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Ray Bradbury 04:21 min

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Transkript Ray Bradbury

Am 22. August 1920 wird im amerikanischen Bundesstaat Illinois Ray Bradbury geboren. Heute vor allem als Autor phantastischer Romane bekannt. 1929, zur Zeit des Börsenkrachs in New York, ist Ray noch ein Kind. Die große Depression weckt bei den Menschen das Interesse an phantastischer Literatur. Die sogenannte Science-Fiction erobert ihren Platz in der Literatur. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten plagen auch viele wissenschaftlich Gebildete, die, weil arbeitslos, nach Möglichkeiten suchen ihre Fähigkeiten zu verwerten. So finden sie, häufig unter falschem Namen, einen Ausweg in die Phantasie, in dem sie ihr Wissen und ihre Erkenntnisse in eine phantastische Zukunft übertragen. Die Science-Fiction fügt sich in eine Entwicklung, die mit Jules Verne begonnen hat. Anstelle der phantastischen Zukunft, tritt hier allerdings eine Scheinwirklichkeit aus Gegenwart der Technik, die nicht erst morgen, sondern schon heute beginnen könnte. Ray Bradbury begeistert sich seit seiner Jugend für diese Literatur. In den späten 40er Jahren, vervielfacht sich die Zahl der Wochenschriften, an welche angehende Schriftsteller ihre Werke schicken können. An eine von diesen, die bekannteste mit dem Namen Astounding Science-Fiction, sendet der junge Bradbury seine Storys. Die Redaktion verlangt, dass die utopischen Geschichten auf einer soliden, wissenschaftlichen Basis zu stehen haben. Es dauert nicht lange bis Bradbury dort Fuß gefasst hat. Er unterscheidet sich von vielen anderen Autoren, durch sein poetisches Geschick, durch seine treffende Beschreibung der Personen und durch die Originalität seines Stils. In diesen Jahren ist das vorherrschende Thema der Science-Fiction die Eroberung unseres Planeten durch außerirdische Wesen. Invasion vom Mars ist auch der Titel eines berühmt gewordenen Hörspiels, mit dem es Orson Wells gelingt ganz Amerika in Panik zu versetzen. Bradbury hingegen kehrt zu den großen, wissenschaftlichen Entdeckungen zurück und beschreibt meist einen technologischen Prozess, in welchem Maschinen plötzlich Bewusstsein erlangen und sich gegen ihre Schöpfer erheben. Bradbury teilt die Vorliebe für solche Themen Isaac Asimov, einem führenden Science-Fiction Autor. Und neben diesem erweist er sich bald als der kultivierteste und raffinierteste Autor dieser Literaturgattung. 1946 erhält Bradbury den O. Henry-Preis, die begehrte Auszeichnung für Kurzgeschichten. Internationalen Ruhm erlangt er mit seinem „Tagebuch vom Mars“, das 1950 erscheint. Die ersten Kontakte der Erdmenschen mit der unbekannten und geheimnisvollen Kultur der Marsbewohner, geben darin Anlass für eine geistreiche Satire auf die irdischen Verhältnisse. Bradbury ist ein sehr fruchtbarer Schreiber. Im Jahr 1950 erscheint auch „Der Illustrierte Mann“. In dem Roman entwickelt sich jene typische Satire weiter, die für Bradbury charakteristisch bleibt. Bis zu Fahrenheit 451, das 1953 erscheint. Ironisch zeichnet er darin das Bild einer Zukunft, die vom grässlichen Materialismus beherrscht wird. Aus diesem Stoff macht François Truffaut einen seiner berühmtesten Filme. Er versteht es den Text in Bilder zu übersetzen. Ohne dabei jene typische kritische Art Bradburys zu vernachlässigen. Bradburys Begabung als Erzähler erschöpft sich aber nicht in Science-Fiction Geschichten, von denen er über 1500 geschrieben hat. Er ist auch Theaterautor, Lyriker, schreibt Fernsehspiele, Hörspiele und Drehbücher. Erwähnenswert ist auch seine Zusammenarbeit mit dem Regisseur John Huston. Heute werden die Geschichten Ray Bradburys in den größten Zeitschriften Amerikas abgedruckt und in viele Sprachen übersetzt. Bradbury kritisiert immer wieder den exzessiven Gebrauch von Technik und ironisiert gewisse Aspekte der amerikanischen Gesellschaft. So ist es ihm auch gelungen, der Science-Fiction die höheren Weiher der Literatur zu verschaffen.

1 Kommentar
  1. Hab ich mal wieder was neues dazugelernt. Interessantes Video!

    Von Vaulin70, vor fast 7 Jahren