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Sylvia Plath 03:49 min

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Transkript Sylvia Plath

Im Oktober 1932 wird in Boston die amerikanische Schriftstellerin Sylvia Plath geboren. Ihre Mutter, Aurelia Schober, stammt aus Österreich. Der Vater, Otto Emil Plath ist Lehrer und, obwohl in Polen geboren, deutscher Herkunft. 1936 zieht die Familie nach Winthrop im nördlichen Bundesstaat Maine. „Die Landschaft meiner Kindheit“, erinnert sich Sylvia später. „War nicht das raue Land, sondern sein Ende. Die kalten, salzigen, rollenden Hügel des Atlantiks. Manchmal denke ich, dass meine Vorstellung vom Meer das klarste ist, das ich besitze.“ Das kindliche Paradies wird aber durch den Tod des Vaters im Jahr 1940 je zerstört und Sylvia plötzlich in die Wirklichkeit des Alltags zurückgeholt. „Meine ersten acht Lebensjahre fuhren weg wie ein Schiff in der Flasche. Schön, unantastbar, obsolet — ein süßer, weißer, davonfliegender Mythos.“ In der Schule findet Sylvia Plath jedoch reichlich Gelegenheit jene Liebe für das Wissen und die Poesie auszudrücken, die ihren Glauben an das Leben begründet. 1949, mit 17 Jahren, schreibt sie in ihr Tagebuch: „Ich glaube, dass ich allwissend sein will. Ich könnte mich auch ‚das Kind das Gott sein will‘ nennen. Ich sehne mich nach einem Anstoß ihn alle meine Energien zu widmen.“ Bald darauf erscheinen die ersten lyrischen Versuche von Sylvia Plath, daneben auch eine Erzählung und ein Essay. Ihr Ideal als Dichter ist der Engländer Wystan Auden, den sie wie eine Kultfigur vergöttert. Intensiv erlebt Plath alle Identitätskrisen, die eines jungen Menschen. Ekstatisch, schwermütig und erschöpft, wie sie sich selbst charakterisiert. Mit 21 Jahren fallen die ersten Schatten auf das Leben der Dichterin. In einer plötzlichen Depression fühlt sie sich von allem enttäuscht und verlassen, nimmt 50 Schlaftabletten und kann nur mittels Elektroschocktherapie ins Leben zurück gerufen werden. Es zeichnet sich bald ab, dass es sich dabei nicht um eine einmalige Krise gehandelt hat. Sylvia Plath geht 1959 nach England und heiratet den Schriftsteller Ted Hughes. Sie ist aber vom Familienleben und der Erziehung ihrer beiden Kinder überfordert. Der Erkenntnis, dass sie nicht Ehefrau, Mutter und Schriftstellering zu gleich sein kann, halten Sylvia Plaths schwache Nerven nicht stand. Die Ehe geht in die Brüche, die endgültige Trennung von ihrem Mann verschlechtert den Gemütszustand von der übersensiblen Dichterin ins Hoffnungslose. Ein schwerer Autounfall 1962 ist in Wirklichkeit ein weiterer Selbstmordversuch. Selbst der große Erfolg, den sie mit der Schriftensammlung „Briefe nachhause“ und dem Roman „die Glasglocke“ hat, ändert nichts mehr an ihrem Gemütszustand. Am Morgen des 11. Februar 1963 stellt Sylvia Plath zum letzten Mal ein Tablett mit heißer Milch und frischem Brot an das Bett ihrer kleinen Kinder. Dann geht sie in die Küche, schließt Türen und Fenster und öffnet den Gashahn. Die Dichterin wird das Opfer ihres unerfüllten Strebens nach der Wahrheit und dem Absoluten. Unfähig den Kompromiss den das Leben darstellt zu akzeptieren.