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John Steinbeck 03:20 min

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Transkript John Steinbeck

Am siebenundzwanzigsten Februar 1902 wird in Salinas, Kalifornien, der Schriftsteller John Steinbeck geboren. Seine Eltern ermöglichen ihm den Besuch einer höheren Schule, danach muss er sich allerdings als Gelegenheitsarbeiter durchschlagen. Steinbecks Versuch als Journalist in Kalifornien zu arbeiten ist nicht sehr einträglich. Man hält ihn für untalentiert. Dafür findet er als Wächter in einer Villa die Ruhe für schriftstellerische Arbeit. In kurzen Abständen entstehen seine Frühwerke, eine Kurzgeschichtensammlung und Romane, von denen "Tortilla Flat" als erster weitere Anerkennung erringt. In "Tortilla Flat" finden sich schon die Themen, die in seinem Schaffen wie ein roter Faden immer wiederkehren. John Steinbeck schildert darin das Schicksal der wandernden Obstpflücker und umherziehenden Landarbeiter und ihrer Sehnsucht nach einem eigenen Stück Land. Er erzählt mit großer Vielfalt verschiedenartige Szenen. Mit Rohheit neben Zärtlichkeit und lyrischer Aussage neben scharfem Realismus beschreibt er das Leben der einfachen Menschen und die Willkür, der sie ausgesetzt sind. Steinbecks Romane sind sozialkritische Beschreibungen der entwurzelten und besitzlosen Amerikaner, die sich mit dem sozialen Wandel der Industrialisierung nicht zurechtfinden. In seinen Romanen verbinden sich Religiosität und Romantik mit naturalistischer Beschreibung, die seinem Werk eine ungekünstelte Einfachheit verleiht. Manchmal neigt Steinbeck auch zum Symbolismus, wie in den Romanen "Von Mäusen und Menschen" und "Früchte des Zorns". Für "Früchte des Zorns" erhält Steinbeck den Pulitzerpreis. Er stellt darin die bitteren Erfahrungen einer armen Bauernfamilie dar, die auf ihrem Weg ins vielversprechende Kalifornien nur auf Gewalt, Elend und Korruption trifft. Im Zweiten Weltkrieg arbeitet Steinbeck doch wieder als Reporter. Er ist Kriegsberichterstatter. Nach dem Krieg erscheint sein bekanntester Roman "Jenseits von Eden", der mit James Dean sehr erfolgreich verfilmt wird. Alles, was er vorher geschrieben habe, erklärt Steinbeck, sei nur eine Vorübung zu diesem Buch gewesen. Nach einer Reise in die Sowjetunion und mehrmaliger Distanzierung vom Kommunismus entwickelt sich Steinbeck immer mehr zum intoleranten Patrioten. Diese Haltung kostet ihm bei manchen europäischen Intellektuellen Ansehen. Der Italiener Cesare Pavese drückt das so aus: „Die Zeiten, in denen wir Amerika entdeckt haben sind vorbei. Steinbeck wird nach und nach zu einem Manieristen, der sich selbst zitiert.“ 1962 erhält John Steinbeck den Nobelpreis für Literatur in Anerkennung seiner Darstellung des Menschen in Konfrontation mit dem Bösen und der Beschreibung der rohen Vitalität der amerikanischen Gesellschaft. Im Dezember 1968 stirbt er in New York.