verändern sich laufend. Das liegt an der Brandung. So bezeichnest du die durch den Wind verursachten Wellen. Umso stärker die Brandung ist, desto größer sind die Kräfte, die auf den Strand einwirken.

Auch die Gezeiten, die Schwankungen des Meeresspiegels und die Küstenströmungen verändern die Erscheinungsform der Küsten. Diese Prozesse transportieren Materialien und lagern diese ab, wodurch neue Küstenabschnitte aufgebaut oder bestehende Abschnitte verändert werden. Wenn du in zwei aufeinander folgenden Jahren Urlaub an derselben Küste machst, kannst du den Unterschied manchmal gut beobachten.

Welche Küstentypen gibt es?

Die Unterscheidung der Küstentypen erfolgt nach dem Aufriss, das ist die seitliche Darstellung. Es wird unterschieden in Steilküste und Flachküste.

Steilküsten entstehen an felsigen Gesteinsküsten mit einer starken Brandung. Hier wirkt das Meer zerstörend. Steine und Geröll werden durch die starke Brandung aus der Steilküste gelöst. Durch Wellen werden die Steine und das Geröll auf den Hang auf und ab gespült. Dabei entstehen durch die Reibung glatte Plattformen. Diese nennt man Abrasionsplattformen. Auf diesen kann die Brandung wiederum schneller und intensiver nach vorne dringen, wodurch weiteres Material aus dem Hang heraus gespült wird. So wird der Hang durch Stürme zurückgedrängt und immer steiler, bis er fast senkrecht zum Meer herabfällt.

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Im Bereich von Lockermaterialien entstehen Flachküsten. Die Wirkung der Brandung ist hier geringer. Das Meer spült Sand und Meeressedimente an den Strand und wirkt hier transportierend und aufbauend. Die Küste ist breiter und flach auslaufend. Das von der Küste zurücklaufende Meerwasser bildet einen Sogstrom, der einen Teil des angeschwemmten Materials wieder ins Meer transportiert und dort ablagert. Auf diese Weise entstehen Sandbänke vor der Küste.

Beispiel: Deutschlands Nord- und Ostseeküste

Die Küstenlinie in Deutschlands Norden ist ungefähr 1200 Kilometer lang. Zahlreiche Inseln in Nord- und Ostsee sind dieser natürlichen Grenze vorgelagert. Hier kannst du unterschiedliche Landschaften mit hohen Dünen, zerklüfteten Felsen oder weiten Stränden erleben.

Wattenmeer

Die Küste der Nordsee erstreckt sich zwischen Emden und Niebüll und von Borkum bis Sylt. Die Nordseeküste ist eine Flachküste. Die Gezeiten mit Ebbe und Flut verändern ihre Erscheinungsform mehrmals täglich.

Weite Sandstrände, nährstoffreiche Salzwiesen und weite Heidelandschaften prägen die Landschaft. Die Nordseeküste verfügt über eine besondere Flora und Fauna. Das Wattenmeer ist ein einzigartiges Biosphärenreservat. Deshalb gibt es auch einen Nationalpark Wattenmeer.

Die deutsche Ostseeküste mit den großen Inseln Fehmarn, Rügen und Usedom reicht von Flensburg bis nach Ueckermünde. Hier kannst du hohe Steilküsten, Felsen und Klippen, aber auch breite Sandstrände mit Dünen entdecken.

Die Flensburger und die Kieler Bucht gehören zu den Fördenküsten. Sie entstanden durch eiszeitliche Schmelzwasserrinnen im Randgebiet des ehemaligen Inlandeises. In Mecklenburg-Vorpommern findest du Boddenküsten mit flachen und breiten Buchten. Entstanden sind diese Küsten bei der Überflutung ehemaliger Senken von Grundmoränenlandschaften.