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William Blake 04:12 min

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Transkript William Blake

Am 12. August 1827 stirbt im Alter von 69 Jahren der Dichter und Maler, William Blake, in London. Als Künstler ist er eine einmalige Erscheinung. Schon als Kind hat er in London eine Malschule besucht. Im Jahr 1771, als 13 Jähriger, studiert er mit tiefer Ergriffenheit und Interesse den gotischen Stil der Abtei in Westminster. Sein Interesse ist aber nicht nur historischer Art. Mit der Rückkehr in das Mittelalter, nähert sich Blake einer Welt, die ihm wegen ihres geheimnisvollen Gedankengutes fasziniert. Der mystische Algorithmus des Mittelalters im Gesamtwerk Blakes ist eine Konstante. Er wird auf diese Art zu einem Vorläufer der europäischen Romantik im 19. Jahrhundert. Im Jahr 1778 besucht Blake die Royal Academy in London, die von dem Maler Joshua Reynolds gegründet worden ist. Er wird dort Freund des Malers Fuseli, mit dem ihn sein visionäres Talent verbindet. Seit dieser Zeit bilden die Tätigkeit des Malers und die des Dichters bei Blake eine Einheit. Mit seiner Frau Catherine Boucher, die während seines ganzen Lebens seine Muse und Mitarbeiterin ist, bereitet Blake seine Bücher vor. Er erfindet eine neue Art der Herstellung, den illuminierten Druck. Die Bücher werden auf die Kupferplatte geschrieben und gezeichnet, dann gedruckt, gebunden und einzeln mit Aquarellfarben koloriert. Es ist als eine Art Rückkehr zur mittelalterlichen Buchmalerei. Auf diese Art werden die Lieder der Unschuld hergestellt und publiziert. Eine der besten Dichtungen Blakes, worin die Erschaffung der Welt mit den Augen eines Kindes, das erwacht und die Welt erkennt, dargestellt ist. Dann folgen schwer zu verstehende Werke, wie die Vermählung von Himmel und Hölle oder das Gedicht Jerusalem. Sie sind voll von mehrschichtigem Symbolismus. 1800 zieht sich Blake aufs Land zurück und lebt mit Freunden in Sussex. Seine Arbeit als Illustrator ist intensiv, aber in jener Zeit durchlebt er eine mystische Kriese, die an den Wahnsinn grenzt. Er weist den Trost der orthodoxen Religionen zurück und wendet sich einem ursprünglichen Christentum zu, das er poetisch interpretiert. Es folgen viele harte und schwierige Jahre, auch in finanzieller Hinsicht. Die Art, wie er seine Bücher herstellt, ist zu langsam und zu teuer. Noch einmal und in perfekter geistiger Harmonie mit seiner Frau, findet er Befriedigung in seiner Arbeit und löst sich von seinen Ängsten. Blake schafft eine Serie von Farbdrucken nach Motiven der Bibel, von Mythen und Shakespeare. Mythologische Lyrik, apokalyptische Visionen und prophetische Vorstellungen finden sich in großer Zahl in den Versen, wie auch in den Bildern. Wenige Jahre vor seinem Tod, beginnt der Zauberer, wie William Blake von den Zeitgenossen genannt wird, die italienische Sprache zu studieren. Sein letztes Projekt ist die Illustration von Dantes Göttlicher Komödie. Das Werk bleibt jedoch unvollendet.