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Doldengewächse - Die Wilde Möhre 08:01 min

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Transkript Doldengewächse - Die Wilde Möhre

Hallo, kennt ihr diese Samen? Nein? Ich benenne sie für euch. Es handelt sich um Samen vom Kümmel und in der Mitte sehen wir die hellbraunen, runden Samen vom Koriander und die Samen vom Schwarzkümmel. Alle genannten Vertreter gehören zu einer Pflanzenfamilie, der großen Familie der Doldengewächse. Sie umfasst weltweit mehr als 400 Gattungen mit nahezu 4000 verschiedenen Arten, wovon mehr als 100 in Mitteleuropa vorkommen. Mein Ziel ist es, euch die Wilde Möhre vorzustellen und zu ergründen, weshalb sie zur Familie der Doldengewächse gehört. Die Pflanze bevorzugt relativ trockene und warme Standorte. Wir finden sie deshalb an Wegrändern, auf Wiesen, im Trockenrasen und auf Schuttplätzen. Sie fällt durch ihre weißen Blütenstände auf, die erst im zweiten Lebensjahr erscheinen. Die Wilde Möhre erreicht eine Höhe von 30 bis 100 Zentimeter. Die Blüten werden reichlich von Insekten, zum Beispiel Fliegen, Weichkäfern, Blütenkäfern besucht. Sogar dem Rosenkäfer schmeckt der angebotene Nektar. Wilde Möhren blühen von Juni bis September. Die krautige Pflanze ist zweijährig. Im ersten Lebensjahr erscheinen nur ihre Blätter, die fast auf dem Boden aufliegen und Reservestoffe für das nächste Jahr bilden. Diese werden in der Pfahlwurzel der Möhre gespeichert. Die Wurzel sieht anders aus als die der gezüchteten Möhren, die du im Geschäft kaufen kannst. Die rötlichen Carotine als Farbstoffe scheinen ihr zu fehlen​. Und sie ist, wie man sieht, kleiner als die Mohrrüben und Karotten. Das ist auch kein Wunder, denn die Wilde Möhre ist nicht die Ahnenform unserer Mohrrüben. Diese stammen nämlich von Daucus sativus ab, einer asiatischen Wildform. Im zweiten Lebensjahr stirbt die Wilde Möhre, Daucus carotta, nach der Fruchtbildung ab. Sie hat bis dahin eine Vielzahl von Früchten erzeugt. Der Stängel ist rund und gefurcht und steifhaarig. Anfangs, während der Blütezeit, ist er markig. Und später, wenn die trockenen Früchte gebildet werden, wird er hohl. Und er wird in Knoten und in Zwischenstücke gegliedert. Die Blätter zu beschreiben, ist etwas schwierig. Zunächst der grobe Umriss: Man sagt, sie sind lanzettlich und sie haben einen verbreiterten Blattgrund. Dann gliedern sie sich weiterhin auf, nämlich zwei- bis dreifach. Man bezeichnet das als "fiederteilig". Mit dem Blattgrund umfasst das Blatt im Bereich des Knotens den Stängel. Doch nun zum Blütenstand. Er besteht aus mehreren Dolden. Die Einzelblüten sind recht unscheinbar. Der Blütenkelch ist winzig und zurückgebildet. Die in der Mitte sitzenden können anfangs rosa sein, die außensitzenden Randblüten haben vergrößerte Blütenblätter. Die haben ja auch mehr Platz als die inneren. Weithin leuchten sie und ihre Aufgabe ist es, Insekten anzulocken. Allerdings weisen sie keine Staubblätter auf. Wie gesagt, bei den Mittelblüten ist der Kelch sehr klein, aber fünf Blütenblätter kann man erkennen, ebenso fünf Staubblätter. Der mittige Fruchtknoten ist unterständig. Aus den Blüten ragen die beiden Griffel mit ihren Narben hervor, was man nur mit einer Lupe sehen kann. Der Stempel besteht aus zwei Fruchtblättern mit je einer Samenanlage. Deshalb zerfällt er später in zwei Teilfrüchte und die sehen so aus, wie ich sie zeichne. Mit ihrem kurzen Widerhaken haften sie leicht am Fell der Tiere und unserer Kleidung. Irgendwann fallen sie ab. So werden sie verbreitet und die Wilde Möhre erscheint vielerorts. Während der Reifezeit der Früchte zieht sich der Fruchtstand nestartig zusammen, um nachrückenden Blüten Platz zu machen. Das ist hier gut dargestellt. Doch warum ist die Wilde Möhre nun ein Doldengewächs? Diese Zuordnung verdankt sie der Anordnung ihrer Blüten. Mehr als zehn Einzelblüten sitzen zusammen und bilden eine Dolde. Meiner Skizze könnt ihr nur fünf Einzelblüten entnehmen. Es handelt sich um eine einfache Dolde. Von einem Endpunkt der Sprossachse zweigen kleine Sprossachsen kreisförmig ab. Jede trägt am Ende eine Blüte. So sieht eine Dolde aus. Unsere Wilde Möhre hat eine Doppeldolde. Ihr seht, dass sich die Sprossachse zweifach, jeweils von einem Punkt aus, verzweigt. Deshalb gehört sie zur Pflanzenfamilie der Doldengewächse. Alle Pflanzen, die Dolden oder Doppeldolden aufweisen, gehören zur Pflanzenfamilie der Doldengewächse. Es sind überwiegend krautige Pflanzen, die mit Rüben oder Erdsprossen überwintern. Die Familie der Doldengewächse ist leicht zu erkennen. Prüfe zunächst, ob der Stängel knotig mit hohlen Zwischenstücken ist. Untersuche weiterhin, ob die Blätter wechselständig und federspaltig sind und eine Blattscheide haben. Prüfe, ob die Frucht aus Teilfrüchten besteht und prüfe zum Schluss, ob die Einzelblüten in Dolden oder Doppeldolden angeordnet sind. Wenn all dies zutrifft, hast du ein Doldengewächs gefunden. Wir sehen uns bald wieder, tschüss.