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Henry Miller 04:00 min

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Transkript Henry Miller

  1. Dezember 1891. In New York wird Henry Miller als Sohn deutscher Einwanderer geboren, später einer der umstrittensten Schriftsteller des Jahrhunderts. Seit meiner Kindheit, behauptet er rückblickend, empfand ich eine heftige Abneigung gegen die teutonische Ethik meiner Eltern, die von Arbeit, Putzen und Wirtschaft besessen waren. Er ist auf der Straße aufgewachsen, dem einzigen Ort wo man lernt, wie das Leben wirklich ist. 1909 tritt Miller ins New Yorker City College ein, wo er es aber nur zwei Monate aushält. Nach dem er von der Atmosphäre und der Einfältigkeit des Lehrplans angewidert seine Studien aufgegeben hat, arbeitet er einige Zeit in einer Zementfabrik. In dieser Zeit beginnt er auch sich für anarchistische Bewegungen zu interessieren. Dann verschwindet er mit einer geliebten und dem Geld, dass er von seinem Vater, einem einfachen Arbeiter, für das Studium bekommen hat. Er wird Zeitlebens nur wenige Beschäftigungen haben. Die Unbeständigkeit seines Lebens gibt auch seinen Werken eine unverkennbare Prägung. 1923 nutzt Henry Miller drei Wochen Ferien, um seinen ersten Roman zu schreiben, der allerdings nicht veröffentlicht wird. Im gleichen Jahr begegnet er June Edith Smith, einer Tänzerin, die in seiner Romantrilogie Nexus, Sexus, Plexus erscheinen wird. Mit June geht er 1928 für kurze Zeit nach Europa.1930 beschließt er sich endgültig in Paris nieder zu lassen. Diesmal aber alleine. Auch in Paris lebt Miller, inzwischen 40-jährig, in den Tag hinein. Er hält sich durch Englischunterricht und gelegentliche Mitarbeit bei der französischen Ausgabe der Chicago Tribune über Wasser. 1934 schreibt er Wendekreis des Krebses. Ein Buch, dass in den USA erst 27 Jahre später erscheinen darf. Der Roman beschreibt mit recht obszönem Vokabular die erotischen Abenteuer einer Gruppe von Freunden, wobei Miller auch nicht darauf vergisst seine eigenen ein zu fügen. Lange Zeit hindurch bleibt Wendekreis des Krebses das am meisten über die Grenzen der USA geschmuggelte Buch. Mit dem Roman Wendekreis des Steinbocks kehrt Henry Miller autobiographisch zu den Jahren der Kindheit und Jugend in New York zurück. Nach einem langen Urlaub in Griechenland schreibt er den Koloss von Maroussi, Erinnerungen an eine lange Reiseroute. Es bleibt sein Lieblingsbuch. 1942 verschlägt es Henry Miller nach Kalifornien. Er wird die Seele des literarischen Zirkels Big Sir. Der Name der berühmten Felsengruppe am Pazifik zwischen San Francisco und Los Angeles wird zum Symbol für eine ganze, amerikanische Schriftstellergeneration. Die meisten Leute, meinte Henry Miller, hätten von ihm eine Erklärung für das Geheimnis des Lebens gefordert, so als wüsste er ein Rezept oder eine Formel. Seine Antwort:” Oft wollte ich wie ein Idiot schreiben, da ich keine Achtung vor der Intelligenz habe. Auch für große Denker habe ich nichts übrig. Ich glaube es ist nicht der Gedanke, der die Welt zum Funktionieren bringt, sondern an erster Stelle und vor allen Dingen die Aktion und die Gefühle. Seinen Lebensabend verbringt Henry Miller in Pacific Palisades, einem kleinen Vorort von Los Angeles. Am 7. Juni 1980 stirbt er im Alter von 88 Jahren.