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Das Längengradproblem 03:27 min

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Transkript Das Längengradproblem

Vor 250 Jahren verirrten sich Schiffe oft auf dem weiten Ozean. Die Seeleute konnten zwar anhand der Position der Sonne bestimmen, wie weit nördlich oder südlich sie waren doch sie hatten keine Möglichkeit, zu bestimmen, wie weit im Osten oder im Westen sie segelten. Seit mehr als Tausend Jahren hatten Kartographen Gitterlinien, bekannt als Breitengrade und Längengrade, genutzt, um die Welt präzise darzustellen. Breitengrade umkreisen die Erde als horizontale, parallele Linien. Der Äquator ist der bekannteste Breitengrad. Da die Mittagssonne am Äquator am höchsten steht, kann man den Breitengrad anhand des Winkels zwischen der Sonne und dem Horizont berechnen. Den Längengrad zu berechnen funktioniert so aber nicht. Längengrade werden als senkrechte Linien dargestellt, die von Pol zu Pol verlaufen. Für jede Verschiebung um 15 Grad nach Osten oder Westen geht die Sonne eine Stunde später oder früher auf. Um den Längengrad zu berechnen muss man deswegen wissen, wie viel Uhr es im gleichen Moment an zwei unterschiedlichen Orten auf der Welt ist. Wenn du zum Beispiel weißt, dass es in deinem Heimathafen gerade 14 Uhr ist, und du hast anhand der Sonne festgestellt, dass es an deinem derzeitigen Standort gerade 12 Uhr mittags ist, dann musst du dich 30 Grad westlich des Hafens befinden. Seeleute konnten also anhand der Sonne die Uhrzeit an ihrem jeweiligen Standort bestimmen. Die Uhrzeit ihres Heimathafens versuchten sie mithilfe von Pendeluhren quasi auf ihre Reise mitzunehmen. Diese Uhren waren aber hoffnungslos ungenau, da sie vom Seegang beeinflusst wurden. Es war der nicht sonderlich gebildete Sohn eines Zimmermanns namens John Harrison, der das Längengrad-Problem löste. Harrison war besessen von Uhren und er erkannte rasch, dass auf Schiffen Uhren vonnöten waren, die sich auf Mechanik und nicht auf die Schwerkraft verließen. Harrison benötigte 31 Jahre, um seine außergewöhnlich präzise Uhr zu entwickeln, ein sogenanntes Chronometer. Es revolutionierte die Navigation zu See. Heutzutage werden solche Präzisionszeitmesser meistens als Armbanduhren verwendet. Heutige Schiffe verlassen sich lieber auf GPS. GPS nutzt Atomuhren, die die Zeit anhand hochfrequenter Schwingungen messen, um den Breitengrad und den Längengrad überall auf der Erde zu bestimmen. Aber auch heute noch besteht das Geheimnis bei der Bestimmung deiner Position auf der Erde darin, zu wissen, wie viel Uhr es im selben Moment an zwei unterschiedlichen Orten auf der Welt ist.